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Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
PhilTalk Philosophieforen
Theoretische Philosophie >> Erkenntnistheorie, Wissenschaftstheorie >> Gibt es
sinnlose philosophische Fragen? II
(Thema begonnen von: Eberhard am 30. Jan.
2006, 15:14 Uhr)
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Titel: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von Eberhard am 30.
Jan. 2006, 15:14 Uhr
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Hallo allerseits,
Dies ist die Fortsetzung der Diskussionsrunde gleichen
Titels.
Ich bitte die Leser zu entschuldigen, dass wir zu der Frage
übergegangen sind: "Gibt es eine bewusstseinsunabhängige Außenwelt?" Vielleicht
kriegen wir von dieser (sinnvollen?) Frage ja noch einmal die Kurve zum
ursprünglichen Thema.
Hier nochmal mein letzter Beitrag:
Hallo
allerseits, hallo Joy,
Du schreibst:
“Meine "Grundaussage" (also:
"Die erlebte Wirklichkeit ist eine rein geistige Wirklichkeit …") ist weder
richtig noch ist sie falsch. Sie ist lediglich eine Aussage darüber, was hier
und jetzt wirklich ist.“
Dies ist für mich schwer verständlich. Die
Aussage ist nicht richtig und ist nicht falsch …. ?
Wenn sie fehlerfrei
ist, wenn Du sie Deinem Denken und Handeln zu Grunde legst, wenn Du andere zur
Zustimmung bewegen willst, warum ist sie dann nicht richtig?
Du schreibst
zu Deiner Grundaussage weiter:
“… sie ist eine Aussage über das, was
hier und jetzt wirklich ist.“
Dieser Satz ist in seiner Bedeutung
unklar:
Wäre die Aussage: „Die erlebte Wirklichkeit ist KEINE rein
geistige Wirklichkeit …“ für Dich ebenfalls eine Aussage über das, was hier und
jetzt wirklich ist?
Ich weiß nicht, was diese eher verwirrenden
Neuschöpfungen anstelle bewährter Begriffe bringen sollen.
Schließlich
wundert es mich, dass Du mit dem Satz „Ich sehe vor mir den Kölner Dom“ keine
Probleme hast, denn er drückt doch sehr deutlich das Verhältnis eines Subjektes
zu einem Objekt aus, also eine „Dualität“, die es Deiner Ansicht nach nicht
gibt: „Die erlebte Wirklichkeit ist … ihrem Wesen nach nondual“, wie Du
schreibst.
Es grüßt Dich Eberhard.
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von hel am 30.
Jan. 2006, 20:34 Uhr
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on 01/30/06 um 15:14:15, Eberhard wrote:Ich bitte die Leser zu
entschuldigen, dass wir zu der Frage übergegangen sind: "Gibt es eine
bewusstseinsunabhängige Außenwelt?" Vielleicht kriegen wir von dieser
(sinnvollen?) Frage ja noch einmal die Kurve zum ursprünglichen Thema.
Ich leg mich mal in die Kurve :-) :
Annahme I: Nur über die
bewußte Wahrnehmung erfahren wir die Welt.
Annahme II: Alles, was wir
wahrnehmen, kann A: entweder eine unabhängige Existenz haben, oder B: Nur Teil
unserer Wahrnehmung sein.
Annahme III: Es gibt kein Kriterium, nachdem wir
beweisen können, ob A oder B gilt. D.h., es gibt keinerlei Aussage, die
beschreibt, welcher Art eine bestimmte Wahrnehmung sein müßte, damit ich sagen
kann, sie fällt in die eine oder andere Kategorie.
Ergebnis: Sollten die
drei Annahmen wahr sein, ist die Frage, ob es eine bewußtseinsunabhängie
Außenwelt gibt, nicht entscheidbar. Man kann sich je nach Geschmack eine Antwort
aussuchen.
Die weitere Suche nach einer endgültigen Antwort kann -
solange die genannten Prämissen gelten - als unsinnig betrachtet werden.
Aus den drei Annahmen folgt auch weiters, daß alle Aussagen über die Natur der
Welt (der Erscheinungen) unabhängig vom Glauben an ihre objektive Existenz sind.
Er ist also für alle nicht-metaphysischen Belange irrelevant.
Grüße,
hel
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von Eberhard am
30. Jan. 2006, 21:05 Uhr
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Hallo WuWei,
die Darstellung Deiner Position hat mich etwas überrascht.
Ich empfinde sie eher als Ausdruck dessen, wie Du die Welt erlebst, wie Dir die
Welt erscheint denn als Beschreibung der Wirklichkeit.
Insofern habe ich
auch nichts zu kritisieren.
Probleme habe ich allerdings mit dem
Sprachgebrauch, insbesondere mit der Verwendung des Wortes „Wahrnehmung“. Du
schreibst: „Auch die Welt erscheint immer nur als wahrgenommene Welt.“
Während für mich „Wahrnehmung“ nur einer von mehreren Bewusstseinszuständen ist
(diejenigen, die durch körpereigene Sensorien erzeugt werden) wendest Du das
Wort „wahrnehmen“ nach meinem Eindruck im Sinne von „bewusst registrieren“ an,
sodass auch Erinnerungen, Phantasien, Träume, Denkvorgänge und Vorstellungen
jeder Art „wahrgenommen“ werden. Was ich sehe und was ich phantasiere sind für
Dich beides „Wahrnehmungen“ und der Unterschied zwischen vorgestellten und
sinnlich erfahrenen Sachverhalten verschwindet hinter der gemeinsamen
Bezeichnung als „Wahrnehmung“ .
Das besondere an den von Sensorien wie
den Augen und Ohren erzeugten Bewusstseinszuständen ist, dass sie - verbunden
mit der Fähigkeit zum Erinnern - u.U. intertemporale und intersubjektive Geltung
besitzen, also von anderen Individuen zu anderen Zeitpunkten übernommen werden
können und – logisch geordnet - ein gemeinsames „Weltbild“ möglich machen (Vier
Augen sehen mehr als zwei).
Insofern können die sprachlich
wiedergegebenen Sinneswahrnehmungen (auch die erinnerten Wahrnehmungen) „wahr“
oder „falsch“ sein, was für Träume, Phantasien und Vorstellungen nicht gilt.
Das ist alles noch etwas unsauber formuliert, aber ich meine, dass hier ein
wichtiger Unterschied zwischen den „Hier-und-Jetzt“-Theoretikern und ihren
Kritikern liegt.
Herzliche Grüße von Eberhard.
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von jonny_W. am
30. Jan. 2006, 21:15 Uhr
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Hi Hel,
ich leg mich auch mal mutig in die Kurve:
Hel: "Annahme III:
Es gibt kein Kriterium, nachdem wir beweisen können, ob A oder B gilt. "
jonny: dieses Kriterium gibt es, es ist zumindest für den Mikrokosmos gültig und
heißt Bellsche Ungleichung.
Die durchgeführten Experimente bestätigten B. Die
Welt hat keine von einer Messung unabhängige Existenz.
jonny
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von hhmoeller
am 30. Jan. 2006, 22:12 Uhr
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on 01/30/06 um 21:15:35, jonny_W. wrote:Hi Hel,
ich leg mich auch mal
mutig in die Kurve:
Hel: "Annahme III: Es gibt kein Kriterium, nachdem
wir beweisen können, ob A oder B gilt. "
jonny: dieses Kriterium gibt es, es
ist zumindest für den Mikrokosmos gültig und heißt Bellsche Ungleichung.
Die
durchgeführten Experimente bestätigten B. Die Welt hat keine von einer Messung
unabhängige Existenz.
jonny
Dieses Kriterium ist nicht
"zumindest" sondern ausschließlich für den Mikrokosmos zuständig. (Algebraische
Quantenmechanik, Dekohärenztheorie, Korrespondenzprinzip)
In der
Quantenmechanik fehlt den Aussagen über inkommensurable Eigenschaften die
protologische Eigenschaft der uneingeschränkten Verfügbarkeit. Wenn man von
inkommensurablen Eigenschaften spricht, muß man daher die Quantenlogik anwenden,
die den Satz Tertium non datur nicht kennt.
In der Makroskopischen Welt
gibt es keine inkommensurablen Größen. Daher sind in der makroskopischen Welt
alle Aussagen uneingeschränkt verfügbar. Deshalb gilt in diesem Bereich die
klassische Logik. Es bleibt daher dabei, daß es logisch unmöglich ist, daß die
materielle Existenz von Gegenständen von der Wahrnehmung abhängig ist.
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von hel am 30.
Jan. 2006, 22:48 Uhr
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Hallo Jonny,
on 01/30/06 um 21:15:35, jonny_W. wrote:Hel: "Annahme III:
Es gibt kein Kriterium, nachdem wir beweisen können, ob A oder B gilt. "
jonny: dieses Kriterium gibt es, es ist zumindest für den Mikrokosmos gültig und
heißt Bellsche Ungleichung.
Die durchgeführten Experimente bestätigten B. Die
Welt hat keine von einer Messung unabhängige Existenz.
Soviel
ich weiß, wurde mit Hilfe der Bellschen Ungleichung in Experimenten
nachgewiesen, daß Quantenphänomene nicht "lokal" erklärbar sind. Beispiel: zwei
verschränkte Photonen werden in zwei verschiedene Richtungen geschickt , in
jeder Richtung wartet ein Polarisationsfilter auf sie. Solange sie nicht
gemessen werden, läßt sich diesen Photonen keine Eigenschaft (z.B.
Polarisationsrichtung) zuordnen. Sobald aber eines der beiden Photonen durch den
Filter tritt, hat auch das andere zwingend die gleiche Polarisationsrichtung.
Mit der Bellschen Ungleichung konnte nachgewiesen werden, daß diese Abstimmung
zwischen den Photonen nicht bei deren Verschränkung entstanden sein kann (lokale
Parameter) sondern erst ab Meßzeitpunkt entstehen. Die Filter gelten hier z.B.
als Meßgeräte. Es ist aber irrelevant, ob Menschen bei diesem Versuch zugegen
sind. Die Photonen zeigen ihre Eigenschaften beim Durchgang durch den Filter
auch dann, wenn der Wissenschaftler bei dem Experiment einen Kaffee trinkt und
sich später die Ergebnisse auf dem Computer ansieht.
Weiters ist das Photon
gemäß Quantenphysik nicht "inexistent", auch solange es nicht mit anderen
Teilchen in Beziehung tritt, sondern wird dann lediglich als
Wahrscheinlichkeitswelle interpretiert. Ein ziemlich unanschaulicher Zustand -
und sicher nicht ein Produkt unserer Wahrnehmung. Schon deswegen nicht, weil
noch niemals ein einzelnes Photon jemals von einem noch so scharfsichtigen
Wissenschaftler direkt wahrgenommen werden konnte.
Soweit zumindest mein
rein laienhaftes Verständnis der populärwissenschaftlichen Literatur.
Ich
kann also noch immer glauben, daß unabhängig von meiner Wahrnehmung Photonen im
Quantenzustand als Wahrscheinlichkeitswellen, im Zustand der Superposition und
später, in Wechselwirkung mit makroskopischen Systemen, in dekohärenter Form
existieren.
Ist natürlich klar, da ich selbst quasi ein makroskopisches
System bin, nur dekohärente Phänomene selbst wahrnehmen kann.
Grüße,
hel
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von Joy am 30.
Jan. 2006, 23:06 Uhr
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on 01/30/06 um 20:34:40, hel wrote:Ich leg mich mal in die Kurve :-) :
Annahme I: Nur über die bewußte Wahrnehmung erfahren wir die Welt.
Wenn ich unter dem Begriff "Annahme" alternativ die Begriffe Vermutung
und Hypothese setze und verstehe, dann ist für mich die hier beschriebene
"Annahme I" gar keine "Annahme", sondern ein Faktum. Wenngleich ich die unter
"Annahme I" stehende Formulierung noch etwas weiter greifen würde. Die "Annahme
I" (die für mich ein Faktum ist) hieße dann ergänzt: "Nur über die bewusste
Wahrnehmung erfahren, erleben und erkennen wir die Welt." Eine schlussfolgernde
Aussage über diese "Annahme I" (die für mich ein Faktum ist) wäre dann z.B.:
"Das bewusste erfahren, erleben und erkennen der Welt IST die Welt selbst."
on 01/30/06 um 20:34:40, hel wrote:Annahme II: Alles, was wir
wahrnehmen, kann A: entweder eine unabhängige Existenz haben, oder B: Nur Teil
unserer Wahrnehmung sein.
Die hier genannten Alternativen A und
B sind, wie es scheint, theoretisch beide möglich. Die damit aufgeworfene Frage,
ist tatsächlich "die Frage", welche das (dualistische) Denken formuliert und auf
welche die Philosophie in ihrer Erkenntnissuche ausgerichtet ist.
on
01/30/06 um 20:34:40, hel wrote:Annahme III: Es gibt kein Kriterium, nachdem wir
beweisen können, ob A oder B gilt. D.h., es gibt keinerlei Aussage, die
beschreibt, welcher Art eine bestimmte Wahrnehmung sein müßte, damit ich sagen
kann, sie fällt in die eine oder andere Kategorie.
"Annahme III"
ist wiederum keine "Annahme" (im Sinne von Vermutung und Hypothese). Hier
handelt es sich wohl offensichtlich und eindeutig um eine nach rein logischen
Kriterien formulierten feststellenden Aussage über die theoretische Möglichkeit
der definitiven Entscheidbarkeit nach logischen Kriterien, ob zwischen den in
"Annahme II" unter A und B genannten Alternativen eine der beiden Alternativen
nun zutreffend (= wahr) und die andere unzutreffend (= unwahr) ist.
Bleibe ich nun aber allein und ausschließlich bei der wirklichen Faktizität,
dann ist es gar nicht so schwer selbst zu erkennen, dass die
theoretisch-gedankliche Fragestellung, ob denn nun A oder B zutreffend sei, erst
selbst eine theoretisch-gedankliche Alternative formuliert, die sich im realen
Erleben, Erfahren und Erkennen der Welt gar nicht wirklich zeigt und stellt,
sondern lediglich vom dualistischen konzeptuellen Denken erst konstruiert wird
und dann auf das reale Erleben, Erfahren und Erkennen der Welt hier und jetzt
projiziert wird.
Wer will denn ernsthaft daran zweifeln, dass die
"raumzeitliche Welt" irgendwo anders "existiert" als im wahrnehmenden
raumzeitlosen Geist hier und jetzt selbst? Und welchen zweifelsfreien faktischen
Beleg könnte er je für eine solch gegenteilige Behauptung erbringen, außer
gedanklich-theoretische Konstrukte? Für die Aussage hingegen, dass die
ausschließlich hier und jetzt erlebte, erfahrene und erkannte Welt der
erkennende Geist selbst ist, bedarf es aber gar keiner zu beweisenden
konstruierten Theorie oder Annahme, sondern das eigene Erleben, Erfahren und
Erkennen der Welt, frei von jeder konstruierten theoretischen Annahme, IST doch
der lebendige, zweifelsfreie und somit beste Beweis für diese Aussage selbst.
:-)
Bis jetzt wurde noch kein einziger faktischer Einwand gegen diese
Aussage vorgebracht, sondern stets nur logisch-theoretische
Gedankenkonstruktionen als mögliche Alternativen bzw. Einwände dargelegt. Leben
ist aber nicht denken! Leben ist raumzeitloses sein hier und jetzt und sein ist
wahrnehmen, esse est percipi.
Gruß
Joy
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von louisquinze
am 30. Jan. 2006, 23:20 Uhr
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@Joy
"Leben ist nicht Denken!"
Das ist durch Wahrnehmung weder
gegeben, noch ist hierbei berücksichtigt, daß es sich offensichtlich um eine
Seinsaussage handelt, also um eine Aussage, die unterstellt, daß an-sich
Seiendes ist, welches dem Erleben vorangeht (apriorische Bedingung des Erlebens
ist).
Im übrigen fordere ich Sie nochmals auf sich endlich für den,
-
sit venia verbo - Käse zu entschuldigen, den Sie weiter oben geschrieben hatten.
Das ist ja wohl das mindeste das man verlangen darf! [smiley=hobby.png]
salut
Lq
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von jonny_W. am
30. Jan. 2006, 23:22 Uhr
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Hi Hel, perfekte Antwort! Ein respektabler Standpunkt, aber eben nicht der
meine.
Laß uns mit dem scheinbar Harmlosen beginnen:
hel: "Schon
deswegen nicht, weil noch niemals ein einzelnes Photon jemals von einem noch so
scharfsichtigen Wissenschaftler direkt wahrgenommen werden konnte."
Manche
Tiere sollen einzelne Photonen wahrnehmen können.
schon schwieriger:
hel: "Weiters ist das Photon gemäß Quantenphysik nicht "inexistent",.."
aber
es ist nirgends und es hat keine Eigenschaften - willst du sowas existent
nennen? Es ist ein Feld von Möglichkeiten. Möglichkeiten bei einer Messung
entsprechende Werte zu zeigen. Möglichkeiten existieren nicht in Raum und Zeit.
Ich würde sagen, ein Photon das nicht gemessen wurde existiert nicht. Aber da
kann man lang und breit drumrum diskutieren.
ganz schwierig:
hel: " Es ist
aber irrelevant, ob Menschen bei diesem Versuch zugegen sind. Die Photonen
zeigen ihre Eigenschaften beim Durchgang durch den Filter auch dann, wenn der
Wissenschaftler bei dem Experiment einen Kaffee trinkt und sich später die
Ergebnisse auf dem Computer ansieht."
Hier begebe ich mich auf dünnes Eis.
IMHO kollapiert die Zustandsfunktion erst, wenn der Wissenschaftler sich die
Sache auf dem Bildschirm ansieht. Bis dahin befindet sich die Aufzeichnung in
einem Überlagerungszustand. Sollte allerdings eine der Putzfrauen -neugierig wie
sie ist- einen Blick auf den Bildschirm werfen, kollapiert der betreffende
Zustand nicht. Sie hat die Information nicht wahrgenommen. Dazu gibt es auch
schon Experimente. (Helmut Schmidt, pre-recorded Targets). Signifikante!
Nicht daß meine Argumente zwingend wären. Aber es paßt alles so verdammt gut
zusammen.
jonny
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von Joy am 30.
Jan. 2006, 23:49 Uhr
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on 01/30/06 um 23:20:13, louisquinze wrote:@Joy
"Leben ist nicht
Denken!"
Das ist durch Wahrnehmung weder gegeben, noch ist hierbei
berücksichtigt, daß es sich offensichtlich um eine Seinsaussage handelt, also um
eine Aussage, die unterstellt, daß an-sich Seiendes ist, welches dem Erleben
vorangeht (apriorische Bedingung des Erlebens ist).
Sorry, aber
für mich gibt es kein reales an-sich Seiendes, welches dem Erleben vorangeht.
Wenn Du nachts im Traum ein Haus mit einem Garten träumst (wahrnimmst, erlebst),
dann magst Du vielleicht während des Traums glauben, dass da ein real seiendes
Haus an-sich existiert, dass Deinem erleben desselben vorausgeht (muß ja
irgendwer gebaut haben), den Irrtum wirst Du aber spätestens dann selbst
bemerken, wenn der Traum endet.
on 01/30/06 um 23:20:13, louisquinze
wrote:Im übrigen fordere ich Sie nochmals auf sich endlich für den,
- sit
venia verbo - Käse zu entschuldigen, den Sie weiter oben geschrieben hatten.
Das ist ja wohl das mindeste das man verlangen darf! [smiley=hobby.png]
Ich muß mich doch nicht dafür entschuldigen, dass ich etwas
schreibe, dem ein anderer nicht zustimmt, weil er es nur anders sieht. Und im
übrigen, "ich bin" weder Philosoph noch Hobbyphilosoph, sondern "ich bin" der
"ich bin". Und "ich bin" ist reiner raumzeitloser wahrnehmender Geist... ;-)
Gruß
Joy
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von mbl am 31.
Jan. 2006, 08:23 Uhr
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on 01/30/06 um 15:14:15, Eberhard wrote:Hallo allerseits,
Ich bitte die Leser zu entschuldigen, dass wir zu der Frage übergegangen sind:
"Gibt es eine bewusstseinsunabhängige Außenwelt?" Vielleicht kriegen wir von
dieser (sinnvollen?) Frage ja noch einmal die Kurve zum ursprünglichen Thema.
....
Schließlich wundert es mich, dass Du mit dem Satz „Ich sehe
vor mir den Kölner Dom“ keine Probleme hast, denn er drückt doch sehr deutlich
das Verhältnis eines Subjektes zu einem Objekt aus, also eine „Dualität“, die es
Deiner Ansicht nach nicht gibt: „Die erlebte Wirklichkeit ist … ihrem Wesen nach
nondual“, wie Du schreibst.
Ob die Welt "da draußen" objektiv
existiert oder von mir in jedem Augenblick durch meine Wahrnehmung entworfen
(geschaffen) wird, kann man nur durch Experimentieren selber herausfinden.
Es gibt den schönen Begriff "Synchronizität", der nichts Anderes aussagt,
als "Außen" wie "Innen". Das, was im Bewusstsein konstelliert ist, hat eine hohe
Wahrscheinlichkeit, sich auch in der Welt zu manifestieren, oder besser als die
Welt. Die Bewusstseinsenergie wird aufgrund der Konstellation (Glaubenssätze)
dann so konfiguriert, dass das Geglaubte in der sogenannten Außenwelt erscheint,
gewissermaßen holographisch.
Man kann einfach ein wenig experimentieren
um zu sehen, ob man das Beabsichtigte dann sieht. Das kann alles sein: Das enorm
gehäufte Auftreten von Schnapszahlen, Autos in einer bestimmten Farbe sehen,
Telephonanrufe.... Das sind so einige Übungen am Anfang, mit denen man den
eigenen "Einfluss" auf die Welt erkennen kann, (Ein-fluss ist gar nicht so
schlecht) denn die Erfahrung kommt der "direkten Wahrnehmung" am nächsten.
Menschen können sehr wohl auf mehreren Ebenen agieren, nämlich in ihrer
non-dualen geistigen Sein und in ihrem dualen irdischen Zustand. Die Dualität
ist doch nur ein praktisches Kontrastmittel und dient zur Unterscheidung dessen,
was man sich wünscht und was man nicht will. Die moralische Überfrachtung der
Dualität ist nur eine Folge der Ignoranz.
Deshalb ist es auch kein
Problem, den Kölner Dom zu sehen - eine temporäre Manifestation - und die
allumfassende Realität, aus der diese Manifestation projiziert wird. Die
scheinbar felsenfeste Welt ist wie ein Traum, der wieder und wieder geträumt
wird.
Ich selber gehe davon aus, dass der "Urknall" JETZT ist. :-)
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von louisquinze
am 31. Jan. 2006, 09:05 Uhr
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Mein lb. Joy,
Sie sollen sich auch nicht für etwas entschuldigen, dem
andere nicht zustimmen, sondern, - lesen können Sie anscheinend auch noch nicht
richtig - , für Ihren vollzogenen Widerspruch, (in I,#112 angesprochen) Das ist
ein Denkpatzer, den Sie sich da geleistet haben, der Sie als Denkenden
disqualifiziert!
Hier hat nun Eberhard, obwohl er dies, wie so vieles mit
Schweigen überging, einmal wieder Recht.
Zu Ihren Ansichten:
Geist ist
ja ansich Sein! Was denn sonst! Und Wahrnehmung setzt sprachlogisch ein
Wahrgenommenes und einen Wahrnehmenden voraus. Sonst hebt sich nämlich der
begriff auf!
Das ist übrigens gegen Ihre Stellungnahmen allgemein zu sagen
(aber bei weitem nicht nur gegen Ihre!):
Sie klären Ihre Begriffe nicht
richtig, Sie übersehen ihre Mehrdeutigkeit und, so muß man es wohl ausdrücken,
faseln sich dann etwas zurecht.
Ungeschultes Denken eben.
Sorry for
being so explicit!
Lq
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von jonny_W. am
31. Jan. 2006, 10:13 Uhr
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Wir haben 2 Theorien
1. die reallistische
2. die non duale
Die
realistische sagt: wenn etwas wahrgenommen wurde, mußte, dieses "Etwas" ja wohl
vorher schon real,objektiv existierend dagewesen sein. Wahrnehmung wird von
ihrem Gegenstand affiziert. Es gibt eine Welt,unabhängig davon, ob sie
wahrgenommen wird oder nicht.
Die Non duale sagt, Wahrnehmungen sind per
se, quasi kleine Schöpfungsakte, kreative Prozesse. Bewußtsein ist immer
Bewußtsein von etwas, dazu ist es aber nicht nötig, daß dieses ominöse "Etwas"
auch außerhalb des Bewußtseins existiert. Es wird im Wahrnehmungsprozess erst
erzeugt. Die Welt ist traumartig.
Diese zwei so unterschiedlichen
Theorien führen beide zu fast identischen Wahrnehmungswelten.
Wo sind die
Unterschiede? Sind diese Unterschiede im Experiment zu verifizieren?
IMHO: Die Frage kann in der Tat experimentel entschieden werden.
a.) wie
schon oft von mir erwähnt durch die Quantentheorie
(die Quantenmechanik ist
selbst noch eine dualistische Theorie), hier möchte ich noch einmal auf die
Bellsche Ungleichung hinweisen
(populär)Literatur: Dr. Bertelmanns Socken,
Shimon Malin
Der kreative Kosmos, Görnitz
Das bewußte Universum, Amit
Goswami
b.) Durch die Parapsychologie. Deren Ergebnisse passen besser zur
Non dualen Theorie.
Literatur: Psyche und Chaos, Walter von Lucadou
c.) die Tiefenpsychologie C.G.Jungs, siehe "Synchronizität"
Literatur: Der
Jung-Pauli Dialog, Atmanspacher
d.) Die Standartwissenschaften gehen
davon aus, daß die Welt , die wir kennen, Produkt der Selbstorganisation von
Materie ist.
Dabei türmen sich zwei unüberwindbare Hindernisse auf:
1. die
Evolutionstheorie muß mit fast unendlich kleinen Wahrscheinlichkeiten rechnen.
2. das Epiphänomen Bewußtsein kann nicht reduktionistisch erklärt werden. Manche
"Bewußtseinsforscher" wie die Churchlands, K.Wilkes... haben daraufhin
beschlossen es gäbe gar kein Bewußtsein. (das erinnert mich stark an die
anglikanische Kirche, die den Teufel qua Mehrheitsbeschluss abgeschafft hat)
es grüßt euch
jonny
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von WuWei am
31. Jan. 2006, 10:22 Uhr
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Hallo hhmoeller,
[/i]
Dieses Kriterium ist nicht "zumindest" sondern
ausschließlich für den Mikrokosmos zuständig. (Algebraische Quantenmechanik,
Dekohärenztheorie, Korrespondenzprinzip)
..........
In der
Makroskopischen Welt gibt es keine inkommensurablen Größen. Daher sind in der
makroskopischen Welt alle Aussagen uneingeschränkt verfügbar. Deshalb gilt in
diesem Bereich die klassische Logik. Es bleibt daher dabei, daß es logisch
unmöglich ist, daß die materielle Existenz von Gegenständen von der Wahrnehmung
abhängig ist.
[i]
Die Unterscheidung zwischen Mikro- und Makrokosmos
ist eine rein subjektive, von mir aus intersubjektive. Was ist denn das
objektive Kriterium dafür, ab welcher Größe hört der Makro- und ab wann fängt
der Mikrokosmos an? Da Raum und Zeit relativ sind, gibt es auch keine absoluten
Größen. Die Unterscheidung ist rein willkürlich. Mal naiv gesagt: wenn ein Atom
oder eine Galaxis denken könnten, würden sie wohl kaum Mikro- und Makrokosmos
genau so unterscheiden wie du, oder?
Und nocheinmal: niemand behauptet,
daß die materielle Existenz von Gegenständen von der Wahrnehmung abhängig ist!
Bitte bleibe hier exakt, wenn du andere zitierst.
Was die "non-duale
Fraktion" hier behauptet, ist, daß Wahrnehmung und Gegenstände gar nicht
zweierlei sind. In der Tat wäre es unlogisch, wenn Gegenstände von der
Wahrnehmung abhängen sollten. Ebenso unlogisch ist es aber, daß Gegenstände von
der Wahrnehmung unabhängig sein sollten. Und: weder das eine noch das andere
entspricht unserer unmittelbaren Erfahrung, auch in deinem Erleben sind sie
nicht zweierlei. Nur in deiner abstrakten Vorstellung.
WuWei
P.S.: du hattest irgendwo bezweifelt, ob man das dann überhaupt noch Wahrnehmung
nennen könne. Warum nicht? Es ist doch ein für-wahr-nehmen....Es entspricht halt
nicht der gewöhnlichen Vorstellung von Wahrnehmung. Na und?
Natürlich ist
eine Kommunikation leichter, wenn beide Seiten die gleiche Vorstellung von einem
Begriff haben, aber dafür erläutere ich ja auch ausführlich, wie ich es meine.
Auch Herr Einstein sprach von Zeit und Raum, ohne daß er damit das meinte, was
sich noch Herr Newton darunter vorstellte.
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von jonny_W. am
31. Jan. 2006, 10:40 Uhr
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Hi WuWei,
"Da Raum und Zeit relativ sind, gibt es auch keine absoluten
Größen."
Da hast du dich im Eifer des Gefechts zu sehr in die Kurve gelegt.
Die Relativitätstheorie sagt ja mitnichten "alles ist relativ". Im Gegenteil! So
sind z.B das 4dim. Abstandsquadrat, die Eigenzeiten, die
Lichtgeschwindigkeit....absolute Größen.
Raum und Zeit separiert betrachtet
sind tatsächlich relative Größen. Aber die Raumzeit ist absolut.
Grüße
von
jonny
--------------------------------------------------------------------------------
Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von hhmoeller
am 31. Jan. 2006, 11:51 Uhr
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on 01/31/06 um 10:13:26, jonny_W. wrote:IMHO: Die Frage kann in der Tat
experimentel entschieden werden.
a.) wie schon oft von mir erwähnt durch
die Quantentheorie
(die Quantenmechanik ist selbst noch eine dualistische
Theorie), hier möchte ich noch einmal auf die Bellsche Ungleichung hinweisen
Die Bellsche Ungleichung bezieht sich nicht auf die Messung von
Erhaltungsgrößen.
Quote:b.) Durch die Parapsychologie. Deren
Ergebnisse passen besser zur Non dualen Theorie.
Literatur: Psyche und Chaos,
Walter von Lucadou
Es ist zweifelhaft, ob die Parapsychologie
überhaupt irgendwelche Ergebnisse zustande gebracht hat.
(Quelle: GWUP
(http://www.gwup.org/themen/texte/parapsychologie/))
Die Parapsychologen
machen allerlei theoretische Klimmzüge, um zu erklären, warum parapsychologische
Phänomene nicht nachweisbar sind. (Psi-Missing, Decline-Effekt,
Experimenter-Effekt, Displacement-Effekt)
Quote:d.) Die
Standartwissenschaften gehen davon aus, daß die Welt , die wir kennen, Produkt
der Selbstorganisation von Materie ist.
Dabei türmen sich zwei unüberwindbare
Hindernisse auf:
1. die Evolutionstheorie muß mit fast unendlich kleinen
Wahrscheinlichkeiten rechnen.
Dem steht eine große Anzahl von
Lebewesen und ein unvorstellbar großer Zeitraum gegenüber. Die Evolution ist
nicht nur eine Theorie. In der Intensivmedizin, die mit Resistenzen zu kämpfen
hat, ist die Evolution tägliche Praxis.
Quote:2. das Epiphänomen
Bewußtsein kann nicht reduktionistisch erklärt werden.
Auch die
Esoterik erklärt das Bewußtsein nicht. Sie geht einfach von der Hypothese
Bewußtsein aus.
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von WuWei am
31. Jan. 2006, 11:53 Uhr
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Hallo Eberhard,
[/i]
Hallo WuWei, die Darstellung Deiner Position hat
mich etwas überrascht. Ich empfinde sie eher als Ausdruck dessen, wie Du die
Welt erlebst, wie Dir die Welt erscheint denn als Beschreibung der Wirklichkeit.
[i]
genau so ist es, Eberhard. Und hier kann ich anknüpfen, an das,
was du an Joy über "wahr" und "falsch" geschrieben hast.
Jede
Beschreibung der Wirklichkeit, sei sie auch noch so logisch, ist nicht die
Wirklichkeit selbst. Das merkwürdige an uns Menschen ist, daß wir uns irgendwie
aus dieser Wirklichkeit ausklammern wollen und sie quasi "von außen" betrachten,
beschreiben und erklären wollen, so als ob wir nicht selbst Wirklichkeit wären.
Das heißt, wir erkennen nicht unser unmittelbares Erleben als Wirklichkeit,
sondern halten dieses für beschränkt oder gar für eine Täuschung, während wir
gleichzeitig uns eine abstrakte Vorstellung von Wirklichkeit
bilden.
Wirklichkeit ist dann für uns z.B. eine objektive Realität, ein An-sich-Sein,
das uns aber per definitionem immer verborgen bleiben muß. Ein solches Phantom
für die Wirklichkeit zu halten, ist doch irgendwie bizarr, findest du nicht?
Das heißt, mein unmittelbares Erleben ist Wirklichkeit, und das ist selbst
natürlich weder wahr noch falsch, es ist einfach. Erst wenn ich anfange, darüber
nachzudenken oder es beschreiben zu wollen, unterliege ich zwangsläufig den
relativen Kategorien wahr und falsch. So wie wenn ich in einer Landschaft stehe,
die natürlich weder wahr noch falsch ist, wie könnte sie auch? Aber wenn ich
jetzt anfange, die Landschaft als Landkarte zeichnen zu wollen, dann mache ich
das entweder richtig oder falsch. Wenn ich sehr gut zeichne, dann ist die
Landkarte richtig, wenn nicht, dann eben falsch. Aber dies kann sich immer nur
auf die Karte beziehen, nicht auf die Landschaft selbst.
Das heißt,
alles was ich hier aussage, ist selbst auch nur Landkarte und kann nur relativ
richtig oder falsch sein. Auch die Aussage, daß die Landkarte nicht die
Landschaft selbst ist, kann nur relativ richtig sein. Auch das Beschreiben
meines unmittelbaren Erlebens ist bereits Landkarte-zeichnen. Nur ein Hinweis,
sich auf sein eigenes unmittelbares Erleben zu besinnen.
[/i]
Während
für mich „Wahrnehmung“ nur einer von mehreren Bewusstseinszuständen ist
(diejenigen, die durch körpereigene Sensorien erzeugt werden) wendest Du das
Wort „wahrnehmen“ nach meinem Eindruck im Sinne von „bewusst registrieren“ an,
sodass auch Erinnerungen, Phantasien, Träume, Denkvorgänge und Vorstellungen
jeder Art „wahrgenommen“ werden. Was ich sehe und was ich phantasiere sind für
Dich beides „Wahrnehmungen“ und der Unterschied zwischen vorgestellten und
sinnlich erfahrenen Sachverhalten verschwindet hinter der gemeinsamen
Bezeichnung als „Wahrnehmung“ .
Das besondere an den von Sensorien wie
den Augen und Ohren erzeugten Bewusstseinszuständen ist, dass sie - verbunden
mit der Fähigkeit zum Erinnern - u.U. intertemporale und intersubjektive Geltung
besitzen, also von anderen Individuen zu anderen Zeitpunkten übernommen werden
können und – logisch geordnet - ein gemeinsames „Weltbild“ möglich machen (Vier
Augen sehen mehr als zwei).
[i]
ja, sehr gut analysiert. Ich
bezeichne auch Gedanken jeder Art (Erinnerungen, Phantasien, Vorstellungen) als
Wahrnehmung, denn schließlich erscheinen sie vor meinem "geistigen Auge" (was
immer das sein mag). Da es für mich keine Dinge-an-sich gibt, sondern nur
Wahrnehmungen (die "geistiger" Natur sind), besteht kein ontologischer
Unterschied zwischen einem Gedanken und einer sogenannten Sinneswahrnehmung.
Zu diesem Schluss muß übrigens auch jeder konventionelle
Wahrnehmungstheoretiker kommen, denn wenn auch das angebliche Ding-an-sich meine
Wahrnehmung verursacht, so kann ich dieses ja nicht wahrnehmen, sondern nur das,
was angeblich mein Gehirn daraus macht. Und was sollte das Gehirn anderes machen
als geistige Bilder? Es kann doch keine objektiven Dinge erschaffen, sondern nur
geistige Bilder, nicht wahr? Das was du tatsächlich wahrnimmst, können nur
geistige Bilder (und Klänge, Gerüche und Empfindungen) sein, ob sie nun von
angeblich objektiven Dingen verursacht werden oder nicht.
Also, auch
nach dieser Logik kann kein ontologischer Unterschied zwischen Gedanken und
Sinneswahrnehmungen bestehen. Der Unterschied ist rein "sozialer" Natur. Er
besteht, wie du ja auch geschrieben hast, darin, daß du Sinneswahrnehmungen - im
Gegensatz zu Gedanken - mit anderen Menschen teilst.
Allerdings, und
hier geht es ans Eingemachte: auch nach der gängigen Auffassung von Wahrnehmung
(siehe oben) können diese anderen Personen ja auch nur meine geistigen Bilder
sein, egal ob sie nun von einer Person-an-sich verursacht werden oder nicht. Und
auch mein eigener Körper kann nur ein geistiges Bild, eine Empfindung sein, ob
es nun einen objektiven Körper an sich gibt oder nicht. Daß diese geistigen
Eindrücke im Gehirn entstehen und dort wahrgenommen werden, ist selbst wiederum
nichts als Vorstellung, denn ein Gehirn ist ja auch nur ein geistiges Bild
im..... Bewußtsein, wo und was immer dies nun sein mag.
Wenn ich
schreibe "nur ein geistiges Bild" hat das nichts mit einer Abwertung zu tun,
denn wenn alles nur geistiger Natur ist, dann ist dies eben die Realität. Eine
Verletzung tut deswegen nicht weniger weh ;-). Der Unterschied zwischen real und
irreal ist also auch nicht ontologisch, sondern ergibt sich aus der
Interpretation meiner Wahrnehmungen. Eine Fata Morgana ist als Luftspiegelung
genauso real wie eine Stadt, wenn ich sie jedoch für eine Stadt halte und
glaube, dort Wasser zu finden, dann ist diese Vorstellung irreal.
Was
also real und irreal angeht, besteht für mich kein Unterschied in meinem Erleben
zu deinem Erleben. Es geht nur um die Beziehung Ich-Welt.
viele Grüße,
WuWei
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von hhmoeller
am 31. Jan. 2006, 12:00 Uhr
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on 01/31/06 um 10:22:46, WuWei wrote:Die Unterscheidung zwischen Mikro- und
Makrokosmos ist eine rein subjektive, von mir aus intersubjektive. Was ist denn
das objektive Kriterium dafür, ab welcher Größe hört der Makro- und ab wann
fängt der Mikrokosmos an?
Ganz einfach: Die grenze ist dann
überschritten, wenn Quantenphänomene nicht mehr meßbar sind.
Quote:Da
Raum und Zeit relativ sind, gibt es auch keine absoluten Größen.
Auch bei Einstein ist nicht alles relativ, die Lichtgeschwindigkeit z.B. ist
es nicht.
Quote:Die Unterscheidung ist rein willkürlich. Mal
naiv gesagt: wenn ein Atom oder eine Galaxis denken könnten, würden sie wohl
kaum Mikro- und Makrokosmos genau so unterscheiden wie du, oder?
Das ist wirklich naiv.
Quote:Und nocheinmal: niemand behauptet,
daß die materielle Existenz von Gegenständen von der Wahrnehmung abhängig ist!
Bitte bleibe hier exakt, wenn du andere zitierst.
Das Zitat ist
wörtlich! Joy spricht hier unmißverständlich von materieller Existenz.
Quote:In der Tat wäre es unlogisch, wenn Gegenstände von der Wahrnehmung
abhängen sollten.
Den Beweis habe ich erbracht.
Quote:Ebenso unlogisch ist es aber, daß Gegenstände von der Wahrnehmung
unabhängig sein sollten.
Den Beweis bist Du mir schuldig.
Quote:Und: weder das eine noch das andere entspricht unserer
unmittelbaren Erfahrung, auch in deinem Erleben sind sie nicht zweierlei. Nur in
deiner abstrakten Vorstellung.
Daß mein Erleben keine Abbildung
der Realität sondern mit der Realität identisch ist, ist ebenfalls nur eine
abstrakte Vorstellung. Die Unzulänglichkeit unserer Sinnesorgane, die sich z.B.
in Sinnestäuschungen manifestiert, läßt eher den Schluß zu, daß unser Erleben
eine verzerrte und unvollständige Abbildung der Wirklichkeit ist.
Quote:P.S.: du hattest irgendwo bezweifelt, ob man das dann überhaupt noch
Wahrnehmung nennen könne. Warum nicht? Es ist doch ein für-wahr-nehmen....Es
entspricht halt nicht der gewöhnlichen Vorstellung von Wahrnehmung.
Das ist ein Ausweg: Ein Traumuniversum, in dem es weder Gegenstände noch
Wahrnehmung, sondern nur die Illusion von Gegenständen und die Illusion von
Wahrnehmung gibt, ist in sich widerspruchsfrei.
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von WuWei am
31. Jan. 2006, 12:07 Uhr
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Hallo hel,
[/i]
Aus den drei Annahmen folgt auch weiters, daß alle
Aussagen über die Natur der Welt (der Erscheinungen) unabhängig vom Glauben an
ihre objektive Existenz sind. Er ist also für alle nicht-metaphysischen Belange
irrelevant.
[i]
ja richtig. Für praktische Belange ist dies
irrelevant. Aber nicht für die Art und Weise meines Erlebens der Welt, dafür ist
es sogar grundlegend.
Grüße,
WuWei
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von jonny_W. am
31. Jan. 2006, 12:13 Uhr
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Hi hh.moeller,
hh.moeller: "Auch die Esoterik erklärt das Bewußtsein
nicht. Sie geht einfach von der Hypothese Bewußtsein aus. "
Jede Theorie
basiert auf nicht weiter reduziblen Grundgrößen.
Im "non dualen" Fall ist das
die Wahrnehmung oder eben das Bewußtsein, im Falle des Materialismus ist es die
Materie, die nicht mehr "erklärt" werden kann, da sie das Grundlegende ist.
Die "Non duale Theorie" müsste allerdings Materie "erklären" können, so wie der
Materialismus in der Pflicht steht die offensichtliche Tatsache "Bewußtsein" zu
erklären.
Drei mal darfst du raten, wer die besseren Karten hat.
zum Rest
später mehr, da ist glücklicherweise noch jede Menge Diskussionsstoff vorhanden
jonny
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von WuWei am
31. Jan. 2006, 12:30 Uhr
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on 01/31/06 um 10:40:14, jonny_W. wrote:Hi WuWei,
"Da Raum und Zeit
relativ sind, gibt es auch keine absoluten Größen."
Da hast du dich im Eifer
des Gefechts zu sehr in die Kurve gelegt. Die Relativitätstheorie sagt ja
mitnichten "alles ist relativ". Im Gegenteil! So sind z.B das 4dim.
Abstandsquadrat, die Eigenzeiten, die Lichtgeschwindigkeit....absolute Größen.
Raum und Zeit separiert betrachtet sind tatsächlich relative Größen. Aber die
Raumzeit ist absolut.
Hi Jonny,
ok, ich bin kein
Physiker, daher sollte ich mich hier zurückhalten. Aber: da Zeit und Raum
relativ seien sollen, und Lichtgeschwindigkeit als km pro sec definiert ist,
wüßte ich nicht, wie diese Geschwindigkeit absolut sein sollte.
Ich will
mal so tun, als ob ich auch an eine objektive Welt glauben würde:
Was
wäre, wenn sich die Welt ständig ausdehnt, das heißt, wenn in einem Monat ein
Meter das ist, was jetzt zwei Meter sind? Würden wir irgendetwas davon merken,
wenn doch jedes Atom in uns sich ebenso vergrößert hätte wie auch jedes
Meßinstrument? Nein, wir würden nichts merken. Wie können wir irgendetwas
gemessenes jemals für absolut halten?
Grüße,
WuWei
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von WuWei am
31. Jan. 2006, 12:37 Uhr
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Hallo hhmoeller,
[/i]
Auch die Esoterik erklärt das Bewußtsein nicht.
Sie geht einfach von der Hypothese Bewußtsein aus.
[i]
Davon
abgesehen, daß ich mich Erwin Schrödinger wesentlich näher fühle als Thorwald
Dethlefsen, kann tatsächlich niemand das Bewußtsein erklären. Er müßte ja
außerhalb des Bewußtseins stehen. Daß Bewußtsein eine Hypothese sein soll, ist
nun wirklich drollig. Du würdest also sagen, daß es nur eine Hypothese ist, daß
du bewußt bist?
WuWei
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von hhmoeller
am 31. Jan. 2006, 14:02 Uhr
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on 01/31/06 um 12:37:19, WuWei wrote:Daß Bewußtsein eine Hypothese sein
soll, ist nun wirklich drollig. Du würdest also sagen, daß es nur eine Hypothese
ist, daß du bewußt bist.
Natürlich ist das Bewußtsein selbst
keine Hypothese. Hier habe ich mich, inspiriert von Laplace, zu einer laxen
Formulierung hinreißen lassen.
Daß das Bewußtsein im Quantenmechanischen
Meßprozeß auf das Quantenobjekt einwirkt, ist dagegen eine Hypothese. Johannes
v. Neumann hat diese Annahme aufgestellt, um das Extrapolationsproblem der
Quantenmechanik zu lösen. Es handelt sich wie gesagt eine Annahme. In
Esoterikkreisen hält sich jedoch hartnäckig das Gerücht, es handele sich um ein
zweifelsfrei bewiesenes Naturgesetz.
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von jonny_W. am
31. Jan. 2006, 14:44 Uhr
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hh.moeller: "Daß das Bewußtsein im Quantenmechanischen Meßprozeß auf das
Quantenobjekt einwirkt, ist dagegen eine Hypothese."
Stimmt. Aber es ist
eine Hypothese, die experimentel nachprüfbar ist und die auch in
parapsychologischen Versuchsreihen bestätigt werden konnte.
Bitte nicht schon
wieder die GWUP. Das Ding hat für mich Sektenstruktur, das ist als würdest du
dich auf die Scientologen oder den Papst berufen. Ich werde das alles im
Magiethread referieren (mit Signifikanzniveau und allem Pipapo). Bis dahin bitt
ich um Geduld.
jonny, Esoteriker
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von WuWei am
31. Jan. 2006, 16:13 Uhr
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Hallo hhmoeller,
[/i]
Natürlich ist das Bewußtsein selbst keine
Hypothese. Hier habe ich mich, inspiriert von Laplace, zu einer laxen
Formulierung hinreißen lassen.
Daß das Bewußtsein im Quantenmechanischen
Meßprozeß auf das Quantenobjekt einwirkt, ist dagegen eine Hypothese.
[i]
richtig, aber das behaupte ich ja auch nicht. Weil für mich Bewußtsein und
(Quanten)-Objekt gar nicht zweierlei sind.
[/i]
Johannes v. Neumann
hat diese Annahme aufgestellt, um das Extrapolationsproblem der Quantenmechanik
zu lösen. Es handelt sich wie gesagt eine Annahme. In Esoterikkreisen hält sich
jedoch hartnäckig das Gerücht, es handele sich um ein zweifelsfrei bewiesenes
Naturgesetz.
[i]
Das mag gut sein. Die meisten Esoteriker sind, wie
ich schon sagte, ebenso dualistisch wie die von ihnen angefeindeten
Materialisten. Aber das soll kein Pauschalurteil sein.
In deinem obigen
Beitrag hattest du mich aufgefordert, daß ich beweisen soll, daß es keine
nicht-wahrgenommenen Gegenstände gibt.
Erstens reden wir hier über
etwas, das weder du noch ich jemals wahrgenommen haben. Insofern liegt die
Notwendigkeit, etwas zu beweisen, eindeutig bei dir und nicht bei mir. Wieso
sollte ich die Nicht-Existenz von etwas beweisen, das noch nie jemand erfahren
hat und das auch per definitionem niemals erfahren werden kann?
Zweitens
kann nach meiner Weltsicht überhaupt nichts absolut bewiesen werden. Daher müßte
ich deine Denkweise übernehmen, um etwas beweisen zu wollen, was natürlich für
mich unsinnig wäre.
Ich kann dich aber fragen, wie du dir eigentlich
nicht-wahrgenommene Gegenstände vorstellst. Um zu unserem beliebten Beispiel
zurückzukommen: angenommen, du hast ein rotes Auto in der Garage stehen. Wie
sieht dieses Auto aus, jetzt wo du es gerade nicht wahrnimmst? Welche Farbe hat
es?
WuWei
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von hhmoeller
am 31. Jan. 2006, 16:42 Uhr
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on 01/31/06 um 14:44:39, jonny_W. wrote:Bitte nicht schon wieder die GWUP.
Das Ding hat für mich Sektenstruktur, das ist als würdest du dich auf die
Scientologen oder den Papst berufen.
Das ist ein Argument ad
hominem - alles andere als stichhaltig.
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von Eberhard am
31. Jan. 2006, 17:08 Uhr
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Hallo Joy,
wie es scheint, sind Dir die Antworten auf meine kritischen
Fragen ausgegangen. Schade. Ich halte das Streitgespräch über genau umrissene
Thesen immer noch für das beste Mittel, um der Wahrheit näher zu kommen. Leider
bin ich weder bei Wolfgang K. noch bei Dir sehr weit gekommen.
