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Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
PhilTalk Philosophieforen
Theoretische Philosophie >> Erkenntnistheorie, Wissenschaftstheorie >> Gibt es
sinnlose philosophische Fragen? III
(Thema begonnen von:
Eberhard am 08. Feb.
2006, 08:31 Uhr)
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Titel: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von Eberhard am
08. Feb. 2006, 08:31 Uhr
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Hallo allerseits,
dies ist die Fortsetzung des inzwischen zu lang
gewordenen Threads "Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II".
Die
Diskussion "Ist alles nur Bewusssein hier und jetzt?" hat jetzt eine eigene
getrennte Runde.
Es grüßt Euch Eberhard.
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von Eberhard
am 08. Feb. 2006, 09:57 Uhr
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Hallo Louis,
Ihr Vorschlag zu einem Besuch des Großen Gartens in
Herrenhausen hat etwas. Hinter den hohen, in geometrisch klaren Linien
verlaufenden Hecken führte Gottfried Wilhelm Leibniz mit der befreundeten
hannoverschen Kurfürstin Sophie philosophische Gespräche, wenn ich nicht irre.
Dieser Garten hatte auf mich schon als Schüler die wohltuende Wirkung einer
anderen Welt aus barocker Gestaltungskraft und antiker Schönheit. In solcher
Umgebung kommen einem die besten Gedanken - auch wenn Sie da vielleicht Ihr
Versailles bevorzugen.
Es grüßt Sie Eberhard.
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von mbl am 08.
Feb. 2006, 11:32 Uhr
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Quote:Du meinst, wir hätten Joy nicht zugehört? Wir hätten Joy nicht
verstanden?
Wie heißt es so schön: Die Botschaft hör ich wohl, allein mir
fehlt der Glaube.
Wenn jemand noch nicht einmal einen Satz wie: „Meine
Mutter hat bereits existiert, als ich noch nicht existiert habe“ akzeptiert und
wenn er die Grenzen des menschlichen Verstandes an sinnlosen Fragen demonstriert
wie „Warum existiert nicht nichts?“, um dann nach Ruhigstellung des kritischen
Denkens und Vernichtung aller Weltbilder mit der Philosophie und der Erkenntnis
anzufangen, dann habe ich das alles sehr gut verstanden.
Wenn mir
Deiner Meinung nach zum Verständnis dessen, was Joy gesagt hat, die Initiation
fehlt, welchen Initiationsritus schlägst Du vor? Eberhard
Du
sollst es ja auch nicht glauben, sondern selber wissen. Joy ist in Deiner Welt
ein Impuls, den Du (noch) mit aller Kraft abwehrst, weil er Deine liebgewonnenen
Glaubenssätze bedroht.
... Es geht auch nicht um "die Ruhigstellung" des
Denkens", sondern eher um die Relativierung des Denkens. Das Denken hat nur eine
Interpretationsfunktion des direkt Wahrgenommenen oder der Erkenntnisse und ist
häufig verzerrt, weil nicht genug Informationen zugelassen werden. Erkenntnis
entsteht quasi immer aus der direkten Wahrnehmung!
... Ist es nicht an
der Zeit, sämtliche "Weltbilder" zu hinterfragen? Ich denke, dass wir in einer
Zeit der "Umwertung aller Werte" (Nietzsche) leben und dass es sich jetzt
entscheidet, welche Werte wir wählen. Aber kann man eine intelligente Wahl
treffen, wenn man Gefangener der eigenen Glaubenssätze ist?
... Du,
Eberhard und Deine Mutter sind Aspekte des Bewusstseins. (Ich nenne SEIN
Bewusstsein, denn ich gehe davon aus, dass Alles bewusst ist). Aber in einem
übergeordneten Sinn seid Ihr auch das Ganze. Und da die lineare Zeit eine
Illusion ist, geschieht alles Jetzt. Von diesem Standpunkt aus, hat Deine Mutter
nicht vor Dir existiert, denn Alles ist simultan.
Was ist zu tun? Joy,
Dein Impuls :-), sagt es doch dauernd. Selbsterkenntnis ist die Herausforderung
und das bedeutet, dass Du bei Allem, was in Deiner Welt geschieht, zu erst
einmal einen Bezug zu Dir selber herstellst und es bedeutet auch Aufmerksamkeit
in jedem Augenblick, d.h., Jetzt.
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von delfi am
08. Feb. 2006, 11:43 Uhr
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on 02/08/06 um 11:32:59, mbl wrote:Was ist zu tun? Joy, Dein Impuls :-),
sagt es doch dauernd. Selbsterkenntnis ist die Herausforderung und das bedeutet,
dass Du bei Allem, was in Deiner Welt geschieht, zu erst einmal einen Bezug zu
Dir selber herstellst und es bedeutet auch Aufmerksamkeit in jedem Augenblick,
d.h., Jetzt.
Ist ein verdammt ungünstiger Ausgangspunkt einen
netten Menschen kennen zu lernen,
geschweige denn Partnerschaft.
Salve
[skater]
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von hel am 08.
Feb. 2006, 11:48 Uhr
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@liebe Nondualisten
on 02/08/06 um 11:32:59, mbl wrote:Du sollst es ja
auch nicht glauben, sondern selber wissen. Joy ist in Deiner Welt ein Impuls,
den Du (noch) mit aller Kraft abwehrst, weil er Deine liebgewonnenen
Glaubenssätze bedroht.
Dieses Argument ist durchaus umkehrbar. Warum
begreifen Du und Joy nicht die Beiträge von Eberhard als einen Impuls, sich den
Realitäten des Lebens zu stellen als da wären:
Beschränktheit des
menschlichen Wissens, Hohe Wahrscheinlichkeit der Endlichkeit des Bewußtseins
und Kontingenz der Erscheinungen (Soll meinen: Du bist nicht durch positives
Denken vor Krankheit, Unfällen und allerlei anderen Mißlichkeiten gefeit).
Die Vorstellung von Teilhabe an einem unendlichen unzerstörbaren Bewußtsein,
also an einem ewigen Leben ist in meinen Augen viel eher ein liebgewonnener
Glaubenssatz, als der Realismus, der auch die eigene Endlichkeit - und zwar in
jeder Hinsicht - in Betracht ziehen muß.
Grüße,
hel
--------------------------------------------------------------------------------
Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von yoko am
08. Feb. 2006, 12:27 Uhr
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hi joy
ob es materie isoliert von bewusstsein gibt oder ob nun alles
reines bewusstsein oder eine simulation dessen oder gar eine simulation einer
simulation dessen ist.. die von dir wahrgenommene realität ist nun mal die, dass
du frierst, wenn es bitterkalt ist. gibt es die kälte dann wirklich oder ist sie
nur bewusstsein? gibt es dich frierender dann wirklich oder bist du nur
bewusstsein? die antwort ist: dreh die heizung auf!
mit anderen worten:
es spielt keine rolle. du bist mensch und bestandteil des ganzen, und so nimmst
du wahr.
die eigentliche frage muss doch wohl lauten: wozu bin ich GERADE
ein mensch?
wer für sich die antwort darauf gefunden hat, der wird
existenz nicht weiter hinterfragen wollen.
gruss,
yoko
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von mbl am 08.
Feb. 2006, 13:13 Uhr
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Heute, 11:48 Uhr, schrieb hel :
@liebe Nondualisten
Dieses Argument ist
durchaus umkehrbar. Warum begreifen Du und Joy nicht die Beiträge von Eberhard
als einen Impuls, sich den Realitäten des Lebens zu stellen als da wären:
Beschränktheit des menschlichen Wissens, Hohe Wahrscheinlichkeit der Endlichkeit
des Bewußtseins und Kontingenz der Erscheinungen (Soll meinen: Du bist nicht
durch positives Denken vor Krankheit, Unfällen und allerlei anderen
Mißlichkeiten gefeit).
Die Vorstellung von Teilhabe an einem unendlichen
unzerstörbaren Bewußtsein, also an einem ewigen Leben ist in meinen Augen viel
eher ein liebgewonnener Glaubenssatz, als der Realismus, der auch die eigene
Endlichkeit - und zwar in jeder Hinsicht - in Betracht ziehen muß
Ja,
durchaus. Ich frage mich natürlich, warum ich mich in diese Diskussion wieder
eingemischt habe. Selbstverständlich bin ich auch ein irdischer Mensch, der alle
irdischen Glaubenssätze besitzt und ich muss sehen, welche noch wirksam sind,
also genug Kraft haben, um meinen Blick zu verschleiern. Ich glaube, ich habe
mich eingemischt, weil ich dachte - das passiert immer wieder, dass ich etwas
mitzuteilen habe und es diesmal präzise formulieren könnte. Letztendlich ist es
eine Art Selbstgespräch und ich freue mich, dass ich schon so viel verstanden
habe. :-)
Und das ist erst der Anfang.
Deine Ansammlung von
Glaubenssätzen macht mir keine Angst (mehr). Alles, was Du geschrieben hast, ist
zwar für viele Menschen Wirklichkeit, aber nicht wahr. Es könnte leicht geändert
werden - allerdings nur mit Einsicht, also Selbsterkenntnis.
Warum also
das Festhalten an so unerfreulichen Glaubenssätzen?
Was riskiert man, wenn
man sich selbst erforscht?
Warum so viel Widerstand. Ressentiment?
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von mbl am 08.
Feb. 2006, 13:17 Uhr
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on 02/08/06 um 11:43:16, delfi wrote:Ist ein verdammt ungünstiger
Ausgangspunkt einen netten Menschen kennen zu lernen,
geschweige denn
Partnerschaft.
Salve
[skater]
Das ist ein verdammt
günstiger Ausgangspunkt, um nette Menschen oder einen Partner kennen zu lernen,
denn man trifft sich ja immer selbst! ;-)
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von
henrywilhelm am 08. Feb. 2006, 13:18 Uhr
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Mahlzeit!
Meta-Frage an eberhard: War der Zweck dieses "Neuanfangs" bloß,
den quantitativen Umfang von Thread II nicht ausufern zu lassen, so dass hier
die Auseinandersetzung mit der joy-Partei fortgesetzt werden soll?
Oder
sollte, nachdem diese Auseinandersetzung offensichtlich fruchtlos ist, eine
Bearbeitung ohne diese versucht werden - was bedeutet, dass jene Positionen
entweder (freiwillig) nicht mehr wiederholt werden oder, falls doch, nicht
darauf reagiert wird.
Das ist nicht böse repressiv gemeint, denn man kann
ja "in Güte" sagen: Es hat keinen Sinn mehr mit uns - trennen wir uns!
So
what?
Grüße,
henrywilhelm
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von hel am 08.
Feb. 2006, 13:29 Uhr
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on 02/08/06 um 13:18:19, henrywilhelm wrote:Mahlzeit!
....
Oder
sollte, nachdem diese Auseinandersetzung offensichtlich fruchtlos ist, eine
Bearbeitung ohne diese versucht werden - was bedeutet, dass jene Positionen
entweder (freiwillig) nicht mehr wiederholt werden oder, falls doch, nicht
darauf reagiert wird.
......
Wie wäre es mit einer Aufsplittung
in 2 Threads? Der hier widmet sich wieder der eigentlichen Fragestellung und ein
Dualismus-Non-Dualismus Thread führt den anderen Diskussionsfaden weiter.
Grüße,
hel
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von WuWei am
08. Feb. 2006, 13:58 Uhr
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Hallo Hel,
[/i]
@liebe Nondualisten
Dieses Argument ist durchaus
umkehrbar. Warum begreifen Du und Joy nicht die Beiträge von Eberhard als einen
Impuls, sich den Realitäten des Lebens zu stellen als da wären:
Beschränktheit des menschlichen Wissens, Hohe Wahrscheinlichkeit der Endlichkeit
des Bewußtseins und Kontingenz der Erscheinungen
[i]
wetten, daß joy
und mbl die Beiträge von Eberhard und dir als Impuls ihrer Welt sehen? Was immer
sie bedeuten mögen....
[/i]
(Soll meinen: Du bist nicht durch
positives Denken vor Krankheit, Unfällen und allerlei anderen Mißlichkeiten
gefeit).
[i]
sagt doch auch keiner.....
[/i]
Die Vorstellung
von Teilhabe an einem unendlichen unzerstörbaren Bewußtsein, also an einem
ewigen Leben ist in meinen Augen viel eher ein liebgewonnener Glaubenssatz, als
der Realismus, der auch die eigene Endlichkeit - und zwar in jeder Hinsicht - in
Betracht ziehen muß.
[i]
Wer lebt denn ewig? Der Körper, die Person
sicher nicht. Auch das sagt keiner.....
viele Grüße,
WuWei
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von
louisquinze am 08. Feb. 2006, 16:05 Uhr
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@eberhard
Grüß' Sie!
wie erklären sich eigentlich diese sog.
Nondualisten hier, daß ich mich mit Ihnen Eberhard in Hannover verabreden
kann?...
Apropos! Mitte Mai hätte ich Zeit!
Und, - das Leibnizhaus
müssen wir natürlich auch sehen. Sie könnten übrigens Ihre Gemahlin mitbringen.
Sie könnte dann am Nachmittag, während wir dann in Herrenhausen spazierten,
Ihrer Frau Mutter Gesellschaft leisten.
Die Fahrt nach Berlin kann ja auch
entfallen!
...Bedingung der Möglichkeit sinnvollen Redens ist eben der
uns allen erschlossene Horizont, sagen wir, gemeinsamen Erfahrungswelt (Siena
hat das übrigens drüben ganz schön dargestellt!)
Ach ja, zu den Gärten
fällt mir noch ein, nur weil es ein altes Steckenpferd von mir ist: der
Hauptunterschied zwischen dem deutschen (Herrenhausen) und französischen
(Versailles) Garten ist wohl der sog. point de vue. Hier tritt eine
beabsichtigte Verschmelzung der künstlich gestalteten Gartenzone mit der
umgebenden Landschaft ein. Das fehlt bei deutschen (holländischen) Gärten
(Herrenhausen, Schleißheim, Het Loo) aus dieser Zeit. In Versailles ist dies am
Grand Canal gut sichtbar (auch im Brühler Schloßpark bei Köln)
Nur als
Info! ;-)
salut
Lq
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von hhmoeller
am 08. Feb. 2006, 17:46 Uhr
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on 02/08/06 um 13:13:48, mbl wrote:Warum also das Festhalten an so
unerfreulichen Glaubenssätzen?
Was riskiert man, wenn man sich selbst
erforscht?
Warum so viel Widerstand. Ressentiment?
Zeig mir
Deinen fliegenden Teppich, und Du hast mich überzeugt.
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von
henrywilhelm am 08. Feb. 2006, 19:12 Uhr
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on 02/08/06 um 13:29:26, hel wrote:Wie wäre es mit einer Aufsplittung in 2
Threads? Der hier widmet sich wieder der eigentlichen Fragestellung und ein
Dualismus-Non-Dualismus Thread führt den anderen Diskussionsfaden weiter.
Grüße,
hel
Ausgezeichneter Vorschlag!
Vielleicht
antwortet eberhard noch?
Grüße
henrywilhelm
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von Eberhard
am 08. Feb. 2006, 19:37 Uhr
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Hallo allerseits,
Die Diskussion über die Frage: "Ist alles Bewusstsein?"
hat jetzt einen eigenen Thread.
Es grüßt Euch Eberhard.
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von Joy am 08.
Feb. 2006, 23:58 Uhr
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Hallo hhmoeller,
henrywilhelm fasste eine Aussage von mir, nicht exakt in
der Weise wie von mir geschrieben, sondern lediglich so, wie er sie für sich
selbst verstanden bzw. interpretiert hatte zusammen und schrieb in #202:
on 02/07/06 um 20:29:56, henrywilhelm wrote:Wie begründet Joy?
Es
handelt sich hier also um folgende Argumentation:
1) Immer wenn ich mich
selbst erlebe, erlebe ich auch eine materielle räumliche Welt.
2) Immer wenn
ich eine materielle räumliche Welt erlebe, erlebe ich auch mich selbst.
3)
Schluss: Ich selbst und die materielle räumliche Welt sind identisch mit meinem
Erleben.
Die Argumentation ist fehlerhaft, weil im Schlusssatz ein
Begriff erscheint („identisch“), der in den Prämissen nicht vorkommt!
Du, hhmoeller, kommentierst diese Aussage jetzt mit
on
02/08/06 um 14:23:56, hhmoeller wrote:Vollkommen richtig!
Das
mag, einseitig logisch betrachtet, schon richtig sein, entspricht aber leider
nur nicht dem, was ich zuvor selbst geschrieben hatte und hier meiner Aussage
nur wieder irrtümlich unterstellt wird. Denn wie auch schon von mir an
henrywilhelm im Anschluß in Beitrag #205 geantwortet, schrieb ich nichts davon,
dass "ich sich selbst erlebt" (wie hier von henrywilhelm bereits irrtümlich
verstanden unter Ziffer 1 geschrieben), was nämlich bereits wieder ein nicht
zutreffender Fakt ist, sondern ich schrieb "dass <Ich> das Erleben selbst ist
bzw. selbst bin". Das heißt nichts anderes, als dass ein "separates Ding" wie
ein immer nur gedanklich objektiviertes (= konstruiertes), also verdinglichtes
"Ich", zusätzlich oder neben dem Erleben faktisch gar nicht "existiert" und
daher auch gar nicht gefunden werden kann. Dieses zusätzliche "Ich" ist ein
pures gedanklich abstrahiertes "Phantom", existent nur als gedanklich empfundene
"Vorstellung" und "Annahme". Wenn Du oder wer auch immer dass zweifelsfrei und
klar für Dich selbst erkennst, dann, und nur dann, mein Lieber, gelangst Du zu
klarem Verstehen. Bis dahin phantasierst Du eben nur einfach weiter und glaubst
Dich auch noch selbst für dieses "Phantom" und meinst, es würde auch real und
nicht nur als gedachte Vorstellungsabstraktion existieren.
Dieses
Selbsterkennen, dass eine solches objektiviertes "Phantom-Ich" noch niemals real
existierte, sondern nichts anderes als eine "gedanklich empfundene Vorstellung"
hier und jetzt ist, lässt Dich dann auch sofort schlagartig erkennen, dass dies
ebenso auch für jedes vermeintlich existente "Du" zutrifft, von welchem Du
selbst bis dahin glaubtest, diese ganzen "Du's" würden real ausserhalb Deines
eigenen Erlebens (= Bewusstsein) "existieren", denn für alle immer nur
gedanklich objektivierten, also verdinglichten "Du's", trifft selbstverständlich
das exakt gleiche zu, wie für Dein vermeintlich eigenes, ebenso immer nur
gedanklich objektiviertes, also verdinglichtes "Phantom-Ich".
Wenn "Du"
nun nur allein das selbst erkennst, was "ich" jetzt nur in den letzten beiden
Absätzen recht klar und deutlich formuliert habe, erwachst "Du" urplötzlich aus
einem "Fiebertraum", in welchem Du blind Dich für sehend glaubtest, und wirst
Dir des eigenen konditionierten Denk-Irrtums schlagartig bewusst und erkennst
sofort selbst, dass für die gesamte Welt immer auch das gleiche gilt wie für
Dein bisher für existent geglaubtes "Phantom-Ich". Dass nämlich die gesamte
wahrgenommene Welt, die Du bis dahin als für separat existent von Deinem eigenen
Erleben (welches Du wirklich selbst bist = Bewusstsein / Geist) glaubtest, noch
niemals wirklich als eine solche separat existiert hat.
Nach diesem
separierten und vermeintlich zusätzlichen "Phantom-Ich" fragte ich auch Eberhard
schon ganz konkret in #177 und wiederholte diese Fragen, da er sie schlicht und
einfach mit etwas künstlich aufgeregter Entrüstung ignorierte und überging, im
Beitrag #204 noch einmal an ihn. Du kannst nun gern selbst ab #205 Eberhards
Beiträge -auch im Anschlussthread III- nachlesen und wirst selbst feststellen
können, dass er diese konkrete Frage an ihn nicht beantwortet und weiterhin
ignoriert. Weshalb er dieser Antwort nicht nachkommt, mußt Du ihn selbst fragen.
Aber im Grunde muß er sie auch ignorieren, denn diese Antwort darauf, sofern er
denn die wahre Antwort selbst erkennt, bringt nicht nur sein materielles
Weltbild sofort zum Totaleinsturz, sondern ist auch -bildhaft gesprochen- sofort
sein eigener Tod (des "Phantom-Ich's" für dass er sich selbst noch glaubt und
welches er die ganze Zeit als angeblich existent verteidigt). Er verteidigt
natürlich nur mit haarsträubenden unbelegten Behauptungen, die jeder erlebten
realen Faktizität durchgehend und ausnahmslos widersprechen!
Warum ich
Dir das jetzt hier in meiner Antwort so ausführlich schreibe? Nun, ganz einfach,
weil Dein gesamtes Denken ebenso einseitig und somit fehlerhaft ist und Du es
noch nicht einmal selbst bemerkst. Weil Du es nicht selbst bemerkst, glaubst Du
nun, dass ich in meiner Argumentation "tricksen" tät. Zu dieser Annahme gelangst
Du aber nur durch Deine eigene -sorry- Blindheit, Du siehst sozusagen nur
einseitig und bist auf dem zweiten Auge total blind. (Muss Dich aber nicht
weiter stören, denn alle "normalen Menschen" sind solche Blinden! Das "Problem"
dabei ist einzig, dass sich diese "Blinden" selbst für sehend glauben. ;-))
Um auf diesen immer wiederholten "Irrtum" hinzuweisen, schrieb ich in #205
zur "Veranschaulichung" zwei im Grunde identische Beispiele (Wurst und Münze)
mit jeweilig zugehöriger Analogie, die den "Irrtum" eigentlich ganz simpel
aufklären, sofern der Leser denn klar denken und erkennen kann und endlich
aufhört von einem "Phantom" zu phantasieren, für welches er sich selbst auch
noch in seinem "Fieberwahn" hält und glaubt, obwohl es doch nirgends aufgefunden
oder angetroffen werden kann (weswegen Eberhard der Frage nach diesem "Phantom"
ja auch so behaarlich ausweicht).
Ich schrieb also als ergänzendes
Veranschaulichungsbeispiel zu meiner Argumentation in #205:
on
02/08/06 um 06:12:16, Joy wrote:1. Beispiele:
Immer wenn Erleben vom Anfang
der Wurst ist, ist auch immer gleichzeitiges Erleben vom Ende der Wurst und
umgekehrt.
Niemals ist ein Erleben des Anfangs der Wurst ohne das nicht
gleichzeitig auch Erleben des Ende der Wurst ist oder umgekehrt
Schlussatz: Anfang und Ende der Wurst sind nicht ident, aber beide sind
untrennbar die eine Wurst selbst.
Setze als Analogie:
Anfang der Wurst
= Erlebender (= Subjekt)
Ende der Wurst = Erlebtes (= Objekt)
Wurst = Erleben (= Ich = Bewusstsein)
Und jeder "Blinde"
antwortet nun mehr oder weniger ähnlich formuliert, wie auch Du es reflexartig
tust, weil Dir die wirkliche Klarheit im Denken fehlt. Du antwortest:
on 02/08/06 um 14:23:56, hhmoeller wrote:Gut geschummelt!
Du bist
schon in den Prämissen von zwei untrennbar zusammengehörenden Dingen, nämlich
den beiden Wurstenden bzw. den beiden Seiten der Münze ausgegangen. Wenn Du
daraus nun die Schlußfolgerung ziehst, daß die beiden Wurstenden untrennbar
zusammengehören, so handelt es sich um einen Zirkelschluß - logisch ungültig.
Du hast die gewünschte Schlußfolgerung in die Prämissen eingebaut.
Sehr trickreich - denksportlich eher ein Standardtrick, etwa wie die
Textilbremse beim Fußball.
Ich vermag mich nur darüber zu
wundern, dass Dir wirklich nicht selbst auffält, was für einen "totalen Nonsens"
Du hier antwortest!
In dem genannten Beispiel verweise ich auf die
begriffliche Analogie (Subjekt, Objekt, Erleben). Jetzt kommst Du doch
tatsächlich mit der völlig deplazierten Behauptung: "Du bist schon in den
Prämissen von zwei untrennbar zusammengehörenden Dingen, nämlich den beiden
Wurstenden bzw. den beiden Seiten der Münze ausgegangen.". Die beiden
"Wurstenden" stehen analog für "erlebendes Subjekt" und "erlebtes Objekt"!
Klingelts bei Dir noch immer nicht???
Wenn Du mir jetzt ganz plausibel
und ganz einfach einen einzigen faktischen Beleg oder ein faktisches Beispiel
verbal hier nennst, in dem irgendwo und irgendwann jemals
ein real separates
Subjekt ohne Objekt oder
ein real separates Objekt ohne Subjekt
eine
reale und faktisch erlebte Wirklichkeit ist, dann widerrufe ich sozusagen, um
mich vor dem Scheiterhaufen zu retten.
Nur wenn gedanklich-begrifflich
die immer Ganzheitliche geistige Wirklichkeit Hier und Jetzt (und nur diese
Wirklichkeit IST wirklich) gesplittet wird, entstehen -aber immer und
ausnahmslos nur auf der gedanklich-begrifflichen Ebene(!!!)- ein erlebendes
Subjekt (= objektiviertes gedachtes "Phantom-Ich") und erlebtes Objekt (=
objektiviert gedachte Welt).
Da Du Dich in Deiner gesamten Argumentation
ausschließlich in der dualistischen "Gedanken-Begriffs-Ebene" sozusagen bewegst
und aus dieser heraus argumentierst, die aber nur eine "verbal bezeichnende
Begriffs-Ebene" (= Landkarte) ist und nicht die nonduale "wirkliche
Erlebnisebene" (= Land), wirst Du Dir des eigenen Irrtums nicht gewahr und
schreibst daher solchen "totalen Nonsens"! Ganz simpel formuliert: Du
verwechselst permanent die beiden genannten Ebenen und hältst somit die
dualistische "Gedanken-Begriffs-Ebene" für die nondualistische erlebte
Wirklichkeit selbst bzw. hältst diese beiden Ebenen
erlebte Wirklichkeit
verbale Bezeichnung der erlebten Wirklichkeit
irrtümlich für ident. Aber
Du kannst mit dem "Begriff" Waschmaschine real keine Wäsche waschen! Denn der
"Sprach-Begriff" ist nicht selbst die "Wirklichkeit", welche er immer nur
gedanklich benennt!
Daher forderst Du (und die anderen "Schläfer") auch
immer nur verbale Argumente als Beleg und jedesmal antworte ich dann sinngemäß:
Schaue und erkenne selbst!
Und ich kann nicht sehen, was daran so
schwierig sein sollte! Es ist ja nicht so herum, dass ich Deine Argumentation
und Deine Denk-Art nicht verstehe. Ich verstehe sie sehr wohl ohne das geringste
Problem dabei zu haben. Nur sehe ich auch, dass Du völlig blind argumentierst
und (noch) unfähig bist zu erkennen, dass die Dualität sich nur auf der
"Gedanken-Begriffs-Ebene", der Bezeichnungsebene sozusagen befindet, aber nicht
real in der einzigen nondualen Wirklichkeit selbst, die immer eine
ganzheitliche, also nicht real gespaltene Wirklichkeit hier und jetzt ist.
Die Wirklichkeit selbst stiftet keinerlei Verwirrung! Verwirrung stiftet
ganz allein das dualistische einseitige Denken, welches diese ganzheitlich
nonduale Wirklichkeit, die faktisch immer nur ein Ganzheitliches
Bewusstseins-Erleben IST, immer nur gedanklich-begrifflich "ur-teilt". Diese
dann ausschließlich in der gedanklichen Vorstellung entstehenden "Teile" (z.B.
Subjekt/Objekt) sind aber nicht reale "Teile" der realen ganzheitlich geistigen
Wirklichkeit, sondern immer nur allein "Teile" im Vorstellungs-Denken, welches
dann, entsprechend nachhaltig konditioniert, auf die reale ganzheitlich geistige
Wirklichkeit dauerhaft projiziert werden und diese Projektion dann auch noch für
real geglaubt wird.
Alles was es selbst zu erkennen gilt, steht allein in
diesem einen Beitrag hier! Wenn das selbst erkannt ist, dann können "wir"
endlich beginnen, wirklich über die Wirklichkeit zu philosophieren, anstatt
"uns" nur über gedanklich vorgestellte und für real geglaubte
"Vorstellungs-Weltbilder", also Einbildungen, zu unterhalten.
Gruß
Joy
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von mbl am 09.
Feb. 2006, 09:11 Uhr
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on 02/08/06 um 17:46:35, hhmoeller wrote:Zeig mir Deinen fliegenden Teppich,
und Du hast mich überzeugt.
Ab und zu fliege ich mit dem
Flugzeug irgendwo hin. Mein "fliegender Teppich" hat sich also schon realisiert.
Die Kunst ist auch, zu erkennen, was sich schon manifestiert hat.
Aber
das kann man natürlich noch dramatisch verbessern.... :-)
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von hhmoeller
am 09. Feb. 2006, 18:02 Uhr
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on 02/09/06 um 09:11:24, mbl wrote:Mein "fliegender Teppich" hat sich also
schon realisiert. Die Kunst ist auch, zu erkennen, was sich schon manifestiert
hat.
Flugzeuge sind ein Ergebnis der Ingenieurkunst, sie
funktionieren auch ohne Magie.
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von Eberhard
am 09. Feb. 2006, 20:38 Uhr
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Hallo allerseits,
können wir zum Thema zurückkehren?
Mich würde
interessieren, was von der Frage zu halten ist: "Warum fließt die Zeit?" Es gab
dazu eine Runde, an der ich selber teilgenommen habe.
Es grüßt Euch
Eberhard.
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von hel am 09.
Feb. 2006, 21:39 Uhr
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on 02/09/06 um 20:38:03, Eberhard wrote:Hallo allerseits,
können wir
zum Thema zurückkehren?
Mich würde interessieren, was von der Frage zu
halten ist: "Warum fließt die Zeit?" Es gab dazu eine Runde, an der ich selber
teilgenommen habe.
Es grüßt Euch Eberhard.
Bevor wir zum
Zeitfluß übergehen, nur ein kurzes Resumé zum Status der letzten Fragen:
A) "Warum gibt es etwas und nicht nichts?" als Frage nach der Erstursache von
Allem.
Hier hat Eberhard ausgeführt, daß jede denkbare Ursache bereits zu dem
All gehört, nach dessen Ursache geforscht wird, weswegen diese Frage
unbeantwortbar ist. Die Frage ist insofern unsinnig als man sagt:
1) alle
Ereignisse sind Teil von Allem
und dann fragt:
2) welches Ereignis ist
nicht Teil von Allem?
Damit haben wir eine direkte Kontradiktion - also
klassischen Unsinn. Ich nehme an, die Frage kann als abgehakt gelten.
B)"Haben die Dinge eine von der Wahrnehmung unabhängige Existenz?"
Hier hat
hhmöller ausgeführt, daß dies unentscheidbar ist, weil
aus der einzigen
Prämisse, die uns als unumstößliche Sicherheit gegeben ist: "Ich nehme etwas
wahr", nichts weiteres mit Sicherheit folgern läßt. Jeder weitere Schritt
fordert quasi ein zusätzliches Axiom: z.B.
"Es existieren Dinge, die von der
Wahrnehmung unabhängig sind."
Aus meiner Sicht ist auch diese Frage geklärt.
Stellt sich nur noch eine weitere: worüber diskutieren wir dann eigentlich in
dem anderen Thread "Ist alles Bewußtsein?". :-)
Zu: "warum fließt die
Zeit?"
Vielleicht wäre vorab eine Verständigung darüber, was wir unter Zeit
verstehen, sinnvoll.
z.B: Zeit ist das Maß für die Veränderung von Zuständen.
Findet eine Zustandsveränderung statt, fließt die Zeit. Findet keine statt,
steht sie eben.
Die Frage könnte dann so umformuliert werden: warum verändert
sich die Welt ?
Grüße,
hel
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von
louisquinze am 09. Feb. 2006, 22:07 Uhr
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@hel
Also einen größeren Unsinn als Ihre Zusammenfassung hier kann man ja
beinahe nicht mehr zusammenreden. Ihre vollkomme Unkenntnis der abendländischen
Philosophietradition wird zudem deutlich.
Es ist schon dargelegt worden,
daß eine letzte Ursache nicht mehr in der Reihe empirischer Ursachen stehen
kann, da diese alle als kontingent anzusehen sind.
Soll aber das Ganze als
das Absolute aufgefaßt werden, erhält man ein pantheistisches System.
Will
man alles als unverursacht ansehen, müßte man etwas behaupten, das in der
gesamten menschlichen Erfahrung keinerlei Begründung erfahren könnte, das keinen
Sitz im Leben hat.
Der von mir als widersinnig entlarvte Solipsismusspuk
hat ja nun glücklicherweise hier ein Ende.
Und, die Frage, "Was ist
Zeit?" ist eine metaphysische. [cheesy]
Im übrigen beantworten Sie hier
nicht die Frage: "Gibt es sinnlose philosophische Fragen?" sondern: "Ist diese
oder jene Frage sinnlos?" Die erstere läuft nämlich nämlich auf die Frage
hinaus: "Was ist eine sinnlose philosophische Frage?" Eine Frage nach dem Wesen
der Frage also! Also eine metaphysische! Wie anderswo dargelegt![cheesy]
Nun hel, wir sehen, Sie sind nicht recht begabt als Diskussionspartner
Eberhards.
I am sorry to say that!
Lq
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von hel am 09.
Feb. 2006, 22:47 Uhr
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@louisqinze
on 02/09/06 um 22:07:00, louisquinze wrote:....
Also einen
größeren Unsinn als Ihre Zusammenfassung hier kann man ja beinahe nicht mehr
zusammenreden. Ihre vollkomme Unkenntnis der abendländischen
Philosophietradition wird zudem deutlich.
Nun, nach Lektüre einiger
ihrer Postings, stimmt mich mich dieses Urteil hoffnungsfroh, auf dem rechten
Wege zu philosophischer Erkenntnis zu sein.
Quote:Und, die Frage,
"Was ist Zeit?" ist eine metaphysische. [cheesy]
Also eine
unsinnige? Aber Louis, das wollen wir ja gerade herausfinden. Und Sie sagen das
einfach so. Begründen Metaphysiker ihre Urteile nie?
Quote:Im übrigen
beantworten Sie hier nicht die Frage: "Gibt es sinnlose philosophische Fragen?"
sondern: "Ist diese oder jene Frage sinnlos?"
Metaphysiker und
Logik! Wenn Sie mich fragen, ob es einen schwarzen Schwan gibt, und ich bringe
Ihnen einen solchen: dann ist ihre Frage doch beantwortet.
Quote:Die
erstere läuft nämlich nämlich auf die Frage hinaus: "Was ist eine sinnlose
philosophische Frage?" Eine Frage nach dem Wesen der Frage also! Also eine
metaphysische! Wie anderswo dargelegt!
Was wir unter sinnlosen
Fragen zu verstehen, haben Eberhard und auch ich längst kurz dargelegt. Ein
Metaphysiker sieht natürlich überall eine Frage nach irgendeinem Wesen, wo eine
kurze Definition ausreicht.
Quote:Nun hel, wir sehen, Sie sind nicht
recht begabt als Diskussionspartner Eberhards.
Nun Louisquinze, wir
sehen, sie sind ein echter Metaphysiker von Heideggerschem oder gar Hegelschem
Schrot und Korn.
Grüße,
hel
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von
louisquinze am 09. Feb. 2006, 23:47 Uhr
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Grüß Sie Hel,
Das letztere Hel, das letztere! Hegel muß es sein!
Das mit dem Schwan finde ich übrigens gut!
Trotzdem, die Frage... [cheesy]
salut
Lq
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von Joy am 10.
Feb. 2006, 10:42 Uhr
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on 02/09/06 um 23:47:43, louisquinze wrote:Grüß Sie Hel,
Das letztere
Hel, das letztere! Hegel muß es sein!
Das mit dem Schwan finde ich
übrigens gut!
Trotzdem, die Frage... [cheesy]
salut
Lq
Und was sagt denn Hegel als Quintessenz seiner Erkenntis? Doch nichts
anderes als "Alle Wirklichkeit ist im Geiste". Nun mußt Du nur noch für Dich
selbst herausfinden und erkennen, ob Du Geist oder Fleisch bist. Wobei natürlich
"Fleisch" letztlich nichts anderes als Geist selbst ist... ;-)
Die
Unterscheidung ist immer nur begrifflicher Natur, und so bist Du das Gute und
Böse selbst in Einem. Deine eigene Unterscheidung, Deine eigene Urteilung, die
allein hast Du zu überwinden, in dem Du die Unterschiede in Dir selbst wieder
vereinst. Für Vereinen gibt es ein wunderbares Wort, welches das hervorgehoben
über alle Unterschiede hinaus bezeichnet: LIEBE. In ihr erschliesst sich Dir der
Urgrund allen Seins, der du selbst bist. Sie zu verleugnen, heißt Dich selbst zu
verleugnen und Dich selbst zu verleugnen ist die Quelle allen Leidens dieser von
Dir erfahrenen und wahrgenommenen Welt, deren Messias Du schlussendlich ganz
allein selbst bist.
Gruß
Joy
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von
louisquinze am 10. Feb. 2006, 11:47 Uhr
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Also Joy, nun betätigen Sie sich hier nicht noch als Hegelexeget. Das würde
Ihnen übel bekommen.
salut
Lq
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von Eberhard
am 10. Feb. 2006, 17:58 Uhr
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Es ist schlimm, wenn Leute, denen erklärtermaßen das logisch-begriffliche Denken
zuwider ist, trotzdem weiter reden und mit Begriffen um sich schmeißen. Da tut
einem jeder Satz weh. Und leider finden diese Leute immer ein Stichwort, von dem
sie zu ihren Weisheiten überleiten können, auch wenn von etwas ganz anderem die
Rede ist.
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von Joy am 10.
Feb. 2006, 18:41 Uhr
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on 02/10/06 um 11:47:35, louisquinze wrote:Also Joy, nun betätigen Sie sich
hier nicht noch als Hegelexeget. Das würde Ihnen übel bekommen.
salut
Lq
Was willst Du denn nun damit wieder sagen? Dass es nur Dir
vorbehalten ist? Womit willst Du das denn nun wieder begründen?
Gruß
Joy
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von Joy am 10.
Feb. 2006, 18:58 Uhr
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on 02/10/06 um 17:58:48, Eberhard wrote:Es ist schlimm, wenn Leute, denen
erklärtermaßen das logisch-begriffliche Denken zuwider ist, trotzdem weiter
reden und mit Begriffen um sich schmeißen. Da tut einem jeder Satz weh. Und
leider finden diese Leute immer ein Stichwort, von dem sie zu ihren Weisheiten
überleiten können, auch wenn von etwas ganz anderem die Rede ist.
Na, na, lieber Eberhard! Reden ist doch nichts anderes als mit Begriffen
sich verbal auszudrücken oder, wie Du es bevorzugst zu schreiben, mit Worten um
sich zu schmeissen.
Und noch einmal: Mir ist das logisch-begriffliche
Denken nicht zuwider, weshalb auch sollte dies der Fall sein? Aber wir sind doch
hier in einem "Philosophie-Forum". Und wir hatten es doch schon einmal
aufgeklärt, was "Philospohie" denn nun heißt. Philia (= Liebe) + Sophie (=
Weisheit).
Weisheit gründet in lebendiger Selbsterkenntnis, nicht im
logischen Denken. Da ist doch in "Philosophie" nirgendwo die Rede von "Logie".
Wäre dies der Fall, dann, und nur dann, mein Lieber, wäre Deine vorwurfsvolle
Feststellung an dieser Stelle hier zutreffend und angebracht. So bleibt sie aber
nun einmal nur deplaziert.
Gruß
Joy
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von
henrywilhelm am 10. Feb. 2006, 20:00 Uhr
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[quote author=louisquinze link=board=erkenntnis;num=1139383879;start=15#20
date=02/09/06 um 22:07:00]@hel
Also einen größeren Unsinn als Ihre
Zusammenfassung hier kann man ja beinahe nicht mehr zusammenreden. Ihre
vollkomme Unkenntnis der abendländischen Philosophietradition wird zudem
deutlich.
Meta-Äußerung:
Leute, die gegenüber ihren Gesprächspartnern
solch einen Ton anschlagen, untergraben die Basis jeglichen vernünftigen
Gespräches und setzen sich dem Verdacht aus, dass sie bloß an der Lösung ihrer
eigenen psychischen Probleme interessiert sind und nicht an der
g e m e i n
s a m e n Lösung philosophischer Probleme!
Sorry to say that - aber nicht
wirklich.
Ich schlage vor, wer kann und mag, äußere sich zu hels
Vorschlag:
Zu: "warum fließt die Zeit?"
Vielleicht wäre vorab eine
Verständigung darüber, was wir unter Zeit verstehen, sinnvoll.
z.B: Zeit ist
das Maß für die Veränderung von Zuständen. Findet eine Zustandsveränderung
statt, fließt die Zeit. Findet keine statt, steht sie eben.
Die Frage könnte
dann so umformuliert werden: warum verändert sich die Welt ?
Gute Nacht!
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von Eberhard
am 10. Feb. 2006, 21:48 Uhr
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Hallo allerseits,
Meine Formulierung des Diskussionsthemas lautete: Gibt
es sinnlose philosophische Fragen? Ich verstehe das so, dass dazu auch die
Fragen gehören: Welche verschiedenen Arten von sinnlosen Fragen kann man
unterscheiden? und Was ist der Grund dafür, dass die jeweilige Frage sinnlos
ist? Dabei soll das Wort „sinnlos“ alles umfassen, was das Bemühen um ihre
Beantwortung nicht lohnend macht.
Als mögliche Ursachen der
Untauglichkeit von Fragen hatte ich anfangs genannt:
Sind sie in sich
widersprüchlich? Sind sie prinzipiell nicht beantwortbar? Unterstellen sie
etwas, das man nicht unterstellen darf? Gibt es kein Kriterium ihrer Geltung?
Hel hatte folgende Arten sinnloser, untauglicher Fragen unterschieden:
a) unverständliche Fragen (meine enge Auslegung von sinnlos)
b)
prinzipiell unbeantwortbare (z.B. Ursache des Univ.)
Dazu kämen dann noch
c) Nicht eindeutige - vielfach interpretierbare Fragen
d) Fragen nach
Definitionen oder Klassifikationen
Von Harry waren außerdem Fragen
eingebracht worden, die zu Antinomien führen
1) Ist das Weltall unendlich
oder endlich?
2) Ist die Seele teilbar oder unteilbar?
3) Gibt es
Freiheit?
4) Gibt es einen Gott?
Das ist alles erst andiskutiert
worden.
Gegenwärtig geht es um die Frage: Warum fließt die Zeit?