Es grüßt
Dich Eberhard.
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von hel am 31.
Jan. 2006, 18:30 Uhr
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on 01/31/06 um 12:30:49, WuWei wrote:Was wäre, wenn sich die Welt ständig
ausdehnt, das heißt, wenn in einem Monat ein Meter das ist, was jetzt zwei Meter
sind? Würden wir irgendetwas davon merken, wenn doch jedes Atom in uns sich
ebenso vergrößert hätte wie auch jedes Meßinstrument? Nein, wir würden nichts
merken. Wie können wir irgendetwas gemessenes jemals für absolut halten?
Damit wir gar nichts davon mitkriegen, müßten sich, glaube ich, auch
noch andere Dinge ändern.
A) Die Schwerkraft. Da ich nicht annehme, daß durch
die Streckung aller Gegenstände sich auch deren Masse verändert hat, hast Du die
Erde mit einem doppelt so großen Umfang aber der gleichen Masse. Wir wären
deswegen wesentlich weiter vom Massenzentrum entfernt. Das müßten wir durch
verringerte Schwerkraft merken.
B) Die Erdrotation. Wenn die
Winkelgeschwindigkeit gleich bleibt, ist zwar der Tag-Nacht-Zyklus identisch,
aber wir würden eine deutlich erhöhte Zentrifugalkraft erfahren, da wir uns ja
viel schneller bewegen.
C) Lichtgeschwindigkeit. Wenn Sie eine eigenständige
Naturkonstante ist, müßten wir bei der Satellitenkommunikation merken, daß das
Licht "länger braucht" um die gleichen Wege zurückzulegen.
D) Die anderen
fundamentalen Kräfte: Ich bin mir wahrlich nicht sicher, aber ich glaube, daß
auch die anderen 3 Kräfte reziprok zum Quadrat der Entfernung wirken. Wenn also
alle Teilchen und die Entfernung zwischen ihnen sich verdoppeln, die Naturkräfte
aber nicht, dann wird das an den Eigenschaften der Körper zu spüren sein. (Stahl
so bröselig wie Styropor?, Fusionsvermögen der Sonne?)
Haben wir
eigentlich keinen Physiker in der Runde?
Grüße,
hel
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von Joy am 31.
Jan. 2006, 18:51 Uhr
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on 01/31/06 um 09:05:24, louisquinze wrote:Mein lb. Joy,
Sie sollen
sich auch nicht für etwas entschuldigen, dem andere nicht zustimmen, sondern, -
lesen können Sie anscheinend auch noch nicht richtig - , für Ihren vollzogenen
Widerspruch, (in I,#112 angesprochen) Das ist ein Denkpatzer, den Sie sich da
geleistet haben, der Sie als Denkenden disqualifiziert!
Sorry,
von welchem "vollzogenen Widerspruch" sprichst Du denn überhaupt? Der Beitrag
(#112 in I) ist ein Beitrag von Eberhard, nicht von mir.
Wenn Du auf mein
Schrödinger-Zitat anspielst, dann sei versichert, dass ich dies nicht
geschrieben habe, um hier eine Autorität zu suchen und zu bemühen, die meine
Aussagen unterstützt. Es ist eher in dem Sinne zu sehen, dass ich der
"wissenschaftlich argumentierenden Fraktion" beispielhaft zeige, dass auch Leute
aus ihren eigenen Reihen, noch dazu sehr renommierte(!), zu der gleichen
Erkenntnis gelangen, welche z.B. Schrödinger in der Aussage beschreibend
formuliert: "Alles Bewusstsein ist eins."
on 01/31/06 um 09:05:24,
louisquinze wrote:
Hier hat nun Eberhard, obwohl er dies, wie so vieles mit
Schweigen überging, einmal wieder Recht.
Recht oder Unrecht
interessieren mich in der Philosophie nicht. Beides setzt einen zuvor
(willkürlich) definierten gedanklich konstruierten Bezugsrahmen voraus, zu dem
Aussagen dann relativ richtig oder unrichtig sein können.
Für meine
Argumentation verzichte ich auf jeden zuvor definierten intellektuell
konstruierten Bezugsrahmen und gehe einzig und allein von meinem
Wirklichkeitserleben hier und jetzt aus, denn ein anderes kenne ich gar nicht
und vermutlich auch niemand anderes hier.
Philosophisch interessiert mich
die Erkenntnis der Wirklichkeit an sich und nicht die Analyse der
Gedanken-Konstruktionen (= vor-gestellte Weltbilder), die doch ohnehin und
zweifelsfrei ersichtlich, nur als Vor-stellungen im Geiste selbst "existieren"!
Diese "Vor-stellungen" gilt es als solche zu erkennen und sie nicht für die
Wirklichkeit selbst zu halten. Diese "Vor-stellungen" sind sämtlichst
"Landkarten", Beschreibungen, aber nicht das "Land" bzw. das Beschriebene
selbst! Was zählt, sind Fakten, Fakten, Fakten und nichts als Fakten! Hier wird
aber fast ausnahmslos nicht über Fakten philosophiert, sondern über "gedankliche
Vor-stellungen über die Fakten". "Vor-stellungen" sind so zahlreich wie
Sandkörner im Sandstrand...
on 01/31/06 um 09:05:24, louisquinze
wrote:Zu Ihren Ansichten:
Geist ist ja ansich Sein! Was denn sonst! Und
Wahrnehmung setzt sprachlogisch ein Wahrgenommenes und einen Wahrnehmenden
voraus. Sonst hebt sich nämlich der begriff auf!
Wahrnehmung
IST. Wahrnehmung setzt weder real ein Wahrgenommenes noch einen Wahrnehmenden
voraus (esse est percipi)! Das objektivierte Wahrgenommene (= Objekt) und den
objektivierten Wahrnehmenden (= Subjekt) fügt einzig und allein das dualistische
objektivierende Denken erst hinzu, weswegen ich z.B. auch schreibe, dass real
die "raumzeitliche Welt" nur eine "gedachte Welt" im Geiste ist, und nichts
jenseits des Geistes existiert. Das kann doch jeder sofort ohne das geringste
Problem hier und jetzt nachprüfen. :-)
on 01/31/06 um 09:05:24,
louisquinze wrote:Sie klären Ihre Begriffe nicht richtig, Sie übersehen ihre
Mehrdeutigkeit und, so muß man es wohl ausdrücken, faseln sich dann etwas
zurecht.
Ungeschultes Denken eben.
Sorry for being so explicit!
Ich verwende Sprachbegriffe in ihrem etymolischen Sinne und in
jenem, den jeder Leser in jedem durchschnittlichen Wörterbuch nachschlagen kann.
Weshalb sollte ich denn Sprachbegriffe neu klären?
Gruß
Joy
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von Joy am 31.
Jan. 2006, 18:57 Uhr
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on 01/31/06 um 17:08:56, Eberhard wrote:Hallo Joy,
wie es scheint,
sind Dir die Antworten auf meine kritischen Fragen ausgegangen. Schade.
Bis jetzt, lieber Eberhard, habe ich noch nicht eine einzige wirklich
kritische Frage von Dir gelesen, die sich auf meine Aussagen bezieht. Deine von
Dir selbst sogenannten kritischen Fragen beziehen sich ausschließlich auf Dein
eigenes "Weltbild".
Gruß
Joy
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von Joy am 31.
Jan. 2006, 19:08 Uhr
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on 01/31/06 um 18:30:19, hel wrote:Haben wir eigentlich keinen Physiker in
der Runde?
Warum fragst Du nach Physikern? Um physikalische
Zusammenhänge zu verstehen oder sich über diese auszutauschen, gibt es
wunderbare Physik-Foren. Das hier ist aber ein Philosophie-Forum.
Alle
Wissenschaft, nicht nur die Physik, finden im Geiste statt. Philosophie,
einstmals die "Königin unter den Wissenschaften", fragt nach der Erkenntnis des
Geistes selbst. Weder Physik noch Chemie oder Biologie streben nach dieser
Erkenntnis, denn Naturwissenschaften beschreiben Beobachtungen, wissen aber
nicht, was das Beobachtete selbst denn nun eigentlich ist. Daher liefern
Wissenschaften nur "Landkarten" und einzelne Wissenschaftler streiten dann in
allen wissenschaftlichen Disziplinen darüber, welche der diversen "Landkarten"
(= theoretische gedanklich konstruierte Weltbilder) denn nun die richtige ist.
Dieser Streit im Geiste ist so alt wie die Wissenschaften selbst und kann ohne
jede Erkenntnis noch bis zum Sanktnimmerleinstag fortgeführt werden...
Gruß
Joy
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von hel am 31.
Jan. 2006, 19:18 Uhr
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Hallo Jonny,
on 01/31/06 um 10:13:26, jonny_W. wrote:Wir haben 2 Theorien
1. die reallistische
2. die non duale
.......
Diese zwei so
unterschiedlichen Theorien führen beide zu fast identischen Wahrnehmungswelten.
Wo sind die Unterschiede? Sind diese Unterschiede im Experiment zu verifizieren?
IMHO: Die Frage kann in der Tat experimentel entschieden werden.
Du schreibst, daß die Annahme III fehlerhaft ist und zwischen dem
realistischen und nondualen Weltbild entschieden werden kann.
Und zwar
aufgrund von Experimenten.
Wenn wir aber nicht bloß Meinungen austauschen
wollen, sollten wir konkreter werden.
Zum Beispiel, wie könnte das Experiment
aussehen ? Oder noch besser: "Eine Wahrnehmung oder eine Reihe von Wahrnehmungen
muß so und so gestaltet sein, dann beweist sich ihr realistisches oder nonduales
Wesen."
Wenn Du aber generell sagst, es kann experimentell nachgewiesen
werden, entgegne ich: Jedes Experiment, das ich durchführe, erlebe ich aufgrund
meiner Wahrnehmungen. Bei keiner einzigen Wahrnehmung kann ich angeben, ob sie
realistischen oder nondualen Charakter, hat. Dies gilt also auch für alle
Experimente.
Beispiel Parapsychologie: Uri Geller (lebt er noch?) kommt nach
Berlin, und kann einwandfrei durch ein Großraumexperiment nachweisen, daß er mit
Geisteskraft alle Löffel in 10km Umkreis verbiegen kann. Die Wissenschaft gibt
sich geschlagen und akzeptiert das Phänomen. Gut: wie willst Du entscheiden, ob
Du das Ganze als einzige Person auf der Welt träumst, all das Vorspiegelungen
deines Bewußtseins sind, oder ob Uri Geller wirkliche, materielle Löffel
verbogen hat?
Grüße,
hel
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von Joy am 31.
Jan. 2006, 19:28 Uhr
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on 01/31/06 um 11:51:31, hhmoeller wrote:Dem steht eine große Anzahl von
Lebewesen und ein unvorstellbar großer Zeitraum gegenüber. Die Evolution ist
nicht nur eine Theorie. In der Intensivmedizin, die mit Resistenzen zu kämpfen
hat, ist die Evolution tägliche Praxis.
Auch die Esoterik erklärt das
Bewußtsein nicht. Sie geht einfach von der Hypothese Bewußtsein aus.
Alles das "existiert" für Dich aber nur als eine rein gedanklich
konzeptuelle "Vor-stellung" hier und jetzt im bzw. als Bewusstsein. Oder hast Du
selbst die "Evolution", wenn sie denn keine Theorie sein sollte, als "Ding"
jemals real bzw. wirklich wahrgenommen?
Weshalb richtest Du (und nicht
nur Du) immer nur die eigene Aufmerksamkeit auf "gedankliche Vorstellung" über
die Wirklichkeit und nicht die Wirklichkeit selbst, welche ausschließlich hier
und jetzt IST?
Das ist doch irre: Da erschafft der Verstand, das Denken,
eine riesige raumzeitliche vorgestellte Welt, die nur als solche schlicht und
einfach ein Gedanke bzw. eine Gedankenkonstruktion ist, und dann will er sie
auch noch selbst untersuchen und verstehen... ;-)
Was kann dabei anderes
herauskommen, als ein ewiges sich Drehen um die eigenen Gedanken? Oder, salopp
gesagt: Eine Endlos-Denkschleife! :-)
Gruß
Joy
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von hel am 31.
Jan. 2006, 19:42 Uhr
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on 01/31/06 um 19:28:04, Joy wrote:Das ist doch irre: Da erschafft der
Verstand, das Denken, eine riesige raumzeitliche vorgestellte Welt, die nur als
solche schlicht und einfach ein Gedanke bzw. eine Gedankenkonstruktion ist, und
dann will er sie auch noch selbst untersuchen und verstehen... ;-)
Was
kann dabei anderes herauskommen, als ein ewiges sich Drehen um die eigenen
Gedanken? Oder, salopp gesagt: Eine Endlos-Denkschleife! :-)
Na so
ziemlich jede Errungenschaft aus der gesamten menschlichen Geschichte:
Antibiotika, Antidepressiva, Schmerzmittel, Autos, Flugzeuge, Raketen,
Beherrschung des Feuers, Tonscheiben, Erfindung der Schrift, ......
Außer zum
meditieren ist der nondualismus leider zu nichts gut.
Wie gesagt, vielleicht
ist das nondualistische Weltbild die ultimative Wahrheit, aber sobald ich meine
grundlegendsten Bedürfnisse befriedigen will, um auch nur zu überleben, muß ich
in die dreidimensionale Welt mit Zukunft und Vergangenheit einsteigen und den
nicht vorhandenen Hasen mit dem ebenfalls nicht existierenden Speer treffen,
damit der verdammte Hunger endlich aufhört. (oder besser mir das imaginäre Steak
aus meiner Kühlschrankwahrnehmung besorgen) :-)
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von louisquinze
am 31. Jan. 2006, 20:17 Uhr
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@Joy
- Ich hatte versucht mit retorsiven Argumenten Ihre Stellungnahme,
von welcher ich fürchten muß sie sei überhaupt nicht ernst gemeint, zu
kritisieren. Diese Argumente führen auf die in einer Aussage implizit gegebenen
Bedingungen ihrer Möglichkeit zurück. Etwa, daß eine Seinaussage implizit über
etwas gemacht wird. Ob derjenige sich dafür "interessiert" hat mit der
Gültigkeit einer solchen Aussage nichts zu tun.
- Wenn Sie den Begriff
Wahrnehmung, so wie Sie es tun verwenden, verwenden sie ihn nicht im Sinne des
allgemeinen Sprachgebrauchs.
- Was soll Ihre Bezeichnung Wirklichkeit?
Wie kommen Sie an die Intersubjektivität? Von welchen Fakten sprechen Sie
überhaupt? Dies alles setzt einen Bezugsrahmen voraus, den Sie sich vorzusetzen
leugnen! Ebenso kann es ohne diesen Bezugrahmen gar keine Rede von
richtig/falsch geben. Es kann auch keine Kommunikation geben et&pp.
- Das
Schrödingerzitat ist ganz sicher aus dem Zusammenhang gerissen.
- Soll
jetzt die Ethymologie absolute Wissenschaft werden. Ihr neuer und unanfechtbarer
Bezugsrahmen?
Und dann: In Beitrag I,112 der gewiß von Eberhard war,
hatte dieser Ihnen, ohne weiteren Kommentar, dagelegt, daß Sie in zwei
Stellungnahmen inkompatible Meinungen vertreten haben. Von zwei
kontradiktorischen Aussagen kann aber nur eine wahr sein!
Joy, wollen Sie
uns hier zum besten haben?
salut
Lq
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von Joy am 31.
Jan. 2006, 20:54 Uhr
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on 01/31/06 um 19:42:45, hel wrote:Na so ziemlich jede Errungenschaft aus
der gesamten menschlichen Geschichte: Antibiotika, Antidepressiva,
Schmerzmittel, Autos, Flugzeuge, Raketen, Beherrschung des Feuers, Tonscheiben,
Erfindung der Schrift, ......
Außer zum meditieren ist der nondualismus
leider zu nichts gut.
Die Feststellung, dass der Nondualismus zu
nichts gut ist außer zum meditieren, was soll sie für einen Sinn machen? Ich
bestreite auch nicht das, was Du hier als vermeintliche "Errungenschaften"
bezeichnest, sondern stelle nur fest, dass auch alle diese sogenannten
"Errungenschaften" nur "geistige Dinge" sind, nur im und als Geist existieren.
on 01/31/06 um 19:42:45, hel wrote:Wie gesagt, vielleicht ist das
nondualistische Weltbild die ultimative Wahrheit, aber sobald ich meine
grundlegendsten Bedürfnisse befriedigen will, um auch nur zu überleben, muß ich
in die dreidimensionale Welt mit Zukunft und Vergangenheit einsteigen und den
nicht vorhandenen Hasen mit dem ebenfalls nicht existierenden Speer treffen,
damit der verdammte Hunger endlich aufhört. (oder besser mir das imaginäre Steak
aus meiner Kühlschrankwahrnehmung besorgen) :-)
Was Du hier
alles schreibst, bezieht sich doch nur auf die im bzw. als Geist wahrgenommene
Welt, zu der auch zweifelsfrei das dazu gehört, was Du den "eigenen materiellen
Körper" nennst. Du bist in diesem Sinne aber nicht nur Dein wahrgenommener
materieller Körper, sondern die gesamte von Dir wahrgenommene materielle Welt
selbst, oder kannst Du diesen "eigenen wahrgenommenen materiellen Körper" von
der restlichen wahrgenommenen materiellen Welt etwa real trennen? Hast Du jemals
diesen "eigenen materiellen Körper" (um dessen Wohlergehen Du Dich hier so sehr
sorgst) separiert von einer wahrgenommenen materiellen Umwelt wahrgenommen? Oder
umgekehrt, hast Du je eine materielle Welt wahrgenommen, ohne dass Dein "eigener
materieller Körper" dabei anwesend war? Ganz gewiß nicht, weil diese Trennung
nämlich gar keine reale Trennung, gar keine Realität ist, sondern nur eine vom
Menschen für wahr und wirklich geglaubte Annahme. Und um das auch selbst
lebendig zu erkennen, ist das, was Du hier als das "nondualistische Weltbild"
bezeichnest, das angeblich für nichts weiter gut ist, geradezu ein
hervorragender "Wegweiser". Nach dem Selbsterkennen kannst Du diesen "Wegweiser"
freilich vergessen und wegwerfen, denn dann hat er quasi seine Schuldigkeit
getan und es gibt keine weitere Verwendung für ihn. Du hast Dich dann nämlich
selbst erkannt, Deine eigene wahre Identität, Deine Göttlichkeit und
Unsterblichkeit. :-)
Dieses Selbsterkennen der eigenen wahren Identität
gleicht einer jetzt unsterblichen Wiedergeburt im Geiste.
Gruß
Joy
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von Joy am 31.
Jan. 2006, 21:41 Uhr
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on 01/31/06 um 20:17:42, louisquinze wrote:@Joy
- Wenn Sie den
Begriff Wahrnehmung, so wie Sie es tun verwenden, verwenden sie ihn nicht im
Sinne des allgemeinen Sprachgebrauchs.
Der Sprachbegriff
"Wahrnehmung" bedarf doch keiner weiteren Erklärung oder Definition. Was meinst
Du denn, was "wahr-nehmen" anderes bezeichnen könnte, als eben etwas "[für] wahr
[an]nehmen"?
on 01/31/06 um 20:17:42, louisquinze wrote:- Was soll
Ihre Bezeichnung Wirklichkeit? Wie kommen Sie an die Intersubjektivität? Von
welchen Fakten sprechen Sie überhaupt? Dies alles setzt einen Bezugsrahmen
voraus, den Sie sich vorzusetzen leugnen!
Mit "Wirklichkeit"
bezeichne ich das, was hier und jetzt IST. Und wenn ich z.B. hier und jetzt über
eine unabhängig von der Wahrnehmung raumzeitlich existente materielle Welt
nachdenke, dann sind diese Gedanken selbst natürlich wirklich, aber deswegen
nicht die "unabhängig von der Wahrnehmung raumzeitlich existente materielle
Welt". Ein als Bewusstsein wahrgenommener Gedanke hier und jetzt, ist ein
Gedanke, was denn bitteschön sonst??? Und diese Aussage bezeichnet ein Faktum,
weil Du mich explizit danach fragst, von welchen Fakten ich denn überhaupt
spreche.
on 01/31/06 um 20:17:42, louisquinze wrote:Ebenso kann es
ohne diesen Bezugrahmen gar keine Rede von richtig/falsch geben. Es kann auch
keine Kommunikation geben et&pp.
Hier widerholst Du nur, was ich
selbst in meinem letzten Beitrag an Dich geschrieben habe. Ich habe nichts
anderes behauptet. Wo bitte findet denn "Kommunikation" anders statt, als im
Geiste der Du selbst bist???
on 01/31/06 um 20:17:42, louisquinze
wrote:- Das Schrödingerzitat ist ganz sicher aus dem Zusammenhang gerissen.
Das Schrödinger-Zitat "Alles Bewusstsein ist eins" ist eine knappe
und deutliche Aussage über Bewusstsein. Aus welchem Zusammenhang soll das denn
bitte rausgerissen sein?
on 01/31/06 um 20:17:42, louisquinze
wrote:- Soll jetzt die Ethymologie absolute Wissenschaft werden. Ihr neuer und
unanfechtbarer Bezugsrahmen?
Was soll die spitzfindige Frage?
Worte sind Wirklichkeit abbildende Sprachsymbole und als solche Symbole wiederum
selbst wirklich. Wenn ich die Symbol-Bedeutung eines Wortes nicht kenne, dann
schlage ich im Wörterbuch nach, um mich kundig zu machen, wofür dieser
Sprachbegriff steht und verwendet wird. Vermutlich machst Du und jeder andere
das nicht anders. Du wirst sicherlich nicht schreiben "meine Frau ist blond",
wenn Du von Deiner Tochter sprichst. Insofern ist natürlich die Kenntnis über
die Bedeutung von Wörtern (denn mit diesen kommunizieren wir hier schließlich)
unerläßlich. Aber sie ist ganz sicher kein Bezugsrahmen.
on 01/31/06
um 20:17:42, louisquinze wrote:Und dann: In Beitrag I,112 der gewiß von Eberhard
war, hatte dieser Ihnen, ohne weiteren Kommentar, dagelegt, daß Sie in zwei
Stellungnahmen inkompatible Meinungen vertreten haben. Von zwei
kontradiktorischen Aussagen kann aber nur eine wahr sein!
Das
behauptest Du nun wieder nur, weil Du die Aussagen an eine einzige vordefinierte
Logik knüpfst. Und zudem habe ich auch gar nicht in besagtem Beitrag -auf
welchen Eberhard in #112 I bezug nimmt- inkompatible Meinungen vertreten,
sondern lediglich dargelegt, dass ich für jede sinnige oder unsinnige Aussage
irgendeine historische Autorität bemühen kann, die meiner gemachten Aussage
Unterstützung verleiht. Was glaubst Du denn, wieviele historische Autoritäten
sich in Büchern finden lassen, die die Aussage "Die Erde ist eine Scheibe"
stützen. Über den Wahrheitsgehalt sagt das Benennen von Autoritäten aber gar
nichts aus, sondern viel eher über das hündische für-wahr-glauben, nur weil
irgendwer dieses oder jenes mal gesagt haben soll, von dessen vermeintlich
realer Existenz ich ohnehin nur aus Büchern (= Papier mit Farbspritzern) wissen
kann. Alle diese mir bekannten historischen Persönlichkeiten und deren
vermeintliche Aussagen existieren schließlich wieder nirgendwo anders real, als
im [eigenen] Geist, der ich selbst bin. Wie sonst könnte ich auch von ihnen
wissen? ;-)
on 01/31/06 um 20:17:42, louisquinze wrote:Joy, wollen
Sie uns hier zum besten haben?
Das ist wohl ganz offensichtlich
eher umgekehrt der Fall, wenn hier überwiegend etwas als vermeintliche
Wirklichkeit ausgegeben wird und es sich dabei doch ganz offen ersichtlich für
jederman zu erkennen nur um wirkliche Gedanken-Konstruktionen handelt, die nur
jeweils für wahr und unabhängig geglaubt werden... ;-)
Gruß
Joy
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von louisquinze
am 31. Jan. 2006, 22:27 Uhr
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@joy
nun mal ganz ruhig lieber Joy.
Jede Ihrer Aussagen widerspricht
sich wie gezeigt worden ist!
Und jetzt nennen Sie mir mal bitte Ihre
Anschrift damit ich den Psychiater rufen kann und der bringt Sie dann ganz
sicher ins Landeskrankenhaus! Und das gibt es dann tatsächlich, Sie werden
sehen!
salut a bientôt
Lq
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von Joy am 31.
Jan. 2006, 23:49 Uhr
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on 01/31/06 um 22:27:21, louisquinze wrote:nun mal ganz ruhig lieber Joy.
Keine Sorge, ich bin die Ruhe selbst. :-)
on 01/31/06
um 22:27:21, louisquinze wrote:Jede Ihrer Aussagen widerspricht sich wie gezeigt
worden ist!
Sorry, wo konkret sind da bitte Widersprüche? Nenne
doch bitte mal welche genau.
on 01/31/06 um 22:27:21, louisquinze
wrote:Und jetzt nennen Sie mir mal bitte Ihre Anschrift damit ich den Psychiater
rufen kann und der bringt Sie dann ganz sicher ins Landeskrankenhaus! Und das
gibt es dann tatsächlich, Sie werden sehen!
salut a bientôt
Lq
Ist das für Dich jetzt etwa sachliches philosophieren?
Und,
lieber louisquinze, vielleicht noch soviel zu Deinem Psychiatrieverweis. Für so
manchen "Ver-rückten" hinter der Mauer eines Landeskrankenhauses, sind die
wirklich Verrückten jene "Normalen" auf der anderen Seite der Mauer. ;-)
Philosophie (Weisheitsliebe) sollte keine Mauern und Grenzen errichten, sondern
zum Erkennen hinführen, dass alle Mauern und Grenzen nur im eigenen Geist
errichtet, erhalten und gepflegt werden. Liebe und Weisheit (Philo + Sophie) ist
etwas Verbindendes, nicht Trennendes. Trennendes sind Ur-Teile, welche den einen
auf jene und den anderen auf die andere Seite von Mauern gestellt wissen möchte.
(Schlag selbst mal in einem guten Wörterbuch nach, was "Ur" bedeutet. Du wirst
dann vielleicht auch erkennen, dass es sich gar nicht wirklich teilen läßt,
sondern eben nur in der gedanklichen Vorstellung!) :-)
Gruß
Joy
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von delfi am
01. Feb. 2006, 01:08 Uhr
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on 01/31/06 um 23:49:40, Joy wrote:Sorry, wo konkret sind da bitte
Widersprüche? Nenne doch bitte mal welche genau.
nur ein
kleines Beispiel, Joy:
Quote:Und nocheinmal: niemand behauptet, daß die
materielle Existenz von Gegenständen von der Wahrnehmung abhängig ist!
das war von dir und ausnahmsweise mal nachvollziehbar, aber es
widerspricht deinen Vorträgen über die Nichtexistenz der Materie, da du
gleichzeitig sagst, ein Gegenstand existiert nicht ohne Wahrnehmung[grin] [grin]
[grin]
Du bist ein Weltmeister im ignorieren deiner ständigen Widersprüche,
hantierst mit Galilei und Einstein, sagst aber im nächsten Satz, dass es nur
dich selbst gibt, also weder Galilei noch Einstein.
Du wechselst also
beständig zwischen der reellen Welt und deiner solipistischen Traumwelt, das ist
schwer erträglich,
ich vermute eher Absicht als Überzeugung dahinter.
Salve
[skater]
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von Joy am 01.
Feb. 2006, 04:31 Uhr
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on 02/01/06 um 01:08:26, delfi wrote:*Joy*: Sorry, wo konkret sind da bitte
Widersprüche? Nenne doch bitte mal welche genau.
on 02/01/06
um 01:08:26, delfi wrote:nur ein kleines Beispiel, Joy:
"Und nocheinmal:
niemand behauptet, daß die materielle Existenz von Gegenständen von der
Wahrnehmung abhängig ist!"
das war von dir und ausnahmsweise mal
nachvollziehbar, aber es widerspricht deinen Vorträgen über die Nichtexistenz
der Materie, da du gleichzeitig sagst, ein Gegenstand existiert nicht ohne
Wahrnehmung[grin] [grin] [grin]
Es ist -sorry- immer wieder das
selbe "Problem". Da werden Aussagen aus ihrem Kontext herausgerissen und dann
einzeln für sich allein betrachtet und bewertet. Eine der "Grundaussagen" von
mir ist, das darfst und kannst Du gern mehrfach in meinen Beiträgen nachlesen,
dass raumzeitliche materielle Existenz ein gedankliches Konzept ist, eine
gedanklich konstruierte Vorstellung im [eigenen] Geist. Als Konzept im Geiste
wirklich, aber eben nur als gedankliches, als vorgestelltes und konstruiertes
Konzept, als Idee.
Und somit ist meine von Dir hier zitierte Aussage
<Niemand behauptet, daß die materielle Existenz von Gegenständen von der
Wahrnehmung abhängig ist!> in diesem Kontext kein Widerspruch, wie von Dir hier
vermutet, geglaubt und behauptet. "Gegenstände (= Phänomene = Objekte) sind ihre
Wahrnehmung selbst." Das heißt: Jenseits und unabhängig von ihrer Wahrnehmung
existieren gar keine materiellen (nicht wahrgenommenen) objektiven Gegenstände,
keine (nicht wahrgenommene) objektive materielle Welt. Die vermeintlich
wahrgenommenen "Gegenstände" existieren aber auch ebenso nicht in Raum und Zeit,
sondern sind phänomenale Manifestation des wahrnehmenden Bewusstseins hier und
jetzt. Materielle raumzeitliche Existenz, sowie Raum und Zeit selbst, unabhängig
und jenseits von wahrnehmenden Bewusstsein (Geist) ist eine gedankliche Idee
(ein Konzept) im Bewusstsein und als solche nur für wahr und real geglaubt.
Noch niemals hat irgendwer einen auch nur kleinsten Beleg erbracht, der
diese Aussage zweifelsfrei faktisch widerlegt! Das heißt: Eine raumzeitlich
materiell existierende Welt ist eine im und als Geist existierende Welt. Aber
keine vom Geist, der Du selbst bist, unabhängig existierende Realität an sich.
Versuche doch nur mal einen kleinen "wahrgenommenen Gegenstand" (vielleicht
eine Goldmünze? :-)) aus Deiner nächtlichen Traumwirklichkeit in die
Wirklichkeit des Wachbewusstsein mitzubringen oder auch umgekehrt. Die
"wahrgenommenen Gegenstände" sind stets gänzlichst leer, sind keine objektiven
"Dinge", sind Nichts (no-thing), sind immer nur phänomenale Manifestation des
wahrnehmenden Bewusstseins hier und jetzt, das Du selbst bist.
(Diese
Botschaft ist eine "frohe Botschaft", denn sie ist zugleich die unwiderrufliche
Garantie für Deine eigene Unsterblichkeit und Deine eigene Göttlichkeit!)
Eine Farbe zum Beispiel ist immer eine gesehene, also eine wahrgenommene
Farbe. Welche Farbe -das fragte WuWei weiter vorne bereits hhmoeller- könnte ein
nicht gesehenes, also ein nicht wahrgenommenes Auto in der Garage denn haben,
wenn Du jenseits von der Garage Dich z.B. in Deiner Küche befindest? Ich bitte
nur einmal auf diese konkrete Frage auch konkret zu antworten. (Solchen Fragen
und hier eingeforderten Antworten weicht nämlich bisher ausnahmslos jeder hier
aus, der mir -oder auch WuWei- widerspricht. Man kommt dann ersatzweise und zur
Ablenkung immer wieder mit aufgeblasenen theoretischen physikalischen Theorien,
die doch aber selbst nur als Gedankenkonstruktionen im [eigenen] Geist
existieren. :-))
on 02/01/06 um 01:08:26, delfi wrote:Du bist ein
Weltmeister im ignorieren deiner ständigen Widersprüche, hantierst mit Galilei
und Einstein, sagst aber im nächsten Satz, dass es nur dich selbst gibt, also
weder Galilei noch Einstein.
Hier ist doch ganz klar das
Gegenteil der Fall! Wer meinen "Grundsatzaussagen" hier laufend und ernsthaft
widerspricht, ist doch selbst ein Weltmeister im Ignorieren seiner eigenen
ständigen Widersprüche, die er dann nur versucht mit seinem oberflächlichen
logischen Denken wegzubügeln und dem Auftischen von materialistischen
wissenschaftlichen Theorien, die er zumeist gar nur vom Hören und Sagen her
selbst kennt. :-)
Wenn ich hier schreibe, dass es nur mich gibt, dann
bitte auch bedenken, dass ich schreibe, dass "Ich" keine Person, keine
ontologische Einzelentität bin, sondern bewusst wahrnehmender Geist bin. Und
dasselbe schreibe ich auch jedem "Du" zu. Alles ist nur das eine Bewusstsein
oder wie es Schrödinger sagt "Alles Bewusstsein ist eins". Und Erwin Schrödinger
gilt "in der Welt" als ein brillanter Geist. ;-)
Wo und als was sonst,
wenn nicht als bildhafte raumzeitliche Vorstellung in Deinem eigenen Geist, der
Du selbst bist, "existieren" denn bitteschön Galilei und Einstein??? Sags mir
doch! Als was und Wo??? Du bist doch kein Ignorant, also schreibe in Deiner
nächsten Antwort klar und deutlich wo und als was diese beiden Herren denn sonst
"existieren".
Ich sage: Galilei und Einstein "existieren" als bildhafte
raumzeitliche Vorstellungen in dem [eigenen] Geist, der Du selbst bist. Falls Du
mir sagen kannst, als was und wo sie sonst "existieren" sollten oder könnten,
dann nur zu. Solche Antworten fordere ich hier permanent von den
Widersprechenden ein, nur antwortet keiner darauf konkret. Ich warte auf Deine
konkrete Antwort, delfi. Denn wenn Du dieser Aussage von mir schon widersprichst
-ich habe nichts gegen einen solchen Widerspruch in einer Diskussion
einzuwenden- dann solltest Du doch zumindest in der Lage sein zu benennen, wo
und als was denn die hier beispielhaft genannten beiden Herren Galilei und
Einstein sonst "existieren".
on 02/01/06 um 01:08:26, delfi wrote:Du
wechselst also beständig zwischen der reellen Welt und deiner solipistischen
Traumwelt, das ist schwer erträglich,
ich vermute eher Absicht als
Überzeugung dahinter.
Salve
[skater]
Ich wechsle doch gar
nicht beständig zwischen einer "reellen Welt" und einer "solipsistischen
Traumwelt". Was läßt Dich solchen Unsinn auch nur vermuten? Das sind Deine
Vorstellungen und Interpretationen, die Du auf meine Aussagen projizierst, aber
doch nicht meine Aussagen selbst.
"Die Welt IST die als Bewusstsein
geistig wahrgenommene Welt." Kennst Du denn vielleicht eine andere? Und falls
ja, woher? Und wo sonst bitte befindet sie sich, außer als Vorstellungsbild in
Deinem [eigenen] Geist, der Du doch selbst bist???
Beantworte doch bitte
einfach mal ganz sachlich und nüchtern die hier an Dich gestellten und
formulierten Fragen. Dann sehen wir weiter. Ich finde hier zwar jede Menge
Widersprüche von verschiedenen Forenmitgliedern, aber keiner der widerspricht,
schreibt hier z.B. welche Farbe ein nicht gesehenes, nicht wahrgenommens Auto
denn nun haben sollte. Was bitte sind denn solche leeren Widersprüche anderes
als Rechthaberei und Besserwisserei und das, ohne dabei die gestellten Frage mit
Fakten zu beantworten oder die Widersprüche mit solchen auch zu begründen, statt
immer nur mit theoretischen wissenschaftlichen beschreibenden
Gedankenkostruktionen aufzuwarten...
Noch nie hat ein menschliches Auge
je die Erde als Kugel gesehen. Noch nie hat ein menschliches Auge je ein Atom
gesehen. Noch nie hat ein menschliches Auge je ein Lichtphoton gesehen. Aber
jeder meint sicher zu wissen, dass die Erde eine sich um die Sonne drehende
Kugel sei, es diese vermeintlichen materiellen "Teilchen" auch wirklich gibt und
wie schnell sich z.B. Licht durch den Raum bewegt. Würde jetzt aber einer zum
Beispiel was von "Engeln und vom Teufel" hier erzählen und wie schnell der
Teufel rennen kann [ohwe], würden all die vermeintlich "wissenschaftlich
Wissenden" ihn auslachen und sich dabei auch noch überlegen fühlen, über solchen
doch offensichtlichen esoterischen mittelalterlichen schwachsinnigen
Aberglauben.
Aber an ihre Atome und die sich mit Lichtgeschwindigkeit
bewegenden Photonen und den ganzen materiellen "Teilchenzoo", den noch niemals
ein menschliches Auge je selbst gesehen hat, an deren "materielle Existenz"
glauben sie selbstverständlich, denn sie wissen ja gut bescheid, sind ja
gebildet. Und irgendwie ist das ja schließlich auch alles wissenschaftlich
erwiesen. Da werden aber in Wirklichkeit pausenlos nur die Theorien über die
Wirklichkeit mit der "Wirklichkeit selbst" schlicht und einfach verwechselt und
kaum einer bemerkt es, weils ja scheinbar fast alle so machen... :-)
Aber
wer oder was sind denn die da alle eigentlich??? [cheesy] ;-) [spin]
Gruß
Joy
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von Joy am 01.
Feb. 2006, 06:04 Uhr
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on 01/31/06 um 19:18:42, hel wrote:Hallo Jonny,
Wenn Du aber generell
sagst, es kann experimentell nachgewiesen werden, entgegne ich: Jedes
Experiment, das ich durchführe, erlebe ich aufgrund meiner Wahrnehmungen. Bei
keiner einzigen Wahrnehmung kann ich angeben, ob sie realistischen oder
nondualen Charakter, hat. Dies gilt also auch für alle Experimente.
Beispiel
Parapsychologie: Uri Geller (lebt er noch?) kommt nach Berlin, und kann
einwandfrei durch ein Großraumexperiment nachweisen, daß er mit Geisteskraft
alle Löffel in 10km Umkreis verbiegen kann. Die Wissenschaft gibt sich
geschlagen und akzeptiert das Phänomen. Gut: wie willst Du entscheiden, ob Du
das Ganze als einzige Person auf der Welt träumst, all das Vorspiegelungen
deines Bewußtseins sind, oder ob Uri Geller wirkliche, materielle Löffel
verbogen hat?
Hallo hel,
genau hiermit bringst Du es auf
den eigentlichen Punkt, welchen Wert angebliche Beweise haben: Nämlich gar
keinen. Von Beweisen zu sprechen, gleicht dem "Phantasieren in einem
Fiebertraum"!
Genau an diesem Punkt betrittst Du im Geiste die Schwelle
zur Selbsterkenntnis. Was Dich jetzt noch ggf. abhält, diese Schwelle jetzt auch
selbst zu überschreiten, sind enorme und sehr heftige innere Zweifel, welche Dir
Dein bisheriges konditioniertes und daher gewohntes Denken einredet. Dieses
Gewohnheits-Denken, diese ganze Konditionierung mit aller standhaften Konsequenz
zu ignorieren und dabei immer ganz hier und jetzt bei Dir selbst zu bleiben und
jede gläubige Annahme zu hinterfragen und als solche zu erkennen, ist jenes
"Tun", jener innere "Weg", welcher Dich die Schwelle überwinden läßt. Dein Ego,
das objektivierte "Ich", wird sich sträuben und winden, wird brüllen und
aufschreien und es kostet enorme innere Kraft und Geduld, diese Phase zu
durchschreiten und nicht wieder in die Konditionierung zurück zu fallen, die
ebenfalls eine verdammt hohe geistige Mächtigkeit ist.
Wenn Du die
Schwelle aber einmal selbst überwunden hast und schaust dann im Geiste ganz
gelassen zurück, weil Du jetzt Deine wahre Identität selbst erkannt hast, wirst
Du zu Deinem großen Erstaunen feststellen, dass da real niemals, zu keinem
einzigen Zeitpunkt, je eine Schwelle gewesen war. Die Schwelle war allein Deine
materialistische Einbildung, Dein konditionierter Glaube und das Festhalten an
dessen vermeintlichen Wahrheiten.
Ich wünsche Dir von ganzen Herzen und
aufrichtig den Mut und die innere Kraft und Mächtigkeit sowie die Gelassenheit,
nicht ängstlich zurück zu schauen und ganzheitlich hier und jetzt nur Du selbst
zu sein. Die Schwelle, lieber hel, existiert nur als Vorstellung in Deinem Kopf
bzw. dem Geist, der Du selbst bist. Und daher kannst auch nur Du selbst sie
überwinden und wegsprengen, nur um dann ihre reale Nichtexistenz auch selbst
höchst lebendig zu erkennen...
Nie wieder wirst Du dann in den engen
Käfig, den Du dann als solchen selbst lebendig erkannt hast zurück wollen und
können, denn Du hast diesen dann als einen nur für wahr und wirklich geglaubten
Käfig selbst erkannt. Dann erst bist Du auf der wirklich abenteuerlichen Reise
in das unendliche Abenteuerland Deines eigenen Geist. Aber nicht Du reist dann,
sondern dann bist Du selbst die Reise, die niemals enden wird, da sie niemals
wirklich begonnen hat... ;-)
Gruß
Joy
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von WuWei am
01. Feb. 2006, 08:32 Uhr
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hallo hel,
[/i]
Wenn Du aber generell sagst, es kann experimentell
nachgewiesen werden, entgegne ich: Jedes Experiment, das ich durchführe, erlebe
ich aufgrund meiner Wahrnehmungen. Bei keiner einzigen Wahrnehmung kann ich
angeben, ob sie realistischen oder nondualen Charakter, hat. Dies gilt also auch
für alle Experimente.
[i]
richtig, wobei ich statt "realistisch"
lieber "dual" sagen würde.
[/i]
Beispiel Parapsychologie: Uri Geller
(lebt er noch?) kommt nach Berlin, und kann einwandfrei durch ein
Großraumexperiment nachweisen, daß er mit Geisteskraft alle Löffel in 10km
Umkreis verbiegen kann. Die Wissenschaft gibt sich geschlagen und akzeptiert das
Phänomen. Gut: wie willst Du entscheiden, ob Du das Ganze als einzige Person auf
der Welt träumst, all das Vorspiegelungen deines Bewußtseins sind, oder ob Uri
Geller wirkliche, materielle Löffel verbogen hat?
[i]
und was, wenn
nicht du als Person dies alles träumst, sondern du (was immer das ist) auch
diese Person träumst?
So wie im Traum, wo ja nicht die Traumfigur träumt,
sondern ich, der den Traum durch die Perspektive der Traumfigur wahrnimmt.
Es ist eine ganz einfache (und doch offenbar so schwere) Erkenntnis, daß
alle Phänomene, alle Zeit, die ganze Welt, allein im Bewußtsein erscheinen.
Solange ich dies aber für "mein" Bewußtsein halte, habe ich die
Solipsismus-Klippe nicht umschifft. Und an diesem Punkt ist die See besonders
rauh (um im Bild zu bleiben ;-)). Erst wenn ich nicht nur alle Objekte, sondern
auch mich als Subjekt transzendiert habe, bin ich darüber hinweg. Dann stellt
sich auch nicht mehr die Frage, ob ich nun realer bin als andere, oder ob alles
nur Illusion ist.
Grüße,
WuWei
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von louisquinze
am 01. Feb. 2006, 08:44 Uhr
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Ach so Joy? Jetzt wollen Sie auf einmal sachlich diskutieren? Das setzt doch
eine Sache voraus, ein tertium comparationis. Das können Sie doch nicht aus
Ihrem "Geist" eduzieren.
Im übrigen nennen Sie sich dauernd einen Geist! Also
- von Geist würde ich da wirklich nicht sprechen.
Nennen Sie sich doch
ein...Subjekt! [cheesy]
salut
Lq
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Titel: Bei Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von
jonny_W. am 01. Feb. 2006, 09:58 Uhr
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hel: "Bei keiner einzigen Wahrnehmung kann ich angeben, ob sie realistischen
oder nondualen Charakter, hat."
Oh doch, rein subjektiv kann ich das, ich
kenne beide Modi des "in der Welt seins" aus eigenem Erleben, sie fühlen sich
unterschiedlich an.
Aber davon ganz unabhängig läßt sich theoretisch ein
konsistentes non duales Weltbild konstruieren, das sich auch experimentell
verifizieren läßt. Das duale, realistische Weltbild ist IMHO sowohl theoretisch
obsolet als auch experimentell falsifiziert.
jonny
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Titel: Re: Bei Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von hel am
01. Feb. 2006, 11:31 Uhr
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on 02/01/06 um 09:58:49, jonny_W. wrote:Aber davon ganz unabhängig läßt sich
theoretisch ein konsistentes non duales Weltbild konstruieren, das sich auch
experimentell verifizieren läßt.
Gut, aber davon habe ich nichts,
solange ich das auch mit dem dualen Weltbild machen kann.
Quote:Das
duale, realistische Weltbild ist IMHO sowohl theoretisch obsolet als auch
experimentell falsifiziert.
Perfekt: Aber bitte konkreter werden.
Eine falsifizierbare Theorie ist so gestaltet, daß sie angibt, wie gewisse Dinge
in der Welt beschaffen sein müssen, wenn die Theorie gilt.
Jetzt gib bitte
an, welche aus dem dualistischen Weltbild zwingend folgende Annahme falsifiziert
worden ist. Und natürlich, auf welche Art und Weise.
Grüße,
hel
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von delfi am
01. Feb. 2006, 12:04 Uhr
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on 02/01/06 um 04:31:29, Joy wrote:Es ist -sorry- immer wieder das selbe
"Problem".
genau, du wiederholst dich! du bleibst einfach
bei deinen lächerlichen Widersprüchen,
kein Wunder das Logik dir ein Dorn im
Auge ist:
Quote:Da werden Aussagen aus ihrem Kontext
herausgerissen....
Nebel, Nebel, Nebel...
und jetzt kommts:
Quote:<Niemand behauptet, daß die materielle Existenz von Gegenständen
von der Wahrnehmung abhängig ist!>
"Gegenstände (= Phänomene = Objekte)
sind ihre Wahrnehmung selbst." Das heißt: Jenseits und unabhängig von ihrer
Wahrnehmung existieren gar keine materiellen (nicht wahrgenommenen) objektiven
Gegenstände, keine (nicht wahrgenommene) objektive materielle Welt.
na bitte, du bist der niemand.
Und Galilei und Einstein hat es also auch
nicht gegeben ebenso natürlich nicht delfi [cheesy] [cheesy] [cheesy]
noch einmal zu Klarstellung, du kannst Solipsist sein wie du willst, ich glaube
allerdings nicht dass du es ehrlich bist, welches Auto fährst du übrigens?, in
der "philosophischen" Diskussion sollte deine Argumentation aber
widerspruchsfrei sein. Das geht nicht einfach indem man wie hier zum x-ten mal
von dir vorgeführt den Widerspruch einfach wortreich stehen lässt.
Salve
[skater]
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von jonny_W. am
01. Feb. 2006, 12:15 Uhr
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Hi Hel,
bin schon aufm Sprung, in ner Woche wieder da, dann werd ich auf
deine Fragen detailiert eingehen.
machts gut
jonny
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von Joy am 01.
Feb. 2006, 16:46 Uhr
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on 02/01/06 um 08:44:39, louisquinze wrote:Ach so Joy? Jetzt wollen Sie auf
einmal sachlich diskutieren?
Nichts anderes, louisquinze, tue
ich hier in und mit meinen Beiträgen. Dass meine Aussagen von vielen gar nicht,
noch nicht einmal dem Ansatz nach verstanden werden, liegt ausschließlich in
jenen selbst begründet, welche die Beiträge zwar lesen, aber sie dann
ausschließlich mit ihrem vermeintlich sicheren konzeptuellen angelernten Wissen
nur abgleichen, um zu schauen, in welche Schublade das Gelesene denn nun am
besten reingehört. Darin hat sich dann auch schon die eigene Intelligenz
erschöpft! Du nennst die passende Schublade "Psychiatrie", Delfi nennt sie
"Solipsismus", hhmoeller nennt sie "Esoterik" und andere einfach nur "Spinner".
Sei versichert, kein einziger von den Schubladenziehern, denn ich kenne alle
diese Schubladen auch selbst sehr gut, hat überhaupt verstanden, was er denn da
gelesen hat. ;-)
Lesen zu können und diverse Schubladen zu kennen, heißt
noch lange nicht, auch das Gelesene wirklich zu verstehen. Machen wir uns doch
bitte nichts vor: Verstanden wird immer nur das, was bereits auch selbst erkannt
ist. Ein 3. Klässler kann zweifelsfrei in den meisten Fällen fehlerfrei lesen
und kennt auch alle Ziffern. Geben wir ihm eine Abhandlung über die Allgemeine
Relativitätstheorie zu lesen und er wird sie uns fehlerfrei vorlesen können.
Frage ihn anschließend, was er von dem, was er denn da fehlerfrei vorgelesen
hat, nun auch wirklich verstanden hat? Vermutlich gar nichts! (Selbst viele
studierte Physiker haben sie ebensowenig wirklich verstanden und plappern nur
auswendig gelernt das nach, was ihnen ihr Prof. einst dazu erzählte!) Mach das
Experiment und überzeug Dich selbst, falls Du es ernsthaft bezweifeln solltest
und nach wie vor gläubig davon überzeugt bist, das lesen zu können ident damit
sei, das Gelesene in seiner metaphorischen Tiefe auch ganzheitlich verstehen zu
können.