Hel schrieb dazu:
Zeit ist das Maß für die Veränderung von Zuständen. Findet
eine Zustandsveränderung statt, fließt die Zeit. Findet keine statt, steht sie
eben.
Die Frage könnte dann so umformuliert werden: warum verändert sich die
Welt ?
Dazu: Wenn sich nichts verändert, steht die Zeit still. Könnte man
auch sagen, dass es dann die zeitliche Dimension gar nicht gibt? Übrigens könnte
das nicht festgestellt werden, denn etwas aussagen ist schon ein Vorgang, der
Veränderungen vorausssetzt.
Die Frage: Warum verändert sich die Welt?
setzt voraus, dass sich die Welt ändert. Genaugenommen ändert sich die Welt nur
teilweise: manches bleibt auch unverändert. Wenn sich alles ändern würde, gäbe
es wohl auch keine Zeit. Wenn ich anhand des Ortswechsels des Sekundenzeigers
Zeit messen will, dann muss meine Erinnerung an den Ausgangszustand (Zeiger auf
der 12) unverändert bleiben. Um Veränderungen bemerken zu können, muss ich mir
merken können, was gewesen ist.
Die Frage nach der Ursache für die
Veränderung einer bestimmten Sache kann ich erforschen. Aber kann ich auch die
Ursache dafür finden, dass es überhaupt Veränderung gibt? Gibt es einen noch
allgemeineren Satz, aus dem man diesen ableiten kann? Oder kann man nur
konstatieren: Es bleibt nicht alles, wie es jetzt ist. Es gibt Veränderung?
fragt Eberhard.
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von
louisquinze am 10. Feb. 2006, 22:24 Uhr
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@eberhard
Wo holen Sie denn jetzt den Harry her?
@henrywilhelm
Nun,
nun! H.W.!
Sie glauben doch nicht im Ernst, daß ich in meinen philosophischen
Reflexionen auch nur im entferntesten auf die Diskussionsbeiträge hier
angewiesen bin? Da wende ich mich doch lieber an die Geschichte der
abendländischen philosophischen Tradition, die ich immerhin überschauen kann.
Indessen, ich übersehe keine ernstgemeinten, wenn auch mangelhaften Versuche
sich mit philosophischen Fragen zu beschäftigen. Wenn mir allerdings ein Quark,
wie von Joy präsentiert wird, sehe ich mich allerdings veranlaßt ironisch bis
zynisch zu reagieren. Und dies nachdem ich vielfach versucht hatte kritisch zu
antworten.
Leben Sie wohl
Lq
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von Harry_R am
11. Feb. 2006, 00:50 Uhr
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on 02/10/06 um 22:24:09, louisquinze wrote:@eberhard
Wo holen Sie denn
jetzt den Harry her?
Seien Sie mir gegrüßt L15!
Eberhard
holte mich aus dem ersten Thread ;-),
Ich versuchte dort Kants Antinomien als
Antwort auf die Frage ob es denn sinnlose philosophische Fragen gäbe
einzuwenden.
Jedoch bezieht sich der Schluß: "Antworten auf Fragen, die kein
Objekt in der Anschauung liefern sind sinnlose Fragen", schließlich nur auf
erkenntnistheoretische und keine ethischen oder metaphysischen Fragen, der
Einwurf ist somit unvollständig weil nicht allgemein.
Damit konnten wir
zumindest diesen Aspekt einer möglichen Beantwortung ausschließen, da er keine
vollständige Antwort auf die im Thread gestellte Frage bietet.
PS:
@Eberhard: Nachdem ich mittlerweile die Grundlagen der Metaphysik der Sitten
gelesen habe, gibt es auf die Abteibungsentgegnung natürlich eine klare Antwort,
aber sie hilft zur Beantwortung der eigentlichen Frage hier auch nicht unbedingt
weiter [ohwe]
Schöne Grüße,
Harry
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von
louisquinze am 11. Feb. 2006, 09:23 Uhr
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Oh, pardon lieber Harry!
Sehr gut, daß Sie jetzt hier mitmachen. Kant ist
doch eine solide Grundlage!
salut
Lq
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von Harry_R am
11. Feb. 2006, 10:57 Uhr
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on 02/11/06 um 09:23:08, louisquinze wrote:Oh, pardon lieber Harry!
....... Kant ist doch eine solide Grundlage!
salut
Lq
Guten Morgen die Runde!
In der Tat wäre aus meiner (eingeschränkten)
Sichtweise eine mögliche Antort des Themas hier durchaus mit Hilfe Kants zu
finden. Da mir persönlich aber erstens Hegel zweitens die Philosopohie 20. Jhdt
noch fehlt, traue ich mir nicht zu, meine Schlüsse hier auszubreiten, da ich die
Gegenargumente, die es sicher gibt, noch nicht kenne, und daher nur
unvollständig argumentieren könnte.
Nachdem es mich aber gerade "juckt",
versuche ich doch einen Aspekt zur Fragestellung zu liefern, ich hoffe ja allen
hier im Thread geht es mehr um die Antwort auf die gestellte Frage, als um
Absonderung geistiger Ergüsse, die bewundert werden wollen. ;-)
Also, ich
bitte gleich im Voraus um Nachsicht, falls das hier dargestellte, von dem einen
oder anderen Philosophen nach Kant längst widerlegt wurde, es ist mir derzeit
eben noch nicht bekannt.
Der Zusammenhang untenstehender Ausführung mit
dem Thema des Threads ergibt sich am Schluß, ich muß ausholen, um meine
Argumentation ausreichend darzulegen.
Also los.
1) Das Ding an sich
Ich gehe zunächst von einem "Ding an sich" aus, nichts Neues, man kennt es. Oder
besser: Man nimmt an es zu kennen, oder noch besser glaubte es zu erkennen. Nun
hat uns aber Kant hinreichend dargestellt, dass wir lediglich eine Vorstellung
eines Dinges an sich erkennen können, mithin das betrachtete Ding affiziert
gewisse Empfindungen, auf Grund derer unser Verstand die Vorstellung des Dinges
aus a priori vorhandenen Begriffen und Schlüssen, sogar gemachten Erfahrungen
synthetisiert. Wir finden hier auch Schopenhauers Welt als Vorstellung wieder.
Hier gilt es auch gleich das Mißverständnis auszuräumen, warum ein Objekt erst
durch das beobachtende Subjekt zu existieren beginnt, also das Objekt ein
Subjekt die synthetische Anschauung darstellt und nicht wie fälschlich oft
angenommen das Ding an sich.
Nun die Crux der Sache. Wir können lediglich
Fragen zu unserem Objekt in der Anschauung stellen, nicht zum Ding an sich, weil
wir es nicht erkennen können.
2) Das Ding an sich wird nicht erkannt -
Ein Beispiel
Ein kleines Beispiel, das zwar falsch aufgezäumt ist, aber den
Sachverhalt bildlich darstellt:
Ich betrachte, sagen wir, einen Sessel (ja
genau man erinnert sich, auch Platon hatte den Sachverhalt erkannt und den
Sessel als Beispiel genommen).
In meinem Verstand synthetisiere ich nun alle
passenden Begriffe usw. zu meiner Anschuung zusammen, und erkenne einen Sessel.
Aber: Ich erkenne nicht DEN Sessel. Denn DIESER Sessel besteht aus Atomen, die
ich nicht erkennen kann, ich sehe nur das Esemble der Atome, weil meine Sensorik
ungenau ist.
Gesetzt ich erdenke mir Augen, die eine so hohe Auflösung haben,
dass ich die Atome erkenne. Nun sehe ich, dass die Elektronenhülle einen Kern
umgibt.
Also bessere Augen: Ich erkenne, heisenbergsche Unschärferelation
jetzt vernachlässigt (obwohl man schon an dieser Stelle einhaken könnte),
nunmehr Elektronen und Kern. Im nächsten Schritt die Quarks in den Protonen und
Neutronen.
Nun möge man denken, das Ding sei erkannt. ist es aber nicht, denn
mag ich auch alle Materie in dem Ding an sich erkennen, so sehe ich noch immer
nicht die Wirkungen innerhalb des Dings, warum es zusammenhält.
Ich brauche
also noch einen Sensor, der die elektromagnetischen Kräfte erkennt, der die
starke Wechselwirkung im Kern erkennt usw.
Folglich brauche ich eine Sensorik
die Materie, Ursache und Wirkung im Ding an sich erkennt.
Dies kann man nun
im Gedankenexperiment nur einem Wesen zuschreiben, dem ich persönlich nicht
wohlgesonnen bin, aber hier dann doch auftritt, nämlich Gott. Wir Menschen sind
es nicht, also können wir getrost sagen, wir können über das Ding an sich nichts
aussagen. Nichteinmal die Farbe, da es keine hat, es ist lediglich das
Reflexionsvermögen von Photonen bestimmter Wellenlänge.
3) Ist eine Frage
sinnvoll, wenn eine Antwort unmöglich ist?
Wir kommen zurück zum Thema.
Ich kann also über ein Ding an sich, mangels Kenntnis desselben keine Antworten
finden. Wenn ich mir nun eine Frage dazu stelle, deren ich gewiß bin, dass ich
aus obrigen Grunde keine Antwort finden werde, ist diese dann sinnvoll?
Ich
behaupte: Nein, und komme zum Schluß:
Philosophische Fragen, die sich auf
ein Ding an sich beziehen, sind auf Grund der Unbeantwortbarkeit sinnlos.
Kleiner Nachtrag zur Zeit:
Laut Kants transzendentaler Ästhetik ist ja
Zeit der innere Sinn, also Teil unserer Anschauung, welche aber nicht im Ding an
sich enthalten ist, also kein Attribut eines Dinges. Wir erkennen ja, dass wir
die Zeit an sich niemals erkennen können, sondern nur die vermeintliche Wirkung
derselben, da wir sie in unser Objekt der Anschauung hineinlegen.
Zur Zeit an
sich können wir also keine sinnvolle Frage stellen, lediglich zu einer Wirkung
derselben.
Warum fließt Zeit (=Wirkung der Zeit), ist also eine zu
beantwortende Frage, weil Zeit eben deshalb fließt, weil unser Verstand sie in
unserer Anschauung fließen läßt, um durch dessen Wirkung eine Erkenntnis zu
gewinnen.
Aber, wie gesagt mir fehlen zur vollständigen Argumentation
noch knapp 200 Jahre [undecided]
Edit: Man könnte eben also die
Regel:
Philosophische Fragen, die keine Antwort ermöglichen, sind sinnlose
Fragen
als Ja/Nein- Werkzeug auf jede Frage anwenden, um so die
Sinnhaftigkeit der gestellten Frage zu prüfen. Zur Beantwortung sei die Vernunft
gefordert. Ist sie möglich, war es eine sinnvolle, ist sie nicht möglich, so war
es eine sinnlose Frage. Von vornherein wird es wohl schwierig sein, dies zu
beurteilen, also muß man den Schlüssel anwenden.
Alle Fragen, die im
Thread gestellt wurden, könnte man demgemäß prüfen, aber letztlich sollte es ja
um eine allgemeine Regel hier gehen, die zu finden ist, und nicht um die
Erörterung von Einzelfragen.
Schöne Grüße, Harry
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von jonny_W.
am 11. Feb. 2006, 12:02 Uhr
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"Das Ding an sich" [cheesy] hätte nie "Ding an sich genannt werden dürfen, denn
es ist kein Ding an sich, ja es IST nicht einmal und schon gar kein "Ding".
Vielleicht hätte man es "Das Unnennbare" nennen sollen. [spin]
Besser noch:
Das worüber nicht geredet und nicht geschrieben werden darf. Ich nenns mal [sun]
[sun] sagt Kant affiziert den Verstand. Auch das hätte er nicht sagen
dürfen. Oder kann sich einer von euch unter dem Vorgang "affizieren" was
vorstellen? Falls ja, kann ich ich ihm hiermit versichern daß seine
diesbezügliche Vorstellung eine falsche ist.
[sun] ist nicht Ursache der
Vorstellung!!! Zwischen [sun] und der Welt der Vorstellung besteht (laut Kant!)
kein Kausalverhältniss.
Nun schreibt Harry unter 2. einiges worauf zu
antworten wäre, was ich aber euch zuliebe unterlasse.
Außer: ein Sessel
besteht nicht aus Atomen. Ein Sessel kann theoretisch in Atome zerlegt werden.
(das ist aber nicht einfach [grin])
Desweiteren bestehen Atome nicht aus
Elementarteilchen, können aber in selbige zerlegt werden (was noch etwas
schwieriger ist)
Noch weniger bestehen Protonen aus Quarks....und können auch
gar nicht in selbige zerlegt werden.
usw, usw...
ich fürchte ich bin
mal wieder komplett am Thema vorbeigeschrammt
jonny
p.s.: Gibt es
sinnvolle philosophische Fragen?
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von Harry_R am
11. Feb. 2006, 12:23 Uhr
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on 02/11/06 um 12:02:07, jonny_W. wrote:"
Noch weniger bestehen Protonen
aus Quarks....und können auch gar nicht in selbige zerlegt werden.
usw,
usw...
Nunja, nicht in einzelne, da sich einsame Quarks aus dem
Diracsee gleich einen Partner schnappen ;-). Aber Du hast recht, gehört nicht
hierher, zumal wir über ein Quark an sich ja nichts sagen können. (Ist ja
letztlich nur ein Name für die Zusammenfassung bestimmter Wirkungen)
on 02/11/06 um 12:02:07, jonny_W. wrote:"
p.s.: Gibt es sinnvolle
philosophische Fragen?
Hm. Warum nicht alle jene, die eine
Beantwortung mit inkludierter Erkenntnis erlauben?
Schöne Grüße, Harry
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von jonny_W.
am 11. Feb. 2006, 12:39 Uhr
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IMHO gibt es nur eine einzige sinnvolle philosophische Frage. Und die hab ich
bereits gestellt. Dies ist die Antwort auf sie.
jonny
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von wosi am
11. Feb. 2006, 14:31 Uhr
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Hallo !
Zu Joy :
Joy (Antw.27) : < Weisheit gründet in lebendiger
Selbsterkenntnis, nicht im logischen Denken. >
Das mag im Feuerwerk eines
logischen Kurzschlusses,wenn
also die Selbstwahrnehmung die Selbsterkenntnis
ersetzt,so erscheinen,die Einbildung,man sei ein Gott und damit
Quell aller
Weisheit.
Hilfreich die Natur mit Fliegenpilz und Hanf.
Der Wähnende kann
getrost darauf verzichten und zaubert mit geheimnisvollen
Gedanken,Schafgarbenstengel oder Deutung der Sternbilder zwar keine
Weisheit,aber so wenigstens einige Weisungen hervor und wähnt so die Weisheit
werkelnd.Der Phantasie zum Mittel sind keinerlei Grenzen gesetzt.Eine uralte
Geschichte,eine Geschichte menschlicher Kultur,Fortpflanzung und deren Bedingung
mit eingeschlossen.
Darin besteht der Selbstbetrug,die Weisheit der
Götter als esoterische Weisung zu nehmen.
Besteht nicht das Programm der
Freunde zur Weisheit gerade darin,der Götter Weisheit zu lieben,zu ersehnen und
mit geschickt gestellten Fragen und folgerichtigem Denken sich dieser
Weisheit,was bei so vielen Göttern nicht nur eine Weisheit sein kann,zu nähern ?
Natürlich müssen diese Freunde,so fortgeschritten die Emanzipation von den
Göttern auch sein mag,weiterhin ein Opfer bringen.
Sie müssen logisch
denken.
Lebendig denkt der Mensch,die fixen Standpunkte beachtend und
betrachtend,neue Standpunkte suchend,in kritischer Abwägung bestehender und
gefundener Antworten.Dabei sich nicht widersprechend findet er den Widerspruch.
Weisheit gehört zum Mythos.Die Weisheit des Einen ist unaussprechlich.Die
Toren bemühen sich darum.
Den Göttern die Weisheit,den Menschen das
Wissen.
Darauf,ob denn die Sinne oder die Wahrnehmungen täuschen,sind Sie
um eine Antwort verlegen.Schon vergessen ?
Joy (Antw.27) : < Da ist doch
in "Philosophie" nirgendwo die Rede von "Logie". >
Das besorgt die
Philologie.Den Altphilologen verdanken wir die Klärung wichtiger Begriffe.Ohne
Begriffe keine Philosophie.Das muß man begreifen.
Zu welchem Wissen gelangen
Sie ohne den ordentlichen Sprachgebrauch,ohne ein ordentliches Sprachverständnis
?
Zu Eberhard (Antw.27) : < Und leider finden diese Leute immer ein
Stichwort, von dem sie zu ihren Weisheiten überleiten können, auch wenn von
etwas ganz anderem die Rede ist. >
Nicht Weisheit,sondern Geschwätz,denn
die Weisheit wäre zu erweisen,z.Bsp.in dem,was in allem mächtig ist.
Zum Thema :
Das Thema lautet : < Gibt es sinnlose philosophische Fragen ?
>
Im Wissenwollen der menschlichen Person besteht der Sinn einer
philosophischen Frage.
Man kann also sagen,wenn es überhaupt philosophische
Fragen gibt,dann zielen sie auf ein gewolltes Wissen.Ob es ein solches Wissen
gibt oder wenigstens dessen Möglichkeit zugestanden werden muß,ist eine
philosophische Frage.Somit gibt es mindestens eine philosophische Frage ,deren
Sinn darin besteht,dem Wissenwollen einer menschlichen Person Ausdruck zu
verleihen.
In der Ignoranz des Wissenwollens kann der Fragende eine
philosophische Frage dem Sinn nach verfehlen.Wer diese Kunst beherrscht,stellt
sinnlos philosophische Fragen.
Darum meine Antwort :
Es gibt keine
sinnlose philosophische Frage,denn es ist der Mensch,der fragt.
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von WuWei am
11. Feb. 2006, 19:26 Uhr
--------------------------------------------------------------------------------
Hallo Jonny,
[/i]
"Das Ding an sich" [cheesy] hätte nie "Ding an sich
genannt werden dürfen, denn es ist kein Ding an sich, ja es IST nicht einmal und
schon gar kein "Ding".
Vielleicht hätte man es "Das Unnennbare" nennen
sollen. [spin]
Besser noch: Das worüber nicht geredet und nicht geschrieben
werden darf. Ich nenns mal [sun]
[sun] sagt Kant affiziert den Verstand.
Auch das hätte er nicht sagen dürfen. Oder kann sich einer von euch unter dem
Vorgang "affizieren" was vorstellen? Falls ja, kann ich ich ihm hiermit
versichern daß seine diesbezügliche Vorstellung eine falsche ist.
[sun] ist
nicht Ursache der Vorstellung!!! Zwischen [sun] und der Welt der Vorstellung
besteht (laut Kant!) kein Kausalverhältniss.
[i]
Eben. Volle
Zustimmung.
[/i]
Nun schreibt Harry unter 2. einiges worauf zu
antworten wäre, was ich aber euch zuliebe unterlasse.
Außer: ein Sessel
besteht nicht aus Atomen. Ein Sessel kann theoretisch in Atome zerlegt werden.
(das ist aber nicht einfach [grin])
Desweiteren bestehen Atome nicht aus
Elementarteilchen, können aber in selbige zerlegt werden (was noch etwas
schwieriger ist)
[i]
Das ist ein ziemlich lustiger Irrtum, der hier
meist begangen wird. Ich frage: woraus "besteht" etwas, teile es und glaube, dem
Wesen der Sache näher gekommen zu sein. Dabei habe ich lediglich die Form
verkleinert, verändert, bin aber seiner Substanz/seinem Wesen nicht einen
Schritt näher gekommen.
Woraus besteht ein Apfel? Aufschneiden. Und nun?
Zwei Apfelhälften. Und nun, woraus bestehen die? So komme ich bis zu Zellen,
Molekülen, Atomen, und bin doch dem "bestehen aus" kein bißchen näher gerückt.
Weil sich bei allem, was ich teile und zerkleinere die Frage nach der Substanz
immer neu stellt und sich das Problem nur verschiebt.
Grüße,
WuWei
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von
louisquinze am 11. Feb. 2006, 19:59 Uhr
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Grüß' Sie Harry,
endlich wieder Philosophie auf diesem Forum!
Ihnen fehlen also noch zweihundert Jahre?
Und das sollen wir Ihnen jetzt
glauben? [cheesy]
Ich bin hier mal, es war glaube ich, in Wahrheit VII,
VIII oder IX (@eberhard [smiley=rose.gif]) von einem Kantianer angepfiffen
worden, weil ich behauptet hatte der Begriff des Dings an sich enthielte einen
Widerspruch, da man von ihm Identität, Substantialität und Kausalrelation
aussagen müsse. Ebenso auch Kant selbst (die Möglichkeit einer Metaphysik beruht
natürlich wesentlich auf der universellen Anwendbarkeit der Kausalrelation).
Es ist natürlich bei allen Grenzbegriffen schwierig sie zu denken. Auch etwa
bei der prote hyle (ersten Materie) des Aristoteles.
Also, um auf Kant
zurückzukommen, wenn man den Begriff des Dings an sich befragt, kommt man zwar
zu einem kritischen Grenzbegriff, muß aber m.E. die erkenntnismäßige
(möglicherweise asymptotische) Annäherung daran zulassen. Heraus kommt dann ein
kritischer Realismus.
salut
Lq
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von Harry_R am
11. Feb. 2006, 21:30 Uhr
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Guten Abend L15 und die Runde!
ja, mehr noch als 200 Jahre, da sind noch
jede Menge Lücken, aber mehr darf ich nach gerade mal 6 Monaten Beschäftigung
mit Philosophie auch nicht erwarten ;-).
@WuWei: Genau. Man teile den
Apfel ins unendliche, dennoch kann man das Ding an sich nicht erkennen. Das
Beispiel stolpert natürlich ein wenig, da ich ja versuche ein Ding an sich in
die Anschauung zu setzen. Nun sind eben neben der Materie auch die Kräfte, die
das Ding an sich zusammenhalten müssen Teil des Dinges selbst, die auch wiederum
erkannt werden müssen usw.
Nunja, und zu guter Letzt bleibt ja noch die
Heisenberg- Keule, die ja nur angedeutet war. Spätestens hier ist die notwendige
Grenze der Erkenntnis in der Anschauung erreicht, ich kann also ab hier nurmehr
Wirkungen beschreiben, egal wie fein auch mein "Betrachtungsinstrument" gedacht
werden kann.
@wosi: "Es gibt keine sinnlose philosophische Frage,denn es
ist der Mensch,der fragt. "
Hmm. das meinst Du aber nicht ernst? Das
würde ja bedeuten, dass eine Frage schon allein dadurch sinnvoll ist, indem man
sie nur stellt. Hmm, worin liegt der Sinn der Frage: "Wie naß ist ein Meter?",
die ja offensichtlich absurd und sinnleer ist.
Ich glaube du hast Deinen
Schluß aus dem als (für mich) richtig nachvollziehbaren Absatz darüber in zu
großer Eile gezogen.
@louisquinze : Ich konnte heute an der Freude
Kants teilhaben, die er fast überschwenglich in der Kritik der praktischen
Vernunft verbreitet, weil es ihm gelungen ist, die Freiheit indirekt
nachzuweisen, was ihm ja in der Kritik der reinen Vernunft noch verwehrt
geblieben ist, indem er die Freiheit als Bestimmungsgrund der praktischen
Vernunft deduzieren konnte, und aus diesem Verhältnis noch die Kategorie der
Kausalität als a priori vorhanden ebenso indirekt nachgewiesen hat. (nachzulesen
in der Kritik der praktischen Vernunft, Analytik, erstes Hauptstück, von der
Deduktion der Grundsätze). Hier wird Kant fast emotional [cheesy]
@
die ganze runde: Was ist nun mit der Regel: Philosophische Fragen, die keine
Antwort ermöglichen, sind sinnlose Fragen.
Haben wir damit einen
universalen, nicht generellen, Schlüssel für unser Problem gefunden, der auf
alle möglichen Fragen angewandt werden kann, oder nicht?
Edit: Und ja,
ich betrachte die Philosophie als Wissenschaft die Fragen beantworten soll, oder
deren Unbeantwortbarkeit feststellt. Ich halte die Philosophie nicht für einen
Selbstzweck, indem man nur um der vermeintlichen Philosophie willen
"herumschwurbelt" [saint]
Schöne Grüße, Harry
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von jonny_W.
am 11. Feb. 2006, 21:53 Uhr
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IMHO ist Philosophie das Symptom einer Krankheit genannt Denken zur falschen
Zeit am falschen Ort.
Diese Krankheit kann nur dadurch geheilt werden, daß
man es ihr gestattet sich auszutoben. Sie ist ihre eigene Medizin. Wir sind also
alle auf dem Weg zur Genesung.
Heute schon mal nicht gedacht?
jonny
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von Harry_R am
11. Feb. 2006, 22:55 Uhr
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on 02/11/06 um 21:30:25, Harry_R wrote:Guten Abend L15 und die Runde!
@ die ganze runde: Was ist nun mit der Regel: Philosophische Fragen, die
keine Antwort ermöglichen, sind sinnlose Fragen.
Haben wir damit einen
universalen, nicht generellen, Schlüssel für unser Problem gefunden, der auf
alle möglichen Fragen angewandt werden kann, oder nicht?
Ich
möchte hier noch etwas nachwerfen [sly]
Wenn obige Regel gilt, so kann man
erkennen, dass es sinnlose und sinnvolle Fragen gibt, weil manche Fragen
Antworten erlauben, manche aber nicht.
Eberhard stellte nun die Zusatzfrage:
Welche verschiedenen Arten von sinnlosen Fragen kann man unterscheiden? und Was
ist der Grund dafür, dass die jeweilige Frage sinnlos ist? Dabei soll das Wort
„sinnlos“ alles umfassen, was das Bemühen um ihre Beantwortung nicht lohnend
macht.
Auch hier sollte man wieder nach einer Allgemeinregel fahnden,
und nicht an Hand unzähliger verschiedener Beispiele in der Weite der Fragerei
verlieren.
Kurz, weil spät:
Ziel einer sinnvollen Frage ist also laut
obiger Regel eine Antwort. Wird keine gefunden, war es eine sinnlose Frage. Das
war es auch schon, wir sind wiederum bei unserem Schlüssel gelandet, denn:
- es gibt nur eine sinnlose Art von Fragen, nämlich jene, die keine Antwort
ermöglichen.
- Der Grund dafür dass eine Frage sinnlos ist, ist jener, da
keine Antwort gefunden worden ist.
- Eine Frage, die nun eine sinnlose
Antwort liefert, ist nur im Ergebnis sinnlos, weil die Antwort keine Erkenntnis
liefert, dennoch ist laut der Allgemeinregel konsequenterweise die Frage
sinnvoll, weil sie eine, die Frage abschließende, Antwort liefert, selbst wenn
diese sinnlos ist.
Zur Erläuterung: Dies sind Fragen, die sich in der
Kette der Bedingungen bis zum Unbedingten fortsetzen lassen, sich dann aber doch
keine unwidersprechliche Antwort darin finden läßt (z.B die von mir
ausgeliehenen Antinomien in Thread 1).
Edit: Damit widerspreche ich mir
selbst zu thread 1, indem ich behauptete sinnlose Fragen, sind Fragen, deren
Antworten keinen Erkenntnisgewinn erzielen. DAss sie nciht widerspruchsfrei
beantwortbar sind, ist aber eben schon wieder eine Erkenntnis.
Sinnlose
Fragen hingegen erreichen dieses Unbedingte erst gar nicht, und ergeben somit
keine Antwort, da die Reiehe der Bedingungen, oder klarer, die Reihe der
auslösenden Fragen nie zu Ende ist.
Edit: Jetzt vergaß ich doch gar das
Fazit:
Angenommen die Regel Philosophische Fragen, die keine Antwort
ermöglichen, sind sinnlose Fragen. ist gültig, bietet sie also nicht nur die
Antworten sinnvoll/sinnlos sondern gleich auch die Möglichkeit der
Kategorisierung sinnvoller und sinnloser Fragen.
N8, Harry
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von
louisquinze am 11. Feb. 2006, 23:14 Uhr
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"Philosophische Fragen, die keine Antwort ermöglichen, sind sinnlose Fragen."
Welches von beiden?
Fragen die eine Antwort ermöglichen? oder auf die es
eine Antwort gibt?
Fragen die vernünftig gestellt sind können doch immer
eine Antwort erhalten. Also sind sinnlose Fragen solche die falsch gestellt
sind! D.h. sinnlose Fragen sind solche die sinnlos gestellt sind!
Mir
scheint Ihre These ist eine Tautologie !?
salut
Lq
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von Harry_R am
11. Feb. 2006, 23:26 Uhr
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Guten Abend LXV!
Nun reißen Sie mich doch noch einmal hin, dabei wollte ich
für heute schon Schluß machen ;-).
Auf den ersten Blick eine Tautologie,
einverstanden.
Auf den zweiten: Fragen die keine Antwort ergeben sind
sinnlose Fragen, lautet die These.
Nun gibt es Fragen, die sinnlose Antworten
ergeben, dennoch sinnvolle Fragen sind (siehe mein voriges Posting.)
Und: Es
gibt vernünftig gestellte Fragen, die keine Antwort ergeben, wie die meisten
"Warum"- Fragen, die wohl zulässig, aber meist sinnlos sind nach meiner These.
Ein Beispiel: Warum existiert etwas? Dies ist eine vernünftig gestellte Frage,
die die Hoffnung auf eine Antwort zuläßt. Die Antwort läßt sich allerdings nicht
finden. (ohne Gott- Keule) Demzufolge ist sie sinnlos.
In der Physik konnte
ich das bereits einsehen, dass dem so ist, z.B Warum geht dieses eine Photon
nicht durch den halbdurchlässigen Spiegel, wenn von 1000 doch 500, also 50%
durchkommen.
Ebenfalls eine vernünftig gestellte Frage, die allerdings keine
Antwort zuläßt, demzufolge also sinnlos ist. (Bellsche Ungleichung natürlich
vorausgesetzt, die nachweist, dass es keine versteckten Eigenschaften gibt).
Ich denke, in der Philosophie muß man sich ebenso mit dem Gedanken von
sinnlosen Fragen abfinden.
Übrigens Fragen wie "Wie naß ist ein Meter?",
nenne ich absurd, nicht sinnlos, weil hier schon die Fragestellung nicht
vernünftig ist, und auf keine antwort hoffen läßt, also der Schlüssel gar nicht
erst angewandt werden muß.
Schöne Grüße, harry
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von
louisquinze am 12. Feb. 2006, 08:41 Uhr
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Oooooooh Harry! [shocked]
Schaaaade! Die Diskussion kommt hier an ihr
Ende glaube ich [cry]. "Was ist? Fragen" sind doch nicht sinnlos?! Und, die
kontingente Erfahrungswelt braucht doch eine in sich ruhende absolute Ursache.
Das ist die These der klassischen Metaphysik. Abbrechen läßt sich dieses Fragen
nur durch ein sog. Sinnkriterium. Dieses ist aber, wie vielfach gezeigt wurde
(u.a. vom analytisch orientierten Stegmüller) ein reiner Glaubenssatz.
Apropos Fragen. Fragen läßt sich doch nach allem. Insofern gibt es auch keine
sinnlosen Fragen. Die Frage: "Wie naß ist ein Meter?" läßt sich doch sinnvoll
beantworten, nämlich dahingehend, daß man erläutert wonach und wie hier gefragt
wird. Etwa: Ein Meter ist ein ideales Seiendes, welches seiner Natur nach keine
physischen Eigenschaften haben kann und somit nicht naß "ist" (!) Eben eine
Seinsaussage.
Da sich Kant um das Sein des Seienden nicht kümmert eröffnet
sich ihm auch nicht der Horizont des Seins indem sich aber alles abspielt.
(hierzu meine Leseempfehlung:
E. Coreth, Grundriß der Metaphysik" 1994)
salut
Lq
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von Harry_R am
12. Feb. 2006, 09:59 Uhr
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Guten Morgen LXV!
Ich fürchte Sie haben recht, für mich ist hier leider
die Diskussion an eine meiner Grenzen gestossen. Mangels (derzeitiger) Kenntnis
von Hegel, Heidegger und anderen, bin ich nicht in der Lage den Gedanken
sinnvoll weiterzuentwickeln. Das Sein ist für mich noch eine Unbekannte, die es
zu erforschen gilt. Dies war ja auch der Grund, warum ich in Thread I
verstummte.
Dennoch Dank für die anregende Diskussion, es war mir ein
Vergnügen. [applause]
Schöne Grüße, Harry
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von jonny_W.
am 12. Feb. 2006, 13:58 Uhr
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"Eberhard stellte nun die Zusatzfrage: Welche verschiedenen Arten von sinnlosen
Fragen kann man unterscheiden? und Was ist der Grund dafür, dass die jeweilige
Frage sinnlos ist? Dabei soll das Wort „sinnlos“ alles umfassen, was das Bemühen
um ihre Beantwortung nicht lohnend macht"
Das kommt daher daß Eberhard
Schubladen, Ablagefächer und seinen Schreibtisch liebt - ich liebe
Streichhölzchen, das ordnet die Dinge in einer ganz anderen Qualität.
jonny
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von
henrywilhelm am 12. Feb. 2006, 16:03 Uhr
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Schönen guten Tag zusammen!
Ich fürchte, „die Zeit“ gehört zu den
schwierigsten philosophischen Themen, aber man kannŽs ja mal versuchen.
Zum Beitrag von Eberhard Vorgestern, 21:48 Uhr
[1] ?Findet eine
Zustandsveränderung statt, fließt die Zeit.
[2] ?Wenn sich nichts verändert,
steht die Zeit still.
[3] ?Wenn sich alles ändern würde, gäbe es wohl auch
keine Zeit.“
Ich meine, die Sätze 1 u. 2 entsprechen unser aller
„Zeitbewusstsein“.
Aber Satz 3 scheint nicht so recht dazu zu passen,
scheint gar Satz 1 zu widersprechen.
Ist Satz 3 (so wie er da steht)
äquivalent mit
Satz 3`: Wenn sich alles ändern würde, könnte ich die
Zeit nicht messen.?
Ich glaube nicht, denn dies sagt etwas über mich,
einen Beobachter. Das tut [3] nicht.
Dieser Satz 3` leuchtet ein, denn er
wird anschaulich begründet durch Eberhards
[4] „Wenn ich anhand des
Ortswechsels des Sekundenzeigers Zeit messen will, dann muss meine Erinnerung an
den Ausgangszustand (Zeiger auf der 12) unverändert bleiben. Um Veränderungen
bemerken zu können, muss ich mir merken können, was gewesen ist.“
Das,
was hier unverändert bleiben muss, ist meine Erinnerung, also ein
Bewusstseinsaspekt (bitte um Gottes Willen nicht zurückfallen in das alte
Thema!) bei mir, dem Beobachter.
Kann man das so fassen:
Um den
„Fluss“ der Zeit „wahrzunehmen“, muss der Beobachter in gewisser Hinsicht (?),
ein „Stück weit“ (?) außerhalb dieses Flusses stehen. ???
Fragt –
tastend -
henrywilhelm
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von wosi am
12. Feb. 2006, 16:36 Uhr
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Hallo !
Zu Harry R. :
Harry R.(Antw.40) : "Wie naß ist ein Meter?“
Sehr naß,wenn er frisch ist.
Die Frage ist nicht sinnlos,denn der
frisch angelieferte Beton in der Mindermenge ein Meter,so der mannschaftliche
Sprachgebrauch auf der Baustelle,ist wirklich naß.Das hat der Beton so an sich
und zur Kontrolle wird der Wassergehalt ermittelt.
Harry R.(Antw.40)
: < Hmm. das meinst Du aber nicht ernst? >
Doch,doch,denn die Frage
lautet :
< Gibt es sinnlose philosophische Fragen? >.
Es geht also
um Fragen,die sich als sinnlos erweisen u n d in philosophischer Absicht
gestellt sein müssen.
Ob sich in Abhängigkeit eines philosophischen
Standpunktes philosophische Fragen aus der Sicht eines anderen Standpunktes als
sinnlos erweisen,ist hier nicht gefragt,sondern allgemein,ob es sinnlose
philosophische Fragen gibt,was ich verneine.
Ihre Frage,wie naß denn ein
Meter sei,ist keine philosophische Frage,denn ein Meter bezeichnet im korrekten
Sprachgebrauch eine Maßeinheit,im besonderen Sprachgebrauch,wenn auch nicht
normgerecht,eben einen Kubikmeter Beton,womit also bestenfalls ein
technisches,nicht ein philosophisches Problem zur Sprache kommt.
<
Philosophische Fragen, die keine Antwort ermöglichen, sind sinnlose Fragen. >
Das wäre doch sehr voreilig.Vielleicht gibt es Gründe dafür,weswegen keine
Antwort möglich ist und die sollte man nicht übersehen,sondern in einer
verfeinerten Fragestellung berücksichtigen.Findet man nämlich einen Grund,dann
kann die ursprüngliche Frage doch nicht sinnlos genannt werden,ganz im Gegenteil
ist sie eine ausgezeichnete Frage und Anlaß zu einer möglichen Problemlösung.
Der Mathematiker wird darin geschult und gerade die Bedingungen möglicher
und nicht möglicher Antworten einer genauen Betrachtung unterziehen,denn den
Anwender interessiert oftmals der Fall,in dem keine Entscheidungen wegen
fehlender Antworten möglich sind.Die sind von besonderer ökonomischer Bedeutung.
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von Harry_R am
12. Feb. 2006, 16:58 Uhr
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on 02/12/06 um 16:36:09, wosi wrote:Hallo !
< Philosophische Fragen,
die keine Antwort ermöglichen, sind sinnlose Fragen. >
Das wäre doch sehr
voreilig.Vielleicht gibt es Gründe dafür,weswegen keine Antwort möglich ist und
die sollte man nicht übersehen,sondern in einer verfeinerten Fragestellung
berücksichtigen.Findet man nämlich einen Grund,dann kann die ursprüngliche Frage
doch nicht sinnlos genannt werden,ganz im Gegenteil ist sie eine ausgezeichnete
Frage und Anlaß zu einer möglichen Problemlösung.
Ja, das
überzeugt tatsächlich. Wenn man die Gründe, weshalb es keine Antwort auf die
gestellte Frage geben kann, erkennt, ist die Frage selbst nicht sinnlos, weil
sie auch ohne Antwort, nur durch die Behandlung derselben sogar Erkenntnis
ermöglicht.
Nunja, es wäre ja auch zu einfach gewesen ;-)
Schöne
Grüße, Harry
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von
louisquinze am 12. Feb. 2006, 17:49 Uhr
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Hallo Harry,
jetzt habe ich aber einen Schreck bekommen! [shocked] Ich
dachte schon Sie wollten tatsächlich hier aufgeben. Meine Bemerkungen zielten
auch nicht gerade auf Heidegger. Aber Ihre Argumentation schien mir in Richtung
Positivismus zu gehen. Wenn ich natürlich ein Sinn- (besser:
Abgrenzungs-)kriterium einführe kann ich alles mögliche eben per definitionem
ein- oder ausschließen. Wenn also einer definitorisch metaphysisches Fragen
ausschließt, dann ja dann, endet eine Diskussion über diese Fragen (das tuen
m.E. Carnap u. Konsorten) So weit waren wir aber noch garnicht!
Aber
bleiben wir doch bei den Fragen.
Welche Fragen sind jetzt Ihrer Meinung nach
sinnlos?
Die bisher genannten habe ich ja nicht als solche anerkannt.
Ich sage mal kühn: Jede Frage die den Regeln der Grammatik entspricht ist
sinnvoll!
salut
Lq
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von WuWei am
12. Feb. 2006, 18:11 Uhr
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Hallo henrywilhelm,
[/i]
Kann man das so fassen:
Um den „Fluss“
der Zeit „wahrzunehmen“, muss der Beobachter in gewisser Hinsicht (?), ein
„Stück weit“ (?) außerhalb dieses Flusses stehen. ???
[i]
Aber ja,
genauso ist es!! Nicht ein "Stück weit", aber "in gewisser Hinsicht".
viele Grüße,
WuWei
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von Joy am 12.
Feb. 2006, 18:12 Uhr
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on 02/12/06 um 16:03:37, henrywilhelm wrote:Ich fürchte, ?die Zeit gehört zu
den schwierigsten philosophischen Themen, aber man kannŽs ja mal versuchen.
Das kann doch unmöglich Dein Ernst sein!? Die Zeit gehört deswegen
zu den "schwierigsten philosophischen Problemen", weil es so etwas wie die
"Fliessende "Zeit an-sich" überhaupt gar nicht gibt! Aber "Pseudophilosophie"
beschäftigt sich nun mal nur zu gern mit solchen nicht existenten Sachen, die
erst einmal als existent postuliert und dann auch noch tatsächlich (zu
verstehen) gesucht werden... [grin]
on 02/12/06 um 16:03:37,
henrywilhelm wrote:(hier wird jetzt Eberhard zitiert)[4] „Wenn ich anhand des
Ortswechsels des Sekundenzeigers Zeit messen will, dann muss meine Erinnerung an
den Ausgangszustand (Zeiger auf der 12) unverändert bleiben. Um Veränderungen
bemerken zu können, muss ich mir merken können, was gewesen ist.“
Na, ist doch gar nicht so schwierig! Indem Du ein gedankliches
Erinnerungsbild mit der jetzt sinnlich bewusst wahrgenommenen und erlebten
Wirklichkeit "in Dir selbst" in Bezug zueinander setzt, hast Du die "Geburt der
nichtfliessenden Zeit". "Zeit" existiert somit als nichts anderes und nirgendwo
anders, ausser als und in Deiner eigenen geistigen Bewusstseins-Erinnerung hier
und jetzt. Wo könnte sie denn auch sonst noch existieren und von Wo nach Wo
fliessen?
Wie kann man aus diesem Fakt nun ein "schwieriges und
tiefsinniges philosophisches Problem" machen? Na ganz einfach: Man behauptet
einfach, dass Zeit existiert und vergeht oder fliesst und sucht dann diese zuvor
innerhalb des eigenen Geist postulierte fliessende Zeit (ebenso wie "man's" mit
der wahrgenommenen materiell existenten Welt macht) ausserhalb seines eigenen
Geist's. Da kann "man" sich dann ewig damit beschäftigen und tiefphilosophische
Schriften dazu verfassen, oder zumindest Schriften, die "man" dann für solche
ausgeben kann... :-)
on 02/12/06 um 16:03:37, henrywilhelm wrote:Das,
was hier unverändert bleiben muss, ist meine Erinnerung, also ein
Bewusstseinsaspekt (bitte um Gottes Willen nicht zurückfallen in das alte
Thema!) bei mir, dem Beobachter.