Und es käme mir gewiss nicht in den Sinn, den 3. Klässler oder
irgendein Forumsmitglied hier jetzt den Besuch eines Psychiaters zu empfehlen
oder gar in ein Landeskrankenhaus einzuweisen, nur weil er (noch) nicht
versteht, was er da gelesen hat. ;-)
Schau Dir delfis letzte Antwort
selbst an. Außer unbegründetem Widerspruch kein einziges plausibles Argument.
Zitiert wird von ihm nur die Hälfte einer Aussage und dann laut und
besserwisserisch gerufen: "Widerspruch, Solipsismus..." Mehr fällt ihm dazu gar
nicht ein! Er ist noch völlig des "Verstehens" des Gelesenen unmündig. Keine
einzige konkret an ihn gestellte Frage aus meinem letzten Beitrag an ihn, die
den Widerspruch im vermeintlich stimmigen und eigenen (in Wirklichkeit nur blind
nachgeplapperten) Weltbild sofort offenbaren würde, hat er, trotz ausdrücklicher
Bitte darum, konkret beantwortet. Ein solcher Diskusionsstil disqualifiziert
nicht nur, sondern ist doch ohne Zweifel der geistige Offenbarungseid pur! :-)
on 02/01/06 um 08:44:39, louisquinze wrote:Das setzt doch eine Sache
voraus, ein tertium comparationis. Das können Sie doch nicht aus Ihrem "Geist"
eduzieren.
Am Rande erwähnt: Für jene die hier mitlesen und sich
in der sehr gewählten und gelehrten Ausdrucksweise von louisquinze unwohl
fühlen, die zu oft leider nur dazu dient, seine vornehme Gelehrtheit, Bildung
und Belesenheit zu demonstrieren:
tertium comparationis
(http://de.wikipedia.org/wiki/Tertium_comparationis) = lateinisch, das Dritte
des Vergleiches
eduzieren = kommt vom lateinischischen, eductus Partizip
Perfekt zu educere "herausziehen"
Weshalb glaubst Du, louisquinze, dass aus
dem Geist heraus keine "Sachen" eduziert werden könnten? Alle Eduzierung erfolgt
ausschließlich im Geiste, denn nur als Geist, als wahrnehmendes Bewusstsein, ist
die phänomenale Welt dem Menschen überhaupt gegeben! :-)
In den gesamten
Naturwissenschaften geschieht ebenso nichts anderes! Nimm Dir mal ein Physikbuch
zur Hand zum Thema Elementarteilchenphysik. Diese da besprochenen "Teilchen" hat
noch niemals auch nur ein menschliches Auge je gesehen, so dass nicht wirklich
ernsthaft über diese als "existierende materielle Teilchen" gesprochen werden
kann. Das hindert die Physiker jedoch nicht im geringsten daran, über diese
"Sachen" ganze Theorien zu erstellen, wie diese "Teilchen", die noch niemals ein
menschliches Auge je gesehen hat, miteinander wechselwirken. Auch in der
klassischen Newton-Physik ist das nicht wirklich anders, da werden "Kräfte"
formuliert, z.B. die Gravitatioskraft, die ganz gewiss keine "materiellen
Sachen" sind. Dasselbe trifft auf Biologen zu mit ihrer DNA-Doppelhelix, oder
glaubst Du etwa auch hier, dass diese Doppelhelix real materiell existiert?
Willst Du nun die Physiker und Biologen etwa auch alle ins Landeskrankenhaus
einweisen lassen? :-)
Die Paradoxien in den wissenschaftlichen Theorien
sind hauptsächlich darin begründet, dass die meisten Wissenschaftler nicht von
ihrem krampfhaft festgehaltenen materialistisch-dualistischen Dogma loslassen
können und eben deswegen auch glauben, dass die erlebte Wirklichkeit eine
materielle Basis hätte. Sie erkennen nicht, dass die Welt, die sie beschreiben,
eine "geistige Welt" ist, die ihnen doch ausschließlich als Bewusstsein gegeben
ist und das trotz dessen, dass dieses in jedem Augenblick des Erlebens niemals
wirklich verborgen, sondern ewig offenbart ist, weswegen ich sie dann doch gern
als (noch) "völlig blind", als "nicht sehend" bezeichne. Damit ist jetzt aber
keinerlei Ab- oder Aufwertung verbunden, bevor sich hier irgendwer beleidigt auf
den Schlips getreten fühlt. Es ist nur eine völlig wertfreie "aktuelle
Zustandsbeschreibung". Und ein jeder, der "wirklich sehen kann", sieht dies auch
selbst: Blinde führen und lehren Blinde... :-)
on 02/01/06 um
08:44:39, louisquinze wrote:Im übrigen nennen Sie sich dauernd einen Geist! Also
- von Geist würde ich da wirklich nicht sprechen.
Das Dir zu
glauben fällt mir auch nicht wirklich schwer! :-) Was glaubst denn Du, was "Ich
bin" ist? Etwa ein wabberndes Gehirn? ;-) Wenn Dir der Begriff "Geist" nicht
zusagt, kannst Du auch die englische Vokabel nehmen: Spirit. Das heißt dann,
dass "Ich bin" von seiner Essenz und Substanz her, also seinem Wesen nach,
spirituell ist und die erlebte Welt dann eben keine "geistige Welt" mehr ist,
sondern eine "spirituelle Welt".
on 02/01/06 um 08:44:39, louisquinze
wrote:Nennen Sie sich doch ein...Subjekt! [cheesy]
"Ich bin"
(ist) doch kein Grammatiker! [grin] [spin] [grin]
Gruß
Joy
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von hhmoeller
am 01. Feb. 2006, 17:00 Uhr
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on 01/31/06 um 19:28:04, Joy wrote:Weshalb richtest Du (und nicht nur Du)
immer nur die eigene Aufmerksamkeit auf "gedankliche Vorstellung" über die
Wirklichkeit und nicht die Wirklichkeit selbst, welche ausschließlich hier und
jetzt IST?
Ganz einfach: Wenn ich auf die unmittelbare
Wahrnehmung als einzige Erkenntnisquelle beschränke, und wenn ich darauf
verzichte, zeitliche Zusammenhänge zu erkennen, kann das Ergebnis nur eine
Säuglingsphilosophie sein, die in lebenspraktischer Hinsicht gerade mal vom
Schnuller zur Mutterbrust reicht.
Quote:Das ist doch irre: Da
erschafft der Verstand, das Denken, eine riesige raumzeitliche vorgestellte
Welt, die nur als solche schlicht und einfach ein Gedanke bzw. eine
Gedankenkonstruktion ist, und dann will er sie auch noch selbst untersuchen und
verstehen...
Du hast recht: Würde Dein Weltbild mit der
Wirklichkeit übereinstimmen, wäre das irre.
Kommen wir noch einmal
auf den Ausgangspunkt zurück, dein Lieblingswort Fakten: Was können wir
unumstößlich sicher wissen? Genau zwei Sätze:
Ich bin.
Ich
empfinde.
Alles, was darüber hinausgeht, ist Vermutungswissen, Theorie.
Bis dahin wirst Du mir begeistert zustimmen, aber mit einer Ausnahme:
Du behauptest, daß unser Wissen über die Welt mit der Welt
gleichzusetzen ist: Nicht nur unser Wissen über die Welt ist eine gedankliche
Konstruktion, sondern die Welt selbst.
Hier muß einmal klar festgestellt
werden, daß dieser Standpunkt nicht zwingend aus den beiden genannten Sätzen
folgt. Es handelt sich um eine Theorie. Daher kann ich Deine Behauptung, Dein
Weltbild sei gar keines, sondern ein Blick auf das was-wirklich-ist, nicht
gelten lassen.
Ich widerspreche diesem Standpunkt. Ich behaupte, daß
jedes Weltbild - auch Deines - nicht die Welt selbst, sondern eine zwangsläufig
verzerrte und unvollständige Abbildung der Welt ist.
Wenn man die Welt
selbst als gedankliche Konstruktion ansieht, hat das eigenartige logische
Konsequenzen: Kein Weltbild kann falsch sein. Wenn ich mir die Welt als Scheibe
unter einer Käseglocke vorstelle, und die Welt mit dieser gedanklichen
Konstruktion identisch ist, dann ist es eine unumstößliche Tatsache, daß die
Erde eine Scheibe ist.
Ein Einwand gegen mein Weltbild würde
voraussetzen, daß es außerhalb der von mir gedanklich konstruierten Welt noch
eine reale Welt gibt, in der die Erde keine Scheibe ist.
Wenn Du mir also
erzählen willst, was im Gegensatz zu meinem Weltbild wirklich ist, setzt Du
voraus, daß es außerhalb der von mir gedanklich konstruierten Welt noch eine
wirkliche Welt gibt. Genau das bestreitet aber Dein Weltbild.
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von Eberhard am
01. Feb. 2006, 17:23 Uhr
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Hallo allerseits,
unsere Frage ist: Gibt es eine vom menschlichen
Bewusstsein unabhängige Welt?
Auf diese Frage eine etwas provokante
Antwort.
Ich frage zuerst einmal konkret:
Gibt es etwas, dessen
Dasein von meinem Bewusstsein unabhängig ist?
Ja, meine Mutter.
Sie erinnert sich noch an meine Geburt und an die Zeit davor, als es mich noch
nicht gab.
Als es mich noch nicht gab, kann es auch noch nicht mein
Bewusstsein gegeben haben.
Da mein Bewusstsein erst entstanden ist, als
meine Mutter bereits da war, ist das Dasein meiner Mutter unabhängig von meinem
Bewusstsein.
Entsprechendes kann man nun zu jedem Menschen aussagen.
Deshalb ist z.B. das Dasein unserer stammesgeschichtlichen Vorfahren unabhängig
vom menschlichen Bewusstsein.
Demnach gibt es etwas, das unabhängig vom
menschlichen Bewusstsein da ist.
Stimmt’s oder hab ich Recht,
fragt Euch Eberhard.
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von Siena am
01. Feb. 2006, 17:33 Uhr
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Schönen Nachmittag Joy!
Ich rätsle noch immer über die Sinnhaftigkeit
deines Wollens. Wenn dich hier, wie du selbst schreibst, keiner der
"Schubladenzieher" versteht - ("noch" nicht versteht) - so kann das mehrere
Gründe haben:
- die Schubladenzieher sind unbelehrbar und (bleiben es
vermutlich) - weil sie nicht "verstehen" wollen (von Können
würde ich nicht
wagen zu sprechen)
- die Schubladenzieher sind nicht in der Lage (noch nicht)
in
die sogenannte "metaphorische Tiefe" vorzudringen;
- oder aber, es
liegt an dir - an deiner Vorgehensweise -
anders gewendet: in deinen
Schreiben lässt du immer
wieder durchblicken, dass die Schubladenexistenzen
einem
Mangel verhaftet sind - dass sie Betreiber eines angelernten
Wissens sind - aber es mangelt ihnen am "wahren Wissen",
aus dem du zu
sprechen scheinst;
Es ist durchgängig ein dogmatischer Zug in deinen
Aussagen feststellbar - ich möchte sagen, eine apodiktische Form, die mir doch
einiges Unwohlsein hervorruft.
"Alle Eduzierung erfolgt ausschließlich im
Geiste, denn nur als Geist, als wahrnehmendes Bewusstsein, ist die phänomenale
Welt dem Menschen überhaupt gegeben!" - so schreibst du unter anderem.
Alle - ausschließlich - überhaupt - nur usw. sind Wörter, die in eine Enge
treiben.
Ich frage dich nochmals daraufhin, was du eigentlich bezweckst.
Willst du den anderen bekehren - ihn aus seiner Schublade vertreiben - willst du
eine Wahrheit verkünden - deine Wahrheit?
Wenn das, was du sagst, deine
Wahrheit ist, was treibt dich dann aus ihr heraus? Wozu dieses ganze
Unternehmen, das doch nur in Schubladen abgelegt wird?
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von WuWei am
01. Feb. 2006, 19:02 Uhr
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[/i]
genau, du wiederholst dich! du bleibst einfach bei deinen lächerlichen
Widersprüchen,
kein Wunder das Logik dir ein Dorn im Auge ist:
Nebel,
Nebel, Nebel...
und jetzt kommts:
na bitte, du bist der niemand.
Und Galilei und Einstein hat es also auch nicht gegeben ebenso natürlich nicht
delfi
noch einmal zu Klarstellung, du kannst Solipsist sein wie du
willst, ich glaube allerdings nicht dass du es ehrlich bist, welches Auto fährst
du übrigens?, in der "philosophischen" Diskussion sollte deine Argumentation
aber widerspruchsfrei sein. Das geht nicht einfach indem man wie hier zum x-ten
mal von dir vorgeführt den Widerspruch einfach wortreich stehen lässt.
[i]
Mann Delfi, soll das eine ernsthafte Diskussion sein? Wo ist denn genau der
Widerspruch? Zeige ihn auf und widerlege ihn, aber mit echten Argumenten, nicht
mit so einem kindisch-trotzigen Blabla!!! Wenn du soviel von Logik hältst, dann
zeige uns doch, was du in dieser Hinsicht drauf hast!
Daß dies kein
Solipsismus ist, wurde schon mehrfach erwähnt. Ich habe speziell dir ausführlich
erklärt, warum es kein Solipsismus ist. Hast du das nicht gelesen oder hast du
es nicht verstanden?
Nimms mir nicht übel, ist echt nicht böse gemeint,
aber ich bin sicher, daß du auch viel intelligenter und sachlicher argumentieren
kannst ;-).
viele Grüße,
WuWei
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von louisquinze
am 01. Feb. 2006, 20:10 Uhr
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@Joy
Ich will mal einen Vorschlag zur Güte tun. Ich merke nämlich, daß
Sie zunehmend gereizter schreiben.
Nun, zum "sachlich". Das hatte ich im
ersten Fall ironisch (!) gebraucht (das liebe ich nämlich) im zweiten Fall habe
ich das Wort analysiert (in seine Bestandteile zerlegt) und gezeigt daß dies mit
der solipsistischen Auffassung (es gibt nur mein Ich und sonst nichts) im
Widerspruche steht, wenn, ja, wenn derjenige seinen Standpunkt anderen gegenüber
beweisen oder darlegen will! Wenn nicht entsteht m.E. kein Widerspruch.
Diesen Zusammenhang haben Sie nicht erkannt!
Überhaupt wissen Sie nicht was
ich unter retorsiven (transzendentalen) Argumenten verstehe.
Die
Drittklässler hätten Sie sich sparen können. Geschenkt!
Psychiatrie soll,
wenn alles gut geht, den Betroffenen zur Lebenstüchtigkeit (zurück-)verhelfen.
Ihr Standpunkt ist m.E. lebensuntauglich, wollte ich also nur sagen.
Es
kann in der Philosophie nicht darum gehen sich möglichst kühne Gedankengebäude
zu bauen und diese argumentativ zu verteidigen, sondern es geht um eine
Interpretation der Erfahrungswirklichkeit. Hierzu ist m.E. der gemeine
Menschenverstand in der Lage, wenn er sich im Denken schult. Die Aussage: Ich
bin alles ist durch die Erfahrung nicht gedeckt!
Und dann: Sein und Geist
sind identisch? ...Meine Rede! Aber doch bitte der göttliche, absolute Geist!
Das Abschlußtheorem im Buch Lambda der Metaphysik, Neuplatonismus und auch in
Hegels Logik! Es gibt eben philosophiegeschichtliche Zusammenhänge
vielfältigster Art. Und die sollte man als Philosoph kennen.
salut
Lq
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von WuWei am
01. Feb. 2006, 21:09 Uhr
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Hallo hhmoeller,
[/i]
Ganz einfach: Wenn ich auf die unmittelbare
Wahrnehmung als einzige Erkenntnisquelle beschränke, und wenn ich darauf
verzichte, zeitliche Zusammenhänge zu erkennen, kann das Ergebnis nur eine
Säuglingsphilosophie sein, die in lebenspraktischer Hinsicht gerade mal vom
Schnuller zur Mutterbrust reicht.
[i]
niemand hat gesagt, daß du nicht
nachdenken sollst. Ich muß in meinem Job nachdenken und ich denke hier nach,
während ich dies schreibe. Aber was immer ich wahrnehme, ist eine Wahrnehmung im
Bewußtsein, was immer ich denke und mir vorstelle, ist ein Gedanke bzw. eine
Vorstellung im Bewußtsein. Ich fasse auch abstrakte Gedanken.
Das
Eigentümliche am abstrakten Denken ist aber, daß es Wirklichkeit, die immer nur
hier-und-jetzt im Bewußtsein erfahren wird, nach außen (also scheinbar außerhalb
des Bewußtseins) projiziert. Dieses abstrakte Denken ist es, daß die Illusion
einer Welt außerhalb des Bewußtseins erzeugt. Ich denke sicherlich wie du über
zeitliche Zusammenhänge nach, aber ich glaube nicht mehr, daß es objektive Zeit
an sich gibt, Zeit, die einfach so für sich selbst verstreicht. Wo liegt denn
der Zeitraum, den du dein bisheriges Leben nennst? Irgendwo hinter dir, auf
einem obskuren Zeitpfeil? Wo ist dieser Zeitraum, wenn nicht hier und jetzt im
Bewußtsein?
Jetzt wirst du einwenden, daß dieser Zeitraum sich doch nicht
nur in "deinem" Bewußtsein befindet, andere erinnern sich doch auch an die
Jahre, Monate und Tage. Scheint so, aber erstens wäre dann der Zeitraum doch
wieder nur im Bewußtsein, und zweitens sind auch die anderen dir nur hier und
jetzt im Bewußtsein gegeben.
Der Witz ist, daß zu deiner unmittelbaren
Wahrnehmung nicht nur deine sogenannten Sinneswahrnehmungen gehören, sondern
ebenso deine Gedanken und Vorstellungen. Wenn man sich intensiv genug auf seine
unmittelbaren Wahrnehmungen konzentriert, dann erkennt man auch, daß die
sogenannte objektive Realität, die Vergangenheit und Zukunft, eben immer nur
unmittelbare Vorstellungen hier und jetzt im Bewußtsein sind. Und ebenso ist die
Vorstellung, daß dies "mein" Bewußtsein ist, nur eine Vorstellung hier und jetz
im Bewußtsein.
[/i]
Was können wir unumstößlich sicher wissen? Genau
zwei Sätze:
Ich bin.
Ich empfinde.
Alles, was darüber
hinausgeht, ist Vermutungswissen, Theorie.
Bis dahin wirst Du mir
begeistert zustimmen, aber mit einer Ausnahme:
Du behauptest, daß unser
Wissen über die Welt mit der Welt gleichzusetzen ist: Nicht nur unser Wissen
über die Welt ist eine gedankliche Konstruktion, sondern die Welt selbst.
[i]
ich sollte hier vielleicht nicht für Joy antworten, aber soweit ich ihn
verstehe, hat er dies nie behauptet, im Gegenteil. Unser Wissen über die Welt
ist eben nicht mit der Welt gleichzusetzen! Er hat gesagt, daß Realität
wahrgenommene Realität ist. Ein großer Unterschied! Denn erstens bezeichnet
Realität nicht zwangsläufig ein objektives konkretes Ding, wie du dir es
wahrscheinlich unter "der Welt" vorstellst.
Das heißt: Realität ist
wahrgenommene Realität, also alle meine Wahrnehmungen sind Realität, ebenso wie
meine Gedanken und Vorstellungen bzw. mein Wissen darüber Realität ist. Aber:
wenn Wissen Realität ist, dann kann Wissen Realität nicht erfassen! Genausowenig
wie Gedanken nicht gedanklich zu erfassen sind. Natürlich kann ich über einen
Gedanken nachdenken, aber dabei kann ich nur seine "Inhalte" erfassen, nicht
aber seine "Substanz", sein Wesen.
Wieder ein naives Beispiel: versuche
mit Knetgummi darzustellen, was Knetgummi ist! Egal, welche Form du dem
Knetgummi gibst, es bleibt Knetgummi. Und ob du nun das Wort "Knetgummi" oder
das Wort "Hühnerkacke" bildest: beides ist dem Wesen nach nichts anderes als
Knetgummi.
Und genausowenig kann sich die Wirklichkeit erfassen, weil
sie sich selbst nicht entfliehen kann. Ich kann die Gegenwart nicht erfassen,
weil ich ihr nicht entfliehen kann. Ich kann Bewußtsein nicht erfassen, weil ich
ihm nicht entfliehen kann. Ich BIN Wirklichkeit, Gegenwart, Bewußtsein.
Daß die Welt eine gedankliche Konstruktion ist, würde ich auch sagen, zumindest
wenn ich "gedanklich" unter "geistig" verbuche und Wahrnehmungen eben auch als
geistig ansehe, was sie ja auch sind. Nur daß ich dies höchstwahrscheinlich ganz
anders interpretiere als du. Ich verstehe es nicht so, daß ich als Person in
meinem Gehirn diese Welt gedanklich konstruiere. Meine Person und mein Gehirn
sind selbst nichts anderes als geistige Konstruktionen. Von wem? Von mir, was
immer ich nun bin.
[/i]
Ich widerspreche diesem Standpunkt. Ich
behaupte, daß jedes Weltbild - auch Deines - nicht die Welt selbst, sondern eine
zwangsläufig verzerrte und unvollständige Abbildung der Welt ist.
[i]
Da gebe ich dir recht. Kein Weltbild erfasst die Wirklichkeit, und doch IST
jedes Weltbild, sei es noch so bizarr, in gewisser Weise Wirklichkeit. Weil eben
auch jeder Gedanke Wirklichkeit ist, schließlich wird er ja gedacht.
Und
natürlich kann es keine vollständige Abbildung der Welt geben, denn dann müßte
die Abbildung ja neben der Welt stehen. Wenn sie daneben stünde, wäre es aber
nicht die ganze Welt, die sie abbildete. Wäre sie in der Welt, könnte sie sich
nicht selbst abbilden. Das geht nicht, sowenig wie eine Kamera sich selbst nicht
filmen kann.
Menschen wie Joy oder ich wollen kein anderes, besseres
Weltbild erschaffen, sondern alle Weltbilder verwerfen oder zumindest
relativieren. Ich empfehle: sieh deine Wahrnehmung als das, was sie sind:
Wahrnehmungen. Deine Gedanken als Gedanken, deine abstrakten Vorstellungen als
abstrakte Vorstellungen, deine Vermutungen als Vermutungen.
[/i]
Wenn
man die Welt selbst als gedankliche Konstruktion ansieht, hat das eigenartige
logische Konsequenzen: Kein Weltbild kann falsch sein. Wenn ich mir die Welt als
Scheibe unter einer Käseglocke vorstelle, und die Welt mit dieser gedanklichen
Konstruktion identisch ist, dann ist es eine unumstößliche Tatsache, daß die
Erde eine Scheibe ist.
[i]
Nein, im Gegenteil. Jedes Weltbild ist
falsch! Die Erde ist weder dies noch das, weil die Erde objektiv nicht
existiert.
Das ist natürlich starker Tobak, aber wenn es keine
Materie-an-sich gibt, dann gibt es natürlich auch keine Erde-an-sich, die da
munter für sich allein durch das All purzelt. Die Erde ist nicht, sie erscheint.
Also "ist" sie immer nur so, wie sie dir erscheint. Flieg ins All, und die Erde
erscheint dir als Kugel. Aber sie ist in dem Moment Wahrnehmung, ebenso wie das
Raumschiff, das All, und du selbst.
Verstehst du? Ich behaupte nicht,
daß die Erde KEINE Kugel ist, ich sage, daß sie immer nur aus einer bestimmten
Perspektive und einer bestimmten (scheinbaren) Distanz als Kugel erscheint. Die
Form einer Kugel ist nur denkbar mit einer dazugehörigen Perspektive, also mit
einem Betrachter, einem Subjekt.
Versuch dir doch mal vorzustellen, wie
eine Kugel für sich aussieht, ohne Betrachter! In dem Moment, wo du dir das
vorzustellen versuchst, hast du gedanklich bereits wieder die Perspektive eines
Betrachters geschaffen. Wie also sollte es irgendeine Form ohne die Perspektive
eines Betrachters geben?
[/i]
Ein Einwand gegen mein Weltbild
würde voraussetzen, daß es außerhalb der von mir gedanklich konstruierten Welt
noch eine reale Welt gibt, in der die Erde keine Scheibe ist.
Wenn Du mir
also erzählen willst, was im Gegensatz zu meinem Weltbild wirklich ist, setzt Du
voraus, daß es außerhalb der von mir gedanklich konstruierten Welt noch eine
wirkliche Welt gibt. Genau das bestreitet aber Dein Weltbild.
[i]
Ah
verstehe, eine schlaue Argumentation ;-). Du meinst, wenn du behaupten würdest,
die Welt sei eine Scheibe unter der Käseglocke, dann dürfte ich dir nicht
widersprechen, weil ich sonst ja von einer realen Welt ausgehen würde, nicht
wahr?
Aber ich mache gar keine Aussage darüber, wie und was die Welt IST,
für mich zählt nur, wie sie erscheint. Ich würde sagen: schau einfach, wie du
die Welt erlebst, ob du eine Scheibe findest. Wenn du nun ins All fliegst und
sagst, die Welt ist so oder so, dann würde ich entgegen: nein, sie erscheint dir
so, sie IST es nicht, weil sie objektiv gar nicht ist. Weiß nicht, ob ich jetzt
rüberbringen konnte, wie ich es meine. Ich bin müde....
WuWei
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von WuWei am
01. Feb. 2006, 21:24 Uhr
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Hallo Eberhard,
[/i]
Gibt es etwas, dessen Dasein von meinem
Bewusstsein unabhängig ist?
Ja, meine Mutter.
Sie erinnert sich
noch an meine Geburt und an die Zeit davor, als es mich noch nicht gab.
Als es mich noch nicht gab, kann es auch noch nicht mein Bewusstsein gegeben
haben.
[i]
Schau, deine Mutter ist entweder eine Wahrnehmung im
Bewußtsein oder eine Vorstellung, eine Erinnerung im Bewußtsein. In diesem
Moment ist sie, nehme ich an, für dich eine Vorstellung. Daß sie unabhängig von
"deinem" Bewußtsein existiert, ist deine Vorstellung hier und jetzt, oder etwa
nicht? Was ist die "Zeit vor deiner Geburt" anderes als deine Vorstellung hier
und jetzt im Bewußtsein? Und ist nicht auch die Vorstellung, daß es DEIN
Bewußtsein ist, eine Vorstellung hier und jetzt im Bewußtsein?
Versuch
dir das mal beantworten, ohne irgendwelche möglichen Schlußfolgerungen, was dies
nun bedeuten könnte.
viele Grüße,
WuWei
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von Eberhard am
01. Feb. 2006, 21:53 Uhr
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Hallo allerseits,
wie zu lesen war, hat Joy die Diskussion mit mir
abgebrochen, weil ich falsche Fragen gestellt habe.
Ich will deshalb noch
einmal meine Kritik an ihm verdeutlichen.
Er schreibt: „Für die Aussage …
, dass die ausschließlich hier und jetzt erlebte, erfahrene und erkannte Welt
der erkennende Geist selbst ist, bedarf es … gar keiner zu beweisenden
konstruierten Theorie oder Annahme, sondern das eigene Erleben, Erfahren und
Erkennen der Welt, frei von jeder konstruierten theoretischen Annahme, IST doch
der lebendige, zweifelsfreie und somit beste Beweis für diese Aussage selbst.
Die Essenz dieses Absatzes lautet somit:
Die hier und jetzt erlebte,
erfahrene und erkannte Welt ist der erkennende Geist selbst.
Der beste Beweis
für diese Aussage ist das eigene Erleben, Erfahren und Erkennen der Welt.
Also: Dass die erkannte Welt der erkennende Geist ist, erkenne ich durch das
Erkennen der Welt.
Wer will denn ernsthaft daran zweifeln?
Der
„Beweis“ für eine Aussage ist u.a. ein Erleben, das sich nicht in Worte fassen
lässt.
Immerhin spart man sich damit lästiges Argumentieren und
Begründen.
Dass das gefühlsgetönte Erleben schon oft getäuscht hat, dass
das Hochgefühl einem elenden Katzenjammer Platz machen kann, das kann schon gar
nicht mehr gedacht werden. Was sind schon begründete Zweifel (als bloße
„theoretisch-gedankliche Konstruktionen“) gegen ein starkes Erlebnis?
Und
dass das Erlebnis stark sein muss, will ich gar nicht bezweifeln. Denn es wird
dem bedrängten Individuum nicht wenig versprochen: u.a. Göttlichkeit und
Unsterblichkeit.
Bitte sehr, wer so etwas braucht, mag sich hier bedienen
meint Eberhard.
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von
tingeltangelbob am 01. Feb. 2006, 23:53 Uhr
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[smiley=wiggle.gif]
..."gutnabend"....
Die Grundvorraussetzung des
ERKANNTEN ist letzlich das ERKENNENDE..., ohne Erkennendes kein Erkanntes..
Das Erkennende bemüht sich um die Unterscheidungen/ Trennungen im Sinne..."etwas
ist, was etwas anderes NICHT ist.."..., der MOND wird desshalb zum MOND , weil
er zum MOND konstruiert/als MOND BEGRIFFEN wird,...in der
Unterscheidung/Trennung zu ANDEREM ...
Zu behaupten .., eine "Welt"
ausserhalb eines "erkennenden Mediums" sei existent.., ist absurd..
LG ,
tingeltangelbob
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von delfi am
02. Feb. 2006, 00:59 Uhr
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on 02/01/06 um 23:53:15, tingeltangelbob wrote:[smiley=wiggle.gif]
Zu
behaupten .., eine "Welt" ausserhalb eines "erkennenden Mediums" sei existent..,
ist absurd..
LG , tingeltangelbob
warum absurd? Soll dass
jetzt ein Dogma sein, oder eine neue Bibel?
Die Erde war ja mal ohne
Lebewesen, wer hat sie dann erkennen können?
Salve
[skater]
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von
tingeltangelbob am 02. Feb. 2006, 01:24 Uhr
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hallo "delfi"..
Zitat "delfi" :"Die Erde war ja mal ohne Lebewesen, wer
hat sie dann erkennen können?
??????.., wer wohl.., der
"ERKENNENDE".....
....tingeltangelbob
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von
tingeltangelbob am 02. Feb. 2006, 01:39 Uhr
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...einmal mehr ...:
"Erkanntes bedingt Erkennendes"
....und die
"Welt" ensteht erst, wenn wir/Du/ ich Teil dessen sind.
Aus der
Vergangenheit(Erinnerung) motiviert...(GEGENWART) ...Auf Zukunft hin entworfen
(Erwartung)..
tingeltangelbob
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von
tingeltangelbob am 02. Feb. 2006, 03:15 Uhr
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.... [nixweiss]..,
Das "Bezeichnete/ die Welt".., ist das Produkt des zu
BEZEICHNENDEN.."
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von Joy am 02.
Feb. 2006, 04:11 Uhr
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on 01/31/06 um 19:28:04, Joy wrote:Weshalb richtest Du (und nicht nur Du)
immer nur die eigene Aufmerksamkeit auf "gedankliche Vorstellung" über die
Wirklichkeit und nicht die Wirklichkeit selbst, welche ausschließlich hier und
jetzt IST?
on 02/01/06 um 17:00:12, hhmoeller wrote:Ganz
einfach: Wenn ich auf die unmittelbare Wahrnehmung als einzige Erkenntnisquelle
beschränke, und wenn ich darauf verzichte, zeitliche Zusammenhänge zu erkennen,
kann das Ergebnis nur eine Säuglingsphilosophie sein, die in lebenspraktischer
Hinsicht gerade mal vom Schnuller zur Mutterbrust reicht.
Wo
bitte stellst Du denn die zeitlichen Zusammenhänge anders her, als gedanklich im
Geist, der Du selbst bist? Und was verbindest (= hängst Du zusammen) wenn nicht
hier und jetzt in Deinem Geist erscheinende gedankliche Erinnerungen? Und wenn
Du diese gedanklichen Erinnerungen in Dir selbst in Zusammenhang bringst, dann
existiert der erkannte verknüpfte Zusammenhang als eine gedankliche Konstruktion
(= vorstellung) doch nirgendwo anders, als in Deinem Geist, der Du selbst bist.
Oder wirst Du das ernsthaft bestreiten wollen?
Wenn Du nun diesen geistig
hergestellten Zusammenhang (= Gedankenkonstrukt) auf Deine geistigen
Wahrnehmungen hier und jetzt (denn nirgendwo sonst nimmst Du wahr und denkst)
über- bzw. in sie hineinträgst, so nenne ich das eine klassische Projektion und
kein "direktes" und "ungetrübtes" Wahrnehmen mehr.
Aber völlig unabhängig
wie wir es nun auch nennen, ist es unumstößliche Faktizität, dass alles das
zusammen ausschließlich in Dir selbst stattfindet. Ist doch klar, oder?
Ich sage nun, eben genau deswegen, nichts anderes, als dass die "raumzeitliche
materielle Welt" (= Deine Verknüpfungen von gedanklichen Erinnerungen zu
gedanklich konstruierten Zusammenhängen) nirgendwo anders "existiert", als in
dem Geist, der Du selbst bist.
Ich kann auch nicht nachvollziehen, was
daran jetzt schwierig sein sollte, dies auch selbst zu erkennen!? Was genau
bestreitest Du eigentlich an meinen Aussagen?
Und was Deine Wertung als
"Säuglingsphilosophie" angeht, so sei hier noch einmal der dezente Hinweis
gestattet, dass Philosophie weder heißt "Weltbilder" zu generieren noch solche
zu untersuchen und zu benennen, sondern Philosophie nach der Erkenntnis der
Zusammenhänge von Sein und Denken, also der Erkenntnis der Wirklichkeit selbst
sucht.
on 01/31/06 um 19:28:04, Joy wrote:Das ist doch irre: Da
erschafft der Verstand, das Denken, eine riesige raumzeitliche vorgestellte
Welt, die nur als solche schlicht und einfach ein Gedanke bzw. eine
Gedankenkonstruktion ist, und dann will er sie auch noch selbst untersuchen und
verstehen... ;-)
on 02/01/06 um 17:00:12, hhmoeller wrote:Du
hast recht: Würde Dein Weltbild mit der Wirklichkeit übereinstimmen, wäre das
irre.
Nochmal, ich habe es oft genug bereits erwähnt: Jedes
Weltbild, ob exoterisch oder esoterisch, materialistisch oder idealistisch oder
alle sonst möglichen, sie alle miteinander sind immer gleichzeitig wahr und
unwahr. Weltbilder sind immer gedanklich konstruierte Vorstellungen und somit
geistige Abbildungen der Wirklichkeit, aber niemals die ganzheitlich geistige
Wirklichkeit selbst, also mit ihr ident. (Die Landkarte ist nicht das Land
selbst!) Aber auch die Landkarte ist natürlich als "Landkarte" eine geistige
Wirklichkeit. Gedanken sind ja schließlich nicht unwirklich.
on
02/01/06 um 17:00:12, hhmoeller wrote:Kommen wir noch einmal auf den
Ausgangspunkt zurück, dein Lieblingswort Fakten: Was können wir unumstößlich
sicher wissen? Genau zwei Sätze:
Ich bin.
Ich empfinde.
Alles, was darüber hinausgeht, ist Vermutungswissen, Theorie.
Punkt zwei setzt Punkt eins voraus und so begnüge ich mich mit der einzigen
Sicherheit, die da lautet "Ich bin". Dass alles andere Vermutungswissen und
Theorie ist, dem stimme ich uneingeschränkt zu.
Bleibt die spannende und
einzig wirklich interessante Frage: Was ist "Ich bin" selbst. Und um das zu
"wissen" muß "Ich bin" sich selbst erkennen.
Jetzt kommt die nächste
Frage: Ist diese Selbsterkenntnis möglich und wenn ja, wie?
Wer sich hier
mit logischen theoretischen Vermutungstheorien zufrieden gibt, wem diese
Schnellschuss-Antworten genügen, auch wenn er weiß, dass es nur Vermutung und
keine Erkenntis ist, der sollte sich selbst in seiner Erkenntnissuche zumindest
nicht als Philosoph betrachten, denn der Philosoph sucht selbst nach dieser
Erkenntnis und plappert nicht nur nach, was er in irgendwelchen schlauen Büchern
dazu gelesen hat.
Anzumerken ist: Was sich selbst als Philosoph benennt,
ist zumeist keiner, denn er beschränkt sich auf das Studium von philosophischen
Schriften, dass er dann bei jeder Gelegenheit stolz vorträgt und zitiert! :-)
on 02/01/06 um 17:00:12, hhmoeller wrote:Du behauptest, daß unser
Wissen über die Welt mit der Welt gleichzusetzen ist: Nicht nur unser Wissen
über die Welt ist eine gedankliche Konstruktion, sondern die Welt selbst.
Du liest oder zitierst ungenau. Was Du mir hier als Aussagen
unterstellst, ist insofern unpräzise, dass ich nicht von "der Welt" schlechthin
spreche, sondern von der "raumzeitlich materiell existierenden Welt", welche nur
als Geist im Geist existiert und dass dieser Geist "Ich bin" selbst ist. Denn
die wahrgenommene "phänomenale Welt" (Phänomen = griechisch "Erscheinung"), ist
mir doch zweifelsfrei nur als Bewusstsein gegeben. Wer das ernsthaft bestreiten
will, kann -sorry- nicht ganz bei Sinnen sein.
on 02/01/06 um
17:00:12, hhmoeller wrote:
Ich behaupte, daß jedes Weltbild - auch Deines -
nicht die Welt selbst, sondern eine zwangsläufig verzerrte und unvollständige
Abbildung der Welt ist.
Und wieder bist Du eigentlich unpräzise
(ist kein Vorwurf, nur Feststellung). Ein Weltbild ist genaugenommen gar kein
Bild von einer außergeistig "existierenden Welt", sondern ein geistiges Bild von
einer nur außergeistig "existent geglaubten Welt". Denn kennen tue "ich"
zweifelsfrei nur mein "Welterleben" als Bewusstsein, mit dem "Ich bin" selbst
ident ist. Das heißt: "Ich" erlebt nicht eine von ihm getrennt existierende
raumzeitliche Welt, sondern "Ich" IST das bewusste geistige ganzheitliche
Welterleben selbst.
on 02/01/06 um 17:00:12, hhmoeller wrote:Wenn man
die Welt selbst als gedankliche Konstruktion ansieht, hat das eigenartige
logische Konsequenzen: Kein Weltbild kann falsch sein. Wenn ich mir die Welt als
Scheibe unter einer Käseglocke vorstelle, und die Welt mit dieser gedanklichen
Konstruktion identisch ist, dann ist es eine unumstößliche Tatsache, daß die
Erde eine Scheibe ist.
Ein Einwand gegen mein Weltbild würde
voraussetzen, daß es außerhalb der von mir gedanklich konstruierten Welt noch
eine reale Welt gibt, in der die Erde keine Scheibe ist.
Wenn Du mir also
erzählen willst, was im Gegensatz zu meinem Weltbild wirklich ist, setzt Du
voraus, daß es außerhalb der von mir gedanklich konstruierten Welt noch eine
wirkliche Welt gibt. Genau das bestreitet aber Dein Weltbild.
Was hindert Dich denn daran, Dir ein Weltbild zu konstruieren, in dem die
vermeintlich existente raumzeitliche Welt "eine Scheibe unter einer Käseglocke"
ist? Doch nur Dein eigenes Vermutungswissen über die Welt, das als solches auch
nur im Geiste existiert.
Ich sage: Höre auf Weltbilder zu konstruieren
oder verinnerliche zumindest, dass gedankliche Konstruktionen eben nur
gedanklich Vorstellungen sind und erkenne Dich selbst. Wenn "Ich bin" sich
selbst erkennt, verliert es ohnehin jedes Interesse an "Weltbildern aller Art".
Das Bilderverbot der Bibel ist ein sehr weiser Rat zur Selbsterkenntnis, nur
solange er aber nicht wirklich verstanden wird, wird er eben auch leider nicht
beherzigt...
Im übrigen verweise ich hier gern auf den Beitrag von WuWei,
der auf diesen Beitrag von Dir ja bereits geantwortet hat.
Gruß
Joy
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von Joy am 02.
Feb. 2006, 06:16 Uhr
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on 01/31/06 um 17:08:56, Eberhard wrote:Hallo Joy,
wie es scheint,
sind Dir die Antworten auf meine kritischen Fragen ausgegangen. Schade. Ich
halte das Streitgespräch über genau umrissene Thesen immer noch für das beste
Mittel, um der Wahrheit näher zu kommen.
on 01/31/06 um
18:57:08, Joy wrote:Bis jetzt, lieber Eberhard, habe ich noch nicht eine einzige
wirklich kritische Frage von Dir gelesen, die sich auf meine Aussagen bezieht.
Deine von Dir selbst sogenannten kritischen Fragen beziehen sich ausschließlich
auf Dein eigenes "Weltbild".
on 02/01/06 um 21:53:42,
Eberhard wrote:Hallo allerseits,
wie zu lesen war, hat Joy die Diskussion
mit mir abgebrochen, weil ich falsche Fragen gestellt habe.
Nirgendwo, lieber Eberhard, war da zu lesen, dass
ich die Diskussion mit Dir
abgebrochen habe
dass Du falsche Fragen gestellt hast
Wohlgemerkt, nirgendwo war das zu lesen! ;-)
Das ist die Krux in diesem
Forum, das einige hier, vor allem jene, die mir ständig widersprechen, hier
immer was von mir lesen, das ich gar nicht geschrieben habe. [spin]
Vielleicht widersprechen sie ja aber gerade deswegen? [embarrass]
Wenn
ich die Antworten auf meine Beiträge lese, dann habe ich nämlich fast permanent
das Gefühl, dass der Antwortende meine Beiträge gar nicht wirklich gelesen,
sondern bestenfalls nur "überflogen" hat. Da kommen dann laufend Fragen und
Feststellungen, die sich unmöglich auf meinen Beitrag beziehen können, denn zu
was da gefragt wird, davon habe ich gar nichts geschrieben. [ruffle]
Allerdings frage ich mich wirklich selbst -Siena stellt die Frage mir ja auch-
welchen Sinn es denn eigentlich haben könnte, über Erkenntnis von Realität und
Wirklichkeit zu kommunizieren und sich auszutauschen, wenn irgendwer doch
ernsthaft einer Aussage widerspricht, die sinngemäß ausdrückt, dass die
wahrgenommene und erlebte Welt, immer nur eine Welt ist, die dem Menschen stets
nur als Bewusstsein hier und jetzt gegeben ist. Wer dieser Aussage ernsthaft
widerspricht oder sie inhaltlich gar in Frage stellt, gleicht jenem, der über
eine vierdimensionale Flächengeometrie kommunizieren möchte (zu der ich erst -
wenn überhaupt- später komme), aber noch nicht einmal das "Kleine Einmaleins"
selbst kennt. [cool]
Lieber Eberhard, sei also bitte nicht beleidigt, es
ist auch absolut nichts persönliches, aber der nachfolgend zitierte Beitrag von
Dir, das ist ein Beitrag mit einem philosophischen Inhaltsniveau, der nichts,
absolut gar nichts mit kritischen Fragen zu meiner "Grundaussage" zu tun hat,
von denen Du glaubst, dass mir darauf die Antworten ausgegangen wären. Das ist,
ganz salopp gesagt, philosophische Vorschulklasse, hat aber eigentlich gar
nichts mit Philosophie zu tun. Was Du hier als "provokante Frage" bezeichnest,
das habe ich mich im Alter von 6 Jahren nicht nur schon selbst gefragt, sondern
da bereits "sicher ahnend gewusst", dass das simpler Kokolorus ist, was Du da
völlig unhinterfragt behauptest. Du meinst wahrscheinlich auch sicher zu wissen,
dass mit Selbsterkenntnis gemeint sei, in einen Badezimmerspiegel zu schauen...
[???] [rolleyes] [embarrass] :-)
on 02/01/06 um 17:23:40, Eberhard
wrote:Hallo allerseits,
unsere Frage ist: Gibt es eine vom menschlichen
Bewusstsein unabhängige Welt?
Auf diese Frage eine etwas provokante
Antwort.
Ich frage zuerst einmal konkret:
Gibt es etwas, dessen
Dasein von meinem Bewusstsein unabhängig ist?
Ja, meine Mutter.
Sie erinnert sich noch an meine Geburt und an die Zeit davor, als es mich noch
nicht gab.
Als es mich noch nicht gab, kann es auch noch nicht mein
Bewusstsein gegeben haben.
Da mein Bewusstsein erst entstanden ist, als
meine Mutter bereits da war, ist das Dasein meiner Mutter unabhängig von meinem
Bewusstsein.
Entsprechendes kann man nun zu jedem Menschen aussagen.
Deshalb ist z.B. das Dasein unserer stammesgeschichtlichen Vorfahren unabhängig
vom menschlichen Bewusstsein.
Demnach gibt es etwas, das unabhängig vom
menschlichen Bewusstsein da ist.
Stimmt’s oder hab ich Recht
Das, mein lieber Eberhard, kannst Du doch unmöglich ernst annehmen und
meinen... [hairstand] Wo, wenn nicht in Deinem eigenen Geist, der Du selbst
bist, befindet sich denn all das, von dem Du hier schreibst???
Delfi
schreibt an anderer Stelle ebenso geistreich [nosee]:
on 02/02/06 um
00:59:40, delfi wrote:Die Erde war ja mal ohne Lebewesen, wer hat sie dann
erkennen können?
Woher der Delfi wohl soviel philosophischen
Scharfsinn hat? Na woher wohl: [bookworm]
Ich glaube, Eberhard, für den
philosophischen Diskurs, findest Du in delfi einen wirklich ebenbürtigen
Gesprächspartner...
Sollte ich hier weiterhin schreiben, dann werde ich
Dir auch antworten, wenn Du wirklich kritische Fragen zu meiner Grundaussage
stellst, wie das z.B. louisquinze hier tut bzw. in seiner verbalen Äußerung (das
von mir fett hevorgehobene) ein stückweites wirkliches Verstehen offenbart, da
er kritisch auf einen Widerspruch hinweist, von dem er meint, ich hätte ihn
nicht selbst erkannt - worin er freilich doppelt irrt.
on 02/01/06
um 20:10:55, louisquinze wrote:Nun, zum "sachlich". Das hatte ich im ersten Fall
ironisch (!) gebraucht (das liebe ich nämlich) im zweiten Fall habe ich das Wort
analysiert (in seine Bestandteile zerlegt) und gezeigt daß dies mit der
solipsistischen Auffassung (es gibt nur mein Ich und sonst nichts) im
Widerspruche steht, wenn, ja, wenn derjenige seinen Standpunkt anderen gegenüber
beweisen oder darlegen will! Wenn nicht entsteht m.E. kein Widerspruch.
Diesen Zusammenhang haben Sie nicht erkannt!
Den von Dir,
louisquinze, "erkannten Widerspruch" gibt es nicht wirklich, sondern er entsteht
nur dann scheinbar, wenn Du meinen Aussagen nicht präzise liest. Nirgendwo steht
in meinen Beiträgen z.B. etwas von "meinem" Ich. Was ich hier schreibe, und ich
kenne das philosophische Solipsismuskonzept, hat nichts mit diesem zu tun.
Sei also vorsichtig mit dieser Schublade, denn sonst vergibst Du Dir selbst
die Möglichkeit des Verstehens von dem, was ich hier schreibe. Leider bin ich
bis jetzt noch nicht über das "Vorwort" hinausgelangt, weil ständig nach
Erklärungen des "Kleinen Einmaleins" verlangt wird. Wir können aber gern an
dieser Stelle, wo Du den Widerspruch witterst, miteinander fortfahren. :-)
Deinen "Güteversuch" ;-) kannst Du Dir übrigens schenken, ich bin kein
Sensibelchen und stecke alles lächelnd ein. Schau mal, wieviele Smilies in
meinem letzten obigen Beitrag an Dich zu finden sind. Ich bin, wenn ich hier
schreibe, immer am Grinsen, am Zwinkern, am Lächeln. Nicht aber am Toben und
Schimpfen. Kann das aber leider hier immer nur in Form von Smilies kenntlich
machen. Schau meine Beiträge an, Du findest jede Menge in ihnen. [grin] [grin]
[grin]
Gruß
Joy
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von Eberhard am
02. Feb. 2006, 08:41 Uhr
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Hallo allerseits,
ich hatte zu der Frage, ob es eine von meinem
Bewusstsein unabhängige Wirklichkeit gibt, argumentiert:
Mein Bewusstsein
ist zusammen mit mir entstanden. Meine Mutter und andere erinnern sich an die
Zeit, bevor es mich gab.
Also war meine Mutter da, unabhängig von meinem
Bewusstsein.
Dagegen wird eingewendet:
„Wo, wenn nicht in Deinem
eigenen Geist, der Du selbst bist, befindet sich denn all das, von dem Du hier
schreibst???“
Meine Mutter z.B. lebt in Hannover und nicht in meinem
Geist.
Das ist keine philosophische Tiefenweisheit, aber es stimmt
zumindest.
Oder etwa nicht?
Grüße an alle, die einen klaren Kopf
bewahren wollen, von Eberhard.
p.s.: Entsprechendes gilt für WuWeis
Einwand: „Deine Mutter ist entweder eine Wahrnehmung im Bewußtsein oder eine
Vorstellung, eine Erinnerung im Bewußtsein.“
Meine Mutter ist ein
lebendiger Mensch. Und Menschen sind etwas anderes als Wahrnehmungen,
Vorstellungen oder Erinnerungen.