Ooooohhhh, ja nicht zur
Realität zurückfallen! Um Gottes willen, ja doch nicht!!! [spin]
Lieber
schön brav beim eingebildeten Glauben bleiben, dann kann "man" schön weiter
drüber tiefsinnig philosophisch "nach-denken" und auch "nach-schauen", was denn
aus der "Zeit" so alles geworden ist und wie sie sich doch verändert hat in
ihrem Fliessen, wo war sie gestern noch und wo ist sie heute und wo wird sie
morgen erst sein. Fragen über Fragen, die alle nach einer Antwort suchen... :-)
on 02/12/06 um 16:03:37, henrywilhelm wrote:Kann man das so fassen:
Um den „Fluss“ der Zeit „wahrzunehmen“, muss der Beobachter in gewisser Hinsicht
(?), ein „Stück weit“ (?) außerhalb dieses Flusses stehen. ???
Es gibt weder ein Innerhalb noch ein Ausserhalb des Flusses, weil es den "Fluss"
selbst nirgendwo real gibt! Warum kommt Ihr denn immer wieder mit diesen ewigen
schläfernen Halbwahrheiten? [???]
Gruß
Joy
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von Alltag am
12. Feb. 2006, 18:15 Uhr
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on 02/12/06 um 17:49:42, louisquinze wrote:Ich sage mal kühn: Jede Frage die
den Regeln der Grammatik entspricht ist sinnvoll!
:-) Ist der
Verstand violett? [ruffle]
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von Harry_R am
12. Feb. 2006, 18:28 Uhr
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Guten Abend LXV und die Runde!
Nun, eigentlich wollte ich tatsächlich an
dieser Stelle aufgeben. Nun, wagen wir noch einen letzten Versuch, bis zu meiner
nächsten Grenze. [balloon]Die Erkenntnis der eigenen Grenzen ist ja die
Voraussetzung diese zu erweitern ;-).
Nachdem wosi mit seinem berechtigten
Einwurf meine Regel zu Fall gebracht hat, muß diese umgedacht werden. Meine
bisherige Linie ist ja nun nicht mehr zu halten.
Aus der Widerlegung der
These:
Philosophische Fragen, die keine Antwort ermöglichen, sind sinnlose
Fragen,
egab sich nun, dass Fragen, die keine Antwort liefern, dennoch einen
Erkenntisgewinn innerhalb der Erörterung der Frage liefern können. Somit ist
eine Antwort auf eine Frage kein allgemein gültiges Kriterium hinsichtlich der
Sinnhaftigkeit, wie ich ursprünglich behauptet habe.
Wie zäumen wir nun den
Sachverhalt auf? Am besten nochmals von vorn:
Was ist der Grund, warum
wir uns philosophische Fragen stellen, welche primäre Erwartung setzen wir in
eine Frage?
Ich denke, an dieser Stelle wird mir jeder zustimmen können,
Fragen haben primär den Anspruch beantwortet zu werden. Auf Grund dessen stellte
ich die These auf, dass die Antwort das Kriterium zur Sinnhaftigkeit einer Frage
darstellen sollte. In erster Linie (Thread 1) sollte sogar das Kriterium sein,
dass aus der Antwort eine Erkenntnis entspringe, die ein Objekt in der
Anschauung liefert. Dies schließt jedoch alle metaphysische Fragen aus.
Die
Erweiterung war dann, dass als Kriterium lediglich das Ermöglichen einer Antwort
sein sollte, ob diese nun in der Vorstellung ein Objekt liefert, oder ob die
Antwort selbst sinnvoll ist, war nun nicht mehr von Bedeutung, lediglich die
Möglichkeit einer Antwort.
Nun ist aber zu beachten, dass allein aus der
Erörterung einer Frage bereits Erkenntnisse gewonnen werden können, wenn auch
eine Antwort nicht möglich ist. Somit entfiel also die Antwort als Kriterium.
Gehen wir zurück.
Warum also stellen wir eine philosophische Frage? Weil wir
die Hoffnung hegen, in der Beantwortung der Frage, oder auch nur in deren
Erörterung eine Erkenntnis zu gewinnen, die wir zuvor noch nicht hatten.
Ich halte also fest:
Der Grund einer Fragestellung liegt in der Hoffnung
eines Erkenntnisgewinns.
Man will also nach Erörterung einer Frage schlauer
sein als zuvor, sonst... ja sonst wäre die Frage wohl sinnlos gewesen :-)
Dies führt nun zu einem neuen Schlüssel:
Philosophische Fragen sind
sinnlos, wenn aus deren Behandlung (oder deren Antworten) keine Erkenntnis
entspringt
Man sieht hier sofort, dass z.B die Antinomien Kants, obwohl
sie keine Antworten in der Anschauung liefern, mithin keine Antwort ermöglichen
hier nicht mehr als sinnlos stehen bleiben, weil sie auf Grund der Erörterung
die Grenzen unserer Vernunft aufweisen, und somit einen Erkenntnisgewinn
darstellen.
Ebenso verhält es sich nun plötzlich mit Warum- Fragen, die zwar
keine Antwort, aber durch deren Erörterung dennoch neues Wissen erschließen
könnten.
Ich denke, hierin fallen nun auch eine Menge Fragen, zu deren
Formulierung ich noch nicht das nötige Vorwissen habe.
Schöne Grüße,
Harry
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von
louisquinze am 12. Feb. 2006, 19:26 Uhr
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@alltag
Was habe ich denn oben geschrieben? [indifferent]
"Ist der
Verstand violett?"
Antwort: Nein!
Denn: Der Verstand als solcher ist
nichts sichtbares und kann demzufolge keine Farbe haben, also auch keine
violette!
Die Frage ist nicht sinnlos nur unergiebig!
salut
Lq
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von
louisquinze am 12. Feb. 2006, 19:58 Uhr
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Hallo Harry,
zunächst: entweder Sie diskutieren hier oder Sie lassen es
sein! Bitte keine Erpressungsversuche nach dem Motto: ich mach nicht mehr mit!
(klingt irgendwie ein bischen kindisch) Es fehlt uns ja schließlich allen an
Wissen, allwissend ist keiner. [smash]
und nun in einem etwas heitereren
freundlicherem Tonfall :-)
Den ganzen letzten Teil Ihrer Stellungnahme
finde ich nun wieder sehr verwirrend. Ich glaube nicht, daß das Hinzuziehen
Kants hier hilfreich ist. Denn bei Kant werden die Grenzen, die der
theoretischen Vernunft gesetzt sind ja endlich durch die praktische überwunden.
Kant trennt die Vernunftvermögen so scharf, wie das normalerweise keiner tut.
Außer eben Philosophen.
Zurück zur Frage:
"Lag Julius Caesar an seinem
ersten Geburtstag auf dem Bauch als er morgens erwachte?" soll eine sinnlose
Frage sein?
Das sehe ich nicht. Ich hatte auch gezeigt, daß selbst sinnlos
anmutende Fragen nicht an sich sinnlos, bestenfalls unergiebig sind.
Und dann
metaphysische Fragen "Gibt es eine unsterbliche Seele im Menschen?"
Was soll
denn daran sinnlos sein.
So etwas hat auch Kant nie behauptet!
Auch
muß überhaupt noch geklärt werden was "philosophische" Fragen sein sollen.
Wie so oft liegen die Probleme auch hier in völlig undefinierten Begriffen
die herumgereicht werden.
Das war übrigens auch das Problem bei Joy, was er
freilich überhaupt nicht einsehen wollte.
salut
Lq
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von
henrywilhelm am 12. Feb. 2006, 20:06 Uhr
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Zu Joy(#53) [alles Meta!]
Seit langem, oh erhabener Joy, wissen wir, was
Du uns immer wieder sagen willst:
„Während der unwissende Weltling
über die nicht zu erwägenden Dinge nachdenkt und über die zu erwägenden Dinge
nicht nachdenkt, kommen die zuvor noch nicht aufgestiegenen üblen Triebe zum
Aufsteigen, und die bereits aufgestiegenen üblen Triebe wachsen an.
Und auch
hinsichtlich der jetzigen, gegenwärtigen Zeit ist er von Zweifeln erfüllt: ,Bin
ich wohl? Oder bin ich nicht? Was bin ich? Wie bin ich? Woher ist wohl dieses
Wesen gekommen? Wohin wird es gehen?’
Während er solcherart unweise erwägt,
steigt ihm als wahr und wirklich die Ansicht auf: ,Ich habe ein Ich’ oder ,Ich
habe kein Ich’ oder: ,Mit dem Ich erkenne ich, was nicht Ich ist’ oder ,Mit dem
Nicht-Ich erkenne ich das Ich.’
Das, ihr Mönche, nennt man eine Fährte der
Ansichten, ein Dickicht der Ansichten, eine Wildnis der Ansichten, eine Komödie
der Ansichten, ein Taumel der Ansichten, eine Fessel der Ansichten. In der
Fessel der Ansichten aber verstrickt, ihr Mönche, wird der unwissende Weltling
nicht befreit von Wiedergeburt, Altern und Sterben, von Sorge, Klage, Schmerz,
Trübsal und Verzweiflung; wird er nicht befreit vom Leiden, das sage ich . . .“
(Pali-Kanon/Buddhas Lehrreden)
Wir aber sind nicht würdig, oh
Erleuchteter, Deiner Erleuchtung teilhaftig zu werden.
henrywilhelm,
unwissender Weltling.
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von Harry_R am
12. Feb. 2006, 21:58 Uhr
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Guten Abend LXV!
on 02/12/06 um 19:58:04, louisquinze wrote:zunächst:
entweder Sie diskutieren hier oder Sie lassen es sein! Bitte keine
Erpressungsversuche nach dem Motto: ich mach nicht mehr mit! (klingt irgendwie
ein bischen kindisch) Es fehlt uns ja schließlich allen an Wissen, allwissend
ist keiner. [smash]
Nein, nein, ich denke, hier mißverstehen Sie
mich. Ich habe lediglich meine Grenzen erkannt, ob es noch sinnvoll ist hier
weiterzudiskutieren. Wenn ich nichts sagen kann, schweige ich eben. Da ist
nichts kindisches dran ;-) Ich bin nur ein äußerst selbstkritischer Mensch, der
seine Unvollkommenheit auch gerne zugibt, denn erst wenn man eine
Unzulänglichkeit an sich selbst erkannt hat, kann man diese auch beheben. Ist
etwas ungewöhnlich, aber dies ist eines meiner Lebensmottos.
on
02/12/06 um 19:58:04, louisquinze wrote:Ich glaube nicht, daß das Hinzuziehen
Kants hier hilfreich ist. Denn bei Kant werden die Grenzen, die der
theoretischen Vernunft gesetzt sind ja endlich durch die praktische überwunden.
Kant trennt die Vernunftvermögen so scharf, wie das normalerweise keiner tut.
Außer eben Philosophen.
Ich mußte hier Kant anführen, um meine
Kehrtwendung deutlicher zu machen. Meine erste Annahme war ja, dass eine Frage
nur dann sinnvoll sei, wenn ihre Antwort eine Erkenntnis in der Anschauung
liefert. Dies habe ich ja nunmehr widerrufen. Daß Kant in der Kritik der reinen
(theoretischen) Vernunft die Nichtbeantwortbarkeit der vier Antinomien
ausarbeitet gilt ja jetzt nicht mehr als Argument sür eine sinnlose Frage, weil
dem eben die Erkenntnis entspringt, dass sie nicht beantwortbar sind, somit
nicht sinnlos. Diese Wendung wollte ich darlegen.
In der praktischen
hingegen, aber da brauche ich Ihnen wohl nichts zu erzählen, beweist er indirekt
das Vorhandensein der Freiheit, der Kausalität, und etwas gekünstelt meiner
Meinung nach, aber da muß ich tiefer nachlesen, die Unsterblichkeit der Seele
nach, und ich vermute er löst auch noch die Gott- Frage (ich lese gerade daran).
Aber zurück zum Thema.
Gerade im letzten Absatz zeige ich die
Kehrtwendung deutlich, dass ich nunmehr schon den Sinn einer Frage im
Erkenntnisgewinn während der Erörterung erkenne. Eine Antwort auf die gestellte
Frage ist nicht mehr das Kriterium. Somit schließe ich, dass auch metaphysische
Fragen, die keine Antwort liefern können, durchaus sinnvoll sein können, wenn
während der versuchten Klärung eine bislang unbekannte Erkenntnis entspringt.
on 02/12/06 um 19:58:04, louisquinze wrote:"Lag Julius Caesar an seinem
ersten Geburtstag auf dem Bauch als er morgens erwachte?" soll eine sinnlose
Frage sein?
Das sehe ich nicht. Ich hatte auch gezeigt, daß selbst sinnlos
anmutende Fragen nicht an sich sinnlos, bestenfalls unergiebig sind.
Wenn ich als Kriterium einer sinnvollen Frage (nicht philosophisch, denn
die Cäsar- Frage ist wohl keine solche, aber dazu weiter unten), die Forderung
stelle, ich möchte nach der Behandlung der Frage ein wenig schlauer sein, als
zuvor, so fürchte ich, wird mir das bei der Frage, ob Cäsar an seinem ersten
Geburtstag am Bauch gelegen habe, verwehrt bleiben.
on 02/12/06 um
19:58:04, louisquinze wrote:Und dann metaphysische Fragen "Gibt es eine
unsterbliche Seele im Menschen?"
Was soll denn daran sinnlos sein?
Nun, wenn aus der Bahandlung der Frage eine neue Erkenntnis entspringt,
und wir wissen ja, das dies der Fall ist, ist sie keine sinnlose Frage.
on 02/12/06 um 19:58:04, louisquinze wrote:Auch muß überhaupt noch geklärt
werden was "philosophische" Fragen sein sollen.
Wie so oft liegen die
Probleme auch hier in völlig undefinierten Begriffen die herumgereicht werden.
Da stimme ich Ihnen vollkommen zu, aus der unterschiedlichen
Interpretation von Begriffen entspringen meiner Meinung nach sämtliche
Mißverständnisse in der zwischenmenschlichen Konversation.
Zu klären wäre
also:
1) Was ist eine philosophische Frage?
2) Was ist der Sinn oder
Unsinn einer Frage?
Ich denke alleine zu Punkt 1 könnte hier seitenweise
geschrieben werden, und doch würden sich drei Leute nicht auf einen gemeinsamen
Nenner einigen können.
Mein Schluß bleibt derweil, dass für mich die
Regel gilt:
Eine Frage ist dann sinnlos, wenn aus deren Behandlung keine
neue Erkenntnis entspringt, sprich wenn ich danach so schlau wie vorher bin.
Wie Sie sehen, ich mußte schon das Wort philosophisch herausnehmen, da ich
dies zuerst zweifelsfrei für mich klären müßte, was ich denn darunter verstehe,
um den Begriff argumentierend zu verwenden.
Nichtkindische ( [cool])
Grüße, Harry
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von WuWei am
13. Feb. 2006, 09:04 Uhr
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Hallo henrywilhelm,
[/i]
Wir aber sind nicht würdig, oh Erleuchteter,
Deiner Erleuchtung teilhaftig zu werden.
henrywilhelm, unwissender
Weltling.
[i]
nur der Unwissende unterscheidet zwischen Wissenden und
Unwissenden.
für den Erleuchteten gibt es keine Unerleuchteten und keine
Erleuchteten.
Wer sollte nun erleuchtet sein?
WuWei
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von Eberhard
am 13. Feb. 2006, 10:35 Uhr
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Hallo allerseits,
Welche Fragen sollten sich Philosophen nicht ernsthaft
stellen?
Ich hatte das für die Frage „Warum gibt es nicht nichts?“
behauptet und zu begründen versucht.
Die Frage „Warum fließt die Zeit?“
wurde übersetzt in: „Warum gibt es Veränderungen in der Welt?“ Auch hier ist
fraglich, ob das in Anspruch genommene Ursache-Wirkung-Schema anwendbar ist.
Die den Kantschen Antinomien zu Grunde liegenden Fragen (Gibt es Gott? ect.
) darf man sich m.E. stellen.
Eine Frage wie: Was ist Leben? ist immer
doppeldeutig, insofern dies eine Frage nach der Bedeutung des Wortes „Leben“
sein kann (dann sollte man Häkchen benutzen) oder eine Frage nach den
Eigenschaften dessen, was allgemein mit dem Wort „Leben“ gemeint ist.
Was
haltet Ihr von den Fragen „Wer bin ich?“ und „Was ist gut?“
fragt Euch
Eberhard.
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von hel am 13.
Feb. 2006, 21:22 Uhr
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Hallo miteinander, hallo Eberhard
on 02/13/06 um 10:35:52, Eberhard
wrote:Hallo allerseits,
Welche Fragen sollten sich Philosophen nicht
ernsthaft stellen?
Ich hatte das für die Frage „Warum gibt es nicht
nichts?“ behauptet und zu begründen versucht.
Und ich komme nochmals
auf diese Frage zurück. Ich hatte behauptet, diese Frage gehörte unter
diejenigen, die nicht ernsthaft gestellt werden sollten, da Sie unter die
nicht-beantwortbaren gehören. Da will ich mir mal selber widersprechen: wie
schon dargelegt, kann man die Frage umformulieren in: "Warum gibt es etwas?" Und
das ist letzendlich eine Frage nach der Erstursache der Welt.
Wenn aber die
Welt ALLES ist, was der Fall ist, kann es eine Ursache außerhalb dieser Welt
nicht geben.
Es gibt also nur 2 Szenarien:
A) Entweder existiert diese
Welt (gerne auch mit einem Gott inklusive) seit ewigen Zeiten, dann gibt es -
zumindest für Gott - der dann das ewige Element in der Welt wäre, keine Ursache.
B) Die Welt hat einen Beginn. Dieser Beginn ist Teil der Welt, und als solcher
ebenfalls ohne Ursache, da es nichts gibt, was ihn hätte verursachen können.
Beide Varianten sind möglich. Und beide führen nicht in Antinomien, sind nicht
absurd. Da Kant sich noch nicht mit unendlichen Mengen befaßt hat, ist ihm im
Fall A die Idee, daß sich zwischen zwei Zeitpunkten in dem seit unendlichen
Zeiten bestehenden All eine unendliche Menge an Jahren befinden könnten, als
Antinomie erschienen. Ebenfalls die Idee, daß es im Fall B eine Wirkung ohne
Ursache geben könne. Daran sind wir seit der Quantenmechanik schon durchaus
gewöhnt.
Meine Entschuldigung an louisquinze und siena: Die metaphysische
Frage nach dem "Urgrund des Seienden" ist nicht unsinnig. Sie ist beantwortbar:
Es gibt ihn nicht.
Grüße,
hel
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von Eberhard
am 13. Feb. 2006, 21:35 Uhr
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Hallo allerseits,
ich denke, wir sollten uns nicht zu sehr um die
Bedeutung von Wörtern streiten, solange klar ist, um was es geht.
Was ist
problematisch an einer Frage wie „Wer bin ich?“?
Wenn mich jemand fragt:
„Wer bist Du?“, würde ich erstmal sagen: „Du fragst, wer ich bin? Ich bin
Eberhard“.
Wenn dies nicht gemeint ist, dann bedarf es einer Erläuterung
und Präzisierung der Frage. Sonst ist die Frage unverständlich bzw. mehrdeutig.
Was ist problematisch an der Frage „Was ist gut?“? Abgesehen von ihrer
Doppeldeutigkeit ist die Frage unvollständig, denn es fehlt der Bezug: Gut für
wen? Gut wozu?
Es grüsst alle, die sich um klares Sprechen und Denken
bemühen, Eberhard.
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von
louisquinze am 13. Feb. 2006, 22:17 Uhr
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Grüß Sie Hel,
daß die Welt ewig ist, bedeutet keineswegs, daß sie keiner
Ursache bedürfe. Dies ist bei Aristoteles (Metaphysik Buch Lambda) dargelegt. Ob
die Welt ewig ist, oder einen zeitlichen Anfang hat spielt für die Annahme einer
ersten Ursache keine Rolle. Das ist auch bei Kant so!
Vielmehr ist die
Kontingenz (des Seienden) stets als Grund für die Annahme einer ersten Ursache
angeführt worden. Daß die Welt ein nur kontigentes Sein hat, ist einleuchtend,
da sie sein kann oder auch nicht. Das wird von Kant nicht gewürdigt. Er hat ja
keinen Seinsbegriff. Sie Hel verwechseln, wie mir scheint, dauernd ein zeitlich
und ontisch Erstes! (von Aristoteles begrifflich deutlich unterschieden)
Übrigens gehört diese Diskussion in die Metaphysik nicht hierher!
Bevor sich
also Eberhard noch etwas antut, Hel, wechseln Sie lieber in den prädestinierten
;-) Thread.
salut tout le monde
@eberhard: finden Sie den Smiley mit
der Rose nicht süß.
Was könnte der wohl zu sagen haben?
Lq
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von hel am 14.
Feb. 2006, 00:13 Uhr
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on 02/13/06 um 22:17:04, louisquinze wrote:Grüß Sie Hel,
Sie Hel
verwechseln, wie mir scheint, dauernd ein zeitlich und ontisch Erstes! (von
Aristoteles begrifflich deutlich unterschieden)
Hallo lq,
Aristoteles schreibt (i.d.Ü.v. Schopenhauer) "Es gibt vier Gründe: der erste
besteht in dem, was das Wesen der Sache ausmacht, der zweite in dem, was, wenn
etwas vorhanden ist, notwendig vorausgesetzt werden muß, der dritte in dem, was
zuerst etwas bewegte, der vierte, um dessentwillen etwas da ist." Ich beziehe
mich immer auf Nummer Drei, die als Kette von Ursache und Wirkung auch bei
Aristoteles zeitlich geordnet scheint.
Das gilt natürlich auch für den
"Urgrund des Seienden". In meinem kleinen Kontext ist natürlich nur Urgrund des
Seienden im Sinne der Erstursache gemeint.
Sie wissen doch, ontisches meide
ich, wie der Teufel das Weihwasser. Höchstens bei Nummer Vier könnte ich schwach
werden: ist die Welt vielleicht meinetwegen....? :-)
Grüße,
hel
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von
louisquinze am 14. Feb. 2006, 08:38 Uhr
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@Hel
Zunächst: Das Zitat stellt Schopenhauers Meinung über Aristoteles
dar, (ich vermute aus Schopenhauers Doktorarbeit: "Über die vierfache Wurzel des
Satzes vom hinreichenden Grund"). Was Sie bringen ist für mich übrigens eine
Premiere: Aristoteles mit Schopenhauer zu vergleichen. Habe ich in der Literatur
noch nie gesehen, aber grundsätzlich möglich ist das natürlich.
Dann
komme ich nicht mehr mit:
Sie meiden Ontisches? Und was "ist" mit Ihnen
selbst?
Sie wollen sich doch nicht das Leben nehmen?
Ontisches besagt
einfach, das was ist!
Sie meinten wahrscheinlich Ontologisches! Also, die
Reflexion auf Seiendes. Dieser Begriff kommt aber im Dt. Idealismus, dem auch
Schopenhauer i.w.S zuzuordnen ist nicht vor. Hier gab es ja schon bei Descartes
was man heute einen Pardigmenwechsel nennt.
Erstursache ?: Hier verstehe
ich jetzt überhaupt nicht mehr den Bezug.
salut [ruffle]
Lq
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von Joy am 14.
Feb. 2006, 09:13 Uhr
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on 02/14/06 um 08:38:15, louisquinze wrote:Dann komme ich nicht mehr mit:
Sie meiden Ontisches? Und was "ist" mit Ihnen selbst?
Sie wollen sich
doch nicht das Leben nehmen?
Wie könnte sich hel je das Leben
nehmen? Er IST es doch selbst! ;-)
on 02/14/06 um 08:38:15,
louisquinze wrote:Ontisches besagt einfach, das was ist!
Sie meinten
wahrscheinlich Ontologisches!
Ontisch IST (=)
das-was-wirklich-IST. Ontologisches hingegen IST nicht "das-was-wirklich-IST",
sondern eben nur, wie es das WORT ja bereits mataphorisch klar andeutet, nur
logisch Gedachtes.
Dass das dem Metaphysiker nicht behagt, ist schon
klar. Ändert aber dennoch nichts an der Faktizität. ;-)
Weisheit ist nun,
das Ontische (= sich selbst) auch selbst lebendig zu erkennen (sich dabei nicht
von sogenannten philosophischen Schriften [Logie statt Sophie] "meschugge"
machen zu lassen ;-)) und es klar vom Ontologischen zu unterscheiden. Im
Ontologischen Wahrheit und Erkenntnis zu suchen, gleicht dem Versuch, auf einer
Landkarte von Stuttgart nach Wien reisen zu wollen und sich dann auch noch ewig
darüber zu wundern, niemals in Wien anzukommen...
Gruß
Joy
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von hel am 14.
Feb. 2006, 09:32 Uhr
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@lq
on 02/14/06 um 08:38:15, louisquinze wrote:Zunächst: Das Zitat stellt
Schopenhauers Meinung über Aristoteles dar, (ich vermute aus Schopenhauers
Doktorarbeit: "Über die vierfache Wurzel des Satzes vom hinreichenden Grund").
Was Sie bringen ist für mich übrigens eine Premiere: Aristoteles mit
Schopenhauer zu vergleichen. Habe ich in der Literatur noch nie gesehen, aber
grundsätzlich möglich ist das natürlich.
Korrekt, habe ich der
"vierfachen Wurzel" entnommen. Aber lediglich als Übersetzung von Aristoteles
aus dem Griechischen, das S. davorsetzt. Ich verwende es lediglich als
Aristoteles-Zitat. Hier war kein Vergleich der Philosophien intendiert. Wenn es
von S. verfälscht sein sollte, haben Sie vielleicht eine bessere Übersetzung?
Quote:Erstursache ?: Hier verstehe ich jetzt überhaupt nicht mehr den Bezug.
Sollte nur betonen, daß ich den "Urgrund des Seienden" im Sinne von
"Erstursache des Seienden", als gedachten Anfang einer Kausalkette betrachtet
habe. Im Gegensatz von Urgrund als Wesensursache oder eine andere der
Aristotelischen Kategorien von Gründen.
Meine "Abneigung gegen
ontisches" war natürlich ein Lapsus.
Grüße,
hel
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von WuWei am
14. Feb. 2006, 09:47 Uhr
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Hallo Hel,
[/i]
Wenn aber die Welt ALLES ist, was der Fall ist, kann
es eine Ursache außerhalb dieser Welt nicht geben.
[i]
Eben. Wobei die
Welt wohl auch alles ist, was der Fall sein könnte und sein wird.
Wenn
die Welt ALLES ist, dann umfasst sie auch Zeit und Raum und befindet sich nicht
in diesen. Das ist auch so ein gängiges Mißverständnis, zu glauben, die Welt
befände sich IM Raum und bewege sich IN der Zeit, als ob Raum und Zeit der Welt
vorangehen und ihr übergeordnet sind.
Und daher ist die Frage nach einem
zeitlichen Anfang wie auch nach einem räumlichen Ende genauso unsinnig wie die
Frage nach einer ersten Ursache.
Ich kann mir die Welt weder als endlich
noch als unendlich vorstellen. Jetzt könnte man einwenden: bloß weil ich es mir
nicht vorstellen kann, könnte sie doch dennoch eines von beiden sein. Was
natürlich ein unsinniger Zirkelschluss ist, denn "endlich" und "unendlich" sind
ja bereits Vorstellungen.
Und damit sind wir wieder bei dem Punkt: die
Wirklichkeit entzieht sich jeder Vorstellung und Beschreibung.
Grüße,
WuWei
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von
louisquinze am 14. Feb. 2006, 14:17 Uhr
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@Hel
Nun, da müssen Sie mir schon die Stelle angeben! Auswendig kenne
nicht einmal ich meinen Aristoteles [cheesy].
Wollen Sie den Text
vielleicht auch noch altgriechisch?
Ich glaube, das sparen wir uns,
mangels Interesse!
salut
Lq
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von hel am 14.
Feb. 2006, 23:07 Uhr
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@lq,
Schopenhauer zitiert aus dem Organon, 2te Analytiken, 2.es Buch, Kapitel
11, Anfang.
Grüße,
hel
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von
louisquinze am 15. Feb. 2006, 00:10 Uhr
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"Da wir aber zu wissen glauben, wenn wir die Ursache wissen, und der Ursachen
vier sind: eine, der die Frage gilt: was ist es? eine, was muß sein, wenn
notwendig dieses sein soll? eine andere, was bewegt zuerst? und die vierte,
weswegen? so treten alle diese Ursachen in dem Mittelbegriff auf."
(Übers.
Rolfes)
Bitteschön Hel, vergleichen Sie!
salut
Lq
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von Joy am 15.
Feb. 2006, 03:05 Uhr
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on 02/15/06 um 00:10:52, louisquinze wrote:"Da wir aber zu wissen glauben,
wenn wir die Ursache wissen, und der Ursachen vier sind: eine, der die Frage
gilt: was ist es? eine, was muß sein, wenn notwendig dieses sein soll? eine
andere, was bewegt zuerst? und die vierte, weswegen? so treten alle diese
Ursachen in dem Mittelbegriff auf."
(Übers. Rolfes)
Bitteschön Hel,
vergleichen Sie!
salut
Lq
Ab jetzt ist philosophieren
ident mit aus Büchern zi-TIER-en...
Die spannende Frage ist jetzt nur
noch die eine: Wer hat die bessere, die zutreffendere Übersetzung???
Pisa
tritt ab jetzt immer deutlicher zu Tage! ;-) Gott, bin ich glücklich und
dankbar, bei diesem Erkenntnis-Event anwesend sein zu dürfen und auch die
"richtigen" Bücher im Buchregal vorrätig zu haben. Nicht mehr selbst erkennen
ist gefragt, sondern einzig zu wissen, wo was geschrieben steht!
Na, wenn
das mal nicht die abendländische durchgeistigte Philosophie auf ihrem Zenitpunkt
ist, was dann?
Gruß
Joy
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von
louisquinze am 15. Feb. 2006, 08:28 Uhr
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Ja Joy sehen Sie, hier können Sie noch etwas lernen. Gehen Sie lieber bei den
Meistern des Denkens in die Schule, als sich den Lehren fragwürdiger Gurus
anzuvertrauen!
salut
Lq
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von hel am 15.
Feb. 2006, 13:43 Uhr
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on 02/15/06 um 03:05:28, Joy wrote:Ab jetzt ist philosophieren ident mit aus
Büchern zi-TIER-en...
.....
Nicht mehr selbst erkennen ist gefragt,
sondern einzig zu wissen, wo was geschrieben steht!
......
Na, wenn das
mal nicht die abendländische durchgeistigte Philosophie auf ihrem Zenitpunkt
ist, was dann?
..
Was stört Dich denn an Zitaten? Wir haben damit
die große Chance, in unseren Threads Philosophen mitreden zu lassen, die
wahrlich große Denker waren. Das heißt ja nicht, daß die Aussagen des
Aristoteles nicht kritisiert werden dürften. Die Denkanstöße aber, die man sich
von den alten Meistern holen kann, sind jedenfalls nicht unerheblich. Die
Beschäftigung mit deren Gedankengängen schult - und sogar der Irrtum eines
Platos kann für die eigene Erkenntnis wertvoller sein, als so manche platte
Wahrheit.
Grüße,
hel
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von Joy am 15.
Feb. 2006, 15:02 Uhr
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on 02/15/06 um 08:28:47, louisquinze wrote:Ja Joy sehen Sie, hier können Sie
noch etwas lernen. Gehen Sie lieber bei den Meistern des Denkens in die Schule,
als sich den Lehren fragwürdiger Gurus anzuvertrauen!
salut
Lq
Sowohl die "Meister des Denkens" wie auch die "fragwürdigen Gurus"
existieren beide doch nirgendwo anders als im Geiste, der "Ich bin" selbst ist.
Gruß
Joy
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von Joy am 15.
Feb. 2006, 15:05 Uhr
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on 02/15/06 um 13:43:15, hel wrote:Was stört Dich denn an Zitaten? Wir haben
damit die große Chance, in unseren Threads Philosophen mitreden zu lassen, die
wahrlich große Denker waren. Das heißt ja nicht, daß die Aussagen des
Aristoteles nicht kritisiert werden dürften. Die Denkanstöße aber, die man sich
von den alten Meistern holen kann, sind jedenfalls nicht unerheblich. Die
Beschäftigung mit deren Gedankengängen schult - und sogar der Irrtum eines
Platos kann für die eigene Erkenntnis wertvoller sein, als so manche platte
Wahrheit.
Was sollte mich denn an Zitaten stören? Ich habe
nur festgestellt, dass zitieren nichts, gar nichts mit philosophieren zu tun
hat. Das ist schon alles.
Gruß
Joy
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von
louisquinze am 15. Feb. 2006, 15:46 Uhr
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Joy Sie hatten doch behauptet Sie hätten bereits philosophiert als ich noch et&.
Wie geht denn das? Sie existieren nämlich weder in meinem Denken noch sonstwo
[cheesy]
salut
Lq
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von
henrywilhelm am 15. Feb. 2006, 19:15 Uhr
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Das Zitieren aus der philosophischen Literatur mag gelegentlich - quasi als
Exkurs – erklärend wirken. Selbst unter Kennern der angeführten Positionen kommt
es dabei aber zu Streitigkeiten über die richtige Interpretation, und alle
Nichteingeweihten sind während dieser literarischen Diskussion zu Zuschauern
degradiert. Deswegen gehört so etwas in einen Lektürekurs.
Schlechte
Hochschul-Philosophen erkennt man daran, dass sie unter dem label „Philosophie“
bloße Philosophiegeschichte treiben. Natürlich dürfen Wissenschaftler nicht
versuchen, täglich das Rad neu zu erfinden, und müssen auf Früheres Bezug
nehmen, sonst gäbe es kaum Fortschritt.
Aber dieser Talk ist doch ein
anderer Kreis.
Es nützt uns hier wenig zu erfahren, was der Denker X und der
Denker Y gesagt haben. Unsere Fragen haben nicht die Form: Was haben Philosophen
zu der Frage F gesagt? Wir nehmen uns die Frage F selbst vor. Und die Methode
dazu heißt: Denken (unnötig zu sagen: s e l b e r denken.)
Ich schlage also
vor, wenn überhaupt, dann nur sehr behutsam zu zitieren und dabei zu sagen, in
welcher argumentativen Absicht man es tut. (Aber dann kann man sein Argument –
sofern man es ernst meint - besser gleich selbst formulieren.)
Apropos:
Gibt es vielleicht mal wieder eine Äußerung zur Sache?
Fragt
henrywilhelm
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von
louisquinze am 15. Feb. 2006, 20:19 Uhr
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@henrywilhelm
würde man das gelegentlich sich günstig und befruchtend
auswirkende sog. Selberdenken Einzelner, und das Ihre zumal, hier im Forum zum
Regelfall machen, so würde man Philtalk wohl zu einem Trivialitätenkabinett
degradieren. Das kann ja nun niemand wollen.
Das Aristoteleszitat war
übrigens eine reine Gefälligkeit Hel gegenüber.
salut
Lq
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von Joy am 15.
Feb. 2006, 21:09 Uhr
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on 02/15/06 um 15:46:09, louisquinze wrote:Joy Sie hatten doch behauptet Sie
hätten bereits philosophiert als ich noch et&.
Wie geht denn das? Sie
existieren nämlich weder in meinem Denken noch sonstwo [cheesy]
Was, lieber louisquinze, nutz Dir denn Deine Belesenheit, wenn Du Dir doch
nicht einmal merken kannst, was Du denn da gelesen hast?
Wo schrieb ich
je, dass ich bereits philosophiert hätte, als Du noch et&? Ich schrieb im Thread
"Was ist Metaphysik" an Dich adressiert:
on 02/15/06 um 00:59:56, Joy
wrote:Glaubst Du denn im Ernst, lieber louisquinze, ich würde die Schwarten
nicht kennen, zu denen ich hier einen Kommentar abgebe und aus denen heraus Du
hier zitierst und Dich auf diese berufst?
Raumzeitlich, also einseitig
betrachtet, habe ich schon gelesen als Du noch in den Windeln gelegen bist. Was
freilich für sich selbst betrachtet überhaupt keine Aussagekraft hat. Aber was
ausser Deiner Belesenheit hast Du denn nun auch selbst lebendig erkannt???
Entweder hast Du ein Problem mit dem Lesen selbst oder mit dem
Verstehen des Gelesenen oder mit dem Zitieren von Gelesenem! An anderer Stelle
hast Du gar angeblich was davon gelesen, dass ich "Kids den Konsum von Drogen
empfehle", zumindest behauptest Du das verbal. Obwohl Du freilich nicht sagen
kannst, wo ich von einer solchen Empfehlung schrieb...
Aber wie bereits
gesagt, was nutzt das ganze Lesen, wenn das Gelesene nicht verstanden wird und
nicht selbst erkannt wird? ;-)
Gruß
Joy
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von wosi am
16. Feb. 2006, 06:00 Uhr
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Hallo !
Zu henrywilhelm :
Henrywilhelm (Antw.79) :< Apropos: Gibt
es vielleicht mal wieder eine Äußerung zur Sache? >
Na,klar doch,siehe :
Harry R.(Antw.59) : < Zu klären wäre also:
1) Was ist eine
philosophische Frage?
2) Was ist der Sinn oder Unsinn einer Frage?
Ich denke alleine zu Punkt 1 könnte hier seitenweise geschrieben werden, und
doch würden sich drei Leute nicht auf einen gemeinsamen Nenner einigen können. >
Es geht nicht um einen gemeinsamen Nenner,sondern um wohlbegründete
Standpunkte,die ausweislich begründeter Einwände voneinander abweichen dürfen.
Wer also fragt,ob es sinnlose philosophische Fragen gibt,könnte vielleicht
beantworten,was er denn meint,wenn er von einer philosophischen Frage spricht.
Meine vorläufige Antwort dazu : Die philosophische Frage zielt kontrovers
ergründend auf ein Wissen,welches es gibt oder welches für möglich angenommen
wird,aber nicht erreicht werden kann,denn für Plato ist Gott sophos.
<
Mein Schluß bleibt derweil, dass für mich die Regel gilt:
Eine Frage ist
dann sinnlos, wenn aus deren Behandlung keine neue Erkenntnis entspringt, sprich
wenn ich danach so schlau wie vorher bin. >
Im Prinzip ja,aber die Frage
könnte auch schlecht gestellt sein und darum keinerlei Fortschritt bewirken.Ich
würde sie dann nicht sinnlos nennen.
Zu Eberhard :
Eberhard
(Antw.63) : < ich denke, wir sollten uns nicht zu sehr um die Bedeutung von
Wörtern streiten, solange klar ist, um was es geht. >
Es geht nicht nur
um Wörter,sondern auch um die Begriffe und selbstverständlich um den Disput.Es
gilt anzuerkennen,daß es unterschiedliche und wohlbegründete Standpunkte geben
kann und gibt.Die gibt es gerade wegen verschiedener Meinungen über das
Verständnis eines Begriffs.
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von
louisquinze am 16. Feb. 2006, 09:02 Uhr
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@wosi
Ich denke die Frage, was Sinn oder Unsinn der Frage als solcher
ausmacht sollte vielleicht doch am Anfang stehen, weil wir hier kaum werden
abklären können was eine philosophische Frage ist. Dies vorallem deshalb nicht,
weil das ja wieder eine eigene Philosophie beinhalten würde.
Und dann
kommt Joy wieder daher und... [cheesy]
Von der Frage nach der Frage
auszugehen wäre etwas zielorientierter, meine ich.
Allerdings gelingt es
nicht mehr recht, wenn ich darüber nachdenke, eine Frage zu formulieren die ich
als sinnlos bezeichnen könnte. Sie mag unergiebig sein, wie die Beispiele
logisch falsch formulierter Fragen zeigten, oder aber auch keine schlüssige
Antwort finden wie: "Existiert Gott?" Aber als ein Kriterium der Sinnlosigkeit
kann ich das irgendwie nicht werten.
salut
Lq
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von hel am 16.
Feb. 2006, 11:43 Uhr
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on 02/15/06 um 20:19:03, louisquinze wrote:Das Aristoteleszitat war übrigens
eine reine Gefälligkeit Hel gegenüber.
Wofür ich mich herzlichst
bedanke.
Grüße,
hel
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von Harry_R am
16. Feb. 2006, 14:12 Uhr
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Ah ich sehe, langsam geht es wieder um die Sache selbst, na dann :-)
Als
ich mit meinem Schluß seinerzeit endete, ging es mir ähnlich, wie LXV, mir fiel
keine sinnlose Frage mehr ein, die gegen die von mir geforderte Regel verstieß.
Auch unergiebige Frage, wie sie LXV, nennt, ergeben doch eine neue Erkenntnis,
wie eben, dass der Verstand mangels Körperlichkeit weder violett noch eine
andere Farbe haben kann. Oder dass aus der Frage, wie naß denn ein Meter sei,
zumindest die Erkenntnis entspringt, dass (den Bau nun außen vor) Maßeinheiten
ebenso nicht körperlicher Art, somit also auch nicht von einer Substanz (hier
Wasser) benetzt werden können.
Und so, läßt sich, auch aus logisch
schlecht gestellten Fragen immer noch eine Erkenntnis ziehen.
Die erste
meiner, von wosi zitierten, Klärungsfragen, nämlich die nach der Klarstellung
was denn eine philosophische Frage überhaupt sei, ist meines Erachtens kaum
beantwortbar, da sie, wie LXV richtig meint, eine Philosophie selbst nach sich
zieht, bzw, wie ich meinte, sich bei dieser Klärung wohl kaum drei Leutchen
finden werden, die in der Klärung übereinstimmen werden.
Bliebe
möglicherweise die zweite Klärungsfrage, die womöglich beantwortet werden kann,
nämlich nach dem Sinn einer Frage überhaupt, worin denn dieser bestehen könnte.
Ich glaube, an dieser Stelle muß man zunächst einmal die Art, oder Gattung,
oder wie man es nennen möchte, der Frage. Es wird möglicherweise zwei Arten von
Fragen geben:
1) Fragen, die sich mit Begriffen befassen, die Objekte in der
Anschaunng haben.
2) Rein metaphysiche Fragen, die ihrerseits keine Begriffe,
welche ein Objekt in der Anschuung besitzen, aufweisen.
Zu ersterer Art
wird sich wohl keine Frage finden, zu der kein Erkenntnisgewinn erhofft werden
kann. Etwa violett ist eine Farbe, mithin ein Begriff der Anschauung. Ebenso
Meter und naß.
Bei metaphysischen Fragen verhält es sich schwieriger, da
wir nicht sofort einsehen, ob wir denn eine Erkenntnis gewonnen haben, aber auch
hier glaube ich, dass wir im Grunde einen Erkenntnisgewinn als Sinn erwarten.