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von delfi am
02. Feb. 2006, 11:18 Uhr
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on 02/02/06 um 01:24:59, tingeltangelbob wrote:hallo "delfi"..
Zitat
"delfi" :"Die Erde war ja mal ohne Lebewesen, wer hat sie dann erkennen können?
??????.., wer wohl.., der "ERKENNENDE".....
....tingeltangelbob
du hast mir das mit dem "absurd" noch nicht
begründet [nono]
jetzt stell mir bitte noch den "ERKENNENDEN" vor,
ich
kenne ihn leider nicht.[nixweiss]
Und dann scheint es mir, dass du versuchst,
die Zeit abzuschaffen,
ist das so? gibt es keine Vergangenheit? gibt es keine
Zukunft? dann könntest du natürlich nicht antworten, denn das liegt ja in der
Zukunft, gar nichts könntest du ohne Zeit [nospeak] [nohear] [nosee]
So
simple Fragen wirst du doch im Gegesatz zu Joy beantworten können, der will ja
leider nicht mehr mit mir sprechen, weil er die Logik hasst, er haßt auch Bücher
[bookworm] obwohl er ja schreiben und lesen kann, wie man sieht, oder ist das
jetzt auch nicht real? weil das in der Vergangenheit war? Immerhin hat er sich
über Einstein geäußert, der schon tod ist, also hat er auch irgendwas aus der
Vergangenheit gelesen, und welches Auto fährst du?
Sieh mal, wenn es keine
Zeit gäbe, tingeltangelbob, dann müßte man sich auch wegen einer roten Ampel
keine Sorgen mehr machen, man könnte Vollgas geben, denn du würdest die rote
Ampel ja nie erreichen, da das in der Zukunft liegt und die gibt es ja nicht,
oder doch????? Fragen über Fragen.
Übrigens das mit der Psychiatrie ist so
abwegig nicht:
1 Tablette und die Zeit ist wieder da, garantiert, ich kenne
mich aus:-)
Salve
[skater]
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von philoschall
am 02. Feb. 2006, 12:10 Uhr
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"Meine Mutter z.B. lebt in Hannover und nicht in meinem Geist." Eberhard
A ist körperlich vom Ort B abwesend. A ist räumlich von B getrennt.
Der
räumliche Unterschied von A und B wird der Lebenspraxis entsprechend
interpretiert. Die Lebenspraxis vollzieht sich beispielsweise mit mathematischer
Berechnung, etwa der karthografierten, mit topographischen Merkmalen
dargestellten Entfernung von Ort A zu Ort B.
Ist unabhängig von
Operationen des logischen Denkens die räumliche Unterscheidung von A und B
mathematisch vorhanden? Oder ist mit dem lebenspraktischen Denken oder gar mit
Geist (?) diese Unterscheidung in die Welt der Körper/Dinge gekommen?
Gruss
philoschall
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von Joy am 02.
Feb. 2006, 17:27 Uhr
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on 02/02/06 um 08:41:30, Eberhard wrote:Mein Bewusstsein ist zusammen mit
mir entstanden.
Du, Eberhard, schreibst "mein Bewusstsein".
Wer oder was ist es, dem oder zu dem es gehört? Frag Dich das doch vor allem
einmal nachhaltig selbst und gebe Dir dabei nicht gleich eine dieser
standartisierten intellektuellen Schnellschuß-Antworten, die keine Antworten,
sondern immer nur neue Fragen sind. Horche in Dich selbst rein und versuche mal
jenen konkret zu finden, der da behauptet "mein", "mir gehört es zu oder an".
Oder ist da gar niemand, und Du bist Bewusstsein selbst?
Du kannst es nur
für Dich selbst herausfinden. Es ist ein eigenes lebendiges Erkennen (so was mit
einem aufleuchtenden AHA-Effekt, wo man auf einmal versteht und erkennt, was man
zuvor völlig übersah!). Es ist aber keine verbale gedankliche Antwort.
Gruß
Joy
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von Joy am 02.
Feb. 2006, 18:03 Uhr
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on 02/02/06 um 11:18:08, delfi wrote:du hast mir das mit dem "absurd" noch
nicht begründet [nono]
jetzt stell mir bitte noch den "ERKENNENDEN" vor,
ich kenne ihn leider nicht.[nixweiss]
Und dann scheint es mir, dass du
versuchst, die Zeit abzuschaffen,
ist das so? gibt es keine Vergangenheit?
gibt es keine Zukunft? dann könntest du natürlich nicht antworten, denn das
liegt ja in der Zukunft, gar nichts könntest du ohne Zeit [nospeak] [nohear]
[nosee]
So simple Fragen wirst du doch im Gegesatz zu Joy beantworten können,
der will ja leider nicht mehr mit mir sprechen, weil er die Logik hasst, er haßt
auch Bücher [bookworm] obwohl er ja schreiben und lesen kann, wie man sieht,
oder ist das jetzt auch nicht real? weil das in der Vergangenheit war? Immerhin
hat er sich über Einstein geäußert, der schon tod ist, also hat er auch
irgendwas aus der Vergangenheit gelesen, und welches Auto fährst du?
Sieh
mal, wenn es keine Zeit gäbe, tingeltangelbob, dann müßte man sich auch wegen
einer roten Ampel keine Sorgen mehr machen, man könnte Vollgas geben, denn du
würdest die rote Ampel ja nie erreichen, da das in der Zukunft liegt und die
gibt es ja nicht, oder doch????? Fragen über Fragen.
Übrigens das mit der
Psychiatrie ist so abwegig nicht:
1 Tablette und die Zeit ist wieder da,
garantiert, ich kenne mich aus:-)
Sorry, delfi, die Frage
nach dem Sein mit Logik beantworten zu wollen, gleicht dem Versuch, mit einem
Sieb das Meer leer schöpfen zu wollen.
Die klassische Logik ist zur
Betrachtung von Endlichkeiten geeignet, aber nicht zum Verstehen von
Unendlichkeit. Unendlichkeit ist raumzeitlos. Das heißt: "Raum selbst" ist für
sich selbst raumlos und benötigt keinen "Platz" sowie "Zeit selbst" für sich
selbst zeitlos ist und keine "Dauer" hat.
Der Logiker kommt niemals an
der roten Ampel an! ;-) Denn nach der Logik läßt sich jede noch so kleine
Strecke bzw. jeder noch so kleine Abstand wieder halbieren ed infinitum. So wie
sich umgekehrt zu jeder noch so großen Zahl eine 1 addieren läßt. Logik und
Unendlichkeit vertragen sich wie Feuer und Wasser. Der Logiker muß sich winden
und winden und bekommt dennoch Unendlichkeit niemals in den Griff. Er
konstruiert dabei These über These, einen ganzen Rattenschwanz von Formeln und
Gleichungen... [ruffle]
Faktisch ist das aber natürlich völliger
Blödsinn, denn wenn ich im Auto fahre, komme ich ohne das geringste Problem an
der roten Ampel an, wenn der Logiker noch beim Rechnen ist... :-)
Ich
hasse nicht die Logik. Was lässt Dich das annehmen? Aber ich gebrauche sie
nicht, wofür sie nicht geeignet und einfach unbrauchbar ist. Ein Lineal ist ein
einfaches Messgerät. Niemand wird es bestreiten wollen. Willst Du aber die
Stromstärke messen, wirst Du mit einem Lineal ewig und drei Tage lang messen
können und dennoch keine Antwort darüber erhalten, wie hoch die Stromstärke denn
nun ist. Irgendwann schnallst Du es vielleicht selbst und erkennst ganz einfach
Dein absurdes Vorgehen, dass sich nämlich mit diesem Messgerät keine Stromstärke
messen läßt. Solange Du es aber nicht selbst erkennst, werden eben Deine
Antworten entsprechend haarsträubend ausfallen... [hairstand]
Gruß
Joy
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von Joy am 02.
Feb. 2006, 18:09 Uhr
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on 02/02/06 um 12:10:38, philoschall wrote:"Meine Mutter z.B. lebt in
Hannover und nicht in meinem Geist." Eberhard
A ist körperlich vom Ort B
abwesend. A ist räumlich von B getrennt.
Der räumliche Unterschied von A
und B wird der Lebenspraxis entsprechend interpretiert. Die Lebenspraxis
vollzieht sich beispielsweise mit mathematischer Berechnung, etwa der
karthografierten, mit topographischen Merkmalen dargestellten Entfernung von Ort
A zu Ort B.
Ist unabhängig von Operationen des logischen Denkens die
räumliche Unterscheidung von A und B mathematisch vorhanden? Oder ist mit dem
lebenspraktischen Denken oder gar mit Geist (?) diese Unterscheidung in die Welt
der Körper/Dinge gekommen?
Wer diese letzte sehr
entscheidende Fragestellung von philoschall auch nur versucht mit logischen
Denken zu beantworten, gleicht jenem, der den Abstand von zwei
Millimeterstrichen auf einem Lineal mit dem Lineal selbst zu messen versucht!
[grin]
Gruß
Joy
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von hhmoeller
am 02. Feb. 2006, 18:59 Uhr
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on 02/02/06 um 04:11:42, Joy wrote:[...] und so begnüge ich mich mit der
einzigen Sicherheit, die da lautet "Ich bin". Dass alles andere Vermutungswissen
und Theorie ist, dem stimme ich uneingeschränkt zu.
Die verfügst
also über genau eine Prämisse. Die Zahl der Schlußfolgerungen, die Du daraus
ableiten kannst, ist exakt Null. Ohne zusätzliche Annahmen, also willkürlichen
gedanklichen Konstruktionen, besteht Dein Weltbild aus genau einem Satz.
Quote:Bleibt die spannende und einzig wirklich interessante Frage: Was ist
"Ich bin" selbst. Und um das zu "wissen" muß "Ich bin" sich selbst erkennen.
Jetzt kommt die nächste Frage: Ist diese Selbsterkenntnis möglich und wenn
ja, wie?
Das würde mich auch interessieren, Du machst dazu auch
viele Worte, aber ...
Quote:Wer sich hier mit logischen theoretischen
Vermutungstheorien zufrieden gibt, wem diese Schnellschuss-Antworten genügen,
auch wenn er weiß, dass es nur Vermutung und keine Erkenntis ist, der sollte
sich selbst in seiner Erkenntnissuche zumindest nicht als Philosoph betrachten,
denn der Philosoph sucht selbst nach dieser Erkenntnis und plappert nicht nur
nach, was er in irgendwelchen schlauen Büchern dazu gelesen hat.
Anzumerken ist: Was sich selbst als Philosoph benennt, ist zumeist keiner, denn
er beschränkt sich auf das Studium von philosophischen Schriften, dass er dann
bei jeder Gelegenheit stolz vorträgt und zitiert! :-)
... die
Antwort bleibst Du dann doch schuldig.
Quote:Denn die wahrgenommene
"phänomenale Welt" (Phänomen = griechisch "Erscheinung"), ist mir doch
zweifelsfrei nur als Bewusstsein gegeben. Wer das ernsthaft bestreiten will,
kann -sorry- nicht ganz bei Sinnen sein.
Daraus ist nicht
abzuleiten, daß die reale Welt ebenfalls nur im Bewußtsein gegeben ist. Meine
Erlebniswelt ist ein unvollständiges und verzerrtes Abbild der realen Welt. Wenn
ich meine Erlebniswelt für die reale Welt halte, dann verwechsele ich die Karte
mit der Landschaft.
Quote:Ein Weltbild ist genaugenommen gar kein
Bild von einer außergeistig "existierenden Welt", sondern ein geistiges Bild von
einer nur außergeistig "existent geglaubten Welt".
Du versuchst
Dich hier mit einem Definitionstrick aus der Affäre zu ziehen. Für mich spielt
es nicht die geringste Rolle, ob sich ein Weltbild auf eine materielle oder
geistige Welt bezieht. Dein Weltbild ist ein Weltbild wie jedes andere.
Quote:Ich sage: Höre auf Weltbilder zu konstruieren oder verinnerliche
zumindest, dass gedankliche Konstruktionen eben nur gedanklich Vorstellungen
sind und erkenne Dich selbst.
Außer dem Satz "ich bin" beruht
Dein Weltbild auf gedanklichen Konstruktionen. Dein Appell geht nach hinten los.
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von WuWei am
02. Feb. 2006, 19:01 Uhr
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Hallo Eberhard,
[/i]
Also: Dass die erkannte Welt der erkennende Geist
ist, erkenne ich durch das Erkennen der Welt.
Wer will denn ernsthaft daran
zweifeln?
[i]
Eben. Und was lässt dich unbeirrt daran glauben, daß es
jenseits der erkannten Welt eine objektive Welt für sich gibt?
Es muß doch
immer ein Glaube bleiben, da du sie ja niemals sehen kannst, sondern immer nur
deine erkannte Welt.
Du sagst, deine Mutter existiere und sei keine
Wahrnehmung oder Vorstellung. Gut, hast du sie jemals anders erlebt? Wenn deine
Mutter vor dir steht und du sie siehst, ist sie dann etwa nicht deine
Wahrnehmung? Wenn nicht, was siehst du denn dann? Was ist der Unterschied
zwischen der existierenden Mutter und der wahrgenommenen Mutter? Wo befindet
sich die eine und wo die andere? Wenn es aber gar nicht zwei sind, dann ist die
existierende Mutter mit der wahrgenommenen Mutter identisch. Also ist auch deine
Mutter eine Wahrnehmung.
An dem Punkt waren wir schon öfter in unseren
Diskussionen, lieber Eberhard. Dir ist bislang noch nicht aufgefallen, was für
ein eklatanter Widerspruch hier herrscht. Warum dir das alles so absurd
erscheint, liegt daran, daß du offenbar felsenfest davon überzeugt bist, daß
"dein" Geist sich ausschließlich in deinem Kopf befindet. Solange du das
glaubst, muß dir die Aussage, daß deine Mutter allein im Geist existiert bzw.
erscheint, natürlich absurd vorkommen. Solange du das glaubst, reden wir
aneinander vorbei. Ich sage, nicht dein Geist befindet sich in deinem Körper,
sondern dein Körper erscheint in dir, im Geist. Beweisen lässt sich weder das
eine noch das andere. Aber wie erlebe ich es, wenn ich weder das eine noch das
andere glaube?
Versuche doch mal, wenigstens nicht auszuschließen, daß es
genau umgekehrt sein könnte, daß nämlich die Welt nur im Bewußtsein erscheint.
Vielleicht findest du dann einen Zugang dazu.
[/i]
Der „Beweis“ für
eine Aussage ist u.a. ein Erleben, das sich nicht in Worte fassen lässt.
Immerhin spart man sich damit lästiges Argumentieren und Begründen.
Dass das
gefühlsgetönte Erleben schon oft getäuscht hat, dass das Hochgefühl einem
elenden Katzenjammer Platz machen kann, das kann schon gar nicht mehr gedacht
werden. Was sind schon begründete Zweifel (als bloße „theoretisch-gedankliche
Konstruktionen“) gegen ein starkes Erlebnis?
[i]
Nein, das hat damit
überhaupt nichts zu tun. Entscheidend ist nicht, was du wahrnimmst, starke
Gefühle oder sonstwas, sondern allein WIE du wahrnimmst. Wenn man es mit einem
Hochgefühl verwechseln würde, dann käme in der Tat der Katzenjammer irgendwann.
Es geht nur darum, aus welcher Perspektive du z.B. Hochgefühle wie auch
Katzenjammer wahrnimmst.
[/i]
Und dass das Erlebnis stark sein muss,
will ich gar nicht bezweifeln. Denn es wird dem bedrängten Individuum nicht
wenig versprochen: u.a. Göttlichkeit und Unsterblichkeit.
[i]
Nein
Eberhard, das hat hier keiner versprochen. Was ich sage, ist, daß meine
Identität Bewußtsein/Geist ist, und das ist unsterblich, weil es nie geboren
wurde. Weil es überhaupt nicht in Raum und Zeit ist, sondern diese in sich
erschafft.
Mein Dasein als Individuum ist selbstverständlich beschränkt
und sterblich.
viele Grüße,
WuWei
--------------------------------------------------------------------------------
Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von Eberhard am
02. Feb. 2006, 19:42 Uhr
--------------------------------------------------------------------------------
Hallo allerseits,
ich kann beim besten Willen kein Gegenargument zu
meiner Feststellung entdecken, dass meine Mutter in Hannover lebt und nicht in
meinem Geist.
Die Problematisierung meiner Aussage: „Mein Bewusstsein ist
zusammen mit mir entstanden“ kann ich nicht als Gegenargument ansehen. Ich soll
mich nachhaltig fragen und in mich hineinhorchen. Dann werde sich ein eigenes
lebendiges Erkennen einstellen mit einem aufleuchtenden AHA-Effekt, wo ich auf
einmal verstehe und erkenne, was ich zuvor völlig übersehen habe.
Nun
sehe ich trotz dieser Anweisungen weiterhin keinen Grund, auf den Ausdruck „mein
Bewusstsein“ zu verzichten. Es wird auch keiner genannt etwa in Form einer
begründeten Gegenthese. Der Ausdruck „mein Bewusstsein“ ist zur Formulierung
wichtiger Vorgänge notwendig wie z.B. bei der Feststellung: „Eberhard hat nach
der Narkose sein Bewusstsein wiedererlangt.“
Aber mit dieser Art der
„Argumentation“ liegt jetzt der Schwarze Peter bei mir: Dass sich der AHA-Effekt
bei mir nicht einstellt, liegt daran. dass ich nicht nachhaltig genug gefragt
habe, dass ich nicht tief genug in mich reingehorcht habe.
Die
Ausführungen von Philoschall können ebenfalls nicht als Argument gegen die
Aussage herangezogen werden, dass meine Mutter in Hannover lebt und sich nicht
in meinem Geist befindet.
Philoschall fragt:
“Ist unabhängig von
Operationen des logischen Denkens die räumliche Unterscheidung von A (Hannover)
und B (Berlin) mathematisch vorhanden?“
Dazu kann ich nur sagen: Hannover
liegt 3 Autostunden von Berlin entfernt. Ob der Unterschied zwischen Hannover
und Berlin „mathematisch vorhanden“ ist, müsste man wohl einen Mathematiker
fragen. Empirisch ist zwischen den beiden Städten ein Unterschied vorhanden,
z.B. was die Einwohnerzahl und die geographische Lage betrifft.
Inwiefern
dies für die Frage relevant sein soll, wo sich meine Mutter befindet – ob in
Hannover oder in meinem Geist – kann ich bislang nicht sehen.
Damit steht
der Satz: Meine Mutter lebt in Hannover und nicht in meinem Geist. Und damit
steht auch der Nachweis, dass es etwas gibt, das unabhängig von meinem
Bewusstsein da ist.
Die Sprachverwirrung ist schon groß genug. Man sollte
sie nicht noch absichtlich vergrößern
meint Eberhard.
p.s.: Auf
WuWei antworte ich gesondert.
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von WuWei am
02. Feb. 2006, 19:43 Uhr
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Hallo hhmoeller,
[/i]
Daraus ist nicht abzuleiten, daß die reale Welt
ebenfalls nur im Bewußtsein gegeben ist. Meine Erlebniswelt ist ein
unvollständiges und verzerrtes Abbild der realen Welt. Wenn ich meine
Erlebniswelt für die reale Welt halte, dann verwechsele ich die Karte mit der
Landschaft.
[i]
Also deine Erlebniswelt entspricht der Landkarte und
die angeblich "reale Welt" entspricht der Landschaft?
Das heißt also, daß
du nie im Leben die Landschaft sehen wirst und immer nur auf der Landkarte
bleibst. Denn selbst wenn du glaubtest, die Landschaft zu erleben, wäre es ja
wieder nur eine Erlebniswelt und nicht die reale Welt.
Das heißt also,
daß du ein Phantom, das du niemals erleben kannst, an das du nur glaubst, für
die reale Welt hältst, und dein tägliches Erleben nur für ein verzerrtes Abbild
hältst.
Ganz schön bizarr, finde ich....
Der Witz ist doch der, daß
du an eine "reale Welt" jenseits des Erlebens GLAUBEN mußt, während ich an meine
Erlebniswelt nicht glauben muß, denn sie ist mir ja unmittelbar gegeben. Ich muß
auch nicht an die Nicht-Existenz deiner "realen Welt" glauben, denn sie
erscheint mir eh nicht. Wozu also sollte ich an die Nicht-Existenz von etwas
glauben, das ich niemals wahrgenommen habe und das per definitionem nicht
wahrnehmbar ist? Und wozu sollte ich die Nicht-Existenz eines solchen Phantoms
beweisen?
Wenn du also hinter deiner Erlebniswelt eine reale Welt
verborgen glaubst, dann tust du nichts anderes, als durch eine Landschaft zu
laufen, dabei aber zu glauben, du würdest immer noch eine Karte betrachten und
müßtest auf ihr nach der Landschaft suchen.
WuWei
P.S.: eine
Frage habe ich noch: wenn du zwischen Erlebniswelt und realer Welt
unterscheidest: in welchem Verhältnis stehen beide zueinander? In welchem
räumlichen Verhältnis? Sind sie voneinander getrennt?
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von Eberhard am
02. Feb. 2006, 20:50 Uhr
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Hallo WuWei,
Du fragst, warum ich darauf bestehe, dass meine Mutter in
Hannover lebt und nicht eine Vorstellung in meinem Bewusstsein ist?
Ich
bestehe deshalb auf der Unterscheidung zwischen realer Welt und vorgestellter
Welt, weil die Vorstellung falsch oder unvollständig sein kann.
Auch
mein Bruder hat eine Vorstellung meiner Mutter, die sich sicherlich in manchem
unterscheidet und in einigen Punkten auch widerspricht. Wer hat nun Recht?
Nur wenn vorgestellte Welt und wirkliche Welt nicht dasselbe sind, kann es
Irrtum, enttäuschte Erwartungen und eine Korrektur der eigenen Vorstellungen von
der wirklichen Welt geben. Wenn richtig oder falsch (Joy: „Meine Grundaussage
ist weder richtig noch ist sie falsch“) uninteressant ist, mag ich die
vorgestellte Welt getrost für die wirkliche Welt halten.
Grüße von
Eberhard.
p.s.: Dass Du die in Aussicht gestellte Göttlichkeit und
Unsterblichkeit überlesen hast, wundert mich allerdings.
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von philoschall
am 02. Feb. 2006, 21:11 Uhr
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philoschall fragt:
"A ist körperlich vom Ort B abwesend. A ist räumlich
von B getrennt. ... Ist unabhängig von Operationen des logischen Denkens die
räumliche Unterscheidung von A und B mathematisch vorhanden?"
Dass macht
Eberhard aus meiner Frage: Philoschall fragt: “Ist unabhängig von Operationen
des logischen Denkens die räumliche Unterscheidung von A (Hannover) und B
(Berlin) mathematisch vorhanden?“
Eberhard seine Mutter lebt also nicht
in seinen, etwa in Berlin in den PC schauenden Geist, sondern etwa an einem Ort
der 3 Autostunden von Berlin entfernt liegt: Hannover.
Dass Eberhard
seine Mutter seinem Geist (hier seinem wohl rationalen Wissen) nicht gegenwärtig
ist, kann somit beispielsweise darauf zurückgeführt werden, dass sein sowie der
Körper seiner Mutter in einem Raum, etwa in einer Wohnung in Berlin von 100 qm
sich nicht bewegen, und beispielsweise innerhalb einer Zeit von 2 Minuten in
diesem Raum von Angesicht zu Angesicht sich nicht begegnen können. Oder wird
Eberhard aussagen wollen, wenn er und seine Mutter in diesem 100 qm Raum sich
bewegen und sich begegnen werden, seine Mutter in seinem Denken (d.h. in seinen
Fühlen, Wollen, Wissen) dann ebenfalls nicht anwesend ist?
Gruss
philoschall
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von Berny am
02. Feb. 2006, 21:15 Uhr
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on 02/02/06 um 20:50:43, Eberhard wrote:......[.......]....
Nur wenn
vorgestellte Welt und wirkliche Welt nicht dasselbe sind, kann es Irrtum,
enttäuschte Erwartungen und eine Korrektur der eigenen Vorstellungen von der
wirklichen Welt geben.
Deshalb rege ich an, 'enttäuschte'
Erwartungen auch einmal als ENT-TÄUSCHUNGEN positiv (als Wegnahme der
Täuschung!) zu sehen.
Im Anfang war das Wort und niemand kann
ausschließen, ob es vielleicht nicht doch ein Wortspiel 'wa(h)r', das aber
leicht zu erkennen ist.
Quote:eine Frage habe ich (*wuwei an
hhmoeller*) noch: wenn Du zwischen Erlebniswelt und realer Welt unterscheidest:
in welchem Verhältnis stehen beide zueinander? In welchem räumlichen Verhältnis?
Sind sie voneinander getrennt?
Ich möchte der Antwort von
*hhmoeller* zwar nicht vorgreifen, sehe aber in der Fragestellung eine
grundsätzliche Problematik doppelt notwendiger Wahrnehmung durch zwei völlig
unterschiedlich wirkende Zeitfaktoren, welche die sinnvolle Unterscheidung
zwischen Erlebniswelt und realer Welt auch logisch zu erklären vermag:
Als Erlebniswelt bezeichne ich die Welt der inneren Erfahrbarkeit auf der
(unbeschränkten) Gedankenraumebene, die Zeit wird dabei nicht (bewusst) fixiert!
Als reale Welt bezeichne ich die Welt der äußeren Erfahrbarkeit auf der
(beschränkten) Handlungsraumebene, die Zeit spielt dabei die Rolle des Mittlers
zwischen Ursache und Wirkung: Je kleiner der Zeitraum nun ist, desto
zutreffender ist diese lineare (Kurzschluss-)Logik mit Aha-Effekt, aber nur
solange die Sinne (Auflösungserkennung der Zeitintervalls) da noch mitmachen.
Je größer der Zeitraum zwischen Ursache und Wirkung aber nun wird, desto
unzutreffender ist die zeitlich hier direkt überbrückte Folgerichtigkeit, weil
sie eine (Ab-)Kürzung der Logik in der Windung der (Gedanken-)Wege darstellt.
Das Denken prägt unser Handeln, aber es ersetzt es nicht: Wenn das absolute
SEIN (des Subjektes) vom aktiven WAHRNEHMEN (des Subjektes) und passiven
WAHRGENOMMEN WERDEN (des Subjektes durch einen anderen - oder einen Spiegel)
beobachtungszeitlich undifferenziert ohne Trennung dieser Welten in einen Topf
geworfen werden würden, dann hätte dies mit der ‚wirklichen Wirklichkeit’ schon
gar nichts mehr zu tun!
Ein jeder ‚guter’ Gedanke ist wie ein Lichtquant
zu verstehen, dessen Übertragungszeit als Mehrfachinformation natürlich
‚negativ’ ist und als Zukunftsmöglichkeit deshalb dem Handeln (geringfügig)
vorauseilt.
Wer exakt so handelt, so wie er denkt, der handelt genauso
leichtfertig, als ob er einen anderen für sich denken ließe! Denken ersetzt das
Kontrolldenken nicht!
Deshalb hier meine einleuchtende Merkformel:
It’s nice - think twice! [sun]
Mit freundlichen Grüßen
Berny
(BernhardLayer)
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von delfi am
02. Feb. 2006, 22:11 Uhr
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on 02/02/06 um 21:15:59, Berny wrote:Das Denken prägt unser Handeln, aber es
ersetzt es nicht: Wenn das absolute SEIN (des Subjektes) vom aktiven WAHRNEHMEN
(des Subjektes) und passiven WAHRGENOMMEN WERDEN (des Subjektes durch einen
anderen - oder einen Spiegel) beobachtungszeitlich undifferenziert ohne Trennung
dieser Welten in einen Topf geworfen werden würden, dann hätte dies mit der
‚wirklichen Wirklichkeit’ schon gar nichts mehr zu tun!
Ja, das
ist wirklich ein sehr sinnvoller Beitrag Berni,
in Alltagssprache übersetzt
entspricht das etwa der alten Duell-Regel:
erst schießen,
dann fragen!
Salve
[skater]
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von Eberhard am
02. Feb. 2006, 22:34 Uhr
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Hallo Philoschall,
die Frage ist, ob meine Mutter in Hannover lebt oder
ob sie sich in meinem Bewusstsein befindet, indem ich an sie denke, sie mir
vorstelle.
Da ist es wenig hilfreich, wenn Du fragst, ob meine Mutter „in
meinem Denken anwesend“ ist.
Bedeutet „Sie ist in meinem Denken anwesend“
etwas anderes als „Ich denke an sie?“
Bestritten wird ja, dass sie in
Hannover lebt.
Es grüßt Dich Eberhard.
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von Berny am
02. Feb. 2006, 22:51 Uhr
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on 02/02/06 um 22:11:55, delfi wrote:Ja, das ist wirklich ein sehr
sinnvoller Beitrag Berni,
....freut mich wirklich, wenn Du das
ehrlich verstanden hast!
Quote:*delfi*: in Alltagssprache übersetzt
entspricht das etwa der alten Duell-Regel:
erst schießen,
dann fragen!
Salve
[skater]
Diese alltagssprachliche Übersetzung von Dir
gilt aber nur für 'Amor mit seinem Pfeil', wenn Du in jemanden 'verschossen'
oder 'verknallt' bist und keine Zeit zum 'zweimal denken' hast - oder für den
gegenteiligen Fall, den ich Dir beileibe nicht wünsche, dass Du mit der Wand zum
Rücken stehst, was aufgrund der Intention deines Beitrages von mir jedenfalls
leider nicht sofort 'umkehrlogisch doppelt' ausgeschlossen werden konnte.
Mit freundlichen Grüßen
Berny (BernhardLayer)
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von Joy am 03.
Feb. 2006, 04:07 Uhr
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on 02/02/06 um 22:34:12, Eberhard wrote:Bestritten wird ja, dass sie in
Hannover lebt.
Also, Eberhard, wenn Du annimmst, dass ich im
Sinne meiner "Grundaussage" bestreiten tät, dass Deine Mutter in Hannover lebt,
dann hast Du zweifelsfrei -und das merke ich bei allen Deinen Antworten (und
denen die mir hier widersprechen) in bezug auf meine "Grundaussage"- diese
"Grundaussage" von mir noch immer nicht wirklich verstanden. Zumindest, da habe
ich keinen Zweifel, wird WuWei dem nicht widersprechen, was ich jetzt noch
einmal hier ausführe.
Ich bestreite nämlich nicht, dass Deine Mutter in
Hannover lebt, weswegen sollte ich das auch? Dies zu bestreiten, das wäre dann
wirklich absurd. Wenn ich hier schreibe, dass die "gesamte von Dir hier und
jetzt wahrgenommene und erfahrene raumzeitliche Welt" (selbstverständlich
inklusive dessen, was Du als "Deinen eigenen materiellen Körper" bezeichnest,
der ja auch immer nur ein hier und jetzt wahrgenommener Körper sein kann!),
nichts anderes als raumzeitloses Bewusstsein IST (nicht "Dein" Bewusstsein, denn
es gibt DICH nicht jenseits des Bewusstseins!!!), dann ist selbstverständlich
auch Hannover nichts anderes als eben dieses raumzeitlose Bewusstsein. Oder
kennst Du vielleicht eine andere, außer die von Dir hier und jetzt bewusst
wahrgenommene und erfahrene bzw. erlebte Welt??? Alles Sein IST Bewusstsein! Was
denn bitteschön sonst könnte es sein???
Als eine "Vorstellung", als einen
"Irrtum" bzw. als ein "Missverstehen", dem nur ein bestimmter konditionierter
Glaube, eine Annahme zugrunde liegt (= Weltbild), bezeichne ich, wenn Du
glaubst, dass die von Dir hier und jetzt raumzeitlich erlebte Welt auch jenseits
und unabhängig des wahrnehmenden Bewusstseins materiell existiert. Denn Erleben
(= bewusst wahrnehmen), von was auch immer (Gedanken, Empfindungen, sinnlich
raumzeitliche Wahrnehmung [= vermeintlich materielle Welt]), ist Dir stets nur
hier und jetzt als [raumzeitloses] Bewusstsein gegeben, welches Du
schlussendlich selbst bist. Oder willst Du gar behaupten, dass Du selbst nicht
bewusst bist? Und wenn Du selbst bewusst bist, was bist Du dann anderes als
Bewusstsein? :-)
Ich negiere nicht, wie Du vielleicht annimmst, die
raumzeitlich erlebte Welt prinzipiell! Ich sage: Die raumzeitlich erlebte
materielle Welt befindet sich im Geist bzw. IST mit dem Geist der Du selbst bist
eins, ist mit ihm ident. Was nichts anderes heißt, als dass Du selbst die immer
nur hier und jetzt (= raumzeitlos) wahrgenommene raumzeitliche Welt selbst bist.
Auch Raum und Zeit sind nur wahrgenommener Raum und wahrgenommene Zeit.
Was ich negiere, ist den blinden Aberglaube, nichts anderes ist dies nämlich, an
eine jenseits des Erlebens (= bewusstes wahrnehmen hier und jetzt) aussergeistig
materiell existierende raumzeitliche Welt, für welche noch niemals auch nur ein
einziger Mensch auch nur den geringsten Beleg erbracht hat! Wie könnte er dies
auch je vollbringen??? Und wenn noch niemals irgendwer auch nur den geringsten
Beleg für eine jenseits des Erlebens (= bewusstes wahrnehmen hier und jetzt)
aussergeistig existierende, materielle raumzeitliche Welt erbracht hat, es somit
durch absolut gar nichts erwiesen ist, dass es eine solche Welt gibt, dann nenne
ich das wohl zu recht eine Einbildung und einen blinden Glauben.
Das
Dumme daran und der eigentliche Witz: Alle die diesem konditionierten Glauben,
der durch nichts wirklich belegt ist, wie in blinder Trance verfallen sind, und
darin unterscheiden sich die meisten "seriösen Wissenschaftler" durch nichts von
den sogenannten "spinnerten Esoterikern", bezeichnen sich als "normale Menschen"
und halten jene für verrückt, die sich diesem geistlosen Glaubensdiktat nicht
unwidersprochen und blind beugen.
Wenn Du meine Grundaussage also
weiterhin ernsthaft bestreiten möchtest (was für mich eigentlich unfassbar ist!
:-)), dann ist das okay. Aber welches einzig ernsthafte und zweifelsfreie
Argument kannst Du für Dein Bestreiten anführen, ausser Deinem eigenen Glauben
an eine solch unabhängig von Dir (= Geist, Bewusstsein) existierende materielle
raumzeitliche Welt??? Ich sag's Dir jetzt schon klipp und klar: Kein einziges!
:-) Wie auch?
Dein Widerspruch ist einzig und allein in Deinem Glauben an
"eine angeblich unabhängig und jenseits von Dir (= Geist, Bewusstsein)
existierende materielle raumzeitliche Welt" begründet.
Falls diese
Aussage von mir nicht zutreffen sollte, dann erbringe bitte einen einzigsten
kleinsten Beleg für eine solche angeblich unabhängig von Dir (= Geist,
Bewusstsein) materiell existierende raumzeitliche Welt. Komme aber bitte nicht
mit irgendwelchen wissenschaftlichen Theorien, denn auch diese existieren nur
hier und jetzt als gedankliche Vorstellung im Geist (der Du selbst bist) als
Bewusstsein. Wo auch sonst könnten sie "existieren"?
Bevor Du nun wieder
ruckzuck antwortest, lese diesen Beitrag, er ist ja nicht allzu lang, bitte
mehrmals langsam und gründlich durch. Und wenn Du mir dann immer noch
widersprechen magst, nur zu. Ich habe nichts dagegen und lade Dich dazu sogar
herzlichst gern ein, fordere Dich sogar ausdrücklich dazu auf!
Aber eine
Bitte habe ich dazu, begründe Deinen Widerspruch auch bitte sorgfältig und
bedacht und vor allem auch in bezug zu meinen Aussagen (an dem was ich schreibe,
nicht was Du selbst ggf. erst intellektuell hinein interpretierst). Denn an
blanken "Glaubens-Behauptungen" bin ich -sorry- absolut nicht interessiert,
sondern eben nur an Fakten, Fakten, Fakten... :-)
Gruß
Joy
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von Joy am 03.
Feb. 2006, 10:04 Uhr
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on 02/02/06 um 18:59:21, hhmoeller wrote:besteht Dein Weltbild aus genau
einem Satz.
Wenn Du die Aussage "Ich bin" als Satz und diesen
Satz als ein "Weltbild" bezeichnen magst, dann stimmt Deine Feststellung. Für
mich ist "Ich bin" allerdings kein nur gedanklich vorgestelltes "Weltbild",
sondern eine ganz faktische lebendige Erfahrungstatsache! :-)
on
02/02/06 um 18:59:21, hhmoeller wrote:Dein Weltbild ist ein Weltbild wie jedes
andere.
Wenn Du das so erkennst, dann ist Deine Aussage eben für
Dich wahr. Aber Du erinnerst Dich gewiss an meine Aussage: Alle "Weltbilder"
sind nichts anderes als "gedanklich vorgestellte Konstruktionen". Dass "ich
bin", brauche ich mir allerdings gedanklich nicht erst vorzustellen, um es dann
auch noch zu glauben, so wie Du z.B. Dir eine angeblich vom eigenen Erleben
verschiedene "reale Welt" gedanklich vorstellst (= konstruierst) und dann auch
noch daran zu glauben, dass diese auch wirklich existiert, denn an Aberglauben,
mein lieber hhmoeller, bin ich nun leider gar nicht interessiert ... [spin]
Du selbst schriebst aber weiter oben in Beitrag #49 noch zu "Ich bin"
allerdings folgendes:
on 02/01/06 um 17:00:12, hhmoeller wrote:Kommen
wir noch einmal auf den Ausgangspunkt zurück, dein Lieblingswort Fakten: Was
können wir unumstößlich sicher wissen? Genau zwei Sätze:
Ich bin.
Ich empfinde.
Alles, was darüber hinausgeht, ist Vermutungswissen,
Theorie.
Was ist denn nun "Ich bin" für Dich? Eine faktische
real erlebte Gewissheit oder nur ein theoretisch und gedanklich vorgestelltes
"Weltbild", an welches Du erst glauben mußt, um zu "wissen", dass Du auch
wirklich bist? [ruffle][???]
Gruß
Joy ;-)
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von philoschall
am 03. Feb. 2006, 10:47 Uhr
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Hallo Eberhard,
Eberhard an philoschall:
"Bestritten wird ja, dass
sie in Hannover lebt."
Klar. Deiner Meinung nach ist Deine Mutter nicht
ausschliesslich in Deinem Bewusstein. Wenn sie beispielsweise 3 Autostunden von
Dir entfernt ist, sei sie nicht in Deinem Bewusstsein. Somit sei eine von Deiner
Innenwelt unabhängige Aussenwelt vorhanden. Diese Unabhängigkeit wird u.a. durch
Zeit festgelegt. 3 Autostunden sind Kriterium für Deine Annahme einer von Deinen
Bewusstsein unabhängigen Aussenwelt. Die andere Fraktion bestreitet Deine
Aussage, dass Wirklichkeit unabhängig vom Bewusstsein sei, diese fallen
zusammen, seien identisch.
Die Zeit=3 Autostunden und der ausgedehnte
Raum mit individueller Örtlichkeit=Hannover stellen die Kriterien Deiner Aussage
dar, dass objektive Wirklichkeit sei. Wird diese Aussage nur dann vollzogen,
wenn nicht nur diese mit ausgedehnten Raum festgelegte Zeit sei, sondern mit
Objektivität ZUGLEICH etwas sei, dass davon zu unterscheiden sei:
unausgedehntes, d.h. raum- und zeitloses Bewusstsein=Subjektives?
Angenommen, dass verhalte sich so. Die Frage wäre dann nicht, dass diese
Unterscheidung sei. Frage ist, u.a.: Welcher Stellenwert (ein substanzieller
oder ein relativer) kommt dieser Unterscheidung überhaupt zu?
Kommt der
Ausdehnung das Primat zu, bekommen wir den Materialismus. Wurde dieser absolut
gesetzt, bekommen wir den Dualismus von Ausdehnung und Bewusstsein, etwa mit der
von Eberhard vorgetragenen These, dass Aussenwelt unabhängig vom Bewusstsein
sei.
Kommt dagegen nicht der Ausdehnung, sondern dem Bewusstsein das
Primat zu und wird in der Ausdehnung verblieben, bekommen wir den Idealismus.
Wurde Bewusstsein absolut gesetzt, bekommen wir den Dualismus von Bewusstsein
und Ausdehnung, etwa in der von WuWei -soweit ich diese verstehe-, vorgetragenen
These, dass vom Bewusstsein unabhängige Aussenwelt Illusion sei.
Beide,
weitestverbreitete Fraktionen, könnten jedoch fehlgehen. Wird weder Ausdehnung
der Dinge mit objektiver Raum und Zeit noch unausgedehntes sein sollendes
Bewusstsein ausgegeben und/oder absolut gesetzt (mit welcher jeweiligen Setzung
lediglich der schein-philosophische Streit Materialismus-Idealismus seine
Fortsetzung gefunden): kann dann der Stellenwert zwischen Dingen sowie Denken
überhaupt absolut sein? Die Ausdehnung und das Denken der Ausdehung, d.h. das
Denken/Bewusstsein wahrgenommer Dinge stehe dann im Verhältnis der Relativität:
Mit dieser im Relativen verbleibenden Unterscheidung fingiert sich Mensch, weder
als Geistwesen noch als Materiewesen, fingiert sich Mensch mit seinen
mannigfaltigen Aberglaubens-Konstruktionen nicht mehr aus der Lebenspraxis, aus
der Ausdehnung. Dinge seien also mit dem Denken der Dinge erschöpft. Dingen
kommt das Primat nicht zu: Die wissenschaftstheoretische Annahme, Dinge-an-sich
sowie Raum und Zeit sind a priori (Kant) ist eine der abergläubigen Denkweise.
Die damit ausgegebene objektive Wirklichkeit erweisst sich folglich als
logisch-verkehrte.
Dass Primat kommt nicht den Dingen zu. Dass Primat
kommt dem Denken zu. Dass Primat dem Denken der Dinge allein zukommen lassen,
zielt jedoch auf Verabsolutierung der Relativität. Nicht nur das Denken der
Ausdehnung ist -da Dinge-an-sich nicht objektiv existieren, existiert die
Annahme objektiver Wirklichkeit als Aberglauben (und was für einer und in
welchen unterschiedlichsten kulturellen Ausprägungen!) im Bewusstsein-, : auch
Denken ohne Bewusstseinsinhalte ist. Von dem Denken ohne Bewusstseinsinhalten,
(dem Absoluten), welches ZUGLEICH mit dem Denken der Dinge, d.h. mit der
Relativität der Bewusstseinsinhalte ist, zu sprechen, bedeutet nicht nur etwas
der Relativität (z.B. Raum-Zeit, Fühlen, Wollen) absolut/objektiv zu setzen,
bedeutet ebenfalls das Absolute zu relativieren. Mensch, wenn nicht mehr in den
besagten (schein-philosophischen) Verabsolutierungen und Dualismen befangen,
wird sich besinnen auf das Absolute, wird von dem nicht mehr sprechen, von dem
Mensch nicht sprechen kann. Mensch wird davon Schweigen. Wird jedoch nicht
schweigen von dem -da nun ein von geistiger Besinnung Gewandelter-, vom dem
gesprochen werden kann, beispielsweise vom Philosophieren zwecks Entlarvung
verkehrter Lebenspraxis: Vom systematischen Auseinanderhalten der RELATIVITÄT
der BewusstseinsINHALTE=DINGE sowie der diese Relativität verabsolutierenden
Denkweise, deren DenkINHALTE als logisch-verkehrte sich äussern und vom
logisch-richtigen Denken (Erfahrungswissenschaft) korrigiert wurden und werden.
Gruss
philoschall
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von hhmoeller
am 03. Feb. 2006, 11:55 Uhr
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Die einzige Prämisse, dir Dir mit unumstößlicher Gewißheit zur Verfügung steht,
ist dwer Satz "ich bin".
Fakten, Fakten, Fakten:
Fakt ist, daß
die Zahl der Sätze, die man aus einer einzelnen Prämisse folgern kann exakt null
ist:
Alles, was Du über den Satz "ich bin" hinaus behauptest, ist eine
willkürliche gedankliche Konstruktion.
Du behauptest nun, daß Deine
Philosophie ohne jede willkürliche Annahme auskommt. Den Drahtseilakt würde ich
gerne sehen: Wie kannst Du mehr wissen als "ich bin", wenn Du keine andere
Prämisse hast, als "ich bin"?
on 02/03/06 um 13:51:18, Joy
wrote:Dass "ich bin" kann weder falsch noch richtig sein. Falsch und richtig
sind logisch gedachte Schlüsse und um diese überhaupt ziehen zu können muß ich
selbst sein.
Logische Schlüsse können nicht falsch oder richtig
sein, sondern gültig oder ungültig. Aussagen können falsch oder richtig sein.
Sie sind richtig, wenn der beahuptete Schverhalt mit dem wirklichen Sachverhalt
übereinstimmt. "Ich bin" ist eine Aussage. Ihr Wahrheitswert problematisch, denn
sie ist selbstreferentiell. Sie kann sicher wahr sein. Ob sie auch falsch sein
kann, kann ich aus dem Stehgreif nicht beantworten. Auf jeden Fall kann diese
Aussage nicht ausgesprochen werden, wenn sie falsch ist.
on
02/03/06 um 13:51:18, Joy wrote:Nirgendwo behaupte ich, dass ein "Ich"
existiert. Ich schreibe genau das Gegenteil davon!
Dann wird
aber auch Deine eizge Prämisse "ich bin" hinfällig.
on 02/02/06 um
04:11:42, Joy wrote:Bleibt die spannende und einzig wirklich interessante Frage:
Was ist "Ich bin" selbst. Und um das zu "wissen" muß "Ich bin" sich selbst
erkennen.
Jetzt kommt die nächste Frage: Ist diese Selbsterkenntnis
möglich und wenn ja, wie?
Wenn es kein Ich gibt, wer sollte sich
dann selbst erkennen?
on 02/03/06 um 14:16:22, Joy wrote:Im übrigen
hast Du ein unnachahmliches Talent, Aussagen zu widersprechen, die nirgendwo so
geschrieben stehen oder eben nur "Deiner eigenen Interpretation" dieser Aussagen
zu widersprechen. Zudem formulierst Du oft sehr unpräzise.
Der
Eindruck beruht auf Gegenseitigkeit. Auch ich habe das Problem, aus Deinen oft
langatmigen Formulierungen das Argument herauszudestillieren. Ich habe sogar den
Eindruck, daß da ein System hinter steckt: Durch unklare Fromulierungen sollen
Angriffspunkte vermieden werden.
Quote:Wo bitte steht den von WuWei
oder mir bitte geschrieben, dass Wahrnehmung keine Wahrnehmung ist, sondern nur
eine Illusion?
Das ist der Inhalt auch deines Weltbildes.
Wenn ich einen Stein in die Hand nehme und betrachte, dann nehme ich einen
materiell existierenden Stein wahr. Die Wahrnehmung ist wirklich eine
Wahrnehmung, wenn der wahrgenommene Stein auch so existiert, wie ich ihn
wahrnehme. Wenn aber der Stein überhaupt nicht materiell existiert, sondern als
geistiges Konstrukt, dann täuscht mich meine Wahrnehmung. Es handelt sich dann
offensichtlich nicht um Wahrnehmung , sondern nur um die Illusuion von
Wahrnehmung.
Wahrnehmung ist nur dann sinnvoll, wenn es sich wirklich um
Wahrnehmung und nicht um Illusion von Wahrnehmung handelt: wenn ich vor mir ein
materiell existierendes Krokodil wahrnehme, so hat die Wahrnehmung den Sinn,
meinen materiellen Körper vor einer Beeiträchtigung durch ein materiell
existierendes Krokodil zu schützen.
Die Illusion von Wahrnehmung wäre
vollkommen sinnlos, denn es ist vollkommen unsinnig, sich mit seinem nicht
vorhandenen Körper auf die Flucht vor einem nicht vorhandenen Krokodil zu
begeben. Oder ist Gott ein Komiker?
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von Joy am 03.
Feb. 2006, 12:39 Uhr
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on 02/03/06 um 10:47:29, philoschall wrote:Kommt der Ausdehnung das Primat
zu, bekommen wir den Materialismus. Wurde dieser absolut gesetzt, bekommen wir
den Dualismus von Ausdehnung und Bewusstsein, etwa mit der von Eberhard
vorgetragenen These, dass Aussenwelt unabhängig vom Bewusstsein sei.
Kommt dagegen nicht der Ausdehnung, sondern dem Bewusstsein das Primat zu und
wird in der Ausdehnung verblieben, bekommen wir den Idealismus. Wurde
Bewusstsein absolut gesetzt, bekommen wir den Dualismus von Bewusstsein und
Ausdehnung, etwa in der von WuWei -soweit ich diese verstehe-, vorgetragenen
These, dass vom Bewusstsein unabhängige Aussenwelt Illusion sei.
Beide,
weitestverbreitete Fraktionen, könnten jedoch fehlgehen. Wird weder Ausdehnung
noch Unausgedehntes, d.h. Bewusstsein absolut gesetzt (mit welcher Setzung
lediglich der philosophische Streit Materialismus-Idealismus seine Fortsetzung
gefunden): kann dann der Stellenwert zwischen Dingen sowie Denken überhaupt
absolut sein?
Wovon ich hier im Forum schreibe -das nur als
Ergänzung- ist aber weder eine Strömung des Materialismus noch eine Strömung des
Idealismus, welche nur jeweils Materie bzw. Bewusstsein als Primat setzen.