So meine ich, der Sinn einer Frage liegt in einem Erkenntnisgewinn, egal, ob
es sich um eine anschauliche, oder metaphysische Frage handelt.
Wurde eine
Frage so formuliert, dass daraus kein Erkenntnisgewinn erzielbar ist, so ist si
in dieser Form sinnlos, anders gestellt möglicherweise nicht, aber das sollte
nun von uns untersucht werden.
Meine Frage nun an das Forum:
Stimmen
wir überein, dass der Sinn einer Frage in einem möglichen Erkenntnisgewinn
liegt, oder gibt es hierzu Gegenargumente?
Schöne Grüße Harry
(dem
gerade Schopenhauer den mühsam zugestandenen kategorischen Imperativ
zertrümmert- hat wer ähnliche Erfahrungen gemacht? gibt es eine
Selbsthilfegruppe zur Rettung des kantŽschen kategorischen Imperativs? [grin]-
nee ein kleiner Scherz)
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von Eberhard
am 16. Feb. 2006, 19:45 Uhr
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Hallo,
Mit welchen Fragen sollten sich Philosophen nicht ernsthaft
befassen (und warum)?
Bei welchen Fragen lohnt sich die Mühe einer
Beantwortung nicht (und warum)?
Welche Fragen sind problematisch (und warum)?
Ich stelle diese Fragen nebeneinander, um deutlich zu machen, dass es mir
darum geht, anhand konkreter Fragen kritische Gesichtspunkte für das
philosophische Fragen zu diskutieren und dass ich nichts davon halte, die
Begriffe „philosophisch“ oder „sinnlos“ zu präzisieren.
Ich hatte die
zwei Fragen „Wer bin ich?“ und „Was ist gut?“ für unsere weitere Diskussion
vorgeschlagen, zu denen es Diskussionsrunden im PhilTalk gibt (womit ihre
Einordnung als „philosophisch“ erstmal gerechtfertigt scheint).
Hier noch
einige aktuelle PhilTalk-Beispiele für problematische Fragen:
Was bin
ich?
Was bin ich außer Bewusstsein?
Was ist ich?
Was ist
Ich Bin?
Was ist die Welt?
Was ist das Wesen der Welt?
Warum sind solche „Was ist …?“ oder Wesens-Fragen problematisch? Der Grund liegt
meiner Ansicht nach in der Vieldeutigkeit des Wortes „Wesen“. Kann jemand das
Problem entschärfen?
fragt Eberhard.
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von Siena am
16. Feb. 2006, 19:57 Uhr
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Guten Abend Eberhard!
Diese Was-Fragen sind, wie du selbst sagst -
Wesens-Fragen. Vom Wesen aber handelt wesentlich nur die Metaphysik. Wesen als
ousia - essentia - substantia, ist der Grundbegriff der Aristotelischen
Metaphysik.
Von ihr aber gilt, dass on - seiend, ebenso einai - sein -
vielfältig gesagt werden und in einer Hinsicht - nämlich der der Kategorien, als
welche die ousia als die Erste heißen kann, rückbezogen sind auf on/einai.
Damit stehen deine Fragen allesamt als Wesensfragen im Horizont der
Seins-frage.
LG. siena
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von WuWei am
16. Feb. 2006, 20:08 Uhr
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Hallo Eberhard,
[/i]
Was ist das Wesen der Welt?
Warum sind solche
„Was ist …?“ oder Wesens-Fragen problematisch? Der Grund liegt meiner Ansicht
nach in der Vieldeutigkeit des Wortes „Wesen“. Kann jemand das Problem
entschärfen?
[i]
Das Wort "Wesen" ist in der Tat vieldeutig. Es kann
damit die Substanz von etwas gemeint sein, aber ebenso dessen Eigenschaften.
Problematisch ist es vor allem dann, wenn das Wesen, die Substanz von etwas
als ein Objekt gesucht wird. Aber alles, was ich je wahrnehmen kann, ist Form,
Farbe, Härte usw. Damit bleibe ich in gewisser Weise immer an der Oberfläche.
Durch Teilen und zerkleinern verschiebe ich nur das Problem. Ob Stein oder
Atom, die Form hat sich verändert, doch die Substanz, das Wesen, bleibt
zwangsläufig verborgen.
viele Grüße,
WuWei
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von
louisquinze am 16. Feb. 2006, 20:20 Uhr
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@siena
grüß Sie! ;-) Wie immer sehr treffend Ihre Aussagen "über" das Sein.
@eberhard
Mir mißfällt der Kandidat "Was ist ich bin?"! Soll das heißen:
"Was ist das 'Cogito'?" oder "Was bedeutet es zu sagen "ich bin"?
Ich denke
hier wird irgendwie [ruffle] die Grammatik verletzt, wenn ich das "Ich bin" zum
Gegenstand der Wesenfrage mache.
Mit den anderen Kandidaten habe ich
keine Probleme! Es sind nicht nur sinnvolle Fragen sie können m.E. auch eine
Antwort finden.
"Was bin ich außer Bewußtsein?" klar, ein Mensch! Siena würde
philosophischer sagen: Dasein, dem es in seinem Sein immer um dieses Sein selbst
geht, daß immer als in der Welt sein "anwest". Ich höre geradezu meinen alten
Dozenten Dr. Thomas Kelly schmettern: "Being-there is always
being-in-the-world!" :-)
salut
Lq
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von wosi am
17. Feb. 2006, 06:23 Uhr
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Hallo !
Harry R.(Antw.59) : < Zu klären wäre also:
1) Was ist
eine philosophische Frage?
2) Was ist der Sinn oder Unsinn einer Frage?
Es gibt aber Fragen,die aus einer Not heraus und Fragen,die nicht aus einer
Not heraus gestellt sind.
Bleiben wir bei der Philosophie,dann würde ich
sagen,es wären die notwendigen von den nicht notwendigen Fragen zuerst zu
unterscheiden.Es sollten sich doch Gründe angeben lassen.
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von ludovico
am 17. Feb. 2006, 10:14 Uhr
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Im ganzen kann ich die Position von henrywilhelm (#79) teilen. Natürlich kann
niemand ernsthaft daran interessiert sein, dass Philtalk zu einem Podium für
geistigen Durchfall wird. Aber auch nicht daran zu einer Plattform der
"déformation professionelle" zu mutieren. Ich sehe es aber so, dass beide
Extreme ihre Berechtigung darin finden, die Grenzen zu zeigen innerhalb derer
hier Diskussion stattfindet. Insofern keine Kritik meinerseits. Für so manchen
ist der Widerspruch ein Elixier.
L.
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von
Urs_meinte_Euch am 17. Feb. 2006, 11:20 Uhr
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Hallo miteinander!
Für mich ist es schwierig, den ganzen
Diskussionsverlauf zu überblicken. So weit ich sehe, habt Ihr aber bisher noch
kaum erläutert, was die Besonderheit philosophischer Fragen im Unterschied zu
bloßen Wissensfragen ausmacht.
Eine Wissensfrage ist beantwortet, wenn
man weiß, "was der Fall ist". Nun lassen sich Fragen wie: "Was ist der Mensch?"
oder "Wer bin ich?" durchaus als Wissensfragen verstehen und beantworten: "Der
Mensch ist ein zweibeiniges Säugetier." - "Ich bin Ursula von der Leyen." Und
diese Antworten lassen sich dann einigermaßen bequem überprüfen. Aber gehören
sie zum "Sprachspiel" der Philosophie? Sind es "sinnvolle philosophische
Fragen"? Wenn nein, warum nicht?
Es grüßt Euch
Urs
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von Eberhard
am 17. Feb. 2006, 14:19 Uhr
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Hallo allerseits,
danke für die Äußerungen zum Begriff „Wesen“. Ich habe
jedoch weiterhin meine Probleme mit Fragen nach dem Wesen (des Lebens, des
Menschen, der Welt etc.).
Deshalb beteilige ich mich auch ungern an der
Frage „Was ist Philosophie?“ solange nicht die Frage geklärt ist:
Woran
erkennt man, dass das Wesen richtig bestimmt wurde?
fragt Eberhard.
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von WuWei am
17. Feb. 2006, 19:20 Uhr
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Hallo Eberhard,
das "Wesen" ist das Wesen aller Objekte und dadurch kann
es selbst kein Objekt sein. Das heißt, das Wesen kann nicht wahrnehmbar sein.
Nur seine Formen, Farben und alle weiteren Eigenschaften sind wahrnehmbar.
Viele Grüße,
WuWei
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von
henrywilhelm am 17. Feb. 2006, 19:27 Uhr
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Guten Abend!
Bei Fragen nach dem „Wesen“ von etwas kommen fast immer
individuell sehr unterschiedliche Antworten. Diese Antworten scheinen
„Ansichtssache“ zu sein, und es erscheint aussichtslos, Übereinstimmung zu
finden.
Und doch kommen solche Fragen uns immer wieder in den Sinn. Dass
der Mensch ein zweibeiniges Säugetier ist, reicht uns manchmal nicht. Manchmal
ist die Frage nach dem Wesen des Menschen ernster gemeint:
Ist dieser
Zellhaufen schon ein „Mensch“?
Ist dieser Patient im Dauerkoma noch ein
„Mensch“?
Ist diese Behandlung der Gefangenen „menschlich“?
Solche
Fragen mögen unbeantwortbar oder in einem anderen Sinne sinnlos sein. Wenn wir
uns aber irgendwie betroffen sehen, stellen wir sie doch. Wir behaupten sogar.
Wir führen sogar „Gründe“ an. Bloß Gefühlsblahblah? Ansichtssache? Könnte man
genau so gut würfeln?
Warum stellt nicht mal eine(r) eine Behauptung
dieser Art auf: „Menschlich ist ...“ „Zu einem Menschen gehört ...“ und sagt
dazu seine Begründung?
Wir könnten ja mal prüfen, inwieweit wir das
nachvollziehen können. Und wenn wir keine Begründung finden, könnten wir mal
sagen, ob wir die Aussage trotzdem für richtig halten.
(Wem das zu wenig
„philosophisch“ erscheint, der zeige uns, wie man mit einem Salto in die
Metaphysik „sinnvoller“ vorankommt.)
Schöne Wochenendgrüße!
henrywilhelm
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von Eberhard
am 17. Feb. 2006, 22:16 Uhr
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Hallo allerseits,
Wenn das Wesen einer Sache das Wesentliche daran ist,
dann haben wir ein Werturteil.
Wenn das Wesen einer Sache dasjenige ist,
was die Sache definiert, dann haben wir einen Streit um Worrte.
Wenn das
Wesen nicht wahrnehmbar ist, wie erkennst man es dann?
Woran erkennt
man, ob eine Wesensbestimmung die riichtige ist?
fragt Eberhard.
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von
louisquinze am 18. Feb. 2006, 08:55 Uhr
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@eberhard
Sehr richtig gesehen Eberhard!
Bei Ihrer ersten Bemerkung
folgt ein Begriffsrealismus.
Bei der zweiten ein Konzeptualismus/Nominalismus
Und auf die Frage wodurch erkannt wird ist zu antworten:
Durch das Denken
selbst. Denn, wenn die Begriffe real (wie immer das nun im einzelnen zu denken
ist) verwirklicht sind kommt dem abstraktiven (den Wesensgehalt hervorhebenden)
Denken natürlich das "letzte Wort" beim Erkennen zu.
salut
Lq
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von Eberhard
am 18. Feb. 2006, 16:08 Uhr
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Hallo allerseits,
ich muss gestehen, dass mir die „Was ist x?“- Fragen
und die Fragen nach dem Wesen von x durch die bisherigen Äußerungen (und
Nicht-Äußerungen) nicht gerade unproblematischer geworden sind.
Durch
Denken soll man das Wesen erkennen und richtig bestimmen können. Darunter kann
ich mir nichts Bestimmtes vorstellen. Nehmen wir die Frage: Was ist das Wesen
der Sexualität? Ich kann über die Sexualität zahlreiche wahre Aussagen machen,
ich kann auch Bewertungen verschiedener Formen von Sexualität aufstellen und
Normen des sexuellen Verhaltens aufstellen. Aber was soll daneben noch die
Bestimmung eines Wesens der Sexualität?
Was soll neben allem, was man
über die Beschaffenheit der Welt sagen kann, noch das Wesen der Welt sein?
Solange nicht wenigstens eine Ahnung davon besteht, was richtige von
falschen Wesensbestimmungen unterscheidet, gehören für mich die „Was ist x?“
Fragen und die „Was ist das Wesen von x?“ Fragen - wenn nicht zu den sinnlosen -
so doch zu den unfruchtbaren Fragen. Und um solche Fragen sollte man einen
großen Bogen machen,
meint Eberhard.
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von Siena am
18. Feb. 2006, 18:22 Uhr
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Hallo Eberhard!
Du fragst in diesem Forum unter anderem:
"Hat das
menschliche Dasein einen Sinn?" oder:
"Gibt es sinnlose philosophische
Fragen?"
Diese Fragen wurden von dir hier eröffnet. Nun denke ich mir,
dass du es gewiss ernst meinst mit diesen Fragen und hier keine Komödie, die
vielleicht im Grunde ein Tragödie wäre, vorführst.
Denn, die Sinnfrage
ist eine Frage nach dem Ganzen - nach dem Grund - dem Letzten und Äußersten. Mit
der Form: "Hat das Dasein einen Sinn" - fragst du: Gibt es ihn wirklich - und
wenn ja, WAS ist das für ein Sinn, der dem Dasein Sinn verleiht. Diese implizite
Intention verleíht der Frage ihren Ernst und ihr Gewicht.
Du fragst also
in Wirklichkeit, vorausgesetzt du meinst es ernst, nach dem WAS-SEIN - nach dem
Wesen - dem So-sein des Sinnes.
Wiederum fragst du, ob es sinnlose
philosophische Fragen gibt. Du fragst im Grunde nach der Wirklichkeit dieser
Fragen - ob es sie gibt und wenn ja, was das für Fragen sind - die da sinnlos
wären. Du fragst also wiederum nach dem WAS-SEIN - dem So-sein dieser sinnlosen
Fragen.
So ergibt sich in jeder deiner Fragen eine WAS-Intention - ob du
das nun glauben magst oder nicht. Dir selbst nicht bewusst, bewegst du dich je
schon bei diesen Fragen in der Grundform: Was ist x?
Dass du diese "Was
ist x - Fragen" hier immer mitfragst, offenbart dein Vorhaben, einen weiten
Bogen um jene zu machen, als eine tragische Komödie.
Ich grüße dich!
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von Eberhard
am 18. Feb. 2006, 20:37 Uhr
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Hallo Siena,
Eine Frage ist dann ernsthaft gestellt, wenn der Fragende
sich der Antwort noch nicht sicher ist, wenn er nach Antworten und deren
Begründung sucht.
Bei unserem Thema war ich mir ziemlich sicher, dass es
in den philosophischen Foren Philtalk einige Fragen gibt, die sinnlos sind –
zumindest so, wie sie formuliert sind.
Hier ging es mir darum, die
Meinung anderer zu hören – auch entgegengesetzte Meinungen - und näher zu
analysieren, warum bestimmte Fragen unbrauchbar sind.
Die
Problematisierung der Was-ist-Fragen hat übrigens hel in diese Runde
eingebracht. Welch große Bedeutung eine Klärung dieser Art von Fragen und ihrer
Probleme hat, wird gerade wieder in der Diskussion zum Thema „Ist alles
Bewusstsein ..?“ exemplarisch vorgeführt, wo ständig mit unbegründeten
Wesensaussagen hantiert wird nach dem Muster: „Was Du hier alles glaubst zu
"haben", das bist du alles selbst!“ u.ä.
Solange nicht geklärt ist, was
das Kriterium einer richtigen Wesensbestimmung ist, sind diese
Wesensbestimmungen für allerlei Hokuspokus gut und es empfiehlt sich, daran
nicht mitzuwirken.
Bei der Diskussion zu der Frage: „Hat das menschliche
Dasein einen Sinn (jenseits der religiösen Sinnstiftungen)?“ handelt es sich um
eine Frage, die für mich selber offen ist, oder genauer: wo noch offen ist,
woher dieser Sinn kommen kann und welcher Art dieser Sinn sein kann.
Ich
sehe nicht alles, was Du nennst, als Was-ist-Fragen. Es gibt Warum-Fragen (Warum
ist diese Art von Fragen problematisch?) und Wie-Fragen (Wie ist die Welt
beschaffen?). Damit fragt man nach Begründungen und Beschreibungen, wobei nicht
das Problem der beliebigen Antworten besteht, wie bei den Fragen nach dem Wesen.
Ich hoffe, ich konnte mich verständlich machen, und grüße Dich.
Eberhard.
p.s.: Henrywilhelm, Deinen Vorschlag, die Wesensproblematik
anhand eines konkreten Beispiels (Was macht einen Menschen aus?) zu diskutieren,
finde ich im Prinzip richtig, befürchte allerdings, dass dieses Thema innerhalb
unserer Fragestellung nicht angemessen behandelt werden kann. Ähnliches gilt
übrigens für den Vorschlag, zu klären, was philosophische Fragen von anderen
Fragen unterscheidet.
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von
louisquinze am 18. Feb. 2006, 22:31 Uhr
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L.S.
Die Antwort auf "Was ist...?"-Fragen ist die Definition. Was ist x?
X ist der drittletzte Buchstabe des deutschen Alphabeths. Gebildet aus Gattung
und spezifischer Differenz. Deshalb kann es von höchsten Begriffen z.B.Sein,
Geist...keine Definition mehr geben.
Soweit handelt es sich um eine logische
Frage. Metaphysisch wird sie erst durch die Frage nach der
Verwirklichung...etwa: im Denken, in der Realität...
Was ist Sexualität:
ein triebgesteuertes Verhalten, das sich auf die Fortpflanzung des Individuums
und der Lebewesengattung bezieht.
salut
Lq
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von WuWei am
19. Feb. 2006, 08:03 Uhr
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Hallo Eberhard,
[/i]
ich muss gestehen, dass mir die „Was ist x?“-
Fragen und die Fragen nach dem Wesen von x durch die bisherigen Äußerungen (und
Nicht-Äußerungen) nicht gerade unproblematischer geworden sind.
[i]
das kann ich gut nachvollziehen.
[/i]
Durch Denken soll man das Wesen
erkennen und richtig bestimmen können. Darunter kann ich mir nichts Bestimmtes
vorstellen. Nehmen wir die Frage: Was ist das Wesen der Sexualität? Ich kann
über die Sexualität zahlreiche wahre Aussagen machen, ich kann auch Bewertungen
verschiedener Formen von Sexualität aufstellen und Normen des sexuellen
Verhaltens aufstellen. Aber was soll daneben noch die Bestimmung eines Wesens
der Sexualität?
[i]
Ich fürchte, man verliert sich hier allzu leicht
wieder im abstrakten Denken. Was ist Sexualität? Das ist ein Gedanke, ein
abstrakter Begriff, mit dem eine Vielzahl von Dingen zusammengefasst wird. Du
fragst nach dem Wesen von etwas, das es allein als Vorstellung gibt. Das, was
damit gemeint ist, gibt es natürlich nicht allein als Vorstellung.
Jetzt
kommt es natürlich darauf an, ob man mit Wesen von etwas seine Funktion oder
seine Substanz meint. Mit Denken kann ich nun die Funktion der Sexualität
bestimmen, z.B. Fortpflanzung. Wobei ich beim nächsten abstrakten Begriff bin.
Nicht, daß dies sinnlos wäre, aber es führt nicht zu dem, was die Dinge SIND.
[/i]
Was soll neben allem, was man über die Beschaffenheit der Welt
sagen kann, noch das Wesen der Welt sein?
[i]
Woraus besteht die Welt?
Aus Materie. Gut, und woraus besteht die? Aus Atomen. Und die wiederum? Und
woraus bestehen Gedanken, woraus Bewußtsein?
[/i]
Solange nicht
wenigstens eine Ahnung davon besteht, was richtige von falschen
Wesensbestimmungen unterscheidet, gehören für mich die „Was ist x?“ Fragen und
die „Was ist das Wesen von x?“ Fragen - wenn nicht zu den sinnlosen - so doch zu
den unfruchtbaren Fragen. Und um solche Fragen sollte man einen großen Bogen
machen,
[i]
Ich finde, dies ist die sinnvollste aller philosophischen
Fragen.
viele Grüße,
WuWei
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von wosi am
19. Feb. 2006, 16:07 Uhr
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Hallo !
Zu louisquinze :
louisquinze (Antw.101) : < Was ist
Sexualität: ein triebgesteuertes Verhalten, das sich auf die Fortpflanzung des
Individuums und der Lebewesengattung bezieht. >
Das ist eine mögliche
Antwort.Zu beachten sind Herkunft des Wortes < Sexualität > und dessen
Geschichte zum Begriff.
< sexuell > : geschlechtlich,zum Geschlecht
gehörig
< Sexus >,wie < Genus > bei Cicero Geschlecht eines Lebewesens.
Im sexuellen Verhalten zeigt sich,wie es sich mit der Sexualität verhält.Wer
oder was sich verhält und warum sich so verhalten wird,damit von Sexualität
gesprochen werden kann,wäre also notwendig zu klären.
Es muß zur Sprache
gebracht werden,was es heißt,sexuell zu sein,damit klar ist,was mit Sexualität
gemeint ist.
Die Festlegung auf ein triebgesteuertes Verhalten ist mir zu
voreilig und ungenau.
louisquinze (Antw.101) : < Die Antwort
auf "Was ist...?"-Fragen ist die Definition. Was ist x? X ist der drittletzte
Buchstabe des deutschen Alphabeths. >
Was ist < x > ? Ein Laut,der in
verschiedenen Bedeutungen verwendet wird und zu dem es ein Zeichen gibt.