Vertreter des Idealismus irren ebenso (nur gespiegelt) wie die Vertreter des
Materialismus. Beide Ismen müssen quasi zu einer Synthese zusammengeführt
werden. Materialist wie Idealist setzt jeweils ein Primäres und das andere als
Sekundäres. Beide verkennen dabei, das Bewusstsein und Materie aber gar nicht
zwei sind.
Die Naturwissenschaft weiß davon spätestens seit der
Quantenmechanik, dass es Materie "an sich" gar nicht gibt. Daher schreibe ich
auch, dass die wahrgenommene phänomenale Welt (also die Erscheinungswelt,
Phänomen = griechisch "Erscheinung") dem Menschen immer nur als raumzeitloses
Bewusstsein, nämlich immer nur hier und jetzt, gegeben ist. Kant's a priorie
Raum und Zeit, auf den sich ja vornehmlich die Logiker hier so gern berufen,
sind längst, wie auch philoschall hier betont, wissenschaftlich völlig obsolet.
Hat sich scheinbar nur noch nicht hinreichend rumgesprochen. :-)
Ihrem
Grund, ihrem Wesen nach, sind das Absolute und das Relative ebenso ident und
diese Identität kann auch selbst lebendig erkannt werden (= Selbsterkenntnis).
Es ist maßgeblich der am materialistischen Paradigma dogmatisch festhaltende
Wissenschaftsglaube, der die lebendige Erkenntnis dieser Einheit quasi
verhindert. Die 81 Verse des über 2.500 Jahre alten Tao Te King des Laotze
nehmen die wissenschaftlichen Erkenntnisse des 20. Jahrhunderts längst weit
voraus, von denen der Wissenschaftsgläubige oft herablassend meint und glaubt,
die Menschen waren damals alle ein bißchen dumm gewesen. Das Tao Te King ist in
seine Kürze und Präzison der Aussagen fast unübertroffen und beginnt mit
Brillanz bereits im 1. Vers:
Der Sinn, der sich aussprechen läßt,
ist
nicht der ewige Sinn.
Der Name, der sich nennen läßt,
ist nicht der
ewige Name.
"Nichtsein" nenne ich den Anfang von Himmel und Erde.
"Sein"
nenne ich die Mutter der Einzelwesen.
Darum führt die Richtung auf das
Nichtsein
zum Schauen des wunderbaren Wesens,
die Richtung auf das Sein
zum Schauen der räumlichen Begrenztheiten.
Beides ist eins dem Ursprung
nach
und nur verschieden durch den Namen.
In seiner Einheit heißt es das
Geheimnis.
Des Geheimnisses noch tieferes Geheimnis
ist das Tor, durch
das alle Wunder hervortreten.
Und da meint der
Wissenschaftstheorie-Gläubige des 21. Jahrhunderts (z.B. Erkenntnistheorie) doch
tatsächlich, dass seine erkenntnistheoretischen logischen und gelehrten Annahmen
schon die höchste Weisheit pur wären und bemerkt noch nicht einmal, wie er sich
mit seinem (Aber-)Glauben an solchen theoretischen Unsinn doch nur selbst von
der lebendigen Erkenntnis quasi aussperrt und in einer Trance, gleich einem
tiefen Schlaf, verharrt. Jedem "Weckruf" streckt er voller Stolz und in Trance
verweilend gläubig seine Theorien entgegen und behauptet, er könne es mit diesen
Theorien beweisen, dass es eine aussergeistig materiell existente Welt gäbe. Der
Verstand lebt in einem logischen Schlafwandlerturm und ernährt sich von Gründen
und Worten... :-)
Gruß
Joy
PS: Da fällt mir -zu den
wissenschaftlichen Beweisen- noch eine kleine nette Geschichte ein:
Es
gibt "Dinge", die sind nicht zu beweisen und es gibt keinen Beweis für sie, weil
sie sich selbst beweisen. Sie beweisen zu wollen, ist geradezu lächerlich und
der Versuch allein zeigt, dass man ihre Bekanntschaft noch gar nicht gemacht
hat. Und so verhält es mit allen Gottesbeweisen.
Im Teehaus sitzend,
hörte Mulla Nasrudin sich einst die Rhetorik eines reisenden Gelehrten an.
Dieser wollte die Existenz Gottes beweisen. Als einer aus der Runde an einem
Punkt nachhakte, zog der Gelehrte ein Buch aus der Tasche und haute es auf den
Tisch: Hier mein Beweis! Und ich hab es selbst geschrieben!
Ein Mann, der
nicht nur lesen, sondern auch noch schreiben konnte, war hier eine Seltenheit,
und ein Mann, der gar ein Buch geschrieben hatte, so einer war noch seltener.
Die Dörfler erstarrten in Ehrfurcht vor dem Gelehrten - und natürlich war Mulla
Nasrudin beeindruckt!
Wenige Tage später erschien der Mulla im Teehaus
und fragte, ob jemand ein Haus kaufen wolle. Erzähl ein wenig darüber, Mulla,
baten ihn die Leute, denn wir wußten ja gar nicht, dass Du überhaupt ein eigenes
Haus hast. Handeln spricht lauter als Worte! rief der Mulla, zog aus der Tasche
einen Backstein, und knallte ihn vor ihren Nasen auf den Tisch. Hier mein
Beweis! Prüft seine Qualität - und ich habe das Haus selbst gebaut! :-)
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von hhmoeller
am 03. Feb. 2006, 12:44 Uhr
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Hallo WuWei,
on 02/02/06 um 19:43:01, WuWei wrote:Also deine Erlebniswelt
entspricht der Landkarte und die angeblich "reale Welt" entspricht der
Landschaft?
Das heißt also, daß du nie im Leben die Landschaft sehen
wirst und immer nur auf der Landkarte bleibst. Denn selbst wenn du glaubtest,
die Landschaft zu erleben, wäre es ja wieder nur eine Erlebniswelt und nicht die
reale Welt.
Selbstverständlich werde ich die Realität niemals
vollständig, sondern immer nur in Ausschnitten wahrnehmen: Ich sehe weder
Infrarot, noch Ultraviolett. Ich höre weder Infraschall noch Ultraschall, ich
sehe einen Gegenstand immer nur von einer Seite, ich habe ein eingeschränktes
Gesichtsfeld ...
Quote:Das heißt also, daß du ein Phantom, das du
niemals erleben kannst, an das du nur glaubst, für die reale Welt hältst, und
dein tägliches Erleben nur für ein verzerrtes Abbild hältst.
Ganz schön
bizarr, finde ich....
Daß ich die Welt niemals erlebe, ist
falsch. Ich erlebe sie niemals vollständig und niemals unverzerrt.Ich muß an die
reale Welt nicht glauben, ich nehme sie wahr.
Quote:Der Witz ist doch
der, daß du an eine "reale Welt" jenseits des Erlebens GLAUBEN mußt, während ich
an meine Erlebniswelt nicht glauben muß, denn sie ist mir ja unmittelbar
gegeben. Ich muß auch nicht an die Nicht-Existenz deiner "realen Welt" glauben,
denn sie erscheint mir eh nicht.
Du mußt schon an die
"Nicht-Existenz" der realen Welt glauben, denn Du verhältst Dich so, als wäre
die Welt real. In Deiner Philosophie existiert nur das hier und jetzt. Im Alltag
beugst Du Dich aber den Fakten und berücksichtigst zeitliche Zusammenhänge: Du
weißt, daß, wenn Du morgen nicht Einkaufen gehst, Dein Kühlschrank am Wochenende
leer sein wird. Und das, obwohl Du "erkannt" hast, daß Zeit und Kausalität nur
Illusion sind.
Quote:Wozu also sollte ich an die Nicht-Existenz von
etwas glauben, das ich niemals wahrgenommen habe und das per definitionem nicht
wahrnehmbar ist? Und wozu sollte ich die Nicht-Existenz eines solchen Phantoms
beweisen?
Per definitionem? Die Definition stammt von Dir. Die
reale Welt ist nicht vollständig und nicht verzerrungsfrei wahrnehmbar, aber sie
ist wahrnehmbar.
Die Vorstellung, daß Wahrnehmung keine Wahrnehmung ist,
sondern nur die Illusion von Wahrnehmung, ist dagegen ausgesprochen bizarr.
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von Joy am 03.
Feb. 2006, 12:49 Uhr
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on 02/03/06 um 11:55:52, hhmoeller wrote:Richtig. Und es ist eben auch die
einzige Prämisse, dir Dir mit unumstößlicher Gewißheit zur Verfügung steht.
Fakten, Fakten, Fakten:
Fakt ist, daß die Zahl der Sätze, die man
aus einer einzelnen Prämisse folgern kann exakt null ist:
Alles, was Du
über den Satz "ich bin" hinaus behauptest, ist eine willkürliche gedankliche
Konstruktion.
Eine willkürliche gedankliche Konstruktion für wahr zu
halten, besonders dann, wenn sie nicht mit der Erfahrung in Übereinstimmung zu
bringen ist, ist Aberglaube.
Na, na, na, mein Lieber! Mein
Welterleben hier und jetzt ist weder eine gedankliche Konstruktion noch ein
Aberglaube, sondern eine ebenso faktische Gewissheit und immer mit Ich bin
untrennbar eins. Mach mal bitte halblang... [grin]
Gruß
Joy
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von WuWei am
03. Feb. 2006, 12:57 Uhr
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Hallo Eberhard,
[/i]
Du fragst, warum ich darauf bestehe, dass meine
Mutter in Hannover lebt und nicht eine Vorstellung in meinem Bewusstsein ist?
[i]
Der Witz ist der, daß ich gar nicht bestreite, daß deine Mutter in
Hannover lebt! Natürlich lebt deine Mutter in Hannover. Aber: Hannover befindet
sich ebenso ausschließlich im Bewußtsein. Hannover, deine Mutter und du selbst
erscheinen einzig und allein im Bewußtsein. Aber wie gesagt: das ist nicht zu
verstehen, solange du davon ausgehst, daß du als Person Bewußtsein besitzt,
anstatt davon, daß du als Person (wie auch alles andere) im Bewußtsein
erscheinst. (auf den Punkt gehe ich später nochmal ein)
Also: der Kreis
muß sich vollkommen schließen! Wenn du erkennst, daß sich alles - einschließlich
deiner selbst -ausschließlich im Bewußtsein befindet (und damit Bewußtsein IST),
dann kannst du auch getrost wieder sagen: "meine Mutter wohnt in Hannover". Ich
sage auch nicht: "meine Mutter wohnt nur in meinem Geist", um damit ihre
Existenz zu leugnen. Aber ihre Existenz ist eben allein eine wahrgenommene
Existenz.
Und du mußt doch selbst zugeben, daß du deine Mutter niemals
anders erlebt hast, als daß du sie gesehen, gehört und gespürt hast. Oder eben
dir vorgestellt hast, daß sie jetzt grade in Hannover lebt. Das findet allein im
Geist statt. Und wenn du nun hinfährst (was ebenso nur im Geist stattfindet),
dann siehst du Hannover und deine Mutter, und beides sind wieder ausschließlich
Wahrnehmungen, die eben nirgend anders als im Geist sein können. Damit leugne
ich keine einzige deiner Wahrnehmungen (wie könnte ich auch?), sondern nur
abstrakte Vorstellungen, die sich auf eine nicht-vorstellbare und
nicht-wahrnehmbare Existenz-an-sich beziehen.
[/i]
Ich bestehe
deshalb auf der Unterscheidung zwischen realer Welt und vorgestellter Welt, weil
die Vorstellung falsch oder unvollständig sein kann.
[i]
Moment! Die
reale Welt IST die wahrgenommene Welt, denn keine andere könntest du je erleben,
sie ist deine Realität. Eine Realität jenseits der Wahrnehmung ist dagegen eine
reine Vorstellung, und wenn du noch so fest davon überzeugt bist. Und insofern
unterscheide ich auch zwischer realer und vorgestellter Welt, weil die reale
eben nur eine wahrgenommene Welt sein kann.
[/i]
Auch mein Bruder hat
eine Vorstellung meiner Mutter, die sich sicherlich in manchem unterscheidet und
in einigen Punkten auch widerspricht. Wer hat nun Recht?
[i]
Aus
seiner Sicht habt ihr beide Recht, letztlich aber keiner. Kommt drauf an. Wenn
du die Vorstellung von deiner Mutter als Vorstellung erkennst, hast du recht.
Hältst du die Vorstellung aber für die Realität (die wahrgenommene Mutter), dann
liegst du falsch. Hinzu kommt, daß dein Bruder ebenso ausschließlich als deine
Wahrnehmung oder deine Vorstellung existiert.
[/i]
Nur wenn
vorgestellte Welt und wirkliche Welt nicht dasselbe sind, kann es Irrtum,
enttäuschte Erwartungen und eine Korrektur der eigenen Vorstellungen von der
wirklichen Welt geben. Wenn richtig oder falsch (Joy: „Meine Grundaussage ist
weder richtig noch ist sie falsch“) uninteressant ist, mag ich die vorgestellte
Welt getrost für die wirkliche Welt halten.
[i]
Wenn du "wirkliche
Welt" mit "wahrgenommener Welt" ersetzt oder zumindest ihre Identität erkennst,
dann stimme ich deiner Aussage hier völlig zu.
Aber warum solltest du
dir überhaupt eine Vorstellung von der wirklichen Welt machen? Sie ist dir doch
hier und jetzt gegeben, warum noch etwas davor-stellen?
[/i]
p.s.:
Dass Du die in Aussicht gestellte Göttlichkeit und Unsterblichkeit überlesen
hast, wundert mich allerdings.
[i]
hm, ich weiß nicht, wer das in
Aussicht gestellt hat. Joy? Ich glaube nicht. Wenn, dann hast du ihn bestimmt
mißverstanden. Unsterblich kann für mich nur das sein, was nie geboren wurde.
Und daher kann Unsterblichkeit auch nicht "erreicht" werden. Was sterblich ist,
wird sterben. Wobei ich unter Sterben einfach ein Auflösen der Form verstehe.
viele Grüße,
WuWei
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von WuWei am
03. Feb. 2006, 13:13 Uhr
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Hallo philoschall,
[/i]
Kommt dagegen nicht der Ausdehnung, sondern
dem Bewusstsein das Primat zu und wird in der Ausdehnung verblieben, bekommen
wir den Idealismus. Wurde Bewusstsein absolut gesetzt, bekommen wir den
Dualismus von Bewusstsein und Ausdehnung, etwa in der von WuWei -soweit ich
diese verstehe-, vorgetragenen These, dass vom Bewusstsein unabhängige
Aussenwelt Illusion sei.
[i]
Warum Dualismus? Ausdehnung ist nicht
verschieden von Bewußtsein, ist nur ein Aspekt des Bewußtseins. Der Raum, den du
in einem Gedanken oder einem Traum wahrnimmst, ist doch auch nichts anderes als
der denkende bzw. träumende Geist, oder?
Grüße,
WuWei
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Titel: Hallo!
Beitrag von Existenziell am 03. Feb. 2006, 13:17 Uhr
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on 02/03/06 um 10:04:44, Joy wrote:Wenn Du die Aussage "Ich bin" als Satz
und diesen Satz als ein "Weltbild" bezeichnen magst, dann stimmt Deine
Feststellung. Für mich ist "Ich bin" allerdings kein nur gedanklich
vorgestelltes "Weltbild", sondern eine ganz faktische lebendige
Erfahrungstatsache!
Ich wollte nur mal kurz einwerfen,
daß diese Aussage falsch ist!
Bereits andere Philosophen kamen zu der
Erkenntnis, daß "Etwas ist" das "Ich bin" ablöst, ganz einfach, weil ein Ich -
ein Für-Sich - nicht beweisbar ist!
Abgesehen davon läßt sich auch das
"Etwas ist" widerlegen.
Wenn das also dein Weltbild ist, hast du
einen Beweis für die Existenz des Ichs? [balloon]
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von Joy am 03.
Feb. 2006, 13:51 Uhr
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on 02/03/06 um 13:17:37, Existenziell wrote:*Joy*: Wenn Du die Aussage "Ich
bin" als Satz und diesen Satz als ein "Weltbild" bezeichnen magst, dann stimmt
Deine Feststellung. Für mich ist "Ich bin" allerdings kein nur gedanklich
vorgestelltes "Weltbild", sondern eine ganz faktische lebendige
Erfahrungstatsache!
Ich wollte nur mal kurz einwerfen, daß diese Aussage
falsch ist!
Dass "ich bin" kann weder falsch noch richtig sein.
Falsch und richtig sind logisch gedachte Schlüsse und um diese überhaupt ziehen
zu können muß ich selbst sein.
Dein "kurzer Einwurf" macht quasi NULL
Sinn.
on 02/03/06 um 13:17:37, Existenziell wrote:Bereits andere
Philosophen kamen zu der Erkenntnis, daß "Etwas ist" das "Ich bin" ablöst, ganz
einfach, weil ein Ich - ein Für-Sich - nicht beweisbar ist!
Jeder darf gern nachplappern, was er irgendwo gelesen oder gehört hat. Wenn er
über sein eigenes Erleben und seine eigene lebendige Selbsterkenntnis die
Autorität von sogenannten Philosophen setzt, die irgendwas aufgeschrieben haben,
was dann nur nach-gedacht und nach-geplappert wird, dann ist er ein Papagei,
aber gewiss kein Philosoph! ;-)
on 02/03/06 um 13:17:37,
Existenziell wrote:Abgesehen davon läßt sich auch das "Etwas ist" widerlegen.
Na dann widerlege mal, dass Du bist. Auf diese Widerlegung bin
ich gespannt! [grin]
on 02/03/06 um 13:17:37, Existenziell wrote:Wenn
das also dein Weltbild ist, hast du einen Beweis für die Existenz des Ichs?
[balloon]
Nirgendwo behaupte ich, dass ein "Ich" existiert. Ich
schreibe genau das Gegenteil davon! Und aus den zitierten 3-Zeiler dann gar noch
auf ein "Weltbild" zu schliessen, von denen ich ausdrücklich hier schreibe, dass
alle "Weltbilder" miteinander gedankliche Konstruktionen sind ist schon etwas
arg schnell von Dir "aus dem Fenster gelehnt". Vielleicht solltest Du, bevor Du
kommentierst und antwortest, Dich kundig machen, also lesen, was hier wer
insgesamt schreibt? Dann könnte ich mir nämlich solche Antworten ganz einfach
sparen... ;-)
Gruß
Joy
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von Joy am 03.
Feb. 2006, 14:16 Uhr
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Du schreibst, hhmoeller, an WuWei adressiert und ich greife mal nur einen Satz
raus:
on 02/03/06 um 12:44:37, hhmoeller wrote:Hallo WuWei,
Du
mußt schon an die "Nicht-Existenz" der realen Welt glauben, denn Du verhältst
Dich so, als wäre die Welt real.
Wieso muß "Ich" an die
"Nicht-Existenz" einer realen Welt glauben? Um selbst zu sein etwa? Existenz und
Nicht-Existenz ist ein Konzept, eine Vorstellung!
Und natürlich ist das hier
und jetzt bewusst wahrnehmen von "Welt" real! Das hat doch gar niemand
bestritten!!!
Es geht einzig und allein darum, dass die hier und jetzt
real wahrgenommene und erlebte Welt eine geistig wahrgenommene und erlebte Welt
ist und hingegen "nicht unabhängig und jenseits dieser Wahrnehmung hier und
jetzt" materiell existiert. (Es sei denn ich glaube eine Nichtwahrnehmung als
real! :-)) Und das heißt letztlich nichts anderes, Du kannst doch logisch denken
(!), dass die immer nur hier und jetzt raumzeitlich wahrgenommene Welt (oder
hast Du jemals außer hier und jetzt wahrgenommen???) nur im Geiste existieren
kann! Wo denn sonst bitte??? Dass Du diese geistige Welt hier und jetzt immer
nur fragmentarisch wahrnimmst, das hat doch gar keiner bestritten oder
gegenteilig behauptet. [spin]
Im übrigen hast Du ein unnachahmliches
Talent, Aussagen zu widersprechen, die nirgendwo so geschrieben stehen oder eben
nur "Deiner eigenen Interpretation" dieser Aussagen zu widersprechen. Zudem
formulierst Du oft sehr unpräzise.
Noch so etwas, das nirgendwo irgendwer
hier geschrieben hat:
on 02/03/06 um 12:44:37, hhmoeller wrote:Die
Vorstellung, daß Wahrnehmung keine Wahrnehmung ist, sondern nur die Illusion von
Wahrnehmung, ist dagegen ausgesprochen bizarr.
Wo bitte steht
den von WuWei oder mir bitte geschrieben, dass Wahrnehmung keine Wahrnehmung
ist, sondern nur eine Illusion? Du nennst diese Aussage völlig zu recht bizarr,
keine Frage. Nur hat das auch gar keiner so geschrieben und Du unterstellst
diese Aussage einfach, nur um sie dann selbst als "bizarr" zu bewerten. Oder
kannst Du diese Behauptung mit einem Zitat belegen? [???]
Gruß
Joy
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von
Existenziell am 03. Feb. 2006, 15:19 Uhr
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@Joy
Ich bitte doch freundlichst darum, diesen belehrenden Unterton zu
unterlassen, denn er ist jeder sachlichen und ergebnisoffenen Diskussion
hinderlich. Ich unterrichte seit über 25 Jahren Studenten und würde mich hüten,
in einem solch Oberlehrerton zu diesen zu sprechen, wie Du ihn hier an den Tag
legst.
Durchgehend der belehrende Oberlehrer, der von sich selbst glaubt
sicher zu wissen, was richtig und was falsch ist.
Quote:Wenn
Du die Aussage "Ich bin" als Satz und diesen Satz als ein "Weltbild" bezeichnen
magst, dann stimmt Deine Feststellung. Für mich ist "Ich bin" allerdings kein
nur gedanklich vorgestelltes "Weltbild", sondern eine ganz faktische lebendige
Erfahrungstatsache!
Also ist es auch dein Weltbild. q.e.d.
Quote:Na dann widerlege mal, dass Du bist. Auf diese
Widerlegung bin ich gespannt!
Argumentationstheorie: Note 6,
setzen.
DU behauptest hier, ergo wirst du mir etwas widerlegen, so läuft
das!
Meine Widerlegung benötigt einen Satz: Ein allmächtiges Wesen
könnte existieren, was meine Gedanken beherbergt, denkt.
Damit wäre dein
‘Ich bin’ widerlegt.
Quote:Nirgendwo behaupte ich, dass
ein "Ich" existiert.
Sprachtheorie: Note 6, setzen.
„Ich bin“ ... stammt das von dir? Aha.
Und wie lautet das erste Wort? ‘Ich’
vielleicht? Aha.
Wenn du etwas anderes meinst, dann benutze andere
Begriffe. Das lernt man in der 1. Klasse.
Quote:Dass
"ich bin" kann weder falsch noch richtig sein. Falsch und richtig sind logisch
gedachte Schlüsse und um diese überhaupt ziehen zu können muß ich selbst sein.
Ich hasse nicht die Logik. Was lässt Dich das annehmen? Aber ich
gebrauche sie nicht, wofür sie nicht geeignet und einfach unbrauchbar ist.
Die Welt mit Hilfe der Logik zu erfassen und zu strukturieren, ist natürlich
eine Möglichkeit. Aber es ist nur eine von vielen Möglichkeiten.
Alles falsch!
Du hast die Logik nicht verstanden!
Und wie du
OHNE Logik etwas erfassen+verstehen willst, mußt du mir noch erklären. DAS ist
unmöglich.
Im Übrigen kannst du dein Weltbild OHNE Logik weder aufbauen,
noch verstehen, noch begründen.
Und freilich braucht es kein Ich, um
logisch zu arbeiten.
Tja. [balloon]
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von ludovico am
03. Feb. 2006, 16:04 Uhr
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Illusion oder konservierte Gegenwart?
Persönliche Gegenwart wird als
_nach-gedachtes_ aus der Erinnerung, sprich aus dem Gedächtnis geschöpft.
Vergangenes erhält unter tatsächlich gegenwärtig gegeben Aspekten eine
Einfärbung, wird zu meinem Ding verklärt. Handelt es sich bei solcher Auffassung
von gegenwärtiger Wirklichkeit um eine Illusion oder um den Entwurf eines Ichs?
Wenn daraus resultierende Denkergebnisse einen illusorischen Charakter aufweisen
und somit zu illusorischen Resultaten ihrerseits führen, dann kann von
Illusionen gesprochen werden. Kann dies nur durch die Negation eines Entwurfes
geschehen? Zu guter letzt, darf Gegenwart überhaupt ausschliesslich als Masstab
für Wirklichkeit genommen werden?
L.
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von Eberhard am
03. Feb. 2006, 17:23 Uhr
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Hallo allerseits, hallo Joy,
Du verleihst Deinen Worten ja erheblichen
Nachdruck durch Fettdtruck, Kursivdruck, Unterstreichungen, dreifache
Fragezeichen etc. Hoffentlich sind Deine Argumente auch inhaltlich gut. Der Stil
erinnert mich übrigens stark an Wolfgang K. Ebenso der Ausdruck „konditionierter
Glaube“.
Wenn Du übrigens der Meinung bist, dass ich einem
„konditonierten Glauben“ in „blinder Trance“ verfallen bin und nach Art
Pawlowscher Hund mich verhalte, dann solltest Du nicht mit mir diskutieren, denn
damit hast Du mir ja bereits von vornherein die Befähigung zur vernünftigen
Einsicht abgesprochen und alles, was ich sage von vornherein entwertet.
Hier ist seit gestern viel Staub aufgewirbelt worden, deshalb noch mal der
Zusammenhang.
Am 02.01.06 schrieb ich:
Unsere Frage ist: Gibt es
eine vom menschlichen Bewusstsein unabhängige Welt?
Gibt es etwas, dessen
Dasein von meinem Bewusstsein unabhängig ist?
Ja, meine Mutter. Sie
erinnert sich noch an meine Geburt und an die Zeit davor, als es mich noch nicht
gab. Als es mich noch nicht gab, kann es auch noch nicht mein Bewusstsein
gegeben haben. Da mein Bewusstsein erst entstanden ist, als meine Mutter bereits
da war, ist das Dasein meiner Mutter unabhängig von meinem Bewusstsein.
Entsprechendes kann man nun zu jedem Menschen aussagen. Deshalb ist z.B. das
Dasein unserer stammesgeschichtlichen Vorfahren unabhängig vom menschlichen
Bewusstsein.
Demnach gibt es etwas, das unabhängig vom menschlichen
Bewusstsein da ist.
Darauf Deine Frage: Wo, wenn nicht in Deinem eigenen
Geist, der Du selbst bist, befindet sich denn all das, von dem Du hier
schreibst???
Meine Antwort lautete: Meine Mutter z.B. lebt in Hannover
und nicht in meinem Geist.
Daraufhin stelltest Du den Ausdruck „mein
Bewusstsein“ in Frage.
Dem hielt ich entgegen, dass dieser Ausdruck
sinnvoll ist, z.B. in dem Satz: „Nach der Narkose habe ich mein Bewusstsein
wieder erlangt.“
Du hast dann akzeptiert, dass meine Mutter in Hannover
wohnt.
Nicht akzeptiert hast Du meine Aussage, dass sich meine Mutter
nicht in meinem Geist befindet.
Stattdessen hast Du von einem
„wahrnehmenden Bewusstsein“ ohne Bezug auf ein wahrnehmendes bewusstes Subjekt
gesprochen und hast nicht von „meinem Geist“ gesprochen sondern von „Geist“ ohne
weiteren Bezug auf irgendein Wesen: Die Welt ist im Geist bzw. ist mit dem Geist
eins, waren Deine Worte..
Ich kann mit einem Bewusstsein oder Geist ohne
zugehöriges bewusstes und vernünftiges Subjekt leider nichts anfangen. Mein
Argumentation bezieht sich nur darauf, dass es gute Gründe für die Annahme gibt,
dass etwas da ist, unabhängig von meinem bzw. aller Menschen Bewusstsein.
Dagegen sehe ich bisher kein schlüssiges Argument - und auf diese kommt es
bei allem rhetorischen Gedröhn und schulmeisterlichem Gehabe allein an.
Was es mit dem subjektlosen Bewusstsein oder Geist auf sich hat, mein lieber
Joy, sollten wir anschließend diskutieren, meint
Eberhard.
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Titel: Frage an Wuwei und Joy
Beitrag von Xenon am 03. Feb. 2006, 18:05 Uhr
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Hallo WuWei und Joy,
mich würde folgendes interessieren:
Was ist 7
x 6 ?
Gibt es hierauf nicht eine intersubjektive, d.h. vom Bewußtsein
unabhängige, einzig "wahre" Antwort?
Die Annahme eines sich
verrechnenden Erstklässlers 7 x 6 sei 44, ist ja als gedachter Gedanke
unbestritten Teil der Wirklichkeit geworden. Aber könnte man nicht trotzdem
diese Aussage (7x6 = 44) mit Fug und Recht als einen objektiven Irrtum
bezeichnen? Eben weil die Aussage nicht im Einklang steht mit der objektiven (?)
Welt der Logik.
Also muß es "da draußen" doch etwas geben, oder?
Zumindest die Gesetze der abstrakten Logik? Falls dies bejaht würde, könnte man
sich im nächsten Schritt dann vielleicht der Gestalt der Erde (Kugel / Scheibe)
oder der Farbe des Fahrzeugs in der Garage widmen.
PS: Sorry, wenn die
Frage bzw. zugrundeliegende Gedanke im Hinblick auf die Thesen von Joy und WuWei
sehr naiv erscheint. Aber ich bin halt Einsteiger in diesem Forum und überhaupt
bekennender philosophische Laie.
Liebe Grüße Xenon, der aus Hannover
kommt, oder doch nicht? :-)
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von WuWei am
03. Feb. 2006, 18:43 Uhr
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Hallo hhmoeller,
[/i]
Selbstverständlich werde ich die Realität
niemals vollständig, sondern immer nur in Ausschnitten wahrnehmen: Ich sehe
weder Infrarot, noch Ultraviolett. Ich höre weder Infraschall noch Ultraschall,
ich sehe einen Gegenstand immer nur von einer Seite, ich habe ein
eingeschränktes Gesichtsfeld ...
[i]
ich glaube, wir sollten hier mal
darüber nachdenken, was "vollständig" heißen könnte. Vielleicht liegt da auch
der Hund begraben, was unser Mißverstehen angeht.
Wenn ich sage, meine
wahrgenommene Welt, also meine Erlebniswelt, ist vollständig identisch mit der
Realität, dann meine ich "vollständig" eher in einem qualitativen Sinne, nicht
in einem quantitativen.
Das heißt, natürlich sehe ich von meinem Schrank
vor mir nur die Vorderseite, niemals Vorder- und Rückseite gleichzeitig.
Wenn ich nun hinter den Schrank ging, sähe ich seine Rückseite, aber nicht mehr
die Vorderseite. In diesem Sinne ist meine Wahrnehmung niemals vollständig. Im
qualitativen Sinne ist sie aber doch vollständig, da ich gar nicht zwischen
subjektiver Wahrnehmung und einer objektiven Realität unterscheide. Wenn ich
also die Vorderseite sehe, ist diese Wahrnehmung bereits die Realität. Die
Rückseite existiert in diesem Moment nur als Vorstellung, nicht als objektive
Realität. Daß da immer eine Rückseite erscheint, wenn ich hinter den Schrank
gehe, ist eine Erfahrungstatsache, keine ontologische Tatsache. Sie ergibt sich
nicht aus einer objektiven Realität, sondern aus einer Kontinuität meiner
Erlebniswelt.
Was jetzt so kompliziert klingt, ist im Grunde ganz
einfach, weil es genau das ist, wie wir die Welt erleben. Ich versuche hier
etwas zu erklären, was eigentlich gar nicht erklärt werden müßte, weil es
unserer unmittelbaren Wahrnehmung entspricht.
Realität ist für mich kein
konkretes Ding in Raum und Zeit, sondern etwas transzendentes, das zwar als Raum
und Zeit erscheint, selbst aber raum- und zeitlos ist.
Das heißt, deine
Wahrnehmungen sind ebenso Realität wie meine, auch wenn sie verschieden sein
sollten (was anzunehmen ist). Bleibt die Frage, was nun diese unterschiedlichen
Wahrnehmungen verursacht. Berkeley meinte Gott "spielt" sie uns ein. Das ist
natürlich auch nur eine Annahme. Meine Logik sagt mir, daß meine wahrgenommenen
Dinge keinesfalls von objektiven Dingen verursacht werden können. Erstens nehme
ich die eh nie wahr, sie bleiben also reine Annahme, und zweitens bezieht sich
alles, was ich über "Dinge" und "Eigenschaften" weiß, ausschließlich auf meine
eigenen Wahrnehmungen, also auf Vorgänge im Bewußtsein. Aber diese Logik kann
nur falsche Annahmen zerstreuen, nicht aber erklären, woher meine Wahrnehmungen
kommen. Aber eins weiß ich: Bewußtsein, Ich, und wahrgenommene Welt erscheinen
immer gemeinsam und verschwinden gemeinsam, das ist unmittelbares Erleben.
Wenn ich nun alles darüberhinausgehende Spekulieren weglasse, entsteht von
selbst eine Identität zwischen diesen vermeintlichen Dreien. Das muß ich weder
glauben noch erklären.
[/i]
Daß ich die Welt niemals erlebe, ist
falsch. Ich erlebe sie niemals vollständig und niemals unverzerrt.Ich muß an die
reale Welt nicht glauben, ich nehme sie wahr.
[i]
unter
Berücksichtigung des oben Gesagten stimme ich dir zu.
[/i]
Du mußt
schon an die "Nicht-Existenz" der realen Welt glauben, denn Du verhältst Dich
so, als wäre die Welt real. In Deiner Philosophie existiert nur das hier und
jetzt. Im Alltag beugst Du Dich aber den Fakten und berücksichtigst zeitliche
Zusammenhänge: Du weißt, daß, wenn Du morgen nicht Einkaufen gehst, Dein
Kühlschrank am Wochenende leer sein wird. Und das, obwohl Du "erkannt" hast, daß
Zeit und Kausalität nur Illusion sind.
[i]
Natürlich ist meine
wahrgenommene Welt real! Ich muß weder an die Existenz einer dahinter
verborgenen objektiven Welt glauben, noch an deren Nicht-Existenz. Du
mißverstehst das mit dem hier und jetzt immer noch, weil du versuchst, hier und
jetzt als konkrete Punkte in Raum und Zeit zu begreifen.
Wenn du sie suchst,
wirst du sie aber nicht finden. Kein hier und kein jetzt ist als konkreter Punkt
zu fassen. Wie ich schon sagte: nur weil hier und jetzt nirgends und nie sind,
können sie scheinbar überall und immer sein.
Natürlich sorge ich wie von
dir empfohlen für meinen Kühlschrank. Aber mein Kühlschrank ist hier und jetzt,
mein Gedanke an morgen und das Wochenende ist hier und jetzt, und wenn morgen
und das Wochenende "da" sind, sind sie hier und jetzt da. Für mich sind
zeitliche Berechnungen und Abstände keine Illusion, ich muß wie jeder damit
rechnen. Aber ich sehe ganz klar, daß auch der größte Zeitabstand nur hier und
jetzt ist. Wo sind die Jahre deines Lebens? Hier und jetzt, nirgendwo anders,
und du hast sie immer nur als hier und jetzt erlebt. Das sind die Fakten, eine
Vergangenheit außerhalb der Gegenwart ist dagegen Illusion. Zeit ist natürlich
real, aber sie aus dem hier und jetzt herauszuprojizieren, ist Illusion. Und
Kausalität ist auch keine Illusion, sondern eine selektive Interpretation der
Wahrnehmungen. Als solche sinnvoll, aber sie für eine objektive Tatsache zu
halten, ist Illusion.
[/i]
Die Vorstellung, daß Wahrnehmung keine
Wahrnehmung ist, sondern nur die Illusion von Wahrnehmung, ist dagegen
ausgesprochen bizarr.
[i]
Stimmt, aber ich weiß nicht, wo du das
herausgelesen hast. Das habe ich so nicht gesagt und auch nicht gemeint.
WuWei
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von Joy am 03.
Feb. 2006, 19:10 Uhr
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on 02/03/06 um 15:19:36, Existenziell wrote:Also ist es auch dein Weltbild.
q.e.d.
Die verbale Aussage "Ich bin" steht als Sprachsymbol, als
Metapher für "hier und jetzt zu sein". Wenn Du "Ich bin" als ein "Weltbild"
betrachtest, dann kannst Du es freilich gern so nennen. Ich verwende Sprache und
Worte aber in dem Bedeutungssinn, in welchem ein jedes handelsübliches
Wörterbuch sie definiert. Schlag mal selbst in einem Wörterbuch nach und schaue
was da unter "Weltbild" geschrieben steht. :-)
on 02/03/06 um
13:17:37, Existenziell wrote:Abgesehen davon läßt sich auch das "Etwas ist"
widerlegen.
Auf diese Behauptung hin schrieb ich als Antwort (es
sei denn, Du gibst auch dem Begriff "Behauptung" eine neue Bedeutung, vielleicht
das, worunter andere eine "Frage" verstehen?):
on 02/03/06 um
13:51:18, Joy wrote:Na dann widerlege mal, dass Du bist. Auf diese Widerlegung
bin ich gespannt! [grin]
Ich ging davon aus, dass Dir die
Begriffs-Verwandschaft von "ist" und "bist" geläufig ist. Sorry, das Verstehen
solcher Einfachheiten frage ich zuvor in einem Forum nicht nach, sondern setze
es einfach voraus.
Dann Du darauf:
on 02/03/06 um 15:19:36,
Existenziell wrote:Argumentationstheorie: Note 6, setzen.
DU behauptest hier,
ergo wirst du mir etwas widerlegen, so läuft das!
Zum ersten:
Ich schreibe hier nicht über Theorien, sondern über das was faktisch ist. Ist
Dir der Unterschied zwischen einer Theorie und einem Faktum bekannt? Wenn nicht,
einfach in einem Wörterbuch nachschauen, da findest Du ihn erklärt.
Zum
zweiten: Wer behauptet, muß nicht wiederlegen, sondern ist am Zug, seine
Behauptung auch zu belegen. Wer von uns beiden behauptete aber nun: "Abgesehen
davon läßt sich auch das "Etwas ist" widerlegen." Ich oder Du?
Gehst Du
noch zur Schule? Hier schreiben ja auch gelegentlich Schüler, deswegen frage ich
nur nach? Zumal gleich der nächste simple Fauxpas von Dir folgt:
on
02/03/06 um 15:19:36, Existenziell wrote:Meine Widerlegung benötigt einen Satz:
Ein allmächtiges Wesen könnte existieren, was meine Gedanken beherbergt, denkt.
Es "könnte" auch sein, dass Deine Mutter keine Frau sondern ein
Mann ist, oder? Mit "könnte" läßt sich gar nichts widerlegen, bestenfalls
infrage stellen! Wenn Du nicht weißt, schau mal wieder ins Wörterbuch, da ist
auch die Bedeutung von "könnte" erklärt, es weißt auf "Möglichkeiten" hin...
Vielleicht ist es nur "möglich", dass Du Wortbedeutungen gar nicht kennst und
somit auch nicht das kennst, wofür sie immer nur symbolisch, also metaphorisch
stehen?
on 02/03/06 um 15:19:36, Existenziell wrote:Damit wäre dein
‘Ich bin’ widerlegt.
Aha! Mit Deinem "könnte" hast Du
widerlegt!? Nichts gegen Comedy, Sportsfreund, ich bin ein ausgesprochener
Freund davon. Das hier ist aber kein "Comedy-Forum", sondern ein
"Philosophie-Forum". Willst Du wissen, wofür "Philosophie" als Sprachmetapher
verweist, Du weißt ja nun schon: Schau ins Wörterbuch... Philosophie hat weder
was mit "könnte" noch etwas mit "Theorie" zu tun... ;-)
on 02/03/06
um 13:51:18, Joy wrote:Nirgendwo behaupte ich, dass ein "Ich" existiert.
Darauf schreibst Du:
on 02/03/06 um 15:19:36,
Existenziell wrote:Sprachtheorie: Note 6, setzen.
„Ich bin“ ... stammt
das von dir? Aha.
Und wie lautet das erste Wort? ‘Ich’ vielleicht? Aha.
Bist Du auch wieder so ein "klassischer Theorie-Fetischist"?
Vielleicht bist Du ja auch nur selbst eine Theorie? [grin] Mann oh Mann, wieder
einer von denen, die den Unterschied zwischen einer Theorie und dem was-ist
(genannt "Wirklichkeit") nicht kennen und sich in Theorien festgebissen haben...
Dein zensieren läßt vermuten, dass Du grad Dein Halbjahreszeugniss erhalten hast
und vielleicht nur diese von Dir hier verteilten Zensuren selbst kennst? Leg's
Muttern vor, sie wird's schon unterschreiben, Mütter sind da mit ihren
Sprösslingen nicht so streng und haben Verständnis für ihre Kids... ;-)
Ja, ja! Die Sprachmetapher "Ich bin" erwähnte "ich". Wenn Du "Ich bin" liest und
bei Dir im Kopf daraus ein "Ich existiere" wird, ist das wieder das schon
besprochene Sprachverständnis-Problem, auf das ich bereits mehrfach bei Dir hier
hinwies... ;-)
on 02/03/06 um 15:19:36, Existenziell wrote:Wenn du
etwas anderes meinst, dann benutze andere Begriffe. Das lernt man in der 1.
Klasse.
Soll ich die Benutzung von Sprachbegriffen etwa auf Dein
Verständnis-Niveau stutzen? Aber nicht nur Du liest doch hier, sondern auch
einige andere, denen die Begriffsbedeutung entsprechend eines Wörterbuches
vielleicht doch bekannt sind. Aber Du wirst sicher auch einige hier finden,
denen gehts dabei wie Dir. Nur nicht den Mut verlieren, irgendwann wird die
"Sicht" klar sein, alles eine Frage der nicht existierenden Zeit... ;-)
Noch einmal antworte ich aber auf einen solchen Ulk nicht. Da gehe ich dann doch
lieber auf einen Schulhof und amüsiere mich dort wirklich mit den Kids am
Klettergerüst oder auf der Schaukel... ;-)
Gruß
Joy
Ach Du
Schande, geht ja noch weiter mit der Wirrnis. [hairstand]
on 02/03/06
um 15:19:36, Existenziell wrote:Alles falsch!
Du hast die Logik nicht
verstanden!
Nun, Du hast sie offenbar nicht nur nicht
verstanden, sondern hast dazu auch keine Kenntnis, wozu Logik eigentlich dient.
Wir betreiben hier, so sollte man wenigstens bei dem Forumsnamen annehmen,
"Philosophie" und nicht "Philologie". Aber mit dieser Unkenntnis, dass Du nicht
zwischen "Sophie" und "Logie" zu unterscheiden weißt, bist Du nicht allein.
Damit hatte schon Mister Aristoteles ein Problem...
on 02/03/06 um
15:19:36, Existenziell wrote:Und wie du OHNE Logik etwas erfassen+verstehen
willst, mußt du mir noch erklären. DAS ist unmöglich.
Dein
"unmöglich" diktiert Dir hier wieder Dein dogmatischer Glaube an Theorien,
vornehmlich wohl an solch theoretischen Unsinn wie die "wissenschaftliche
Erkenntnistheorie", wo Logiker sich natürlich logisch denken wie die Welt
logischerweise entstanden ist und "sein" nach logischen Kriterien ermessen
wollen... Das gleicht nämlich nichts anderem, als mit einem Sieb Wasser zu
schöpfen, weswegen die Logiker eben auch nur zu Theorien gelangen und nicht zur
lebendigen Erkenntnis. Den Bedeutungsunterschied zwischen Theorie und Erkenntnis
kannst Du wieder im Wörterbuch nachschlagen. ;-)
on 02/03/06 um
15:19:36, Existenziell wrote:Im Übrigen kannst du dein Weltbild OHNE Logik weder
aufbauen, noch verstehen, noch begründen.
Welches "Weltbild"?
Das "Weltbild" Ich bin? Behauptet das wieder Deine kluge Theorie, die Du gelehrt
bekommen und brav gelernt hast? Und Du glaubst den ganzen theoretischen Kram für
wahr? Na dann Gute Nacht... :-)
on 02/03/06 um 15:19:36, Existenziell
wrote:Und freilich braucht es kein Ich, um logisch zu arbeiten.
Genau! Ein Sack Kartoffeln oder ein Heuschreckenschwarm arbeiten
bestimmt/vielleicht(?) auch logisch. Vielleicht tauschst Du Dich mit diesem
sogar logisch aus und hast von daher Deine Top-Infos? Man kann ja nie wissen...
;-)
Wenn Du ein "Komisches Forum" suchst, schreib's, ich nenne Dir gern
ein anderes, wenn es Dir hier nicht komisch genug ist... [cheesy]
Bye bye
Joy
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von WuWei am
03. Feb. 2006, 19:15 Uhr
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Hallo Existenziell,
[/i]
Meine Widerlegung benötigt einen Satz: Ein
allmächtiges Wesen könnte existieren, was meine Gedanken beherbergt, denkt.
Damit wäre dein ‘Ich bin’ widerlegt.
[i]
Wenn ein "allmächtiges
Wesen" deine Gedanken denken würde, dann wärest du doch selbst dieses Wesen!
Oder mit wem spreche ich hier [cheesy]
WuWei
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von Joy am 03.
Feb. 2006, 19:31 Uhr
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on 02/03/06 um 19:15:44, WuWei wrote:Hallo Existenziell,
[/i]
Meine Widerlegung benötigt einen Satz: Ein allmächtiges Wesen könnte existieren,
was meine Gedanken beherbergt, denkt.
Damit wäre dein ‘Ich bin’
widerlegt.
[i]
Wenn ein "allmächtiges Wesen" deine Gedanken denken
würde, dann wärest du doch selbst dieses Wesen! Oder mit wem spreche ich hier
[cheesy]
Mensch, WuWei! Verstöre den Knaben nicht total!
[grin] [grin] [grin]
Bei "klarer Sicht" erkennt "Ich bin" doch ohnehin
seine Göttlichkeit und Unsterblichkeit! Die "Normalen" sind aber fest davon
überzeugt, dass sie geboren wurden und eines Tagen sterben müssen. Sie halten
diesen "Glauben" auch noch für die Wirklichkeit selbst, obwohl sie weder eine
bewusste Erinnerung an ihre vermeintliche Geburt noch ein Erleben dessen kennen,
was die "Normalen" als Tod bezeichnen. Und sie halten diesen Glauben auch noch
für "gesichertes Wissen"!
Ich kugel mich grad wieder rund vor lauter
Lachen. Ist schon ein lustiger Verein hier! Die können ihre auswendig gelernten
Theorien alle schön brav aufsagen, aber erkennen noch nicht einmal den
Unterschied zwischen Theorie und Wirklichkeit, zwischen dem was-ist und dem was
sie nur glauben, dass es ist... [grin] [grin] [grin]
Gruß
Joy
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von
henrywilhelm am 03. Feb. 2006, 20:27 Uhr
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Guten Abend!
Wäre es möglich, dass jemand, der joys Position vetritt, die
Frage beantwortet, ob er eine der folgenden Sätze für wahr hält?:
a) Es
gibt nur einen Geist. Das ist mein (joys) Geist.
b) Es gibt mehrere
Geister. Z.B. joys, wuweis, eberhards u.s.w.
c) Es gibt nur einen Geist,
das ist nicht mein (joys) Geist.
Danke im Voraus.
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von Joy am 03.
Feb. 2006, 20:34 Uhr
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on 02/03/06 um 17:23:39, Eberhard wrote:Nicht akzeptiert hast Du meine
Aussage, dass sich meine Mutter nicht in meinem Geist befindet.
Stattdessen hast Du von einem „wahrnehmenden Bewusstsein“ ohne Bezug auf ein
wahrnehmendes bewusstes Subjekt gesprochen und hast nicht von „meinem Geist“
gesprochen sondern von „Geist“ ohne weiteren Bezug auf irgendein Wesen: Die Welt
ist im Geist bzw. ist mit dem Geist eins, waren Deine Worte...
Ich kann
mit einem Bewusstsein oder Geist ohne zugehöriges bewusstes und vernünftiges
Subjekt leider nichts anfangen. Mein Argumentation bezieht sich nur darauf, dass
es gute Gründe für die Annahme gibt, dass etwas da ist, unabhängig von meinem
bzw. aller Menschen Bewusstsein.
Na, mein lieber Eberhard,
was unterscheidet denn zwischen Subjekt und Objekt? Sein oder Denken? Um denken
zu können, um wahrnehmen zu können, mußt Du sein. Aber um zu sein, brauchst Du
(Dir) noch nicht einmal einen Körper (zu "träumen").
Du schreibst: "Mein
Argumentation bezieht sich nur darauf, dass es gute Gründe für die Annahme gibt,
dass etwas da ist, unabhängig von meinem bzw. aller Menschen Bewusstsein." Und
wo sind diese Gründe? Na wo schon? Doch wieder nur in Dir (= wahrnehmendes
Bewusstsein, Geist) und wieder nur hier und jetzt (Täglich grüßt das Murmeltier
;-)).
on 02/03/06 um 17:23:39, Eberhard wrote:Dagegen sehe ich bisher
kein schlüssiges Argument - und auf diese kommt es bei allem rhetorischen
Gedröhn und schulmeisterlichem Gehabe allein an.
Du willst
Argumente? Das ist als hättest Du Hunger und wolltest die Worte der Speisekarte
essen. :-)
WOFÜR DENN??? Du erlebst es doch real jeden Moment so, wie ich
es hier schreib, Dein Erleben ist das Argument selbst! Mach einfach mal die
wirklichen Augen auf. Wenn Du wirklich siehst was-ist, dann erkennst Du es auch.