Das
deutsche Alphabet ist eine Zusammenfassung aller Vokale und Konsonanten,die es
auch schon vor der Erfindung des Buchdrucks gab.Die Buchstaben waren zu Beginn
des Buchdruck Holzstäbchen,auf denen die Zeichen des Alphabets geschnitzt
wurden.
Zu Eberhard :
Eberhard (Antw.100) : < Solange
nicht geklärt ist, was das Kriterium einer richtigen Wesensbestimmung ist, sind
diese Wesensbestimmungen für allerlei Hokuspokus gut und es empfiehlt sich,
daran nicht mitzuwirken. >
Ebenso hätten Sie schreiben können : Solange
nicht geklärt ist,was das Kriterium einer philosophischen Frage ist,sind diese
philosophischen Fragen für allerlei Hokuspokus gut und es empfiehlt sich,daran
nicht mitzuwirken.
Das wäre eine klare Antwort zu Siena (Antw.99) :
< Du fragst in diesem Forum unter anderem:
"Hat das menschliche
Dasein einen Sinn?" oder:
"Gibt es sinnlose philosophische Fragen?"
Diese Fragen wurden von dir hier eröffnet. Nun denke ich mir, dass du es
gewiss ernst meinst mit diesen Fragen und hier keine Komödie, die vielleicht im
Grunde ein Tragödie wäre, vorführst. >
Eberhard (Antw.100) : < Bei der
Diskussion zu der Frage: „Hat das menschliche Dasein einen Sinn (jenseits der
religiösen Sinnstiftungen)?“ handelt es sich um eine Frage, die für mich selber
offen ist, oder genauer: wo noch offen ist, woher dieser Sinn kommen kann und
welcher Art dieser Sinn sein kann.>
Der Sinn des menschlichen Daseins
ohne religiöse Sinnstiftung besteht in sinnstiftenden Versuchen,zu zeigen,was es
heißt,ein Mensch zu sein.
Der Sinn des menschlichen Daseins mit religiöser
Sinnstiftung besteht in sinnstiftenden Versuchen,zu zeigen,was es heißt,ein
Mensch zu sein.Religion ersetzt nicht Sinn,wie auch umgekehrt.
Dem
Menschen drängt sich doch die Frage nach Sinn auf und denkende Menschen finden
darauf eigenständige und begründete Antworten.Das Scheitern ist darin enthalten.
Nicht einmal der Buchhalter findet die wahre Antwort stets in den Büchern,wie so
mancher Konkurs verdeutlicht.
Zu henrywilhelm :
henrywilhelm
(Antw.95) : < Manchmal ist die Frage nach dem Wesen des Menschen ernster
gemeint:
Ist dieser Zellhaufen schon ein „Mensch“?
Ist dieser
Patient im Dauerkoma noch ein „Mensch“?
Ist diese Behandlung der Gefangenen
„menschlich“? >
Die erste Frage ist keine philosophische Frage.Von einem
Zellhaufen kann ernstlich nur die Rede sein,wenn sich Einzeller an einem Ort
anhäufen.So fragen kann nur,wer die vergleichende Embryologie nicht kennt oder
ignoriert.
Die zweite Frage ist ebenfalls keine philosophische,sondern
eine weltanschauliche Frage.
Der Patient im Dauerkoma ist ohne jeden Zweifel
ein Mensch.
Erst wenn es darum geht,zu beantworten,wie lange einem Patienten
mit künstlichen Mitteln der Lebenserhalt zu gewähren ist,kann von einer
philosophischen Frage die Rede sein.
Die dritte Frage ist eine
philosophische Frage.Es geht um die Abgrenzung zwischen menschlicher und
unmenschlicher Behandlung von Gefangenen.Diese Grenze zu bestimmen bedeutet,zu
klären,wann recht gehandelt wird.
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von
louisquinze am 19. Feb. 2006, 17:28 Uhr
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L.S.
Es ging natürlich nicht darum die bestmögliche Definition für "x"
oder "Sexualität" zu liefern. Das hat ja auch garnichts mit unserem Thema hier
zu tun, sondern darum zu zeigen, daß die Antwort auf Was- ist-Fragen die
Definition ist, die in angegebener Weise als "logisches Wesen" angegeben werden
kann. Hiervon wurde ein "metaphysische Wesen" unterschieden. All das zusammen
diente auf den Einwurf Eberhards als eine Antwort.
Also: immer schön den
argumentativen Kontext beachten!
salut
Lq
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von wosi am
19. Feb. 2006, 20:39 Uhr
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Hallo !
Zu louisquinze :
Es geht mir nicht um eine bestmögliche
Definition.In vielen Fällen ist eine ordentliche Definition als Antwort auf eine
Frage der Gestalt < Was ist ..... ? > überhaupt nicht möglich (Sexualität) oder
es gibt sehr verschiedene Definitionen ( X ).
In manchen Fällen ist es dann
zweckmäßig,zur Sprache zu bringen,was es heißt,dies zu sein,damit klar wird,was
damit gemeint ist.Ich will keine bessere Definition der Sexualität angeben und
habe das auch nicht getan,wohl aber Ihr Definitionsbeispiel als unzureichend
kritisiert,um deutlich zu machen,daß eine Definition nicht zwingend erforderlich
ist.
Sie schreiben in Antw.101 :
< Die Antwort auf "Was
ist...?"-Fragen ist die Definition. >
Ich hätte auch kurz schreiben
können : „Die Definition ist eine mögliche Antwort auf "Was
ist...?"-Fragen“,denn „Was ist eine Definition ? “.
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von Eberhard
am 19. Feb. 2006, 22:33 Uhr
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Hallo WuWei,
ich hatte geschrieben:
„Was soll neben allem, was man
über die Beschaffenheit der Welt sagen kann, noch das Wesen der Welt sein?“
Du antwortest mit einer Gegenfrage, die Du gleich (für mich?) beantwortest:
„Woraus besteht die Welt? Aus Materie. Gut, und woraus besteht die? Aus Atomen.
Und die wiederum? Und woraus bestehen Gedanken, woraus Bewußtsein?“
Die
Frage „Woraus besteht die Welt?“ würde ich beantworten: „Die Welt besteht aus
allem, was da ist, da war und da sein wird. Die Vorstellung irgendeiner
einheitlichen Grundsubstanz wie Materie oder Geist ist mir fremd.
Ich
hätte auch Probleme, z.B. die Gravitationskraft oder ein elektro-magnetisches
Feld als „Materie“ zu bezeichnen. Ähnlich unverständlich ist mir die
Postulierung einer einheitlichen Grundsubstanz „Bewusstsein“. Ist der Tisch vor
mir Bewusstsein?
Die Dinge in ihrer Verschiedenheit sind nicht außerdem
noch ein und dasselbe in Gestalt einer Grundsubstanz. Wozu brauchst Du so etwas
wie eine Grundsubstanz?
fragt Eberhard.
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von Eberhard
am 19. Feb. 2006, 22:40 Uhr
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Hallo Louis,
folgt aus Ihrer Bestimmung des Wesens der Sexualität, dass
Empfängnisverhütung nicht sein sollte, weil dies dem Wesen der Sexualität
widerspricht?
fragt Sie Eberhard.
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von
louisquinze am 19. Feb. 2006, 23:57 Uhr
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Grüß' Sie Eberhard,
ich dachte mir schon, daß wir jetzt doch bei diesen
Fragen landen. Gedacht war das ja nur als ein Beispiel zur klassischen
Definitionslehre.
Klar ist, daß es sich nicht um etwas subsistierendes
handelt. Folglich gibt es hier auch kein ontisches Wesen, sondern nur ein
logisches. Kategorial würde ja Sexualität als ein Habitus und eine Relation
verstanden werden. Dazu gehören ja substantielle Träger, also Tiere, Menschen.
reden wir jetzt einschränkend von menschlicher Sexualität.
Ich habe sie als
ein triebgesteuertes (also nicht vollbewußtes) Verhalten bezeichnet und dieses
sollte sich beziehen auf die Fortpflanzung von Individuum und Gattung (hier
Mensch). Sie ist schon eine Wesenseigenschaft des Menschen, da zu jedem Menschen
als solchen dazugehörig.
Daß sie sich auf Fortpflanzung bezieht schließt
nicht aus, daß sie eine besondere Form menschlichen Sozialverhaltens ist. Als
solches erstrebenswert. Da nicht jede sexuelle Handlung zu neuer
Nachkommenschaft führen kann und soll ist deutlich, also ist Empfängnisverhütung
zulässig. Der Bezug (qua Allgemeinverhalten) zur Fortpflanzung von Individuum
und Gattung ist dadurch nicht beeinträchtigt (nicht negiert)
Schwieriger
werden jetzt Fragen nach Masturbation und Homosexualität. Ersteres könnte als
Ersatzhandlung (Notlösung) bezeichnet werden, bei letzeterm hat man nun die
Möglichkeit zu sagen: hier handelt es sich nicht recht eigentlich um sexuelles
Verhalten (etwas künstliche Ausklammerung) oder aber, auch dieses Verhalten
beziehe sich ja, gewissermaßen über das sexuelle Sozialverhalten doch auch
irgendwie auf die Ziele der Sexualität mehr allgemein. Zugegebenermaßen etwas
philosophisch diese Meinung.
Bonne nuit
Lq
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von
louisquinze am 20. Feb. 2006, 10:52 Uhr
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Anhang:
Zugegebenermaßen alles etwas unbefriedigend:
Also nochmal:
Sexualität ist ein triebgesteuertes Sozialverhalten des Menschen, das eine
besondere menschliche Existenzmöglichkeit verwirklicht, die darin besteht, sich
fortpflanzen zu können und auch sozial-kommunikativen Eigenwert besitzt.
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von WuWei am
20. Feb. 2006, 14:16 Uhr
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Hallo Eberhard,
[/i]
Die Vorstellung irgendeiner einheitlichen
Grundsubstanz wie Materie oder Geist ist mir fremd.
Ich hätte auch Probleme,
z.B. die Gravitationskraft oder ein elektro-magnetisches Feld als „Materie“ zu
bezeichnen. Ähnlich unverständlich ist mir die Postulierung einer einheitlichen
Grundsubstanz „Bewusstsein“. Ist der Tisch vor mir Bewusstsein?
Die
Dinge in ihrer Verschiedenheit sind nicht außerdem noch ein und dasselbe in
Gestalt einer Grundsubstanz. Wozu brauchst Du so etwas wie eine Grundsubstanz?
[i]
nun, darauf will ich hinaus: es gibt keine Grundsubstanz, es gibt
überhaupt keine Sustanz. Wenn es aber keine Substanz gibt, warum hast du dann
ein Problem, daß der Tisch vor dir Bewußtsein ist? Er ist "geistiger" Natur,
auch sein Gewicht, seine Härte sind geistiger Natur. Denn er ist ja
Bewußtseinsinhalt. All seine realen Eigenschaften sind Wahrnehmungen, und wie
sollten Wahrnehmungen eine Substanz haben?
Grüße,
WuWei
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von
Urs_meinte_Euch am 20. Feb. 2006, 15:41 Uhr
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Hallo miteinander!
Die Unterscheidung zwischen dem "logischen" und dem
(nennen wir es:) "ontischen" Wesen, die Louis XV eigeführt hat, scheint mir
zunächst einmal ganz hilfreich zu sein. Denn dabei zeigt sich sofort, dass sich
Gegenstände sehr vielfältig definieren lassen. "Mensch" lässt sich nicht nur als
"vernunftbegabtes Säugetier", sondern auch als "ungefiederter Zweibeiner" oder
"terrestirisches Lebewesen" definieren.
Was jeweils "Gattung" und was
"spezifische Differenz" sei, ist nicht beliebig, aber doch sehr kontextabhängig.
Und damit wird absehbar, dass es kaum möglich sein dürfte, das Universum in eine
endliche und feststehende Menge aus "ontischen" Gattungen und Arten einzuteilen,
die unabhängig von uns, den erkennenden und definierenden Menschen, "gegeben"
wären.
Ist damit der Begriff des Wesens oder des Wesentlichen sinnlos?
Das denke ich nicht. Ich meine sogar, dass wir gar nicht umhin kommen, aus den
Gegenständen unserer Erkenntnis jeweils das "Wesentliche" - nämlich das uns
gerade jetzt oder in einem bestimmten, typischen Zusammenhang Interessierende -
herauszuheben. Nur sollten wir uns dabei im Klaren darüber sein, dass WIR
diejenigen sind, die dieses "Wesentliche" zu unseren Zwecken herausgreifen oder
auch intertemporal festlegen und vereinbaren.
Das Beispiel der
Sexualität kann dies veranschaulichen. Biologen werden Sexualität anders
verstehen als Soziologen, Psychologen oder Moraltheologen - und damit auch
jeweils etwas anderes daran "wesentlich" finden Und die Beteiligten an einer
sexuellen Beziehung (sprich: ein verliebtes Paar) werden wiederum etwas anderes
an ihrer eigenen Sexualität wesentlich finden und diese entsprechend gestalten,
also ihre ganz persönliche sexuelle "Sprache" finden...
Einen Standpunkt
zu suchen - und zu glauben, er lasse sich finden -, von dem aus ein für alle Mal
verbindlich bestimmbar wäre, was Sexualität "im Wesen" ist, halte ich dagegen
für illusionär. Und der Anspruch, über einen solchen allgemeinverbindlichen
Standpunkt faktisch zu verfügen, wäre m.E. autoritär.
Schöne Grüße
von
Urs
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von
louisquinze am 20. Feb. 2006, 16:17 Uhr
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Das ist übrigens der Grund, Urs, warum viele der platonischen Dialoge und die wo
es Socrates um ebensolche Definitionen geht, ergebnislos ausgehen. Es geht hier
um eine Schärfung unserer Begriffe und unseres Denkens, nicht darum nun ein für
allemal die Wahrheit gefunden zu haben.
salut
Lq
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von Eberhard
am 02. März 2006, 09:08 Uhr
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Hallo allerseits,
es gibt noch einen Nachschlag:
Ist die Frage: Wo
findet Zeit und Raum statt? eine sinnvolle Frage?
Grüße von Eberhard.
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von
louisquinze am 02. März 2006, 14:25 Uhr
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Na Eberhard,
das hätten Sie sich ja wohl sparen können.
Es gibt doch
eine einfache Antwort auf diese Frage!
"Es gibt keinen Ort wo Raum und
Zeit stattfinden!"
Sinnvolle Antwort also sinnvolle Frage. ;-)
salut
Lq
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Titel: an Eberhard
Beitrag von erfinder3000 am 02. März 2006, 18:16 Uhr
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Hi Eberhard,
zunächst ein Kompliment an Dich, weil es Dir gelungen ist,
einige sinnlose Fragen zu formulieren und deren Sinnlosigkeit auch dann zu
beweisen, wenn diese gar nicht so offensichtlich war.
Aber einige schöne
Frage will ich auch noch formulieren:
[sun]
"Wodurch findet Gott
(meinswege auch "das ICH") statt?"
"Wenn Gott allmächtig ist, hat er dann
auch die Macht in seiner Nase zu popeln?"
"Was ist der Sinn Gottes?"
"Was
ist der Sinn Gottes nach dessen Geist?"
"Was war die erste Ursache, oder
hatten wir die schon?"
"Was ist der Sinn des Seins?"
"Was ist das Sein des
Sinns?"
[cheesy]
mfg
erfinder3000
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von Joy am 02.
März 2006, 18:30 Uhr
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on 03/02/06 um 09:08:26, Eberhard wrote:Wo findet Zeit und Raum statt?
Raum und Zeit finden immer hier und jetzt statt, sind Aspekte
des unterscheidenden BewusstSeins. Raum und Zeit jeweils als "Ding an-sich"
betrachtet sind jedoch raum- bzw. zeitlos.
Das Verständnisproblem ist
dabei stets das gleiche, dass nämlich nicht die verbale Aussage selbst die
eigene Erkenntnis ist oder sein kann, sondern die verbale Aussage nur
sprachlich-gedanklich die nonverbale Erkenntnis verbal reflektiert. Fehlt die
eigene lebendige Erkenntnis, auf welche eine verbale Aussage immer nur
reflektiert und verweist, dann wird die begriffliche Aussage entweder gar nicht
verstanden und als Quatsch oder ähnlich tituliert oder sie erzeugt eine
"Vor-Stellung", was damit gemeint sein könnte. Sprache ist stets nur
reflektierende Objektivierung von subjektiver Erkenntnis, aber eben niemals die
Erkenntnis selbst. Sprache, Begrifflichkeit ist immer nur Spiegelung, denn der
Begriff, das Wort selbst, ist nicht das, was es immer nur reflektierend
bezeichnet - weshalb die Wirklichkeit auch immer nur selbst erkannt werden kann,
denn sie "steckt" nicht im Worte.
Sehr schön kommt dies im bereits 1.
Kapitel des Tao Te King
(http://home.pages.at/onkellotus/TTK/German_Wing_TTK.html), hier in der
Übersetzung von R. L. Wing, zum sprachlichen Ausdruck:
Das sagbare
Tao
Ist nicht das Tao des Absoluten.
Der nennbare Name
Ist nicht der
Name des Absoluten.
Das Namenlose rief Himmel und Erde ins Leben.
Das
Nennbare ist die Mutter aller Dinge.
Demnach enthüllt sich dem
erwartungslosen Blick
Stets der Beweg-Grund;
Dem erwartungsvollen Blick
aber enthüllt sich
Stets die Begrenzung.
Der Ursprung der beiden ist
der gleiche.
Nur dem Namen nach sind sie verschieden.
Zusammen nennt man
sie tief,
Tief und geheimnisvoll.
Das Tor zum kollektiven Beweg-Grund.
Gruß
Joy
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von Eberhard
am 04. März 2006, 10:39 Uhr
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Hallo allerseits,
Joys Frage: „Wo findet Raum statt?“ ist sinnlos.
Mit dem Wort „wo?“ fragen wir nach einem Ort im Raum (Antwort z.B.: „Am
Nordpol“).
Der Raum als Dimension kann aber selber keinen Ort im Raum
haben,
meint Eberhard.
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von
louisquinze am 04. März 2006, 10:52 Uhr
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Ich möchte Ihnen ja gern das Schlußwort überlassen, aber was Sie da sagen ist
falsch!
Die Fragen werden doch nicht dadurch sinnlos, daß es einen
Gegenstand nicht gibt. Dazu müßte ich ja auch im voraus auf die Frage antworten,
wie Sie es auch tun.
Also: Jede Frage, die grammatikalisch korrekt
gestellt ist, ist auch sinnvoll. Das gilt auch für Erfinders3000 Fragen! Ob die
Beschäftigung mit diesen Fragen eine sinnvolle ist, bleibe dahingestellt. das
ist eine ganz andere Frage.
salut
Lq
P.S.: So, Eberhard, jetzt
dürfen Sie Ihr Schlußwort schreiben, aber nur wenn Sie dem inhaltlich nichts
mehr hinzügen. Sonst geht es weiter!
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von Eberhard
am Vorgestern, 11:52 Uhr
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Hallo allerseits,
hier noch einmal eine schöne philosophische Frage:
"Wo befindet sich die von Dir wahrgenommene Welt?"
Meines Erachtens
gehört diese Frage nach einem bestimmten Ort ("wo?") zu den Fragen, auf deren
Beantwortung man nicht viel Mühe verwenden sollte.
Diese Frage macht
keinen Sinn, denn bestimmte Orte kann es nur in der Welt geben.
Die
Frage, wo sich die gesamte Welt befindet, ist deshalb sinnlos,
meint
Eberhard.
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III
Beitrag von Siena am
Vorgestern, 14:27 Uhr
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Grüß dich Eberhard!
Lang istŽs her! Im Thread I sprach ich von den
grundsätzlichen Bedenken in Ansehung deiner Frage und der Beibringung einer
zureichenden Definition von Sinn.
Vieles habe ich nicht mitverfolgt -
dein letztes Wort hier aber muss ich zurückweisen.
Richtig sagst du, dass
es bestimmte Orte nur "in" einer Welt geben kann - sozusagen "innerweltliche -
Orte".
Damit ist aber überhaupt nicht gesagt, dass die Frage: Wo befindet
sich die ganze Welt? sinnlos sei - im Gegenteil.
Allein deine Aussage,
dass es bestimmte Orte nur in einer Welt geben kann zeigt schon in die Richtung
eines vorausgesetzten Weltphänomens. Ich möchte erweitern: Seiendes jedweder Art
kann überhaupt nur offenbar sein, wenn Welt da ist - Welt also ein ontologisches
Faktum ist.
Das sagt aber wiederum nichts darüber aus, ob offenbares
Seiendes (nicht unserer Art) Welt hat - in einer Welt ist;
vielmehr könnte es
sein, dass es allein weltzugehörig ist, als Innerweltliches begegnet - zum
Menschen in seiner Welt zugehörig.
Die Frage nach dem "Wo" von Welt ist
sinnvoll, wenn sich zeigen sollte, dass Welt ein Strukturmoment des endlichen
Daseins darstellt - Welt die Bedingung der Möglichkeit überhaupt des Vestehens
von Seiendem ist - Seiendes durch Welt überhaupt vestehbar wird - und deshalb in
einem Sinn-horizont stehen kann.
Wo ist Welt? Antwort: Welt ist ein
existenzialontologisches Faktum - bildet sich, wenn man so will, in der
Ortschaft des Mensch-seins.
Sinnvoll grüßend, siena!
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