Mit Nachdenken kannst Du es nicht erkennen, niemand kann es mit Denken erkennen!
Erkennen ist kein Denken, hat mit Denken gar nichts zu tun! Eigentlich mußt Du
Dich sogar nur erinnern, denn alles ist schon in Dir (= Bewusstsein, Geist).
Schau auf Dein Erleben! Hier und Jetzt! Denn nur da ist es und kann es sein. Und
erkenne dabei was-wirklich-ist und unterscheide es von dem, was Du nur glaubst,
Du Dir nur vorstellst.
Ich weiß, die Trance, in der Du Dich befindest
ist tief. Sie ist so sehr tief, dass Du sie gar bestreitest und Dich im
Bestreiten auf "gute Gründe" berufst, die Dir Deine raumzeitliche dualistische
Logik (= nichts anderes als Gedankenverknüpfung) diktiert und Dich so
konditioniert hat, dass die Logik, das logische Denken sozusagen der Herr im
Hause ist. Wasser ist naß, wenn Du aber glaubst dass es trocken sei, dann wird
es für Dich trocken sein (Hypnose demonstriert das wunderbar, wie durch einfache
Suggestionen die Wahrnehmungsinformation beeinflusst und verändert werden). Der
Glaube ist eine große Macht, eine Mächtigkeit, und nur Glaube hält Dich
gefangen.
Also, schaue einfach aufmerksam Dein Erleben an, jeden Moment
hier und jetzt und die Wirklichkeit wird sich Dir offenbaren, denn nur Dein
Glaube verbirgt sie. Das machen manche 30 Jahre und länger, täglich stundenlange
Meditation, und kommen doch dabei nicht aus ihrem zwanghaften Denken heraus...
Lasse jeden gelebten Moment Meditation sein. Alles geschieht von ganz allein, Du
bist nur ein stiller Zeuge, der alles Geschehen bezeugt.
Und ich
versichere Dir, es läßt sich erkennen! Aber nicht morgen oder in Jahren, sondern
nur hier und jetzt, weil was anderes real nicht ist, nie war und nie sein wird.
Schau, WuWei schreibt's zwar in anderen Worten, aber auch er schreibt genau
davon:
on 02/03/06 um 18:43:02, WuWei wrote:Was jetzt so kompliziert
klingt, ist im Grunde ganz einfach, weil es genau das ist, wie wir die Welt
erleben. Ich versuche hier etwas zu erklären, was eigentlich gar nicht erklärt
werden müßte, weil es unserer unmittelbaren Wahrnehmung entspricht.
Wu Wei fordert Dich im Grunde nur dazu auf, Deinen Glauben fallen zu lassen,
mehr nicht!
on 02/03/06 um 17:23:39, Eberhard wrote:
Was es mit
dem subjektlosen Bewusstsein oder Geist auf sich hat, mein lieber Joy, sollten
wir anschließend diskutieren, meint Eberhard
Der Geist ist nicht
nur subjektlos, er ist ebenso auch objektlos. Subjekt und Objekt sind nur
unterscheidende Gedanken und Sprach-Begriffe für eine ganzheitliche raumzeitlose
unendliche Wirklichkeit. Nicht die Wirklichkeit ist getrennt. Das dualistische
Denken ur-teilt die Wirklichkeit und der Glaube an die intellektuellen
Vorstellungs-Konzepte trägt diese Trennung erst in sie hinein. Alle
unter-scheidenden Sprachbegriffe beziehen sich auf diese eine ganzheitliche
Wirklichkeit, die hier und jetzt ist und die Du selbst bist...
Gruß
Joy
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von Joy am 03.
Feb. 2006, 20:49 Uhr
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on 02/03/06 um 20:27:17, henrywilhelm wrote:Guten Abend!
Wäre es
möglich, dass jemand, der joys Position vetritt, die Frage beantwortet, ob er
eine der folgenden Sätze für wahr hält?:
a) Es gibt nur einen Geist. Das
ist mein (joys) Geist.
b) Es gibt mehrere Geister. Z.B. joys, wuweis,
eberhards u.s.w.
c) Es gibt nur einen Geist, das ist nicht mein (joys)
Geist.
Danke im Voraus.
Bei dieser vorgegebenen Auswahl
werden meine Aussagen nur dann verstanden und der Sinn erschließt sich auch nur
dann, wenn C gilt.
Es gibt einfach niemanden, der Geist haben könnte. Er
müßte ja dann jenseits des Geistes sein. Und Geist selbst, quasi als "Ding an
sich", besteht aus rein gar nichts, ist weder nach raumzeitlichen Maßstäben
messbar noch qualitativ definierbar. Aber der Geist kann sich selbst in eine
Gedankenform bringen, in eine Information. Alle vom Geist wahrgenommenen
"In-Form-at-ionen" bestehen daher nur aus Geist, der sich durch sein
qualitatives beurteilen und quantitatives bemaßen in eine "von IHM selbst
bestimmte" Form bringt.
Gruß
Joy
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von Eberhard am
03. Feb. 2006, 21:05 Uhr
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Hallo WuWei,
ich habe das Gefühl, dass wir recht nahe am Kern unserer
Kontroverse sind. Machen wir also ruhig und besonnen weiter wie bisher. Dass man
verschiedene Ansichten hat, schließt einen freundlichen Umgang miteinander nicht
aus.
Fangen wir mit dem letzten an. Joy schrieb: “Nach dem Selbsterkennen
kannst Du diesen "Wegweiser" freilich vergessen …. Du hast Dich dann nämlich
selbst erkannt, Deine eigene wahre Identität, Deine Göttlichkeit und
Unsterblichkeit.“ Habe ich ihn missverstanden?
Aber zur Sache: Du
schreibst: Aber warum solltest du dir überhaupt eine Vorstellung von der
wirklichen Welt machen? Sie ist dir doch hier und jetzt gegeben, warum noch
etwas davor-stellen?
Meine Antwort darauf lautet zugespitzt: Ich muss
eine Vorstellung von der wirklichen Welt haben, um gezielt handeln zu können und
die Zukunft zu gestalten.
Lass mich das näher begründen.
Ich bin
ein wollendes Wesen, habe Vorlieben und Abneigungen und verfolge Ziele.
Durch
geeignetes Handeln kann ich beeinflussen, was ich zukünftig erleben und
wahrnehmen werde. Zum Beispiel kann ich durch das Konservieren von
Nahrungsmitteln vermeiden, dass ich im nächsten Winter verhungere. Dazu benötige
ich Kenntnisse von der Art: „Wenn ich dies Stück Fleisch in Salz lagere, dann
ist es nach 5 Monaten noch genießbar und nicht verfault.“
Diese
Kenntnisse kann mir der Strom meines Bewusstseins als solcher nicht geben. Eine
Reihe von intellektuellen Leistungen ist dazu erforderlich:
1. Ich muss
zwischen den verschiedenen Arten von Bewusstseinsinhalten unterscheiden lernen
(Ist das jetzt geträumt oder wahrgenommen? etc.)
2. Ich muss mit sich selbst
identische Objekte identifizieren und mit einem Namen versehen: Diese
Konstellation aus Linien und Farben ist ‚mein Ball’. Es ist derselbe Ball,
obwohl er mal ganz klein und mal ganz groß erscheint, mal strahlend farbig und
mal dunkel, mal warm und mal kalt ist.
3. Ich muss Klassen von gleichartigen
Objekten bilden und benennen und gegen andere Objekte abgrenzen. „Fleisch, das
in Salz gelagert worden ist, nenne ich Pökelfleisch.“
4. Ich muss Annahmen
über zukünftige Wahrnehmungen machen, die ich aus beobachteten Regelmäßigkeiten
und Wahrscheinlichkeiten ableite: „Pökelfleisch hat die Eigenschaft, dass es
mehr als 5 Monate genießbar bleibt.“
Meine These ist:
1. Ohne die
Erfindung von geeigneten Begriffen und Sätzen dieser Art kann ich nicht gezielt
handeln.
2. Derartige Sätze ergeben sich nicht von selbst aus dem Strom des
Bewusstseins.
Aus der Wahrnehmung allein ergibt sich nicht das
begriffliche Raster zur Erfassung und Beschreibung dieser Wahrnehmungen, denn
das begriffliche Raster (etwa wie viele Arten von Schnee eine Sprache
unterscheidet) hängt von der Lebenspraxis ab, in der diese Begriffe verwendet
werden.
Jeder Begriff abstrahiert in irgendeiner Weise von der
Mannigfaltigkeit der Wahrnehmungen.
Keine Katze gleicht in der Wahrnehmung
der anderen Katze.
Allgemein formulierte empirische Regelmäßigkeiten
(Wenn x, y, z, dann a) beziehen sich nicht nur auf die wahrgenommene Welt
sondern auch auf die zukünftige Welt.
Ich muss also über meine bloßen
Wahrnehmungen hinausgehen, muss sie begrifflich interpretieren, kann mich bei
dieser Interpretation auch irren.
Um abschließend ein konkretes Bespiel
zu geben. Ich habe den Begriff „Krähe“ gebildet, die ich in bestimmter Weise
definiere und deren regelmäßige Eigenschaften (Größe, Farbe des Gefieders, Art
der Laute, Verhalten gegenüber Menschen etc. ) ich erforscht habe.
Dazu
gehört der Satz: „Wenn ein Mensch sich einer sitzenden wilden Krähe auf weniger
als 10 Metern nähert, dann fliegt sie auf.“
Ich gehe auf die Wiese und
sehe auf einem Pfahl eine Krähe. Oder ist es keine Krähe, sondern ein Bussard?
Ich gehe näher heran und sehe den kräftigen geraden Schnabel. Also kann es kein
Bussard sein. Das glänzende schwarze Gefieder gehört eindeutig zu einer
Saatkrähe. Hm, aber ich gehe immer näher heran und der Vogel bleibt immer noch
sitzen. Ich bin jetzt ca. 8 Meter entfernt und der Vogel rührt sich nicht. Sind
Krähen doch weniger menschenscheu als ich bisher annahm? Aber ist das, was ich
da sehe, überhaupt eine Krähe? Dem Aussehen nach sicherlich. Seltsam. Sie sitzt
so still und wie unbeteiligt da. Ich komme noch näher: Und sehe genauer die
Augen des Vogels: Ja, das ist eine Krähe, aber eine ausgestopfte!! Da hat sich
jemand einen Scherz mit mir erlaubt.
Vor diesem Hintergrund wiederhole ich
jetzt noch einmal Deine Aussgen:
"Die reale Welt IST die wahrgenommene
Welt, denn keine andere könntest du je erleben, sie ist deine Realität.
Aber
warum solltest du dir überhaupt eine Vorstellung von der wirklichen Welt machen?
Sie ist dir doch hier und jetzt gegeben, warum noch etwas davor-stellen?"
Mein Einwand gegen Deine Auffassung lautet: Mit der bloßen Wahrnehmung ist
uns die wirkliche Welt noch nicht gegeben, insbesondere nicht die zukünftige
Welt.
Ich schätze Deine wohltuend unaufgeregte Art zu diskutieren und bin
schon gespannt auf Deine Erwiderung. Es grüßt Dich Eberhard.
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von philoschall
am 03. Feb. 2006, 21:24 Uhr
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Hallo WuWei,
du schreibst: "Warum Dualismus? Ausdehnung ist nicht
verschieden von Bewußtsein, ist nur ein Aspekt des Bewußtseins. Der Raum, den du
in einem Gedanken oder einem Traum wahrnimmst, ist doch auch nichts anderes als
der denkende bzw. träumende Geist, oder?"
Was sind denn
BewusstseinsINHALTE anderes als das Denken der mit Ausdehnung gegebenen,
entsprechend der gegebenen menschlich-körperlich Konstitution wahrgenommenen
DINGE? Die mit und in der Sinnenerfahrung gefundenen DenkINHALTE sind hier -in
der Grunderfahrung-, anderes nicht, als dass von und mit den Dingen gegebene
Fühlen, Wissen (Logik), Wollen somit unser materialistisches Bewusstsein, dass
in anschaulichen Begriffen zwecks Lebenspraxis ins Denken gekommen.
Warum
Dualismus? Auch deswegen, weil Begriffe favorisiert werden, die unanschaulich
sein sollen. Raum und Zeit sollen solche Begriffe sein. Da ihnen keine
DenkINHALTE zu kommen sollen, sollen die unanschaulichen Begriffe des Raumes und
der Zeit die objektive Bedingung für die mit Erfahrung gegebenen Anschauungen,
d.h. den DenkINHALTEN hergeben. Beispielsweise arbeitete Kant mit solcher
Begrifflichkeit a priori. Kant sowie auf diese a priori bezogene
Wissenschafttsheorie sichern sich damit, auf je spezifische Weise, ihren
jeweiligen Glauben. Kant ging es vorallem darum, den, durch seine Kritik der
Metaphysik gesicherten religösen Glauben kritisch, Logik verkehrende
Wissenschaftstheorie geht es vorallem darum, eine von Bewusstsein unabhängige
Wirklichkeit zu behaupten.
WuWei, folgende Frage: Ich lese in Deinen
Ausführungen immer Kritik an Eberhard seiner These. Nur vom Geist zu schreiben
und von hier aus die von Eberhard vertretende These zu kritisieren, es gebe die
von Bewusstsein unabhängig objektive Wirklichkeit, ist das nicht nur zu wenig,
sondern auch verkehrt?
Ich meine das ist verkehrt, weil nicht nur Geist
ist und die zu Recht zu kritisierenden Dualismusmen von Materie UND Geist sind,
sondern zugleich materiale BewusstseinsINHALTE sind. Weil DenkINHALTE sind, mit
denen sich nicht nur Lebenspraxis, sondern weil mit BewusstseinsINHALTEN auch
die, die Entfaltung der Lebenspraxis behindende logisch-verkehrte Denkweise
-eben mit den zu kritisierenden Dualismen-, sich manifestiert. Wird auf diesen
Denk-/BewusstseinsINHALTEN nicht kritisch Bezug genommen, und dieses vermisse
ich in Deinen Ausführungen zum Geist, wird dann nicht diese Deine Kritik
weiterhin völlig ins Leere, d.h. vorbei an Eberhards These gehen? Eberhard kann
hier zu Recht die Position einnehmen, dass nicht nur Deine bisherige Kritik an
seiner These Scheinkritik ist. Einfach deswegen, weil er auf den von Dir und von
Joy ausgegebenen Geist (in meinen Worten, dass DenkINHALTSLOSE Denken) -in dem
das Subjekt sowie Ausdehnung aufgehoben sein sollen???-, sich nicht bezieht,
kann er zu Recht schreiben, dass er "mit einem Bewusstsein oder Geist ohne
zugehöriges bewusstes und vernünftiges Subjekt leider nichts anfangen kann".
Soweit ich sehe, meint er anderes nicht zu kennen, als Subjektivität im Rahmen
seiner ausgegebenen objektiven Wirklichkeit.
Gruss
philoschall
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von delfi am
04. Feb. 2006, 03:14 Uhr
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hallo philoschall,
ich bin etwas enteuscht von deiner Agumentation, die dem
Geist gegenüber der materiellen Existenz eine "Priorität" einräumt.
Hier geht
es doch lediglich um den Standpunkt, gibt es eine materielle Existenz
(unabhängig von meinem oder deinem Geist) oder nicht.
Also irgendwelche
"Abstufungen" sind doch nur Verwischung dieser Frage und völlig irrelevant,
zumal von Eberhard ja keineswegs bestritten wird, das die Erkenntnisfähigkeit
des Menschen über diese materielle Existenz begrenzt ist. Immerhin weiss er aber
sehr sicher, dass seine Mutter in Hanover wohnt.
Es ist so wie mit der
Schwangerschaft, entwerder ja oder nein und nicht nur " ein kleines bischen"
schwanger.
Im übrigen werden hier immer wieder Begriffsumdeutungen
vorgenommen, in dem Sinneswahrnehmungen als Gedanken oder sogar als "doktrinäre"
Glaubensangelegenheit bezeichnet werden.
Salve
[skater]
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von
tingeltangelbob am 04. Feb. 2006, 04:42 Uhr
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hallo "delfi"..
Zitat "delfi" :"Die Erde war ja mal ohne Lebewesen, wer
hat sie dann erkennen können?
??????.., wer wohl.., der
"ERKENNENDE".....
..deine reaktion darauf lautete...
Zitat
"delfi":
...."du hast mir das mit dem "absurd" noch nicht begründet
jetzt
stell mir bitte noch den "ERKENNENDEN" vor,
ich kenne ihn leider nicht.
Und dann scheint es mir, dass du versuchst, die Zeit abzuschaffen,
ist das
so? gibt es keine Vergangenheit? gibt es keine Zukunft? dann könntest du
natürlich nicht antworten, denn das liegt ja in der Zukunft, gar nichts könntest
du ohne Zeit .."
hmm, naja... als "Erkennnenden" bezeichne ich
DENJENIGEN.., der per Sprach/Schriftgebrauch in der Lage ist , Aussagen über die
Welt zu treffen....", BEZEICHNEN/ BESCHREIBEN/ KONSTRUIEREN/ KOMMUNIZIEREN ...
..lieber delfi, würdest du unter "Alzheimer leiden " , würdest du jeden Tag
neue "Freunde"! kennen lernen, die Gegenwart bildet sich aus der Erinnerung...,
die Fähigkeit "zukünftig" zu denken ist ebenfalls eine "konstruktives
Hilfsmittel"......
Zu behaupten.., es gäbe eine ZEIT , die unabhängig vom
"phänomenkonstruierenden/sprachbildendem" Subjekt existent wäre, DAS ist
ABSURD.... . Desshalb bedingt "Erkanntes" das "Erkennende...
Wenn Du nicht
wärst....., anderewürden deine These bestätigen..und darin "rettest du Dich"
....
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von louisquinze
am 04. Feb. 2006, 09:49 Uhr
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@joy
In der Tat weiß man bei Ihnen nicht mehr was Sie überhaupt sagen
wollen! In #98 reden Sie am Ende etwas von Theorie und Glauben daran.
Aber das ist doch geschenkt, daß es keine letztbegründete Theorie geben kann,
daß, so gesehen alles auf Grundannahmen und somit auf Glauben beruht.
Daß
man sich in begrifflichen Strukturen verständigen kann nehmen Sie ja auch an.
Folglich gelten auch die von mir aufgewiesenen Rückschlüsse mit Hilfe
transzendentaler Argumente für Sie.
Oder, um wieder einmal mehr einem der
großen Philosophen, J.G.Fichte, das Wort zu geben:
"Welche Philosophie man
wähle, hängt davon ab was für ein Mensch man ist!"
Der Eine wählt halt eine
intelligentere der Andere eine weniger intelligente! Wieder ein Anderer wählt
gar eine idiotische Philosophie aus.
Dreimal dürfen Sie raten wozu nun
Ihre Philosophie zählt. :-)
salut
Lq
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von
henrywilhelm am 04. Feb. 2006, 09:54 Uhr
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Guten Morgen!
In dem Bemühen, joys Position aufzufassen, erhielt ich
gestern um 20.49 (vielen Dank) die Bestätigung:
Es gibt nur e i n e n
Geist.
Joy fügte u.a. hinzu:
Es gibt niemanden, der Geist haben
könnte.
Unter Berücksichtigung anderer Äußerungen verstehe ich das so:
Was in dieser Diskussion als Gedanken joys, Gedanken wuweis, Gedanken
Existenziells, Gedanken Xenons, Gedanken eberhards u.s.w. e r s c h e i n t,
sind nicht die Gedanken
m e h r e r e r Geister, sondern die Gedanken des e
i n e n Geistes?
Ist das richtig verstanden?
Danke für die Antwort
im Voraus!
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von philoschall
am 04. Feb. 2006, 10:08 Uhr
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Hallo delfi,
ich bin völlig einverstanden: irgendwelche "Abstufungen"
sind hinsichtlich der von Eberhard angeführten These nicht nur nicht relevant,
sondern hinderlich. Derlei Abstufungen sind von mir auch nicht angeführt worden.
Im Gegenteil. Ich verwies auf BewusstseinsINHALTE, die in und mit der Erfahrung
von Dingen/Objekten gegeben sind, dass diese Gegenstand von Logik sind.
Dass Du Bedenken äusserst, sehe ich in dem Zusammenhang was hier von mir von den
BewusstseinsINHALTEN gesagt wird: dass diese mit und in der Erfahrung von
Dingen/Objekten gegebende sind und zwar Relative sind und somit nicht ist:
Dinge-an-sich. Mit dieser Relativität ist gegeben, dass beispielsweise die
wissenschaftstheoretische Annahme, Dinge, d.h. Wirklichkeit ist objektiv
unabhängig von Bewusstsein -welche Annahme erkenntnistheoretisch auf die von
Kant gelehrten a priori Raum und Zeit rekurieren kann- verkehrt ist. Daraus
folgt: Denken, nicht Dingen kommt das Primat zu. Damit erweisst sich die Annahme
objektiver Wirklichkeit der Dinge, die unabhängig von BewusstseinsINHALTEN sein
soll, als der Lebenspraxis entgegenstehend. DINGEN kommt keine von
BewusstseinsINHALTEN unabhängige Wirklichkeit zu: DINGE und BewusstseinsINHALTE
fallen zusammen. "an sich" ist ein Konstrukt des die Wirklichkeit verkehrenden
Denken, mit dem die Entfaltung der Lebenspraxis BEhindert wird, dass Sich-Finden
im Absoluten VERhindert ist. Dass DINGE und DenkINHALTE zwecks Lebensfürsorge
getrennt und unterschieden werden UND analogisch, z.B. dualistisch getrennt und
unterschieden wurden und werden (mit welcher verkehrten Trennung die Entfaltung
der Lebenspraxis behindernd wird) bedarf systematischer Untersuchung. Um das
zuzeigen, muss zunächst der Verstand, muss zunächst Logik (nicht Geist) die
BewusstseinsINHALTE, die mit der Wahrnehmung der in der Sinnenerfahrung
gefundenen Ausdehnung der Dinge identisch sind, untersuchen ... Da ist nichts
mit Geist und Abstufungen. Von welchen Abstufungen und wohl in diesem
Zusammenhang von doktrinären Glaubensangelegenheiten schreibst Du denn? Bringst
Du hier nicht entscheidenes (BewusstseinsINHALTE sowie Geist - die für Dich
identisch sind?) durcheinander? (Geist annehmen, um daraus beispielsweise
Abgeleitetes aufzuweisen, d.h. Abstufungen als Erkenntnisgewinn der Lebenspraxis
auszugeben, diesbezügliche Erkenntnistheorie beruht nicht auf Logik, sondern auf
Verkehrung von nicht von Logik erfasster Sinnenerfahrung sowie auf Verkehrung
anschaulicher Begrifflichkeit in unanschauliche Begriffe - diese Abstufungen ...
sind des Aberglaubes, diese stehen der Entfaltung der Lebenspraxis entgegen)
Ich führte an, dass Geist, dass Absolutes ist und dass diesem keine, dass
ausschliesslich dem Denken der Ausdehnung BewusstseinsINHALTE zu kommen.
Bezüglich Geist annehmen, dass ihm Etwas von BewusstseinsINHALTEN, z.B. Wille,
zu kommen soll, der religiös glaubend angenommen werden könnte, wird damit
ausdrücklich abgewiesen und als Manifestation der die Logik verkehrenden
Denkweise aufgezeigt. Was nützt die Logik wenn diese sich nicht gegen die in der
Lebenspraxis sich äussernden Manifestationen der abergläubige Denkweise,
philosophische Gelehrsamkeit, Metaphysik, Religion, Esoterik sowie gegen
wissenschaftstheoretische a priori Konstruktionen u.ä. als heilsam erweisst?
Gruss
philoschall
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von Eberhard am
04. Feb. 2006, 11:04 Uhr
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Hallo Joy,
Deine Beiträge wurden zuletzt immer zahlreicher, immer länger
und immer schriller. Dass sie auch überzeugender wurden, konnte ich nicht
feststellen.
Der Grund liegt m.E. darin, dass Du zunehmend auf Argumente
verzichtest. Wenn es um eine Behauptung geht, so kann man eine Behauptung
dadurch angreifen, indem man zeigt,
- dass sie in ihrer Bedeutung nicht
klar und eindeutig ist, sodass offen ist, was denn überhaupt behauptet wird,
- dass für sie keine Begründung gegeben wurde,
- dass die Argumente, die als
Begründung für diese Behauptung gegeben wurden, in sich nicht schlüssig sind,
- dass die Prämissen, von denen die Begründung ausgeht, nicht allgemein (bzw.
für den Diskussionspartner nicht) akzeptabel sind,
- dass sich aus der
Behauptung Aussagen logisch ableiten lassen, die nicht allgemein akzeptabel
sind,
- dass die Behauptung unvereinbar ist mit anderen Aussagen, die
allgemein akzeptiert werden,
- dass die Verneinung der Aussage vereinbar ist
mit allgemein akzeptierten Aussagen
Wie Du vielleicht bemerkt hast,
findet Argumentation immer in Form von Sätzen statt. Erfahrungen als solche oder
der Hinweis darauf (Tue dieses und jenes, dann wirst Du merken, dass die
Behauptung stimmt) sind keine Argumente. Um ein Argument würde es sich erst dann
handeln, wenn die in Aussicht gestellte Erfahrung durch eine Aussage ausgedrückt
wird, die dann durch die Erfahrung eventuell gestützt werden kann. (Ich habe mit
eigenen Augen gesehen, dass x). Ich bezweifle jedoch, dass es sich bei der
Aussage, dass die ausschließlich hier und jetzt erlebte, erfahrene und erkannte
Welt der erkennende Geist selbst ist, um ein problemlos zu beobachtendes Faktum
handelt.
Wie Du vielleicht weiter gemerkt hast, gelten die logischen
Regeln, vor allem das Gebot der Widerspruchsfreiheit, nicht nur in bestimmten
Bereichen und in anderen Bereichen nicht. Ohne das Gebot der
Widerspruchsfreiheit gibt es keine Antwort auf die Fragen, um die wir uns
bemühen. Wer auf die Frage „Ist es schon 12 Uhr?“ die Antwort erhält: „Es ist
noch vor 12 und es ist schon nach 12“ hat gar keine Antwort erhalten.
In
ähnlicher Weise kann man die wissenschaftliche Methodik nicht nur dann
gebrauchen, wenn es einem passt. Man kann nicht in dem einen Beitrag schreiben:
„Komm mir nicht mit wissenschaftlichen Theorien ..“ und in dem andern Beitrag
sich auf angebliche Ergebnisse der Quantenmechanik berufen.
Da sich
Erkenntnis als Beantwortung von Fragen immer in Antworten ausdrücken muss, also
in Wörtern und Sätzen, kann man nicht einerseits jegliche
„theoretisch-gedankliche Konstruktion“ als irrelevant beiseite schieben,
andererseits aber selber mit hochgradig abgehobenen und erfahrungsfernen
Grundaussagen hantieren wie „Die erlebte Wirklichkeit ist eine rein geistige
Wirklichkeit und ihrem Wesen nach nondual; die scheinbare Dualität
(Subjekt/Objekt) wird allein durch das konzeptionelle objektivierende Denken auf
die nonduale geistige Wirklichkeit projiziert.“
Abschließend stelle ich
fest, dass es offenbar keine Einwände gegen meine Begründung der These gibt,
dass es etwas gibt, was vom menschlichen Bewusstsein unabhängig ist.
Damit können wir uns der These zuwenden, dass alles Bewusstsein bzw. Geist ist.
Hals und Beinbruch beim Skifahren wünscht allen – auch den Nur-Lesern -
Eberhard.
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von
Existenziell am 04. Feb. 2006, 12:16 Uhr
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@Eberhard
„Abschließend stelle ich fest, dass es offenbar keine Einwände
gegen meine Begründung der These gibt, dass es etwas gibt, was vom menschlichen
Bewusstsein unabhängig ist.
Damit können wir uns der These zuwenden,
dass alles Bewusstsein bzw. Geist ist.“
Hi!
Wie lautet
denn deine Begründung bzw wo steht sie?
Vor allem frage ich mich, wie
du die Existenz eines menschlichen Bewusstseins beweisen willst. Da das
unmöglich ist, fällt deine These, daß es etwas gibt, was vom menschlichen
Bewusstsein unabhängig ist.
Siehste, das geht auch ohne seitenlanges
Gelaber. ;-)
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von hhmoeller
am 04. Feb. 2006, 13:32 Uhr
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on 02/04/06 um 12:16:29, Existenziell wrote:Vor allem frage ich mich, wie du
die Existenz eines menschlichen Bewusstseins beweisen willst. Da das unmöglich
ist, fällt deine These, daß es etwas gibt, was vom menschlichen Bewusstsein
unabhängig ist.
Die Argumentation ist nicht schlüssig:
Wenn
etwas vom menschlichen Bewußtsein unabhängig ist, dann ist es auch von der
Existenz des menschlichen Bewußtseins unabhängig.
Um seinen Standpunkt
aufrechtzuerhalten, muß Eberhard die Existenz eines menschlichen Bewusstseins
weder beweisen noch widerlegen.
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von WuWei am
04. Feb. 2006, 13:58 Uhr
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Hallo henrywilhelm,
[/i]
In dem Bemühen, joys Position aufzufassen,
erhielt ich gestern um 20.49 (vielen Dank) die Bestätigung:
Es gibt nur e
i n e n Geist.
Joy fügte u.a. hinzu:
Es gibt niemanden, der Geist
haben könnte.
Unter Berücksichtigung anderer Äußerungen verstehe ich das
so:
Was in dieser Diskussion als Gedanken joys, Gedanken wuweis, Gedanken
Existenziells, Gedanken Xenons, Gedanken eberhards u.s.w. e r s c h e i n t,
sind nicht die Gedanken
m e h r e r e r Geister, sondern die Gedanken des e
i n e n Geistes?
Ist das richtig verstanden?
[i]
Davon
abgesehen, daß jede Aussage darüber nur eine Annäherung sein kann, würde ich
ergänzen:
Die Vorstellung, daß es nur einen Geist gibt, ist
möglicherweise hilfreich, nicht mehr und nicht weniger.
Ich würde sagen:
es gibt nicht viele Geister, aber auch nicht einen. Es gibt Geist. Geist ist
kein objektives Ding, von dem es viele oder einen geben könnte. Weder Teile,
noch ein Ganzes. Nur Geist an sich. Der befindet sich nirgendwo, der bin ich.
Dasselbe gilt daher für die Vorstellung, daß die Gedanken von Joy,
Eberhard, hhmoeller, WuWei nicht die Gedanken verschiedener Geister sind,
sondern nur eines einzigen.
Auch das kann hilfreich sein, kann den
Verstand aber auch noch weiter verwirren, weil er dann alle möglichen
Schlußfolgerungen daraus zieht, die ihm absurd erscheinen.
Ich würde
sagen: all diese Gedanken sind nicht die Gedanken eines Geistes, sondern sie
sind nichts anderes als Geist. Siehst du den Unterschied? Da ist kein Geist als
eigenständiges Ding, der nun verschiedene Gedanken hat. Alle Gedanken und
Wahrnehmungen sind Geist. Haben oder Sein. Haben ist Dualität, Trennung. Sein
ist Identität. Da ist nur Geist, und ich bin das.
Grüße,
WuWei
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von
Existenziell am 04. Feb. 2006, 15:29 Uhr
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on 02/04/06 um 13:32:04, hhmoeller wrote:Die Argumentation ist nicht
schlüssig:
Wenn etwas vom menschlichen Bewußtsein unabhängig ist, dann
ist es auch von der Existenz des menschlichen Bewußtseins unabhängig.
Um
seinen Standpunkt aufrechtzuerhalten, muß Eberhard die Existenz eines
menschlichen Bewusstseins weder beweisen noch widerlegen.
Irrtum.
Wie soll ein „menschliches Bewußtsein“ beurteilen können, daß
etwas unabhängig von ihm existiert?
Auf die Beweisführung bin ich
gespannt! [saint]
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von Eberhard am
04. Feb. 2006, 15:34 Uhr
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Hallo oder auch Hi Existentiell,
Du stellst die These auf, es sei
unmöglich, die Existenz des menschlichen Bewusstseins zu beweisen.
Irgendwelche Begründungen für diese kühne These ersparst Du Dir. Du sagst auch
nicht, was Du unter „menschlichem Bewusstsein“ verstehst. So kann man schlecht
diskutieren.
Ein Mensch ist nach meinem Sprachgebrauch bei vollem
Bewusstsein, wenn er etwas wahrnimmt, sich erinnert oder wenn er nachdenkt. Er
weiß dann zugleich, was er wahrnimmt, an was er sich erinnert oder über was er
nachdenkt, er kennt seine eigenen Bewusstseinsinhalte.
Da ich gerade
nachdenke, schreibe und auf den Monitor sehe, bin ich ein Beispiel dafür, dass
es menschliches Bewusstsein gibt.
Meine Mutter existiert insofern
unabhängig von meinem Bewusstsein, als es sie schon gab, als es mich und mein
Bewusstsein noch nicht gab.
Und die stammesgeschichtlichen Vorfahren der
Gattung Mensch existierten unabhängig vom menschlichen Bewusstsein, weil es sie
schon gab, als es noch keine Menschen und damit auch kein menschliches
Bewusstsein gab. (Das konntest Du übrigens schon mehrfach lesen, zuletzt in
Antwort #94.)
Es grüßt Dich Eberhard.
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von hhmoeller
am 04. Feb. 2006, 16:31 Uhr
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on 02/04/06 um 15:29:01, Existenziell wrote:Irrtum.
Wie soll ein
„menschliches Bewußtsein“ beurteilen können, daß etwas unabhängig von ihm
existiert?
Auf die Beweisführung bin ich gespannt! [saint]
Ich wäre erst einmal gespannt auf Dein Argument. Vielleicht möchtest Du mit
Deiner Frage folgendes zum Ausdruck bringen:
"Menschliches Bewußtsein"
kann nicht beurteilen, was unabhängig von ihm existiert.
Damit ein
Argument daraus wird, mußt Du nur noch die Prämissen und einen überzeugenden
Schluß aufbieten. Dann können wir über Deinen Einwand sprechen.
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von hhmoeller
am 04. Feb. 2006, 16:51 Uhr
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Hallo Joy,
Auf meinen letzten Einwand hast Du mit dem "Papageienargument"
geantwortet - nicht sehr überzeugend. Also noch mal:
Die einzige
Prämisse, dir Dir mit unumstößlicher Gewißheit zur Verfügung steht, ist dwer
Satz "ich bin".
Fakten, Fakten, Fakten:
Fakt ist, daß die Zahl
der Sätze, die man aus einer einzelnen Prämisse folgern kann exakt null ist:
Alles, was Du über den Satz "ich bin" hinaus behauptest, ist eine
willkürliche gedankliche Konstruktion.
Du behauptest nun, daß Deine
Philosophie ohne jede willkürliche Annahme auskommt. Den Drahtseilakt würde ich
gerne sehen: Wie kannst Du mehr wissen als "ich bin", wenn Du keine andere
Prämisse hast, als "ich bin"?
on 02/03/06 um 13:51:18, Joy
wrote:Dass "ich bin" kann weder falsch noch richtig sein. Falsch und richtig
sind logisch gedachte Schlüsse und um diese überhaupt ziehen zu können muß ich
selbst sein.
Logische Schlüsse können nicht falsch oder richtig
sein, sondern gültig oder ungültig. Aussagen können falsch oder richtig sein.
Sie sind richtig, wenn der beahuptete Schverhalt mit dem wirklichen Sachverhalt
übereinstimmt. "Ich bin" ist eine Aussage. Ihr Wahrheitswert ist problematisch,
denn sie ist selbstreferentiell. Sie kann sicher wahr sein. Ob sie auch falsch
sein kann, kann ich aus dem Stehgreif nicht beantworten. Auf jeden Fall kann
diese Aussage nicht ausgesprochen werden, wenn sie falsch ist.
on
02/03/06 um 13:51:18, Joy wrote:Nirgendwo behaupte ich, dass ein "Ich"
existiert. Ich schreibe genau das Gegenteil davon!
Dann wird
aber auch Deine einzige Prämisse "ich bin" hinfällig.
on 02/02/06 um
04:11:42, Joy wrote:Bleibt die spannende und einzig wirklich interessante Frage:
Was ist "Ich bin" selbst. Und um das zu "wissen" muß "Ich bin" sich selbst
erkennen.
Jetzt kommt die nächste Frage: Ist diese Selbsterkenntnis
möglich und wenn ja, wie?
Wenn es kein Ich gibt, wer sollte sich
dann selbst erkennen?
on 02/03/06 um 14:16:22, Joy wrote:Im übrigen
hast Du ein unnachahmliches Talent, Aussagen zu widersprechen, die nirgendwo so
geschrieben stehen oder eben nur "Deiner eigenen Interpretation" dieser Aussagen
zu widersprechen. Zudem formulierst Du oft sehr unpräzise.
Der
Eindruck beruht auf Gegenseitigkeit. Auch ich habe das Problem, aus Deinen oft
langatmigen Formulierungen das Argument herauszudestillieren. Ich habe sogar den
Eindruck, daß da ein System hinter steckt: Durch unklare Fromulierungen sollen
Angriffspunkte vermieden werden.
Quote:Wo bitte steht den von WuWei
oder mir bitte geschrieben, dass Wahrnehmung keine Wahrnehmung ist, sondern nur
eine Illusion?
Das ist der Inhalt auch deines Weltbildes.
Wenn ich einen Stein in die Hand nehme und betrachte, dann nehme ich einen
materiell existierenden Stein wahr. Die Wahrnehmung ist wirklich eine
Wahrnehmung, wenn der wahrgenommene Stein auch so existiert, wie ich ihn
wahrnehme. Wenn aber der Stein überhaupt nicht materiell existiert, sondern als
geistiges Konstrukt, dann täuscht mich meine Wahrnehmung. Es handelt sich dann
offensichtlich nicht um Wahrnehmung , sondern nur um die Illusuion von
Wahrnehmung.
Wahrnehmung ist nur dann sinnvoll, wenn es sich wirklich um
Wahrnehmung und nicht um Illusion von Wahrnehmung handelt: wenn ich vor mir ein
materiell existierendes Krokodil wahrnehme, so hat die Wahrnehmung den Sinn,
meinen materiellen Körper vor einer Beeiträchtigung durch ein materiell
existierendes Krokodil zu schützen.
Die Illusion von Wahrnehmung wäre
vollkommen sinnlos, denn es ist vollkommen unsinnig, sich mit seinem nicht
vorhandenen Körper auf die Flucht vor einem nicht vorhandenen Krokodil zu
begeben. Oder ist Gott ein Komiker?
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von
Existenziell am 04. Feb. 2006, 17:27 Uhr
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@Eberhard
Aha.
Aber du wolltest mir doch deine Begründung für
deine These zeigen?
Wieso ist eigentlich die Zeit sicher?
Und woher willst du wissen, ob du ein Mensch bist?
Woher weißt du, daß du
denkst?
Woher weißt du, daß du existierst... oder die anderen?
Alles unklar bei deiner These.
Ich muß hier keine Begründungen
abliefern... ich stelle lediglich DEINE These in Frage. [saint]
@hhmoeller
Noch so ein Oberlehrer. [nosee]
Wie soll
ein „menschliches Bewußtsein“ beurteilen können, daß etwas unabhängig von ihm
existiert?
Besser formuliert: Wie soll mein ‘Jetzt-Ich’ beurteilen
können, was vorher, nachher, außerhalb und überhaupt ist?
Und ich
argumentiere nur ausführlich, wenn du anfängst zu denken. [balloon]
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von WuWei am
04. Feb. 2006, 17:49 Uhr
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Euer Problem ist, daß ihr versucht, Bewußtsein als ein Objekt zu erfassen und zu
erklären. Ein Objekt, das man besitzen könnte, das sich irgendwo befindet, das
ebenso entsteht und vergeht wie alles, was ihr materiell nennt.
Da könnt
ihr ewig herumdiskutieren und könnt doch überhaupt nichts beweisen oder
widerlegen, weil schon eure Basis, auf der ihr das tut, falsch ist.
Ich
bin bewußt. Das kann mir niemand widerlegen und das muß ich auch nicht beweisen.
Ob ich nun vermeintlich beweise, daß menschliches Bewußtsein existiert oder daß
es nicht existiert, ändert nichts an dem unleugbaren Fakt, daß ich dabei ständig
bewußt bin.
Eberhard schreibt:
"Ein Mensch ist nach meinem
Sprachgebrauch bei vollem Bewusstsein, wenn er etwas wahrnimmt, sich erinnert
oder wenn er nachdenkt. Er weiß dann zugleich, was er wahrnimmt, an was er sich
erinnert oder über was er nachdenkt, er kennt seine eigenen
Bewusstseinsinhalte."
Ok, lassen wir das so stehen (obwohl ich es besser
fände, wenn du unmittelbar von dir selbst ausgingest und nicht abstrakterweise
vom Menschen allgemein....)
Du bist also bewußt, wenn du wahrnimmst,
dich erinnerst oder nachdenkst. Du kennst deine eigenen Bewußtseinsinhalte.
Richtig. Aber: wenn du nun sagst: dies sei "dein" Bewußtsein, es sei ein
"menschliches" Bewußtsein, und deine Mutter existiere jenseits deines
Bewußtseins, sind das dann nicht auch alles bereits Bewußtseinsinhalte?
Worum es mir geht, ist, den Ausgangspunkt für alle Bewußtseinsinhalte ausfindig
zu machen. Was ist die Basis, die Quelle? Für mich kann dies nur die Tatsache
sein, DAß ich bewußt bin. Was immer ich nun glaube, WAS ich bin, und was
Bewußtsein ist, ist bereits ein Bewußtseinsinhalt.
Kannst du mir soweit
zustimmen? Bleibe mal wirklich nur bei dem, was ich frage. Das Problem ist, daß
du (wie die meisten anderen; wie ich selbst lange Zeit auch) immer sofort
versuchst, aus diesen Fragen und Aussagen alle möglichen Schlußfolgerungen
abzuleiten. Das geschieht aber mittels einer Art des Denkens, die ich
dualistisch nenne, und die für diese Art von Verständnis nicht geeignet ist, und
es sogar verhindert. Deshalb argwöhnst du auch, daß ich irgendetwas, z.B. deine
Mutter, leugnen oder als Illusion verwerfen will. Will ich aber gar, das
erscheint höchstens so.
Man darf einfach nicht Bewußtseinsinhalte mit
Bewußtsein selbst verwechseln. Das ist, wie die Substanz mit ihrer Form zu
verwechseln. Bewußtseinsinhalte sind persönlich, vergänglich, sowie räumlich und
zeitlich. Sie sind quasi die Formen des formlosen Bewußtseins.
Jede
Erklärung zum Bewußtsein, jede Vorstellung davon kann nichts anderes als
Bewußtseinsinhalt sein. Bewußtsein kann sich nur aus sich selbst heraus
erkennen. Ein Erkennen, nicht im Sinne von haben, sondern von sein.
viele Grüße,
WuWei
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von
henrywilhelm am 04. Feb. 2006, 18:30 Uhr
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Guten Abend!
Auf meine #108 hat mir nicht joy, sondern WuWei in #113
geantwortet, vielen Dank.
Ich bin nicht ganz sicher, ob die Positionen von
joy und WuWei identisch sind. Beide sind schwer aufzufassen, und möglicher Weise
werde ich es nicht schaffen. Aber bevor ich versuchen kann, sie zu beurteilen,
muss ich versuchen, sie zu verstehen.
Joy sagte: Der Geist bringt sich
selbst selbstbestimmt in eine Gedankenform.
WuWei sagte: Es gibt keinen
Geist, der Gedanken h a t. Aber alle Gedanken s i n d Geist.
Er fügt hinzu:
Sein ist Identität.
Damit könnte dasselbe gemeint sein wie bei joy,
nämlich in diesem Sinne:
Der Geist [bei WuWei entfällt der Artikel] ist
identisch mit seiner Aktivität.
Diese Aktivität ist nichts anderes als
selbstbestimmtes Sich-Verformen.
Ich versuche also, diese Position (als
eine) aufzufassen und ändere meine frühere Frage folgendermaßen:
Ist das,
was in dieser Diskussion vielen Teilnehmern als Gedanken von joy, wuwei,
eberhard etc. erscheint, in Wahrheit nichts anderes als eine Gedankenform, in
die sich der (eine – oder jedenfalls konkurrenzlose) Geist bringt?
Gruß
henrywilhelm
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von WuWei am
04. Feb. 2006, 19:24 Uhr
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Hallo hhmoeller,
ich hoffe, es stört dich nicht, wenn ich antworte,
obwohl dies direkt an Joy gerichtet war....
[/i]
Die einzige Prämisse,
dir Dir mit unumstößlicher Gewißheit zur Verfügung steht, ist der Satz "ich
bin".
Fakten, Fakten, Fakten:
Fakt ist, daß die Zahl der Sätze,
die man aus einer einzelnen Prämisse folgern kann exakt null ist:
Alles,
was Du über den Satz "ich bin" hinaus behauptest, ist eine willkürliche
gedankliche Konstruktion.
Du behauptest nun, daß Deine Philosophie ohne
jede willkürliche Annahme auskommt. Den Drahtseilakt würde ich gerne sehen: Wie
kannst Du mehr wissen als "ich bin", wenn Du keine andere Prämisse hast, als
"ich bin"?
[i]
Du hast völlig recht. Alles, was ich über den Satz "ich
bin" hinaus behaupte, ist eine gedankliche Konstruktion. Und tatsächlich kann
ich nicht mehr wissen als dies.
Aber: was geschieht, wenn ich ganz
konsequent bei diesem einzigen Wissen bleibe? Wenn ich alles andere als reine
Annahme zwar nicht leugne, aber mal beiseite lasse?
Wenn das vollkommen
konsequent betrieben wird, geschieht etwas merkwürdiges. Dann wird erlebt, daß
mit diesem ich bin auch immer die Welt gemeinsam erscheint. Niemals ist das eine
ohne das andere. Das geht soweit, bis eine Identität entsteht, bis ich bin und
Welt zusammenfallen und nicht mehr als getrennt erlebt werden (sie wurden auch
vorher nicht getrennt erlebt, man glaubte nur, dies sei getrennt).
Dies
ist kein Wissen, wie es normalerweise verstanden wird, kein objektives Wissen,
sondern ein Wissen durch Identität. So wie das Wissen "ich bin" ja auch kein
objektives Wissen ist, es ist ja kein Wissen VON etwas, sondern ein Wissen durch
Sein.
[/i]
Wenn es kein Ich gibt, wer sollte sich dann selbst
erkennen?
[i]
Diese Frage ist im Grunde die entscheidende Frage!!
In der Tat gibt es dann keinen Erkennenden mehr, weil ja Erkennender und
Erkanntes zusammengefallen sind. Da ist nur noch Erkennen als solches. Und ich
bin das Erkennen, nicht der Erkennende.
Daß es kein Ich gibt, bedeutet:
es gibt kein persönliches, separates Ich. Aber ich bin ja weiterhin. Ich
erkennt/erkenne sich/mich als absolutes Bewußtsein, das sich zuvor für eine
separate Person gehalten hat. Die Person verschwindet natürlich nicht, aber das
Bewußtsein ist nicht mehr allein mit ihr identifiziert.
[/i]
Wenn ich
einen Stein in die Hand nehme und betrachte, dann nehme ich einen materiell
existierenden Stein wahr. Die Wahrnehmung ist wirklich eine Wahrnehmung, wenn
der wahrgenommene Stein auch so existiert, wie ich ihn wahrnehme.
[i]
das, was du materiell existierenden Stein nennst, ist ein Komplex von
Sinneseindrücken. Jenseits dieser Sinneseindrücke ist da kein Stein mehr.
Überleg doch mal! Natürlich existiert der Stein exakt so, wie du ihn wahrnimmst,
aber eben als Wahrnehmung, nicht als Ding-an-sich. Und du sagst doch selbst, daß
ein Ding-an-sich nicht wahrnehmbar wäre. Also ist der Stein, den du siehst und
spürst, eine Wahrnehmung, was denn sonst? Du phantasierst ständig unbewußt ein
Ding-an-sich dazu oder dahinter, dabei redest du immer nur über Wahrnehmungen,
weil du gar nichts anderes hast. Du kannst gar nichts anderes meinen wie ich,
nämlich Wahrnehmungen!
[/i]
Wenn aber der Stein überhaupt nicht
materiell existiert, sondern als geistiges Konstrukt, dann täuscht mich meine
Wahrnehmung. Es handelt sich dann offensichtlich nicht um Wahrnehmung, sondern
nur um die Illusion von Wahrnehmung.
[i]
Nein, wieso denn Täuschung?
Das hat nichts mit Illusion zu tun. Im Gegenteil: das hinzuphantasierte
Ding-an-sich ist Illusion, deine Wahrnehmung dagegen völlig real. Sie ist gerade
deshalb real, weil kein Ding-an-sich dahintersteckt.
Du darfst "geistiges
Konstrukt" nicht als Gegensatz zur Realität verstehen.
Egal, ob nun
tatsächlich ein Ding-an-sich deine Wahrnehmung Stein verursacht oder nicht: der
Stein, den du vor dir siehst, kann ja nicht der Stein-an-sich sein, sondern eine
Wahrnehmung, und deshalb eben ein geistiges Konstrukt. Das heißt in keinster
Weise, daß du dir den Stein nur einbildest.
[/i]
Wahrnehmung ist nur
dann sinnvoll, wenn es sich wirklich um Wahrnehmung und nicht um Illusion von
Wahrnehmung handelt: wenn ich vor mir ein materiell existierendes Krokodil
wahrnehme, so hat die Wahrnehmung den Sinn, meinen materiellen Körper vor einer
Beeiträchtigung durch ein materiell existierendes Krokodil zu schützen.
[i]
Wahrnehmung ist Wahrnehmung und ist real. Illusion entsteht erst, wenn man
die Wahrnehmung mit abstrakten Vorstellungen überlagert. Das Krokodil ist eine
Wahrnehmung, dein Körper ist eine Wahrnehmung, und wenn das Krokodil dich beißt,
ist es Wahrnehmung, ebenso wie der darauffolgende Schmerz, und auch die Angst.
Verstehst du? Wenn du alles als Wahrnehmung und damit als "geistig" erkennst,
dann ist dies kein Gegensatz zur Realität mehr.
Wie gesagt: es geht
nicht um Abwertung, sondern um Beziehung und Identität.
[/i]
Die
Illusion von Wahrnehmung wäre vollkommen sinnlos, denn es ist vollkommen
unsinnig, sich mit seinem nicht vorhandenen Körper auf die Flucht vor einem
nicht vorhandenen Krokodil zu begeben. Oder ist Gott ein Komiker?
[i]
Wer sagt, daß Wahrnehmungen nicht vorhanden sind?
Ein kosmischer Witz ist
das ganze irgendwie schon.....
Grüße,
WuWei
--------------------------------------------------------------------------------
Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von hel am 04.
Feb. 2006, 19:50 Uhr
--------------------------------------------------------------------------------
Hallo Wuwei,
on 02/03/06 um 18:43:02, WuWei wrote:.....
Meine
Logik sagt mir, daß meine wahrgenommenen Dinge keinesfalls von objektiven Dingen
verursacht werden können. Erstens nehme ich die eh nie wahr, sie bleiben also
reine Annahme, und zweitens bezieht sich alles, was ich über "Dinge" und
"Eigenschaften" weiß, ausschließlich auf meine eigenen Wahrnehmungen, also auf
Vorgänge im Bewußtsein.
Hier begehst Du – logisch gesehen – den
Fehler, das Urteil schon in die Prämisse hineinzubringen. Sobald Du nämlich mit
Erstens nehme ich die [Dinge] eh nie wahr loslegst, beendest Du ja unsere Frage,
ob wir nämlich von uns unabhängige Dinge wahrnehmen, oder nicht. Und nicht die
Dinge selbst, sondern beide möglichen Antworten auf die Frage, ob sie eine von
uns unabhängige Existenz haben oder nicht, bleiben (nach meinem Kalkül) reine
Annahme.
Weiter:
on 02/03/06 um 18:43:02, WuWei wrote:.... Aber eins
weiß ich: Bewußtsein, Ich, und wahrgenommene Welt erscheinen immer gemeinsam und
verschwinden gemeinsam, das ist unmittelbares Erleben.
Wenn ich nun alles
darüber hinausgehende Spekulieren weglasse, entsteht von selbst eine Identität
zwischen diesen vermeintlichen Dreien. Das muß ich weder glauben noch erklären.
Ich mach es mir jetzt in der Argumentation etwas einfacher und
ersetzte „Bewusstsein“ und „Ich“ in diesem Kontext durch den Satz: „Ich nehme
wahr“. Sowie „wahrgenommene Welt“ in „Welt“, wobei damit über subjektiven oder
objektiven Charakter der Welt keine Aussage getroffen werden soll. Sie steht für
alles, was wir erleben können.
Ich habe also das unmittelbare Erleben:
S1:
„Immer WENN Ich wahrnehme DANN gibt es eine Welt“.
Das ist das, was wir von
der Welt und uns sagen können, und entspricht unserem Erleben.
Jetzt zur
angenommenen Identität zwischen den Teilen: „Ich nehme wahr“ und „es gibt eine
wahrgenommene Welt“. Wir können jetzt auch mit Sicherheit folgern:
S2: „WENN
es Keine Welt gibt, dann nehme ich nichts wahr.“
Beide Sätze sind
zwingend und gelten sowohl für Dualisten oder Nondualisten.
Dadurch gibt es
aber noch keine logische Identität. Für diese müssten wir die Aussage treffen
können:
S3: „WENN Ich NICHT wahrnehme, DANN gibt es KEINE Welt.“
Dieser
Satz folgert keineswegs logisch aus dem durch unser unmittelbares Erleben
abgeleiteten. Rein logisch bleibt es eben vollständig offen, was mit der Welt
ist, wenn wir sie nicht wahrnehmen. Deiner Aussage, dass durch das gleichzeitige
Auftreten von Wahrnehmung ohne Spekulieren eine Identität entsteht, widerspreche
ich also: du benötigst noch die zusätzliche Annahme (=Spekulation) S3. Sie ist
genauso willkürlich, wahrscheinlich oder unwahrscheinlich wie meine Gegenannahme
S4: „WENN Ich NICHT wahrnehme, DANN GIBT es (trotzdem) eine Welt“. Wäre dem
nämlich anders, und man könnte aus dem grundlegenden Erleben S3 folgern,
bräuchte es über die Identität von Bewusstsein und Welt keine Diskussion mehr in
dem Forum.
Grüße,
hel
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von WuWei am
04. Feb. 2006, 19:52 Uhr
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Hallo henrywilhelm,
[/i]
Ich bin nicht ganz sicher, ob die Positionen
von joy und WuWei identisch sind. Beide sind schwer aufzufassen, und möglicher
Weise werde ich es nicht schaffen. Aber bevor ich versuchen kann, sie zu
beurteilen, muss ich versuchen, sie zu verstehen.
[i]
Ich habe den
Eindrück, daß die Positionen von Joy und von mir im Grundsatz gleich sind, auch
wenn wir es oft verschieden ausdrücken. Daß du es erst verstehen willst, bevor
du es beurteilst, finde ich toll.
[/i]
Der Geist [bei WuWei entfällt
der Artikel] ist identisch mit seiner Aktivität.
Diese Aktivität ist nichts
anderes als selbstbestimmtes Sich-Verformen.
[i]
Ja, so kann man es
durchaus ausdrücken. Wobei ich noch sagen würde, daß Geist zwar identisch mit
seiner Aktivität ist, aber nicht auf sie beschränkt ist. Er ist ja gleichzeitig
unendliches Potential.
[/i]
Ist das, was in dieser Diskussion vielen
Teilnehmern als Gedanken von joy, wuwei, eberhard etc. erscheint, in Wahrheit
nichts anderes als eine Gedankenform, in die sich der (eine – oder jedenfalls
konkurrenzlose) Geist bringt?
[i]
Ja. Und du bist selbst dieser
Geist.
viele Grüße,
WuWei
P.S.: Eberhard und Philoschall, auf
eure anderen Beiträge antworte ich morgen. Sorry, komme kaum noch hinterher
[spin]
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von hel am 04.
Feb. 2006, 20:08 Uhr
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Hallo WuWei,
Du hast auch mein letztes Posting fast gleichzeitig, während ich
es geschrieben habe, in deiner Antwort an hhmoeller beantwortet.
on
02/04/06 um 19:24:03, WuWei wrote:Du hast völlig recht. Alles, was ich über den
Satz "ich bin" hinaus behaupte, ist eine gedankliche Konstruktion. Und
tatsächlich kann ich nicht mehr wissen als dies.
Aber: was geschieht,
wenn ich ganz konsequent bei diesem einzigen Wissen bleibe? Wenn ich alles
andere als reine Annahme zwar nicht leugne, aber mal beiseite lasse?
Wenn
das vollkommen konsequent betrieben wird, geschieht etwas merkwürdiges. Dann
wird erlebt, daß mit diesem ich bin auch immer die Welt gemeinsam erscheint.
Niemals ist das eine ohne das andere. Das geht soweit, bis eine Identität
entsteht, bis ich bin und Welt zusammenfallen und nicht mehr als getrennt erlebt
werden (sie wurden auch vorher nicht getrennt erlebt, man glaubte nur, dies sei
getrennt).
Dies ist kein Wissen, wie es normalerweise verstanden wird,
kein objektives Wissen, sondern ein Wissen durch Identität. So wie das Wissen
"ich bin" ja auch kein objektives Wissen ist, es ist ja kein Wissen VON etwas,
sondern ein Wissen durch Sein.
Ich verstehe also, daß dieses "Wissen
durch Identität" nicht wirklich etwas mit Logik sondern einer Art Gefühl oder
Erleben zutun hat.
Grüße,
hel
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Titel: Re: Frage an Wuwei und Joy
Beitrag von WuWei am 04. Feb. 2006, 20:28
Uhr
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Hallo Xenon,
[/i]
mich würde folgendes interessieren:
Was ist 7
x 6 ?
Gibt es hierauf nicht eine intersubjektive, d.h. vom Bewußtsein
unabhängige, einzig "wahre" Antwort?
[i]
was verstehst du unter
intersubjektiv? Die Antwort "44" hältst du für wahr, andere halten sie auch für
wahr. Weil nun praktisch alle Menschen, die einigermaßen rechnen können, sie für
wahr halten, sagen wir, sie IST wahr. Dennoch bleibt es ein subjektives
für-wahr-halten. Wenn keiner da ist, der dies für wahr hält, wo bleibt dann die
Wahrheit? Und wie könnte es eine vom Bewußtsein unabhängige Antwort geben, wo
doch dann kein Fragender mehr da wäre?
[/i]
Die Annahme eines sich
verrechnenden Erstklässlers 7 x 6 sei 44, ist ja als gedachter Gedanke
unbestritten Teil der Wirklichkeit geworden. Aber könnte man nicht trotzdem
diese Aussage (7x6 = 44) mit Fug und Recht als einen objektiven Irrtum
bezeichnen? Eben weil die Aussage nicht im Einklang steht mit der objektiven (?)
Welt der Logik.
[i]
Der Irrtum ergibt sich aufgrund deiner subjektiven
Erfahrungen, nicht aufgrund einer objektiven Logik. Daß 7x6 42 und nicht 44
ergibt, zeigt deine Erfahrung. Diese Erfahrung ist kontinuierlich und wird von
anderen geteilt. In diesem Sinne könnte man den Irrtum als objektiv bezeichnen,
weil er der allgemeinen Erfahrung widerspricht.
[/i]
Also muß es "da
draußen" doch etwas geben, oder? Zumindest die Gesetze der abstrakten Logik?
Falls dies bejaht würde, könnte man sich im nächsten Schritt dann vielleicht der
Gestalt der Erde (Kugel / Scheibe) oder der Farbe des Fahrzeugs in der Garage
widmen.
[i]
"da draußen" ist eine Vorstellung im Bewußtsein. Unsere
Erfahrungen unterliegen der Logik, und gleichzeitig ergibt sich die Logik aus
unseren Erfahrungen. Beides ist nicht voneinander zu trennen.
[/i]
PS: Sorry, wenn die Frage bzw. zugrundeliegende Gedanke im Hinblick auf die
Thesen von Joy und WuWei sehr naiv erscheint. Aber ich bin halt Einsteiger in
diesem Forum und überhaupt bekennender philosophische Laie.
[i]
Die
naiven Fragen sind oft die besten, weil sie nicht so sehr verstellt von
Vorannahmen sind. Einstein stellte auch ganz naive Fragen.
viele Grüße,
WuWei
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von Eberhard am
04. Feb. 2006, 20:51 Uhr
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Hallo WuWei,
Was immer ich wahrnehme, denke oder sage, ich tue es mit
Bewusstsein. Damit habe ich keine Probleme.
Du suchst nun den
Ausgangspunkt (die Basis, die Quelle) für alle Bewusstseinsinhalte.
Mit
dieser Frage habe ich Schwierigkeiten, weil ich nicht weiß, was du genau damit
meinst.
Wenn ich Deine Frage einmal so interpretiere, dass du nach der
notwendigen Bedingung dafür fragst, überhaupt Bewusstseinsinhalte zu haben, dann
ist das Vorhandensein der Fähigkeit des Bewusstseins eine solche notwendige
Bedingung. Wenn ich bewusstlos bin, kann ich weder bestimmte Inhalte wahrnehmen
noch denken.
Das ist vielleicht nicht das, was Du meinst, wenn Du
schreibst, dass für Dich die Basis für alle Bewusstseinsinhalte nur die Tatsache
sein kann, dass du bewusst bist.
Nachdem ich Deine Fragen beantwortet
habe, bitte ich Dich das gleiche mit meiner Fragen zu tun.
Zwar ist
alles, was ich denke, mein Bewusstseinsinhalt, aber ich kann auch denken, dass
ich in bestimmten Situationen kein Bewusstsein besitze, z.B. in der Vollnarkose
bei meiner Nasenoperation oder nach einem schweren Schlag gegen den Kopf, der
mich bewusstlos werden lässt.
Diese Aussagen können wahr sein. Ich kann
also die richtige Annahme machen, dass es Situationen gibt, in denen ich
existiere und in denen ich über kein Bewusstsein verfüge. Zum Zeitpunkt meiner
Bewusstlosigkeit existiere ich und die ganze Welt weiter – unabhängig davon, ob
ich Bewusstsein habe oder nicht. Auch dieser Satz kann wahr sein. Kannst Du dem
zustimmen und wenn nicht, welche Annahme ist falsch?
Wenn Du entgegnest,
das sei dualistisches Denken, so mag das sein. Aber das ist kein Argument,
solange nicht gezeigt wird, inwiefern dualistisches Denken – was immer das auch
sei - bei der Suche nach richtigen Antworten ungeeignet ist.
Übrigens
(das betrifft nicht Dich) gibt es andere Verfahrensweisen, von denen man ohne
weiteres sagen kann, dass sie für die richtige Beantwortung von Fragen
ungeeignet sind, z.B.:
- unbegründetes Fragen, denn 1 Narr kann mehr
fragen als 100 Weise beantworten können,
- der mangelnde Wille, die Argumente
des Diskussionspartners zu verstehen, indem man immer wieder fragt: Wo ist der
Beweis? anstatt den mehrfach präsentierten Beweis inhaltlich zu kritisieren,
- die Belegung anderer Diskussionsteilnehmer mit herabsetzenden Bezeichnungen
(Oberlehrer o.ä.).
Was allein zählt sind starke Argumente zur
diskutierten Frage oder These, denen sich niemand, dem es um Erkenntnis geht,
verschließen kann,
meint Eberhard.
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von Joy am 04.
Feb. 2006, 22:06 Uhr
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on 02/04/06 um 16:51:31, hhmoeller wrote:Hallo Joy,
Also noch mal:
Die einzige Prämisse, dir Dir mit unumstößlicher Gewißheit zur Verfügung
steht, ist dwer Satz "ich bin".
Okay. Und jetzt weiter, ohne zu
konstruieren: Immer wenn "ich bin" ist, ist da auch eine bewusst wahrgenommene
manifestierte "Formen-Welt". Jetzt z.B. eben der Schreibtisch, mit Monitor usw.
Eine wahrgenommene aber sich wandelnde Formen-Welt ist für mich als "ich" immer
anwesend. Verlasse ich jetzt mein Arbeitszimmer und gehe in die Küche, um mir
einen Kaffee zu holen -was ich jetzt auch erst mal tue, bevor ich weiter
schreibe- verändert sich die von mir wahrgenommene Formen-Welt. Ich bewege mich
durch einen geistig wahrgenommenen Raum. In der Küche angelangt, drücke ich den
Knopf der Kaffeemaschine. Mein zuvor geistig wahrgenommenes Arbeitszimmer
"existiert" für mich jetzt nur als eine geistige Vorstellung, vorausgesetzt, ich
denke auch an das Arbeitszimmer. Das ist für mich erlebte Faktizität. Ich kann
das natürlich nicht beweisen, was ich hier aussage, aber es ist mein
unbezweifelbares Erleben. Wer hier dennoch Beweise einfordert, dem kann ich nur
antworten: Tue es selbst und beobachte dabei Dein eigenes Erleben und Du wirst
selbst erkennen, dass das was ich da sage Faktizität ist.
Faktizität muß
ich auch nicht begründen. Begründen müsste ich bestenfalls Annahmen, welche
jenseits der erlebten Faktizität gedanklich konstruiert werden. Im konkreten
Beispiel, wenn ich behaupten tät, dass während ich mir in der Küche einen Kaffee
mache, das Arbeitszimmer selbstverständlich materiell existiert, obwohl ich es
nicht materiell erlebe. Das heißt, jede Aussage, egal ob positiv oder negativ,
über die "materielle Existenz" des jetzt nicht wahrgenommenen Arbeitszimmers ist
immer eine spekulative und gründet immer nur auf einer Annahme.
Wer nun
behauptet, wie z.B. konkret Eberhard hier, dass während er sich in seiner
Berliner Wohnung aufhält, dass seine Mutter unabhängig seiner eigenen realen
Wahrnehmung als materieller Körper in Hannover existiert, muß doch, wenn er
ehrlich ist, zumindest zugeben und sich selbst eingestehen, dass seine Aussage
zunächt einmal nichts anderes als eine reine "Glaubensaussage" ist, die durch
absolut gar nichts außer durch Annahmen belegt ist.
Und bevor darüber
keine Einigkeit in der Diskussion erzielt ist, macht es wenig bis gar keinen
Sinn, weiter darüber zu diskutieren, was nun die erlebte Wirklichkeit real ist.
on 02/04/06 um 16:51:31, hhmoeller wrote:Fakt ist, daß die Zahl der
Sätze, die man aus einer einzelnen Prämisse folgern kann exakt null ist:
Alles, was Du über den Satz "ich bin" hinaus behauptest, ist eine willkürliche
gedankliche Konstruktion.
Auf diesen Vorhalt antwortete ich
bereits gestern mit Beitrag # 86:
on 02/03/06 um 12:49:33, Joy
wrote:Na, na, na, mein Lieber! Mein Welterleben hier und jetzt ist weder eine
gedankliche Konstruktion noch ein Aberglaube, sondern eine ebenso faktische
Gewissheit und immer mit Ich bin untrennbar eins. Mach mal bitte halblang...
[grin]
on 02/04/06 um 16:51:31, hhmoeller wrote:Du
behauptest nun, daß Deine Philosophie ohne jede willkürliche Annahme auskommt.
Den Drahtseilakt würde ich gerne sehen: Wie kannst Du mehr wissen als "ich bin",
wenn Du keine andere Prämisse hast, als "ich bin"?
Eine
"Philosophie" ist in dem Sinne ja kein "konstruiertes Weltbild". Wenn ich hier
über mein Erleben verbal berichte, sind die Worte, dieses ist Worten nun mal
eigen und anders gar nicht möglich, natürlich stets konzeptioneller Natur. Aber
es sind ja nicht die Worte selbst, um welche es hier geht, sondern jene geistig
bewusst erlebte Wirklichkeit hier und jetzt, auf welche die Worte nur als
Verweis, als Sprachmetapher symbolisch stehen, um diese bewusst erlebte
Wirklichkeit zu bezeichnen und zu beschreiben.
Was könnten denn Worte
anderes bezeichnen, als erlebte Wirklichkeit? Auch gedankliche Konstruktionen
sind als gedankliche Konstruktionen wirklich, aber eben nur als wahrgenommene
Gedanken-Konstrukte. Das Konstrukt selbst verweist nicht mehr auf eine real
bewusst erlebte Wirklichkeit, sondern beansprucht nun bzw. gibt dies vor, als
"konstruiertes Weltbild" auf eine angeblich real bewusst erlebte Wirklichkeit zu
verweisen, die es aber real gar nicht mehr jenseits dieser Konstruktion selbst
gibt.
Das heißt, dem Gedanken-Konstrukt (= Weltbild) liegt keine
authentische bewusst erlebte Wahrnehmung mehr zugrunde, sondern nur noch
gläubige Annahmen, die mehr und mehr miteinander nach einer bestimmten Matrix
(z.B. raumzeitlicher Logik) miteinander gedanklich verknüpft werden und als
dieses Verknüpfungskonstrukt zwar wirklich sind (= Vorstellungen), aber eben auf
keine authentisch erlebte Wirklichkeit mehr verweisen, die doch aber
ausschließlich immer nur hier und jetzt das bewusste Erleben selbst ist.
Insofern sind solche Gedanken-Verknüpfungen nicht mehr als ein Konzept, das
bestenfalls auf sich selbst verweist aber keine authentische Entsprechung, also
keine real bewusst erlebte Wirklichkeit mehr als Äquivalent hat. Hingegen
verweist das Wort "Küche" noch als Bezeichnung auf eine bewusst wahrgenommene
Realität.
on 02/04/06 um 16:51:31, hhmoeller wrote:"Ich bin" ist eine
Aussage. Ihr Wahrheitswert ist problematisch, denn sie ist selbstreferentiell.
Sie kann sicher wahr sein. Ob sie auch falsch sein kann, kann ich aus dem
Stehgreif nicht beantworten. Auf jeden Fall kann diese Aussage nicht
ausgesprochen werden, wenn sie falsch ist.
Nach wir vor sage ich
klar, dass in bezug auf die selbstreferentielle und verweisende konzeptuelle
Aussage "Ich bin" keine logischen Kriterien, weder Prämissen noch Axiome,
anwendbar sind. Denn wie Du hier ja selbst zutreffend feststellst: "Auf jeden
Fall kann diese Aussage nicht ausgesprochen werden, wenn sie falsch ist."
on 02/04/06 um 16:51:31, hhmoeller wrote:Wenn es kein Ich gibt, wer
sollte sich dann selbst erkennen?
Ich differenziere zwischen den
beiden Aussagen "Ich bin" und "Ich existiere". Das habe ich auch oft hier in
meinen Beiträgen dargestellt und erläutert. Die Aussage "Ich bin" ist, wie Du ja
auch schreibst "selbstreferentiell". Hingegen ist die Aussage "Ich existiere"
bereits eine Annahme, zumindest dann eine Annahme, wenn unter "Existenz" ein
Sein in Raum und Zeit verstanden wird. Die Aussage "Ich bin" bezieht sich immer
auf ein raumzeitloses Sein hier und jetzt. Denn "Ich bin" ist ja nicht ident mit
den Aussagen "Ich war" oder "Ich werde sein". Die letzten beiden Aussagen in
bezug auf "Ich" sind immer nur gedankliche Annahmen, die wiederum nur hier und
jetzt stattfinden können bzw. hier und jetzt gedacht werden können. Denn jede
Vergangenheit und jede Zukunft kann schließlich faktisch, wer würde dieses
Faktum je ernsthaft bestreiten wollen, immer nur hier und jetzt gedacht, also
als Gedanke hier und jetzt erlebt werden.
Der Geist erkennt sich selbst,
der jedoch selbst kein raumzeitliches "Ding" ist, der nur sprachlich
objektiviert, also verdinglicht wird, um überhaupt über "ihn" sprechen zu
können. Insofern ist der verdinglichte Geist immer natürlich nur eine
objektivierte Vorstellung. Ähnlich wie es sich mit der "Zeit an sich" verhält,
die als "Ding an sich" nicht raumzeitlich existiert, also somit selbst auch
zeitlos ist. Entsprechendes gilt für den wahrgenommenen Raum, der selbst raumlos
ist. Zur Veranschaulichung der beiden letzten Aussagen über Zeit und Raum diene
hier immer der Traum. Alles in ihm Erscheinende hat eine (scheinbare)
raumzeitliche Ausdehnung, obwohl der Traum als "Ding an sich" betrachtet, keine
raumzeitliche Ausdehnung hat, raumzeitlich betrachtet also gar nicht
"existiert".
Zu Deiner konkreten Frage nun: "Wenn es kein Ich gibt, wer
sollte sich dann selbst erkennen?"
Die zutreffendste verbale Antwort auf
Deine Frage wäre wohl in etwa: Niemand erkennt sich. Du (= wahrnehmendes
Bewusstsein, Geist) erkennst, dass außer Dir nichts ist und jenseits Deiner
selbst auch nichts "existiert", auch nicht "jener", der bisher behauptete, dass
"er" z.B. ein Bewusstsein hätte. Dieser "jener" wird höchst lebendig als ein
"Phantom" erkannt. Es ist und gibt nur das Erkennen, frei von jeder Annahme,
frei von jedem konstruierten Glauben.
Eberhard sagt: Ich, Eberhard, bin
bewusst. Ich sage darauf hin zu ihm: Zeige mir den "Eberhard", der bewusst ist!
Verstehst Du, was da verbal nur angedeutet werden kann? Da ist "niemand",
keine vom Bewusstsein getrennte ontologische Entität, die bewusst sein könnte.
Sondern er ("Eberhard") IST das (jetzt absichtlich klein geschrieben)
bewusstsein selbst.
Der gedanklich-sprachlich objektivierte (=
verdinglichte) "Eberhard" hingegen, der da vermeintlich verbal denkt und sagt
"Ich" bin bewusst (und mit "Ich" in dieser Aussage ein objektiviertes Subjekt
meint), ist nichts anderes als eine gedankliche objektivierte verbale
Abstraktion, die nur objektiviert gedacht ist, aber nicht wirklich in Raum und
Zeit existiert. In der lebendigen Selbsterkenntnis wird quasi der "Irrtum", der
nur ein Mißverstehen der Realität ist, zweifelsfrei selbst erkannt. Hier endet
dann unser herkömmliches gewohntes verbales (= zeitliches) Sprachverständnis und
jedes weitere Verstehen ist ein nonverbales Erkennen und Verstehen über das
immer nur analog bzw. gleichnishaft verbal gesprochen werden kann.
on
02/04/06 um 16:51:31, hhmoeller wrote:Wenn ich einen Stein in die Hand nehme und
betrachte, dann nehme ich einen materiell existierenden Stein wahr. Die
Wahrnehmung ist wirklich eine Wahrnehmung, wenn der wahrgenommene Stein auch so
existiert, wie ich ihn wahrnehme. Wenn aber der Stein überhaupt nicht materiell
existiert, sondern als geistiges Konstrukt, dann täuscht mich meine Wahrnehmung.
Es handelt sich dann offensichtlich nicht um Wahrnehmung , sondern nur um die
Illusuion von Wahrnehmung.
Wahrnehmung ist nur dann sinnvoll, wenn es
sich wirklich um Wahrnehmung und nicht um Illusion von Wahrnehmung handelt: wenn
ich vor mir ein materiell existierendes Krokodil wahrnehme, so hat die
Wahrnehmung den Sinn, meinen materiellen Körper vor einer Beeiträchtigung durch
ein materiell existierendes Krokodil zu schützen.
Die Illusion von
Wahrnehmung wäre vollkommen sinnlos, denn es ist vollkommen unsinnig, sich mit
seinem nicht vorhandenen Körper auf die Flucht vor einem nicht vorhandenen
Krokodil zu begeben. Oder ist Gott ein Komiker?
Hier spare ich
mir jetzt zu antworten, das es ohnehin nur eine inhaltlich Wiederholung dessen
wäre, wenngleich vielleicht mit anderen Worten, was Dir WuWei dazu bereits im
Beitrag #121 sehr anschaulich beschreibend geantwortet hat:
Nein, wieso
denn Täuschung? Das hat nichts mit Illusion zu tun. Im Gegenteil: das
hinzuphantasierte Ding-an-sich ist Illusion, deine Wahrnehmung dagegen völlig
real. Sie ist gerade deshalb real, weil kein Ding-an-sich dahintersteckt.
Du
darfst "geistiges Konstrukt" nicht als Gegensatz zur Realität verstehen.
Egal, ob nun tatsächlich ein Ding-an-sich deine Wahrnehmung Stein verursacht
oder nicht: der Stein, den du vor dir siehst, kann ja nicht der Stein-an-sich
sein, sondern eine Wahrnehmung, und deshalb eben ein geistiges Konstrukt. Das
heißt in keinster Weise, daß du dir den Stein nur einbildest.
Wahrnehmung ist Wahrnehmung und ist real. Illusion entsteht erst, wenn man die
Wahrnehmung mit abstrakten Vorstellungen überlagert. Das Krokodil ist eine
Wahrnehmung, dein Körper ist eine Wahrnehmung, und wenn das Krokodil dich beißt,
ist es Wahrnehmung, ebenso wie der darauffolgende Schmerz, und auch die Angst.
Verstehst du? Wenn du alles als Wahrnehmung und damit als "geistig" erkennst,
dann ist dies kein Gegensatz zur Realität mehr.
Anerkenne doch ganz
einfach, dass Deine gesamte von Dir gekannte Welt immer nur eine geistig
wahrgenommene Welt ist und dass Wahrnehmung selbst ausschließlich zeitlos hier
und jetzt stattfindet und somit die "raumzeitlich materielle Welt" nur im und
als Geist existiert, der Du schlußendlich selbst bist.
Außer
theoretischen Annahmen kannst Du hier und jetzt doch keine plausiblen Einwände
vorbringen, gegen eine solche Aussage. Die Frage ist also auch zu stellen, sind
aus philosophischer Sicht betrachtet, theoretische Annahmen (= Glaubensaussagen)
von Interesse oder einzig und allein die Erkenntnis dessen, was Wirklichkeit
denn nun quasi selbst wirklich ist?
Ich für meinen Teil beantworte diese
Frage mit der verbalen Antwort, dass ich am analytischen Untersuchen von für
wahr geglaubten Theorien herzlichst wenig interessiert bin, denn sie vergrößern
nur das ohnehin riesige Gedankenlabyrinth und führen mehr und mehr vom Erkennen
des Wesentlichen hinweg und stiften mehr und mehr Verwirrung.
Gruß
Joy
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von louisquinze
am 04. Feb. 2006, 23:05 Uhr
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L.S.
Dieses Forum entwickelt sich zu einer einzigen Quatschbude!
Das
hat doch alles mit der ursrünglichen Fragestellung dieses Forums nichts, aber
auch rein garnichts mehr zu tun!
Messieurs! So nicht!
[smiley=schilder0414.gif]
salut
Lq
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von Joy am 05.
Feb. 2006, 09:10 Uhr
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on 02/04/06 um 20:08:41, hel wrote:Ich verstehe also, daß dieses "Wissen
durch Identität" nicht wirklich etwas mit Logik sondern einer Art Gefühl oder
Erleben zutun hat.
Es ist kein empirisches Wissen. Es ist ein
"Wissen", welches verbal nur gleichnishaft formuliert werden kann. Das "Ich bin"
steht ja sprachmetaphorisch nur als selbstreferentielle Anzeige für "hier und
jetz bewusst bzw. gewahr zu sein". Es wird kein objektiviert Seiendes damit
angezeigt, denn "Ich" ist ja kein Objekt, kein "Ding".
Was WuWei und ich
hier schreiben, kann in dem einen Satz auch gesagt werden: Erkenne was hier und
jetzt ist, frei von jeder konzeptuellen Annahme (= Glauben). Das ist eigentlich
schon alles. Jeder Einwand, der gegen die konzeptionelle Beschreibung dessen,
was hier und jetzt frei von jeder Annahme wirklich ist, ist immer nur ein
theoretisch konstruierter Einwand, also einer gedanklichen Vorstellung, einer
Theorie, einem für wahr geglaubten Weltbild entlehnter Einwand.
Hingegen
benötigt die Aussage "materiell wirklich ist immer nur das, was ich hier und
jetzt materiell wahrnehme" weder eine positive noch negative Aussage über die
Existenz von materiellen Dingen, denn sie sagt nur über das direkte Erleben hier
und jetzt etwas aus. Und nur dieses Erleben hier und jetzt ist wirklich und
dieses Erleben ist immer ident mit "Ich bin".
Ich kann auch nicht
verstehen, was so schwierig daran sein sollte, das zu verstehen, denn es ist
schließlich deckungsgleich mit dem vorstellungsfreien Erleben hier und jetzt.
Oder hat irgendwer je Vergangenheit oder Zukunft anders ausser als "Gedanken
hier und jetzt" erlebt? Worauf gründen also all die Widersprüche und Einwände?
Doch nur auf gedanklichen Theorien, auf Annahmen, auf Vermutungen und gedanklich
konstruierten Vorstellungen, in ihrer Summe als "Weltbilder" bezeichnet, oder
auf was bitteschön sonst? Das Erleben hier und jetzt ist einzig wirkliches
Erleben. Theorien hingegen sind nichts anderes als gedankliche Abstraktionen im
Geiste, der "Ich bin" selbst ist.
Was steht also dem grundsätzlichen
Verstehen der Aussage, "dass die raumzeitlich materielle Welt nur im bzw. als
Geist hier und jetzt existiert" im Wege, ausser der Glaube an Vermutungen,
logisch gedachten Annahmen und Theorien (= gedanklich konstruierte Weltbilder)?
Gruß
Joy
PS: Daran ändert auch der letzte etwas süffisante und
inhaltslose Kommentar von louisquinze nicht die Bohne! ;-)
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von
henrywilhelm am 05. Feb. 2006, 17:10 Uhr
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Guten Tag!
Es ist ein – unvermeidbarer – Nachteil eines solchen
Talks, dass viele Diskussionsstränge nebeneinander oder durcheinander laufen. An
vielen Punkten könnte und möchte man einhaken, aber dann ergeben sich
seitenlange Statements. Ich knüpfe daher nur an einem Punkt an.
Joys und
Wuweis Position lautet: Alles ist (der) Geist.
Dazu wird von ihnen
wiederholt vorgetragen, alles sei entweder wahrgenommen oder gedacht oder
erinnert oder vorgestellt u.ä., und Wahrnehmungen, Gedanken, Erinnerungen,
Vorstellungen u.Ä. seien schließlich nirgends woanders als im Bewusstsein.
Ein sehr gutes Beispiel bringt Joy im Folgenden, und zwar wirklich „ohne zu
konstruieren“, und das ist sehr verständnisfördernd.
Beitrag von Joy am
Gestern, 22:06 Uhr
"Verlasse ich jetzt mein Arbeitszimmer und gehe in die
Küche, ... Ich bewege mich durch einen geistig wahrgenommenen Raum. In der Küche
angelangt, drücke ich den Knopf der Kaffeemaschine. Mein zuvor geistig
wahrgenommenes Arbeitszimmer ŽexistiertŽ für mich jetzt nur als eine geistige
Vorstellung, vorausgesetzt, ich denke auch an das Arbeitszimmer."
Joy
sagt also, er sei in der Küche.
Er könnte in seiner Weise noch ergänzen: „Ich
nehme die Küche jetzt geistig wahr.“
Während er die Küche wahrnimmt, denkt
er (eventuell) an sein Arbeitszimmer. Er ergänzt in seiner Weise: „Das
Arbeitszimmer `existiert` für mich jetzt nur als eine geistige Vorstellung.“
Er hat also jetzt
a) eine „geistige Wahrnehmung“ der Küche und
b) eine
„geistige Vorstellung“ des Arbeitszimmers.
(Die meisten von uns würden a)
„Wahrnehmung“ nennen und b) „Erinnerung“.)
Beide existieren in seinem
Bewusstsein. Gewiss. Niemand wird d a s bestreiten.
Frage:
Sind
deshalb „geistige Wahrnehmung“ und „geistige Vorstellung“ (Wahrnehmung und
Erinnerung) dasselbe? Nur weil sie beide im Bewusstsein sind?
Mir
scheint: Auch Joy macht einen Unterschied.
Er sagt nämlich: Ich bin jetzt in
der Küche und das Arbeitszimmer existiert für mich nur als geistige Vorstellung.
Er sagt nicht: Ich bin jetzt im Arbeitszimmer und die Küche existiert für mich
nur als geistige Vorstellung.
Frage:
Wie macht Joy das: "geistige
Wahrnehmung" von "geistiger Vorstellung" zu unterscheiden?
Es wäre
wunderbar, wenn auch andere dazu etwas sagen könnten.
Gruß
henrywilhelm
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von Eberhard am
05. Feb. 2006, 17:27 Uhr
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Hallo allerseits,
es geht um die Frage, ob es eine
bewusstseinsunabhängige Außenwelt gibt, ob die Welt also unabhängig vom
menschlichen Bewusstsein existiert.
Dies wird verneint. Stattdessen wird
behauptet, "dass die raumzeitlich materielle Welt nur im bzw. als Geist hier und
jetzt existiert".
Unstrittig ist, dass alles, was immer ich auch
wahrnehme, vorstelle, erinnere oder denke, einen Bewusstseinsinhalt darstellt.
Unstrittig ist jedoch auch, dass ich mir bewusst einen Zustand der Welt
vorstellen kann, in dem ich kein Bewusstsein habe oder in dem es mein
Bewusstsein nicht gibt.
So kann ich bewusst denken, dass es mich und
damit auch mein Bewusstsein erst seit x Jahren gibt und dass es vor meiner
Geburt bereits eine Welt, z.B. meine Mutter, gegeben hat.
Gegen die
Aussage: "Unabhängig von mir und meinem Bewusstsein existierte vor meiner Geburt
bereits eine Welt, u.a. in Gestalt meiner Mutter" könnte jemand einwenden: "Wenn
Du ehrlich bist, musst Du doch zumindest zugeben und Dir selbst eingestehen,
dass deine Aussage zunächst einmal nichts anderes als eine reine
'Glaubensaussage' ist, die durch absolut gar nichts außer durch Annahmen belegt
ist."
Meine Entgegnung darauf lautet: "Diese Aussage halte ich für wahr,
weil sie durch die übereinstimmende Erinnerung aller Verwandten und Bekannten,
die älter sind als ich, bestätigt wurde und weil sie zusätzlich durch zahllose
Indizien wie alte Fotos, Briefe etc. bestätigt wird."
Dagegen könnte
jemand einwenden: "Deiner Aussage liegt keine authentische bewusst erlebte
Wahrnehmung zugrunde, sondern nur gläubige Annahmen, die miteinander nach einer
bestimmten Matrix (z.B. raumzeitlicher Logik) verknüpft werden und auf keine
authentisch erlebte Wirklichkeit mehr verweisen."
Meine Entgegnung darauf
lautet: "Eine Aussage kann und soll nicht mehr als wahr sein. Es bedarf dazu
einer stichhaltigen Begründung. Sie benötigt jedoch dazu keineswegs irgendwelche
höheren Weihen als 'authentisch erlebte Wirklichkeit'. Der Satz: 'Ich sehe vor
mir einen Monitor' ist nicht mehr und nicht weniger wahr als der Satz: 'Meine
Mutter gab es schon, als es mich noch nicht gab.'"
Fazit: Ich sehe
weiterhin kein stichhaltiges Argument gegen den von mir vorgetragenen Beweis
einer von meinem Bewusstsein unabhängigen Außenwelt.
Grüße an alle
Scharfdenker von Eberhard.
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von Joy am 05.
Feb. 2006, 18:14 Uhr
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on 02/05/06 um 17:10:05, henrywilhelm wrote:Er hat also jetzt
a) eine
„geistige Wahrnehmung“ der Küche und
b) eine „geistige Vorstellung“ des
Arbeitszimmers.
(Die meisten von uns würden a) „Wahrnehmung“ nennen und
b) „Erinnerung“.)
a) und b) sind beides geistig-bewusste
Wahrnehmung hier und jetzt. a) ist eine bewusste räumlich materielle Wahrnehmung
hier und jetzt und b) ist eine bewusst er-innerte gedankliche Wahrnehmung hier
und jetzt. Wenn ich beide Wahrnehmungen hier und jetzt miteinander raumzeitlich
verknüpfe, geschieht diese Verknüpfung auch wieder nur bewusst hier und jetzt
"in mir", und zwar gedanklich. So baut das raumzeitlich logische Denken hier und
jetzt eine raumzeitliche materiell existente Welt auf, die als solche aber
ebenso wieder nur geistig in mir selbst hier und jetzt als eine gedanklich
konstruierte Vorstellung existiert.
on 02/05/06 um 17:10:05,
henrywilhelm wrote:Frage:
Sind deshalb „geistige Wahrnehmung“ und „geistige
Vorstellung“ (Wahrnehmung und Erinnerung) dasselbe? Nur weil sie beide im
Bewusstsein sind?
Ich würde verbal formulieren, dass beides
nicht das gleiche, aber dasselbe sind (= Wahrnehmungen hier und jetzt).
on 02/05/06 um 17:10:05, henrywilhelm wrote:Mir scheint: Auch Joy macht
einen Unterschied.
Er sagt nämlich: Ich bin jetzt in der Küche und das
Arbeitszimmer existiert für mich nur als geistige Vorstellung.
Er sagt nicht:
Ich bin jetzt im Arbeitszimmer und die Küche existiert für mich nur als geistige
Vorstellung.
Wenn ich (= Wahrnehmung) räumlich im Arbeitszimmer
bin ist natürlich die "Küche" nur als Vorstellung materiell existent, wenn ich
sie denke.
on 02/05/06 um 17:10:05, henrywilhelm wrote:Frage:
Wie
macht Joy das: "geistige Wahrnehmung" von "geistiger Vorstellung" zu
unterscheiden?
"Joy macht das nicht". Joy IST das alles selbst.
;-)
Aber: Auch eine konstruierte gedankliche Vorstellung ist nur hier und
jetzt bewusst wahrgenommen. Bewusste Wahrnehmung ist immer nur hier und jetzt.
Erst wenn ich geistige Bewusstseinsinhalte gedanklich miteinander in mir hier
und jetzt in einen konstruierten Bezug setze, also miteinander
raumzeitlich-logisch gedanklich verknüpfe, entsteht quasi die Zeit in mir und
ebenso die geistige Vorstellung einer räumlich materiell existenten Welt über
meine räumliche Wahrnehmung hier und jetzt hinaus. Mit anderen Worten: Eine
"raumzeitlich materiell existierende Welt" existiert nur als eine geistig
konstruierte (verknüpfte) Vorstellung in meinem eigenen Geist, den "ich" nicht
habe, sondern der "Ich" selbst "bin".
Ist doch eigentlich ganz einfach zu
verstehen. Daher frage ich ja auch immer wieder, auf welcher realen Basis ausser
Glaubensannahmen Widersprüche zu dieser Aussage denn stehen? Ich beschreibe
schließlich hier nichts anderes, als das von mir aufmerksam beobachtete
faktische Erleben (= wahrnehmen hier und jetzt) meiner selbst, der "Ich" aber
kein objektives "Ding" bin.
Gruß
Joy
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von mbl am 05.
Feb. 2006, 18:30 Uhr
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Quote:Verlasse ich jetzt mein Arbeitszimmer und gehe in die Küche, um mir
einen Kaffee zu holen -was ich jetzt auch erst mal tue, bevor ich weiter
schreibe- verändert sich die von mir wahrgenommene Formen-Welt. Ich bewege mich
durch einen geistig wahrgenommenen Raum. In der Küche angelangt, drücke ich den
Knopf der Kaffeemaschine. Mein zuvor geistig wahrgenommenes Arbeitszimmer
"existiert" für mich jetzt nur als eine geistige Vorstellung, vorausgesetzt, ich
denke auch an das Arbeitszimmer. Joy
....
Quote:Es ist kein
empirisches Wissen. Es ist ein "Wissen", welches verbal nur gleichnishaft
formuliert werden kann. Das "Ich bin" steht ja sprachmetaphorisch nur als
selbstreferentielle Anzeige für "hier und jetz bewusst bzw. gewahr zu sein". Es
wird kein objektiviert Seiendes damit angezeigt, denn "Ich" ist ja kein Objekt,
kein "Ding".
Was WuWei und ich hier schreiben, kann in dem einen Satz
auch gesagt werden: Erkenne was hier und jetzt ist, frei von jeder konzeptuellen
Annahme (= Glauben).
Das stimmt alles, und dennoch fehlt meiner
Meinung nach eine Ergänzung, vor allem zu den "konzeptuellen Annahmen". Wenn Du
Kaffee holen gehst und danach wieder zurück an Deinen Schreibtisch, dann findest
Du im allgemeinen den Schreibtisch so vor wie Du ihn verlassen hast, obwohl -
und ich stimme Dir da zu - Du Dich in einem geistigen Raum bewegst.
Ich
denke, dass diese Ebene, die irdische Welt, mit Hilfe von Konzepten entworfen
wird. Der Punkt ist nur, dass man die Konzepte nicht für die Wahrheit hält.
Sinnvoller ist es eher, sich die Konzepte - oder Glaubenssätze - so zugänglich
zu machen, dass man sich darin frei bewegen kann UND sie bei Gelegenheit sogar
ablegen kann.
Eine freie Wahl, hier auf der Erde, wäre also, dass Du,
wenn Du an Deinen Arbeitsplatz zurückgehst, diesen frei gestalten könntest, so
dass er z.B. am Meer liegt, oder im Wald, oder was auch immer man sich so
ausdenken kann. Das wäre schon ein hoher Grad an Beweglichkeit im Bewusstsein.
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von WuWei am
05. Feb. 2006, 18:31 Uhr
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Hallo Eberhard,
ich antworte jetzt erstmal auf diesen Beitrag von dir,
auf den anderen wahrscheinlich erst morgen.
[/i]
ich habe das Gefühl,
dass wir recht nahe am Kern unserer Kontroverse sind. Machen wir also ruhig und
besonnen weiter wie bisher. Dass man verschiedene Ansichten hat, schließt einen
freundlichen Umgang miteinander nicht aus.
[i]
Sehe ich genauso.
[/i]
Fangen wir mit dem letzten an. Joy schrieb: “Nach dem Selbsterkennen
kannst Du diesen "Wegweiser" freilich vergessen …. Du hast Dich dann nämlich
selbst erkannt, Deine eigene wahre Identität, Deine Göttlichkeit und
Unsterblichkeit.“ Habe ich ihn missverstanden?
[i]
Wahrscheinlich
schon. Weil du es nicht auf deine Person bezogen verstehen darfst. Das, was sich
da erkennt, ist zwar Ich, aber eben kein persönliches Ich. Die Person bleibt
sterblich, aber Ich erkennt sich als Universalität, als Quelle von Raum und
Zeit, als absolutes Bewußtsein.
[/i]
Aber zur Sache: Du schreibst:
Aber warum solltest du dir überhaupt eine Vorstellung von der wirklichen Welt
machen? Sie ist dir doch hier und jetzt gegeben, warum noch etwas davor-stellen?
Meine Antwort darauf lautet zugespitzt: Ich muss eine Vorstellung von der
wirklichen Welt haben, um gezielt handeln zu können und die Zukunft zu
gestalten.
[i]
Ja und nein. Kommt darauf an, aus welcher Perspektive
man es sieht. Aber sehen wir weiter.....
[/i]
Ich bin ein wollendes
Wesen, habe Wünsche und Abneigungen und verfolge Ziele.
Durch geeignetes
Handeln kann ich beeinflussen, was ich zukünftig erleben und wahrnehmen werde.
Zum Beispiel kann ich durch das Konservieren von Nahrungsmitteln vermeiden, dass
ich im nächsten Winter verhungere. Dazu benötige ich Kenntnisse von der Art:
„Wenn ich dies Stück Fleisch in Salz lagere, dann ist es nach 5 Monaten noch
genießbar und nicht verfault.“
[i]
Nun, mir geht es genauso. Auch ich
schaue auf das Haltbarkeitsdatum, vor allem wenn ich Fleisch kaufe ;-)
[/i]
Eine Reihe von intellektuellen Leistungen ist dazu erforderlich:
1.
Ich muss zwischen den verschiedenen Arten von Bewusstseinsinhalten unterscheiden
lernen (Ist das jetzt geträumt oder wahrgenommen? etc.)
2. Ich muss mit sich
selbst identische Objekte identifizieren und mit einem Namen versehen: Diese
Konstellation aus Linien und Farben ist ‚mein Ball’. Es ist derselbe Ball,
obwohl er mal ganz klein und mal ganz groß erscheint, mal strahlend farbig und
mal dunkel, mal warm und mal kalt ist.
3. Ich muss Klassen von gleichartigen
Objekten bilden und benennen und gegen andere Objekte abgrenzen. „Fleisch, das
in Salz gelagert worden ist, nenne ich Pökelfleisch.“
4. Ich muss Annahmen
über zukünftige Wahrnehmungen machen, die ich aus beobachteten Regelmäßigkeiten
und Wahrscheinlichkeiten ableite: „Pökelfleisch hat die Eigenschaft, dass es
mehr als 5 Monate genießbar bleibt.“
[i]
Ja.
[/i]
Meine
These ist:
1. Ohne die Erfindung von geeigneten Begriffen und Sätzen dieser
Art kann ich nicht gezielt handeln.
[i]
Richtig.
[/i]
2.
Derartige Sätze ergeben sich nicht von selbst aus dem Strom des Bewusstseins.
[i]
Ich weiß, was du meinst. Du meinst, es reicht einfach nicht, "nur"
wahrzunehmen, man muß die Wahrnehmungen auch interpretieren, beurteilen und
vorausschauen können.
Schon richtig, aber dennoch: Dieses logische und
vorausschauende Denken ist ebenso ein Aspekt des Bewußtseins wie alle Gefühle
und alle Wahrnehmungen. Und wie auch der Wille, logisch zu denken oder zu
handeln.
All dies entsteht im Bewußtsein, das du ja selbst bist. Und ebenso
entsteht hieraus die Idee, daß deine Identität eine Person bzw. ein Körper ist.
[/i]
Aus der Wahrnehmung allein ergibt sich nicht das begriffliche
Raster zur Erfassung und Beschreibung dieser Wahrnehmungen, denn das
begriffliche Raster (etwa wie viele Arten von Schnee eine Sprache unterscheidet)
hängt von der Lebenspraxis ab, in der diese Begriffe verwendet werden.
[i]
Ja. Selbsterkenntnis bedeutet nicht, daß man nicht mehr denkt. Das "Problem"
ist eher das abstrakte Denken. Ich denke auch über zeitliche Zusammenhänge nach
und verwende den Begriff "Zeit". Aber ich glaube nicht (mehr), daß diese
Begriffe für objektiv existierende Dinge da draußen stehen. Sie beziehen sich
allein auf bewußte Wahrnehmungen und Empfindungen.
[/i]
Allgemein
formulierte empirische Regelmäßigkeiten (Wenn x, y, z, dann a) beziehen sich
nicht nur auf die wahrgenommene Welt sondern auch auf die zukünftige Welt.
[i]
Richtig, ich muß auch in gewisser Weise planen. Aber die zukünftige
Welt ist nichts als eine Vorstellung jetzt im Bewußtsein, die dann als
Wahrnehmung jetzt im Bewußtsein erscheint.
[/i]
Um abschließend ein
konkretes Bespiel zu geben. Ich habe den Begriff „Krähe“ gebildet, die ich in
bestimmter Weise definiere und deren regelmäßige Eigenschaften (Größe, Farbe des
Gefieders, Art der Laute, Verhalten gegenüber Menschen etc. ) ich erforscht
habe.
Dazu gehört der Satz: „Wenn ein Mensch sich einer sitzenden wilden
Krähe auf weniger als 10 Metern nähert, dann fliegt sie auf.“
Ich gehe
auf die Wiese und sehe auf einem Pfahl eine Krähe. Oder ist es keine Krähe,
sondern ein Bussard? Ich gehe näher heran und sehe den kräftigen geraden
Schnabel. Also kann es kein Bussard sein. Das glänzende schwarze Gefieder gehört
eindeutig zu einer Saatkrähe. Hm, aber ich gehe immer näher heran und der Vogel
bleibt immer noch sitzen. Ich bin jetzt ca. 8 Meter entfernt und der Vogel rührt
sich nicht. Sind Krähen doch weniger menschenscheu als ich bisher annahm? Aber
ist das, was ich da sehe, überhaupt eine Krähe? Dem Aussehen nach sicherlich.
Seltsam. Sie sitzt so still und wie unbeteiligt da. Ich komme noch näher: Und
sehe genauer die Augen des Vogels: Ja, das ist eine Krähe, aber eine
ausgestopfte!! Da hat sich jemand einen Scherz mit mir erlaubt.
[i]
Sehr schön, diese Krähengeschichte :-). In der Tat könnte mir das natürlich ganz
genauso passieren.
[/i]
Vor diesem Hintergrund wiederhole ich jetzt
noch einmal Deine Aussgen:
"Die reale Welt IST die wahrgenommene Welt,
denn keine andere könntest du je erleben, sie ist deine Realität.
Aber warum
solltest du dir überhaupt eine Vorstellung von der wirklichen Welt machen? Sie
ist dir doch hier und jetzt gegeben, warum noch etwas davor-stellen?"
Mein Einwand gegen Deine Auffassung lautet: Mit der bloßen Wahrnehmung ist uns
die wirkliche Welt noch nicht gegeben, insbesondere nicht die zukünftige Welt.
[i]
Ich meinte, ich brauche mir keine Vorstellung über das Wesen der
Wirklichkeit machen, weil ich sie unmittelbar wahrnehme.
Ich muß nicht etwas
dahinter vermuten, was ich eh niemals wahrnehmen kann. Das kann immer nur
Vermutung bleiben.
Dein Einwand geht davon aus, daß Wahrnehmungen etwas
sind, das quasi von "außen" an mich dringt, während meine Interpretation dessen
allein "innen" erfolgt. Ich unterscheide aber gar nicht zwischen innen und
außen, weil ich sowas ebenso für eine abstrakte Vorstellung, eine Vermutung
halte. Wo soll die Grenzlinie zwischen innen und außen verlaufen?
Wie ich
es sehe, erscheinen Wahrnehmungen wie auch Gedanken hier und jetzt, und sind
nicht von mir zu trennen.
Ich als absolutes Bewußtsein nehme die Welt
wahr, die in mir selbst entsteht. Ich nehme sie aus der Perspektive einer
menschlichen Person wahr, und das heißt, daß aus dieser Perspektive
unwillkürlich auch interpretieren, analysieren, vorstellen, und erinnern
erfolgt. Aber all das, meine Person und mein interpretierendes Denken entsteht
und ist allein in mir, dem absoluten Bewußtsein.
viele Grüße,
WuWei
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von delfi am
05. Feb. 2006, 19:16 Uhr
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um eine vernünftige Antwort zu bekommen,
will ich mich mal auf eine einzige
Frage beschränken:
on 02/04/06 um 04:42:04, tingeltangelbob
wrote:Zitat "delfi" :
jetzt stell mir bitte noch den "ERKENNENDEN" vor,
ich kenne ihn leider nicht.
Antwort:
hmm, naja... als "Erkennnenden"
bezeichne ich DENJENIGEN.., der per Sprach/Schriftgebrauch in der Lage ist ,
Aussagen über die Welt zu treffen....", BEZEICHNEN/ BESCHREIBEN/ KONSTRUIEREN/
KOMMUNIZIEREN ...
das soll eine Antwort sein???? spinnst du?
per Sprach/Schriftgebrauch existiert die Erde ca. 5 Milliarden Jahre und der
Mensch je nach Definition 500 bis 50 Tausend Jahre.
Also wer war der
ERKENNENDE? vor 500 000 Jahren?
Salve
[skater]
p.s.
mit dem
Alzheimer sei vorsichtig,
könnte auf dich zurückfallen,
du redest ja immer
noch von "absurd" bei der Vergangenheit
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von Joy am 05.
Feb. 2006, 19:30 Uhr
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on 02/05/06 um 17:27:28, Eberhard wrote:Unstrittig ist, dass alles, was
immer ich auch wahrnehme, vorstelle, erinnere oder denke, einen
Bewusstseinsinhalt darstellt.
Unstrittig ist jedoch auch, dass ich mir
bewusst einen Zustand der Welt vorstellen kann, in dem ich kein Bewusstsein habe
oder in dem es mein Bewusstsein nicht gibt.
Um Dir das
vor-stellen zu können, mußt Du aber bewusst sein. Und die raumzeitliche Welt
existiert doch selbst als nichts anderes, ausser als Bewusstsein hier und jetzt
(schreibst Du sogar mittlerweile selbst!). Es gibt aber keine "chronologische
Zeit" ausserhalb des Bewusstseins, denn alles was Du selbst bist und selbst
wahrnimmst und vorstellst IST doch Bewusstsein selbst (schreibst Du doch auch!).
Es gibt keine raumzeitlich materiell existierende Welt jenseits des
Bewusstseins. Eine solche Welt existiert nur als eine hier und jetzt für wahr
geglaubte bewusste gedankliche Vor-Stellung "in Dir selbst".
on
02/05/06 um 17:27:28, Eberhard wrote:So kann ich bewusst denken, dass es mich
und damit auch mein Bewusstsein erst seit x Jahren gibt und dass es vor meiner
Geburt bereits eine Welt, z.B. meine Mutter, gegeben hat.
Wer
ist es denn, der da denkt, außer Bewusstsein selbst??? Du (= Bewusstsein, Geist)
kannst natürlich alles mögliche denken, gar keine Frage, auch einen Löwen, der
mit Badehose und Sonnenbrille auf einer Sonnenliege am Strand liegt und nach
hübschen Löwinen Ausschau hält und dabei genüßlich an seinem Cocktail nippt.
Aber entspricht das Deiner realen bewussten Wahrnehmung?
Um zu denken,
dass es die Welt bereits gab, bevor Du selbst bewusst warst, mußt Du selbst
bewusst sein und nur als wahrgenommenes Bewusstsein "existiert" die Welt doch.
Du schreibst doch selbst: "Unstrittig ist, dass alles, was immer ich auch
wahrnehme, vorstelle, erinnere oder denke, einen Bewusstseinsinhalt darstellt."
on 02/05/06 um 17:27:28, Eberhard wrote:Gegen die Aussage: "Unabhängig
von mir und meinem Bewusstsein existierte vor meiner Geburt bereits eine Welt,
u.a. in Gestalt meiner Mutter" könnte jemand einwenden: "Wenn Du ehrlich bist,
musst Du doch zumindest zugeben und Dir selbst eingestehen, dass deine Aussage
zunächst einmal nichts anderes als eine reine 'Glaubensaussage' ist, die durch
absolut gar nichts außer durch Annahmen belegt ist."
Meine Entgegnung
darauf lautet: "Diese Aussage halte ich für wahr, weil sie durch die
übereinstimmende Erinnerung aller Verwandten und Bekannten, die älter sind als
ich, bestätigt wurde und weil sie zusätzlich durch zahllose Indizien wie alte
Fotos, Briefe etc. bestätigt wird."
Verwandte, Bekannte, Fotos,
Briefe usw. sind doch nichts anderes als das Bewusstsein von ihnen. Wenn in
einem nächtlichen Traum ein Brief auftaucht, was meinst Du, wer diesen
geschrieben hat? Wenn Du im Traum durch einen Wald spazierst, wer hat wohl die
Bäume gepflanzt, von denen Du aufgrund ihrer Größe annimmst, sie seien
mindestens 100 Jahre alt? Wenn Du in dem Traum stirbst und in einer Berliner
Wohnung aufwachst, glaubst Du dann etwa, dass der soeben noch wahrgenommene
(geträumte) Wald dann auch materiell weiterhin existiert?
on 02/05/06
um 17:27:28, Eberhard wrote:Dagegen könnte jemand einwenden: "Deiner Aussage
liegt keine authentische bewusst erlebte Wahrnehmung zugrunde, sondern nur
gläubige Annahmen, die miteinander nach einer bestimmten Matrix (z.B.
raumzeitlicher Logik) verknüpft werden und auf keine authentisch erlebte
Wirklichkeit mehr verweisen."
Meine Entgegnung darauf lautet: "Eine
Aussage kann und soll nicht mehr als wahr sein. Es bedarf dazu einer
stichhaltigen Begründung. Sie benötigt jedoch dazu keineswegs irgendwelche
höheren Weihen als 'authentisch erlebte Wirklichkeit'. Der Satz: 'Ich sehe vor
mir einen Monitor' ist nicht mehr und nicht weniger wahr als der Satz: 'Meine
Mutter gab es schon, als es mich noch nicht gab.'"
Wobei er
zweifelsfrei mit diesem entgegneten Einwand recht hat. Wenn Du vor Dir einen
Monitor siehst (diesen also materiell wahrnimmst), dann ist die Aussage wahr.
Wenn Du sagst "Meine Mutter gab es schon, als es mich noch nicht gab.", dann ist
dies ganz klar eine Glaubensaussage, der ein bestimmtes ganz konkretes
materialistisches Weltbild bereits zugrunde liegt, welches Dich glauben läßt,
dass eine materielle Welt unabhängig und jenseits ihres bewussten
Wahrgenommenwerdens existiert. Du setzt, philosophisch betrachtet, bereits etwas
als real gegeben voraus, was Du, philosophisch betrachtet, erst zu erkennen
trachtest.
Als ich heute mittag spazieren ging, sah ich ein Krokodil mit
Flügeln, dass von einem Baum zum anderen Baum, der über 20 Meter entfernt war,
hüpfte und das schließlich einer alten Dame, welche auf einer Parkbank unter den
Bäumen saß, trockene Brotreste aus der Hand frass. Als die Brotreste alle
vertilgt waren bedankte sich das Krokodil mit herzlichen Worten und einem Kuss
auf die Wange der alten Frau und flog davon. Du, Eberhard wirst das glauben,
ohne eine stichhaltige Begründung? Naja, für wahr glauben läßt sich alles, man
muß es sich nur lange genug selbst einreden, irgendwann greift die Suggestion.
;-)
on 02/05/06 um 17:27:28, Eberhard wrote:Fazit: Ich sehe weiterhin
kein stichhaltiges Argument gegen den von mir vorgetragenen Beweis einer von
meinem Bewusstsein unabhängigen Außenwelt.
Grüße an alle Scharfdenker von
Eberhard.
Welchen "Beweis" hast Du denn hier vorgetragen? Du
hast doch nur "Deine gläubigen Annahmen" vorgetragen, die keiner "stichhaltigen
Begründung" bedürfen, wie Du selbst schreibst.
Und das mit dem
"Scharfdenker" ist wohl ein Witz? Du meintest wohl eher die Gut- und
Leichtgläubigen, denen ihr konstruiertes Glaubens-Dogma alles bedeutet! ;-)
Gruß
Joy
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von solida am
05. Feb. 2006, 19:38 Uhr
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"per Sprach/Schriftgebrauch existiert die Erde ca. 5 Milliarden Jahre und der
Mensch je nach Definition 500 bis 50 Tausend Jahre." delfi
Da der Mensch
demnach nicht vor 5 Millarden Jahren existierte, sondern erst seit
beispielsweise 50 Tausend Jahren kann Mensch annehmen, dass die Erde eine
längere Existenz besitzt, als er selbst. Was ist denn mit dem Menschen passiert,
dass er, sagen wir mal, annehmen kann, dass die Erde unabhängig von seiner
Existenz existiert?
solida
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von hhmoeller
am 05. Feb. 2006, 19:51 Uhr
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on 02/04/06 um 22:06:39, Joy wrote:Das heißt, jede Aussage, egal ob positiv
oder negativ, über die "materielle Existenz" des jetzt nicht wahrgenommenen
Arbeitszimmers ist immer eine spekulative und gründet immer nur auf einer
Annahme.
Richtig. Das heißt aber auch, daß aus der unmittelbaren
Wahrnehmung keine Entscheidung darüber möglich ist, ob eine vom Bewußtsein
unabhängige materielle Welt existiert.
Deine Überzeugung, daß es keine
vom Bewußtsein unabhängige materielle Welt gibt, ist also eine gedankliche
Konstruktion, ein Glaubenssatz, den man für wahr halten kann oder auch nicht.
Zum dritten mal:
Fakten, Fakten, Fakten:
Fakt ist, daß die
Zahl der Sätze, die man aus einer einzelnen Prämisse folgern kann exakt null
ist:
Alles, was Du über den Satz "ich bin" hinaus behauptest, ist eine
willkürliche gedankliche Konstruktion.
Quote:Auf diesen Vorhalt
antwortete ich bereits gestern mit Beitrag # 86:
Ich versuche
mal aus Beitrag # 86 eine klare Aussage zu machen:
Außer der Prämisse
"ich bin" verfügst Du über eine weitere Prämisse:
"Mein Welterleben
vermittelt mir vollständig und verzerrungsfrei Wissen über die Realität."
Dieser Prämisse widerspreche ich. Zum Einen ist es eine spekulative
Annahme, daß Erleben Auskunft über die Wirklichkeit gibt. Zum Anderen erlebe ich
keine geistige Welt. Ich habe noch nie die Einheit des Bewußtseins erlebt. (Wenn
es das gäbe wären Scheidungsrichter arbeitslos.) Wenn ich einen Stein in die
Hand nehme, erlebe ich einen Festkörper und kein geisterhaftes nebulöses Etwas.
Wenn man das Erleben als unfehlbare Erkenntnisquelle ansieht, kommt man sehr
leicht zu anderen als zur Esoterischen Weltanschauung.
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von Eberhard am
05. Feb. 2006, 20:27 Uhr
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Hallo WuWei,
um die Sache noch etwas zuzuspitzen: Ich gehe zusammen mit
Dieter, einem befreundeten Vogelkenner, spazieren. Wir sehen auf einem Pfahl
einen Vogel sitzen. Ich sage: „Sieh mal, da auf dem Pfahl: ein Bussard!“ – „Du
irrst, das ist eine ganz gewöhnliche Krähe,“ sagt Dieter.
Wie kann ich
mich mit Dieter sinnvoll darüber streiten, was für ein Vogel auf dem Pfahl
sitzt, wenn jeder von uns seine Wahrnehmungen und sein Bewusstsein hat und es
keine von unserem Bewusstsein unabhängige Wirklichkeit gibt? Wie definierst Du
„Irrtum“?
Es grüßt Dich Eberhard.
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von Eberhard am
05. Feb. 2006, 20:47 Uhr
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Hallo Joy,
warst Du eigentlich nüchtern, als Du Deinen letzten Beitrag
verfasst hast? Vielleicht überarbeitest Du ihn noch mal. Mit solchen
Verdrehungen ist er keine Entgegnung wert.
Es grüßt Dich Eberhard.
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von WuWei am
05. Feb. 2006, 21:01 Uhr
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Hallo Philoschall,
[/i]
du schreibst: "Warum Dualismus? Ausdehnung ist
nicht verschieden von Bewußtsein, ist nur ein Aspekt des Bewußtseins. Der Raum,
den du in einem Gedanken oder einem Traum wahrnimmst, ist doch auch nichts
anderes als der denkende bzw. träumende Geist, oder?"
Was sind denn
BewusstseinsINHALTE anderes als das Denken der mit Ausdehnung gegebenen,
entsprechend der gegebenen menschlich-körperlich Konstitution wahrgenommenen
DINGE? Die mit und in der Sinnenerfahrung gefundenen DenkINHALTE sind hier -in
der Grunderfahrung-, anderes nicht, als dass von und mit den Dingen gegebene
Fühlen, Wissen (Logik), Wollen somit unser materialistisches Bewusstsein, dass
in anschaulichen Begriffen zwecks Lebenspraxis ins Denken gekommen.
[i]
Schon der Begriff Bewußtseinsinhalte ist problematisch, da er suggeriert,
daß es Bewußtsein UND Inhalte gibt, so wie Obstschale und Obst. Es gibt aber
leere Obstschalen, wie auch Obst ohne Obstschale. Dagegen gibt es aber kein
Bewußtsein ohne Inhalte, und keine Inhalte ohne Bewußtsein, nicht wahr?
[/i]
WuWei, folgende Frage: Ich lese in Deinen Ausführungen immer Kritik an
Eberhard seiner These. Nur vom Geist zu schreiben und von hier aus die von
Eberhard vertretende These zu kritisieren, es gebe die von Bewusstsein
unabhängig objektive Wirklichkeit, ist das nicht nur zu wenig, sondern auch
verkehrt?
[i]
Tja, wie man's macht isses falsch [cheesy]. Aber im
Ernst:
ich will ja keine Theoriegebäude aufstellen, sondern lediglich auf
die erlebte Wirklichkeit des einzelnen hinweisen. Dazu benutze ich Metaphern,
Symbole, Sinnbilder, Andeutungen. Deren Wert ergibt sich allein daraus, ob der
Angesprochene etwas mit den Hinweisen anfangen kann.
[/i]
Ich meine
das ist verkehrt, weil nicht nur Geist ist und die zu Recht zu kritisierenden
Dualismusmen von Materie UND Geist sind, sondern zugleich materiale
BewusstseinsINHALTE sind.
[i]
Hmm, machst du jetzt nicht selbst einen
Dualismus zwischen Bewußtsein und Bewußtseinsinhalten auf?
[/i]
Weil
DenkINHALTE sind, mit denen sich nicht nur Lebenspraxis, sondern weil mit
BewusstseinsINHALTEN auch die, die Entfaltung der Lebenspraxis behindende
logisch-verkehrte Denkweise -eben mit den zu kritisierenden Dualismen-, sich
manifestiert. Wird auf diesen Denk-/BewusstseinsINHALTEN nicht kritisch Bezug
genommen, und dieses vermisse ich in Deinen Ausführungen zum Geist, wird dann
nicht diese Deine Kritik weiterhin völlig ins Leere, d.h. vorbei an Eberhards
These gehen? Eberhard kann hier zu Recht die Position einnehmen, dass nicht nur
Deine bisherige Kritik an seiner These Scheinkritik ist.
Einfach
deswegen, weil er auf den von Dir und von Joy ausgegebenen Geist (in meinen
Worten, dass DenkINHALTSLOSE Denken) -in dem das Subjekt sowie Ausdehnung
aufgehoben sein sollen???-, sich nicht bezieht, kann er zu Recht schreiben, dass
er "mit einem Bewusstsein oder Geist ohne zugehöriges bewusstes und vernünftiges
Subjekt leider nichts anfangen kann". Soweit ich sehe, meint er anderes nicht zu
kennen, als Subjektivität im Rahmen seiner ausgegebenen objektiven Wirklichkeit.
[i]
Ich weiß wieder nicht, ob ich dich richtig verstanden habe. Für
mich gibt es kein inhaltsloses Denken, genausowenig wie Geist ohne Inhalt bzw.
Form, oder leeren Raum ohne Körper.
Ich kann mit einem Geist-an-sich auch
nichts anfangen, weil es solch ein Ding nicht gibt. Das heißt, von Geist kann
ich erst sprechen, wenn er sich scheinbar in Subjekt und Objekt aufgespalten
hat. Auch wenn in der Erkenntnis Subjekt und Objekt eins sind, geschieht
Wahrnehmung immer scheinbar durch einen Körper, durch eine Perspektive.
Wenn du dir einen Berg vorstellst, kannst du das ja auch nicht anders tun, als
einen Betrachter des Berges, eine Perspektive hineinzuprojizieren. Dennoch weißt
du, daß Betrachter und Betrachtetes eins sind, nämlich Geist.
Grüße,
WuWei
--------------------------------------------------------------------------------
Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von hel am 05.
Feb. 2006, 21:40 Uhr
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Hallo Leute
Es ist nicht ganz unwitzig, zu sehen, wie mit den
verschiedensten Argumenten versucht wird, eine Frage zu entscheiden, welche als
solche diesem Thread eine Antwort beschert: ja, es gibt sinnlose philosophische
Fragen. Und diese, ob es außer mir eine objektive Welt gibt, oder alles nur Teil
meines Bewußtseins ist, ein Traum, eine böse Illusion eines höllischen Dämons
etc.. gehört nunmal dazu.
Der Streit zwischen Nondualisten und denen, die den
Dingen eine objektive, vom Bewußtsein unabhängige Existenz gewähren, ist
höchstens dadurch zu entscheiden, daß man den, der zuletzt des Keislaufs der
Argumente müde wird, als Sieger prämiert. Und ich würde mal jede Wette eingehen,
daß nach diesen Spielregeln Joy zu den Gewinnern zählen wird.
Der Nondualist
kann sich getrost auf seine unangreifbare Position zurückziehen. Nur eines kann
er nicht, die Welt der an unserem Bewußtsein vorüberziehenden Phänomene auch nur
annähernd erklären. Das bleibt den langweiligen Realisten überlassen :-)
Grüße,
hel
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von philoschall
am 05. Feb. 2006, 22:57 Uhr
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"Gibt es eine bewusstseinsunabhängige Außenwelt?" Vielleicht kriegen wir von
dieser (sinnvollen?) Frage ja noch einmal die Kurve zum ursprünglichen Thema ...
: „Warum ist überhaupt etwas und warum ist nicht nichts?“ Eberhard
DenkINHALTE sind mit Sinnenerfahrung gegeben, sind gegeben mit der Erfahrung von
Dingen. Dinge sind keine Dinge-an-sich, sind relativ, sind mit
BewusstseinsINHALTEN. Dinge sowie BewusstseinsINHALTE wurden und werden zwecks
Lebenspraxis auseinandergehalten. Vollzieht sich die Lebensfürsorge als die der
Relativität, kann der menschliche Verstand keine Verabsolutierung des von der
Ausdehnung Wahrgenommenen betreiben, d.h. er betreibt keine Metaphysik. Die
Metaphysik steht in Geltung, wenn Dinge "an sich", beispielsweise als
bewusstseinsunabhängige Aussenwelt behauptet wird. Solange Dinge "an sich"
genommen werden, etwa in der Aussage, dass ausgedehnte Wirklichkeit von
Bewusstsein unabhängig sein soll, muss Eberhards erste Frage als eine Frage der
Notwendigkeit und zwar für alle Denkenden in Geltung stehen. Einfach deswegen,
weil es Glaubende des "an sich" gibt, die mit IHREN ausgedehnten Denken nicht
nur das Denken was relativ ist, die ausserdem relative DenkINHALTE
verabsolutierend denken. Und somit bestenfalls Unsinn konstruieren und am
laufenden Band unsinnige, d.h. alles andere als philosophische Fragen stellen.
Inwieweit es "sinnvoll" ist, sich mit "Argumenten" der "an sich" Glaubenden
auseinanderszusetzen, ist eine andere Frage. Damit zu Eberhards zweiten Frage.
Da DenkINHALTE sind, gibt es etwas: dass, was mit und in der Sinnenerfahrung
von ausgedehnter Welt wahrgenommen wurde: DINGE. Da Dinge nicht "an-sich",
sondern relativ sind, existieren Dinge nicht als absolute. Die Denkenden wissen:
Nicht das von ausgedehnter Wirklichkeit Wahrgenommene ist grundsätzlich
verkehrt; dass verkehrte Denken der Ausdehnung bringt die Konfusion.
Anders die Nichtdenkenden. Diese nehmen "an sich" in der Ausdehnung nicht als
nicht-existierend, sondern beispielsweise als das, o jeh, was von ihnen nicht
nur als logisch-richtiges sondern sogar als DIE Wahrheit ausgesagt wurde und
wird. Dass wurde und wird von allen Gläubigen der Nichtse aller Zeiten bewiesen.
Diese beweisen selbst die Verkehrung des Denkens der Ausdehnung: da sollen
beispielsweise DenkINHALTE nicht mehr anschauliche sein, die in Begriffe gedacht
werden, sollen anderes sein: unanschauliche Begriffe, Raum und Zeit a priori ...
als Bedingungen der Erfahrung. Der, beispielsweise mit diesen a priori ...
ausstaffierte Denkzustand ist Beweis, dass "an sich" nur jenen existiert, die an
solcher Art zurechtgebastelten Verstand Glauben. In Zeiten, in denen die
Religion blüht, sind diese die eifrigsten, aufgeklärten Gottesfürchtigen. In
Zeiten, in denen die Empirie, die Wissenschaft den Zeitgeist beherrscht, sind
diese die eifrigsten, über die Metaphysik und Religion vergangener Zeiten
aufgeklärtesten Wissenschaftsgläubigen.
Gruss
philoschall
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von Eberhard am
05. Feb. 2006, 23:12 Uhr
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Hallo allerseits,
hier noch ein (sinnloser?) Versuch, die Sache zu
klären:
Es wurde die Behauptung aufgestellt:
„Verwandte, Bekannte,
Fotos, Briefe usw. sind nichts anderes als das Bewusstsein von ihnen.“
Diese Gleichsetzung ist meiner Ansicht nach falsch.
Ich habe schon
mehrfach meinen Onkel per Handschlag begrüßt, habe aber noch nie dem Bewusstsein
von ihm die Hand gegeben.
Ich habe schon mehrfach Briefe in den
Briefkasten geworfen, aber noch nie das Bewusstsein von einem Brief in den
Briefkasten geworfen.
Als ich klein war, hat mein Vater gesagt: „Was Du
dort siehst, ist ein Hubschrauber“ und hat dabei auf das Flugzeug ohne Flügel
gezeigt. Er hat nicht gesagt: „Was Du dort siehst, ist das Bewusstsein von einem
Hubschrauber.“
Ich habe zwar schon Hubschrauber gesehen, aber noch kein
Bewußtsein von einem Hubschrauber. Das Bewusstsein eines Hubschraubers als
optischen Sinneseindruck kann ich allerdings gedanklich „vor meinem inneren
Auge“ registrieren.
Wer meint, dass ich dabei etwas falsch mache, möge
sagen, was daran falsch ist und warum es falsch ist,
meint Eberhard.
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von Joy am 06.
Feb. 2006, 06:20 Uhr
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on 02/05/06 um 20:47:04, Eberhard wrote:Hallo Joy,
warst Du
eigentlich nüchtern, als Du Deinen letzten Beitrag verfasst hast? Vielleicht
überarbeitest Du ihn noch mal. Mit solchen Verdrehungen ist er keine Entgegnung
wert.
Sei versichert, lieber Eberhard, ich bin völlig nüchtern
und vor allem klar im Sehen. Die Frage müßte ich umgekehrt eher Dir stellen. ;-)
Denn Du schreibst selbst:
on 02/05/06 um 17:27:28, Eberhard
wrote:Unstrittig ist, dass alles, was immer ich auch wahrnehme, vorstelle,
erinnere oder denke, einen Bewusstseinsinhalt darstellt.
Was Du
hier selbst noch als unstrittig bezeichnest, stellst Du in einem der
Folgebeiträge bereits wieder in Frage bzw. negierst es (wobei ein inhaltsloses
Bewusstsein Du nicht kennst, was heißt, und WuWei weist da auch noch mal in
seinem Beitrag an philoschall drauf hin, dass Bewusstsein seine Inhalte selbst
ist):
on 02/05/06 um 23:12:41, Eberhard wrote:Es wurde die Behauptung
aufgestellt:
„Verwandte, Bekannte, Fotos, Briefe usw. sind nichts anderes als
das Bewusstsein von ihnen.“
Diese Gleichsetzung ist meiner Ansicht nach
falsch.
Ja was denn nun, ist das was Du wahrnimmst nun als
Bewusstsein gegeben oder nicht? Hast Du je etwas wahrgenommen, das Du benennen
kannst, ohne Dir je dessen bewusst gewesen zu sein?
on 02/05/06 um
23:12:41, Eberhard wrote:Ich habe schon mehrfach meinen Onkel per Handschlag
begrüßt, habe aber noch nie dem Bewusstsein von ihm die Hand gegeben.
Ich
habe schon mehrfach Briefe in den Briefkasten geworfen, aber noch nie das
Bewusstsein von einem Brief in den Briefkasten geworfen.
Als ich klein
war, hat mein Vater gesagt: „Was Du dort siehst, ist ein Hubschrauber“ und hat
dabei auf das Flugzeug ohne Flügel gezeigt. Er hat nicht gesagt: „Was Du dort
siehst, ist das Bewusstsein von einem Hubschrauber.“
Was willst
Du denn mit der verbal-gedanklichen Trennung von "Dingen" und "Bewusstsein"? Du
kannst doch nur von "Dingen" sprechen, denen Du Dir bewusst bist. Und da zählt
alles dazu wie Briefe, Briefkasten, der Vater, der Hubschrauber, der
"körperliche Eberhard". Kurzum, die gesamte phänomenale erlebte und
wahrgenommene Welt ist Dir niemals anders gegeben, ausser als Bewusstsein von
ihr und Du selbst bist dieses Bewusstsein. Was ist denn an dieser Aussage so
unklar?
on 02/05/06 um 23:12:41, Eberhard wrote:Ich habe zwar schon
Hubschrauber gesehen, aber noch kein Bewußtsein von einem Hubschrauber. Das
Bewusstsein eines Hubschraubers als optischen Sinneseindruck kann ich allerdings
gedanklich „vor meinem inneren Auge“ registrieren.
Niemand
behauptet, dass Du einmal einen Hubschrauber und ein anderes mal das Bewusstsein
eines Hubschraubers wahrnehmen könntest, denn die Welt ist Dir nur als
Geistiges, als Bewusstes gegeben. Jede Wahrnehmung IST eine Wahrnehmung als
Bewusstein im eigenen Geist. Und natürlich kannst Du Dir auch das innere Bild
eines Hubschraubers in Dir selbst vorstellen. Und warum kannst Du das? Weil Du
das Bewusstsein von einem Hubschrauber kennst. Kannst Du Dir hingegen ein
inneres Bild eines Krumbumbukli vorstellen? Nein? Weswegen wohl nicht? Weil Dir
ein "bewusster Sinneseindruck" fehlt, der mit diesem Begriff korrespondiert.
Aber einen Löwen mit Sonnenbrille und Badehose kannst Du Dir locker vorstellen,
auch wenn Du diese "Kombination" nicht kennst. Aber Du kennst bewusst einen
Löwen, eine Badehose und eine Sonnenbrille.
Gruß
Joy
PS:
Wie ich schon mehrfach schrieb, würde ich gern mal hier weitermachen, als immer
nur das gleiche "Vorwort" in verschiedenen verbalen Variationen zu wiederholen.
Wenn ich hier z.B. mal "Bewusstsein" und mal "Geist" schreibe, dann reicht es
zunächst einmal aus, beides als ident zu sehen. Später, so weit bin ich nur noch
wegen der ewig gleichen Zwischenrufe noch nie gekommen, differenziere ich hier
schon präziser. Bewusstsein, grob gesagt, ist das, dessen ich mir hier und jetzt
bewusst bin. Mit Geist bezeichne ich alles das, dessen ich mir hier und jetzt
nicht bewusst bin. Geist ist somit unendliche, unerschöpfliche Möglichkeit
(Potential), Bewusstsein das, was hier und jetzt aus dieser Potentialität
erscheint. Beides, Bewusstsein und Geist sind aber von raumzeitloser Struktur.
Bewusstsein ist verbal quasi "Diesseits" und "Geist" Jenseits...
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von Joy am 06.
Feb. 2006, 07:10 Uhr
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on 02/05/06 um 21:40:17, hel wrote:Der Streit zwischen Nondualisten und
denen, die den Dingen eine objektive, vom Bewußtsein unabhängige Existenz
gewähren, ist höchstens dadurch zu entscheiden, daß man den, der zuletzt des
Keislaufs der Argumente müde wird, als Sieger prämiert.
Es
geht aber gar nicht darum einen Streit zu entscheiden oder hier einen Sieger zu
prämieren. Der "Streit" ist immer nur dann entschieden, wenn der Streitende
selbst klar und zweifelsfrei erkennt, dass die sogenannte objektive phänomenale
Welt dem Menschen immer nur als Bewusstsein hier und jetzt gegeben ist.
Hingegen gründet die Frage, ob es denn eine vom Bewusstsein unabhängige
materielle Welt gibt, immer nur in einer Glaubensannahme, aber niemals in einer
eigenen Erfahrung.
Erst wenn einmal selbst zweifelsfrei erkannt ist, dass
die wahrgenommene Welt keine aussergeistige materielle Welt ist, ab dann beginnt
überhaupt erst die Philosophie bzw. das philosophieren seinem eigentlichen Wesen
nach. Alles davor, was hier im Forum so gern als Philosophie ausgegeben wird,
gleicht im Grunde mehr einem "schizophrenen intellektuellen Phantasieren in
einem Fiebertraum", als einer ganzheitlichen heil(ig)en Erkenntnis.
Gruß
Joy
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von louisquinze
am 06. Feb. 2006, 09:02 Uhr
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@Joy and all
Weil Sie nun in so artiger und sachlicher Sprache geredet
haben, kann ich es wieder einmal probieren zu antworten:
Richtig ist, der
Akt des Philosophierens selbst beruht auf einer Glaubensannahme. Nämlich, daß
sinnvolle argumentative Rede überhaupt möglich ist. Das, liebe Philtalker,
glauben wir alle. Falsch ist hingegen die These: Sein = Bewußtsein. Da nämlich
Sein die transzendentale ( die Möglichkeit bedingende) Voraussetzung für
Bewußtsein ist! Sein ist somit apriorisch im Denken gesetzt (!). Dieses kann
noch eigens durch eine Analyse des Aktes des Fragens aufgewiesen werden (siehe
hierzu Metphysikthread mit Literaturangabe).
Die Verwechslung Sein = reale
Außenwelt ist übrigens typisch neuzeitlich, d.i. seit Descartes üblich geworden.
Leider ein komplettes Mißverständnis.
salut
Lq
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von Joy am 06.
Feb. 2006, 09:10 Uhr
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on 02/06/06 um 09:02:41, louisquinze wrote:@Joy and all
Weil Sie nun
in so artiger und sachlicher Sprache geredet haben, kann ich es wieder einmal
probieren zu antworten:
Richtig ist, der Akt des Philosophierens selbst
beruht auf einer Glaubensannahme. Nämlich, daß sinnvolle argumentative Rede
überhaupt möglich ist. Das, liebe Philtalker, glauben wir alle. Falsch ist
hingegen die These: Sein = Bewußtsein. Da nämlich Sein die transzendentale ( die
Möglichkeit bedingende) Voraussetzung für Bewußtsein ist! Sein ist somit
apriorisch im Denken gesetzt (!). Dieses kann noch eigens durch eine Analyse des
Aktes des Fragens aufgewiesen werden (siehe hierzu Metphysikthread mit
Literaturangabe).
Die Verwechslung Sein = reale Außenwelt ist übrigens
typisch neuzeitlich, d.i. seit Descartes üblich geworden. Leider ein komplettes
Mißverständnis.
salut
Lq
Für mich gibt es keine von
einer angeblichen Innenwelt getrennte Aussenwelt. Und bewusst und gewahr zu sein
ist bereits selbst Transzendenz.
Gruß
Joy
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von hel am 06.
Feb. 2006, 10:50 Uhr
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on 02/06/06 um 07:10:32, Joy wrote:....
Erst wenn einmal selbst
zweifelsfrei erkannt ist, dass die wahrgenommene Welt keine aussergeistige
materielle Welt ist, ab dann beginnt überhaupt erst die Philosophie bzw. das
philosophieren seinem eigentlichen Wesen nach.
Joy, die Annahme, daß
der wahrgenommenen Welt keineaußergeistige materielle Welt entspricht, ist auch
reine Glaubenssache. Sowohl hhmoeller als auch meine Wenigkeit haben dies
eigentlich minutiös aufgezeigt!
Wenn man sich gegenüber den beiden
Möglichkeiten nicht streng agnostisch verhält, was schon sprachlich enorm schwer
fällt, fängt die Philosophie mit einem Glaubenssatz an.
Bei Dir genauso wie
bei Eberhard.
Und hier halte ichs wie er, ich glaub auch, daß meine Mutter
vor mir auf der Welt war :-)
Grüße,
hel
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von hel am 06.
Feb. 2006, 11:06 Uhr
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Hallo Eberhard,
on 02/05/06 um 23:12:41, Eberhard wrote:Wer meint,
dass ich dabei etwas falsch mache, möge sagen, was daran falsch ist und warum es
falsch ist,
ich glaube, wenn Du einen Fehler machst, dann den, daß
Du gegen das "Brain in the Tank" Problem anrennst. Angenommen, man hat Dich von
der Befruchtung an "in Vitro" aufgezogen, nur das Gehirn behalten, und führt
diesem jetzt Nahrung sowie elektrische Inpulse zu. Deine Mutter, Onkel, Tanten,
die ganze Welt und ihre Physik können stimmig aber unzutreffend sein. Woran
willst Du das schon entscheiden. Das einzige, was Joy und Wuwei noch weiter
treiben, ist, daß Sie uns jetzt auch noch das Hirn wegnehmen und nur mehr die
Wahrnehmung zulassen. :-)
Nicht gerade eine Common-Sense Philosophie, aber
prinzipiell eben möglich.
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von louisquinze
am 06. Feb. 2006, 11:56 Uhr
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"...Bewußt- und Bewahrsein ist selbst Transzendenz..."
enthält bereits 4 (!)
Seinaussagen!
Meine Rede...das Sein geht dem Bewußtsein voran!
salut
Lq
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von WuWei am
06. Feb. 2006, 12:02 Uhr
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Hallo hel,
[/i]
Hier begehst Du – logisch gesehen – den Fehler, das
Urteil schon in die Prämisse hineinzubringen. Sobald Du nämlich mit Erstens
nehme ich die [Dinge] eh nie wahr loslegst, beendest Du ja unsere Frage, ob wir
nämlich von uns unabhängige Dinge wahrnehmen, oder nicht. Und nicht die Dinge
selbst, sondern beide möglichen Antworten auf die Frage, ob sie eine von uns
unabhängige Existenz haben oder nicht, bleiben (nach meinem Kalkül) reine
Annahme.
[i]
Ich finde nicht, daß ich ein Urteil schon in die Prämisse
hereinbringe. Du kannst dich nur von deiner eigenen Prämisse nicht lösen, das
ist das "Problem". Die ganze Frage, ob Dinge unabhängig von ihrer Wahrnehmung
existieren, entsteht ja erst durch deine vorausgeschickte Annahme, daß es sie
gibt.
Verstehst du? Wir streiten über die Existenz von etwas, das
definitiv weder du noch ich jemals wahrgenommen haben. Auch nach deiner eigenen
Logik siehst du niemals ein Ding-an-sich, sondern immer eine subjektive
Wahrnehmung. Du GLAUBST nur, diese werde von einem objektiven Ding-an-sich
verursacht.
Fällt dir wirklich gar nicht auf, wie ihr alle, hhmoeller,
Eberhard und auch du, dies ständig durcheinanderbringt?
Einmal räumt ihr
ein, daß das was ihr seht, kein Ding-an-sich sein kann, sondern ein
Bewußtseinsinhalt, und dann behauptet ihr wieder, ihr würdet doch das "reale"
objektive Ding sehen [ruffle]. Es ist fast ulkig, diese Verwirrung zu beobachten
;-).
Diese Verwirrung entsteht dadurch, daß ihr - bedingt durch Sprache
und abstraktes Denken - eine Dichotomie zwischen subjektiver Wahrnehmung hier
"innen" und angeblich objektivem Ding da "draußen" vornehmt. Ihr dividiert da
etwas auseinander, was gar nicht zu trennen ist. Und so habt ihr eine
tatsächliche Wahrnehmung und ein geglaubtes Ding-an-sich und habt nun größte
Schwierigkeiten, diese beiden wieder in eine sinnvolle Beziehung zu setzen. Um
diese Schwierigkeit laviert ihr euch herum, indem ihr mal behauptet, ihr würdet
nur Bewußtseinsinhalte wahrnehmen, und dann wieder, ihr würdet doch das reale
Ding-an-sich wahrnehmen.
Du hast in deinem letzten Beitrag gesagt, die
einen glauben halt dies und die anderen das. Das erscheint dir nur so. Denn
während für euer Weltbild der Glaube an die Existenz objektiver Dinge
unverzichtbar ist, ist es für mein Erleben
völlig unnötig, an die
Nicht-Existenz objektiver Dinge zu glauben. Wieso sollte ich an die
Nicht-Existenz von etwas glauben müssen, was nunmal niemand je wahrnimmt?
[/i]
S1: „Immer WENN Ich wahrnehme DANN gibt es eine Welt“.
Das ist
das, was wir von der Welt und uns sagen können, und entspricht unserem Erleben.
Jetzt zur angenommenen Identität zwischen den Teilen: „Ich nehme wahr“ und „es
gibt eine wahrgenommene Welt“. Wir können jetzt auch mit Sicherheit folgern:
S2: „WENN es Keine Welt gibt, dann nehme ich nichts wahr.“
Beide Sätze sind
zwingend und gelten sowohl für Dualisten oder Nondualisten.
[i]
Richtig.
[/i]
Dadurch gibt es aber noch keine logische Identität. Für
diese müssten wir die Aussage treffen können:
S3: „WENN Ich NICHT wahrnehme,
DANN gibt es KEINE Welt.“
Dieser Satz folgert keineswegs logisch aus dem
durch unser unmittelbares Erleben abgeleiteten. Rein logisch bleibt es eben
vollständig offen, was mit der Welt ist, wenn wir sie nicht wahrnehmen. Deiner
Aussage, dass durch das gleichzeitige Auftreten von Wahrnehmung ohne Spekulieren
eine Identität entsteht, widerspreche ich also: du benötigst noch die
zusätzliche Annahme (=Spekulation) S3. Sie ist genauso willkürlich,
wahrscheinlich oder unwahrscheinlich wie meine Gegenannahme S4: „WENN Ich NICHT
wahrnehme, DANN GIBT es (trotzdem) eine Welt“. Wäre dem nämlich anders, und man
könnte aus dem grundlegenden Erleben S3 folgern, bräuchte es über die Identität
von Bewusstsein und Welt keine Diskussion mehr in dem Forum.
[i]
Deine
Argumentation ist in sich intelligent und logisch schlüssig. Aber: sie basiert
auf zwei vorausgeschickten Annahmen, die ich eben in Frage stelle: erstens, daß
ich ein Objekt ist, eine separate Person, und zweitens, daß Welt ein konkretes
Ding-an-sich, ein objektive Realität ist. Verstehst du? Dadurch, daß du die Welt
bereits als objektives Ding-an-sich bzw. Dinge-an-sich annimmst, geh deine Logik
letztlich ins Leere, da ich eben nicht von dieser Welt-an-sich ausgehe. Eine
Welt-an-sich ist ja ebenso wie ein Ding-an-sich reiner Glaube.
viele
Grüße
WuWei
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von Eberhard am
06. Feb. 2006, 12:22 Uhr
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Hallo hel,
ich habe den Eindruck, dass es sich hier nicht um eine
Position nach Art der in Nährflüssigkeit gehaltenen lebenden Gehirne handelt.
Die „Brains in the tank“-Position ist ja bewusst so konstruiert, dass
sie nicht widerlegt werden kann. (Was meiner Ansicht nach unproblematisch ist,
weil es nicht den geringsten Grund dafür gibt, anzunehmen, wir seien alle nur
von anderen stimulierte Gehirne.)
Hier geht es aber um mehr. Hier sollen
ausdrücklich „Weltbilder“ vernichtet werden:
„Erkenntnis ist hier ein
ganzheitliches nonverbales lebendiges Erkennen der Wirklichkeit des eigenen
Geistes, nicht aber das verbal gedankliche Erfassen von konzeptuellen
Gedankenkonstruktionen (= Weltbildern). Die lebendige Erkenntnis der eigenen
geistigen Wirklichkeit vernichtet jedes denkbare Weltbild.“
Und hier wird
wunderbares in Aussicht gestellt:
„Genau an diesem Punkt betrittst Du im
Geiste die Schwelle zur Selbsterkenntnis. Was Dich jetzt noch ggf. abhält, diese
Schwelle jetzt auch selbst zu überschreiten, sind enorme und sehr heftige innere
Zweifel, welche Dir Dein bisheriges konditioniertes und daher gewohntes Denken
einredet. Dieses Gewohnheits-Denken, diese ganze Konditionierung mit aller
standhaften Konsequenz zu ignorieren und dabei immer ganz hier und jetzt bei Dir
selbst zu bleiben und jede gläubige Annahme zu hinterfragen und als solche zu
erkennen, ist jenes "Tun", jener innere "Weg", welcher Dich die Schwelle
überwinden läßt. Dein Ego, das objektivierte "Ich", wird sich sträuben und
winden, wird brüllen und aufschreien und es kostet enorme innere Kraft und
Geduld, diese Phase zu durchschreiten und nicht wieder in die Konditionierung
zurück zu fallen, die ebenfalls eine verdammt hohe geistige Mächtigkeit ist.
Wenn Du die Schwelle aber einmal selbst überwunden hast und schaust dann im
Geiste ganz gelassen zurück, weil Du jetzt Deine wahre Identität selbst erkannt
hast, wirst Du zu Deinem großen Erstaunen feststellen, dass da real niemals, zu
keinem einzigen Zeitpunkt, je eine Schwelle gewesen war. Die Schwelle war allein
Deine materialistische Einbildung, Dein konditionierter Glaube und das
Festhalten an dessen vermeintlichen Wahrheiten.
Ich wünsche Dir von
ganzen Herzen und aufrichtig den Mut und die innere Kraft und Mächtigkeit sowie
die Gelassenheit, nicht ängstlich zurück zu schauen und ganzheitlich hier und
jetzt nur Du selbst zu sein. Die Schwelle, lieber hel, existiert nur als
Vorstellung in Deinem Kopf bzw. dem Geist, der Du selbst bist. Und daher kannst
auch nur Du selbst sie überwinden und wegsprengen, nur um dann ihre reale
Nichtexistenz auch selbst höchst lebendig zu erkennen...
Nie wieder wirst
Du dann in den engen Käfig, den Du dann als solchen selbst lebendig erkannt hast
zurück wollen und können, denn Du hast diesen dann als einen nur für wahr und
wirklich geglaubten Käfig selbst erkannt. Dann erst bist Du auf der wirklich
abenteuerlichen Reise in das unendliche Abenteuerland Deines eigenen Geist. Aber
nicht Du reist dann, sondern dann bist Du selbst die Reise, die niemals enden
wird, da sie niemals wirklich begonnen hat...“
Wie schön! sagt dazu ein
beeindruckter Eberhard.
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von WuWei am
06. Feb. 2006, 12:26 Uhr
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Nochmal hallo hel,
[/i]
Du hast auch mein letztes Posting fast
gleichzeitig, während ich es geschrieben habe, in deiner Antwort an hhmoeller
beantwortet.
Ich verstehe also, daß dieses "Wissen durch Identität" nicht
wirklich etwas mit Logik sondern einer Art Gefühl oder Erleben zutun hat.
[i]
Wissen durch Identität ist nicht logisch, aber auch nicht unlogisch. Es ist
einfach jenseits dieser Kategorien, und über diese gar nicht zu erfassen. Es ist
auch nicht eine bestimmte Erfahrung oder ein bestimmtes Gefühl, eher schon eine
Art des Erlebens. Es ist so, daß alle Gefühle und alle Wahrnehmungen mit
"anderen Augen", aus einer anderen Perpektive gesehen werden. Obwohl du
natürlich keine andere Welt siehst wie vorher.
Man kann es vielleicht
wirklich so banal vergleichen: es ist, als ob du ständig nach deiner Brille
suchst, und dann merkst, daß du sie doch schon längst trägst. Also hast du auch
vorher durch die Brille gesehen, und das was du jetzt siehst, ist natürlich
nicht anders. Es ist nur der Irrglaube weggefallen, du würdest NICHT durch die
Brille sehen ;-).
Wenn du dich als identisch mit der Wirklichkeit
erkennst, weißt du deswegen nicht mehr über sie. Das verwechselt auch hhmoeller
immer wieder. Es geht nicht um ein Wissen über etwas. Aber egal, wie viel du
darüber weißt, du weißt, daß dies alles relatives Wissen ist, da du ja selbst
die Wirklichkeit bist.
Grüße,
WuWei
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von hel am 06.
Feb. 2006, 12:29 Uhr
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Hallo Wuwei
on 02/06/06 um 12:02:06, WuWei wrote:Deine Argumentation ist
in sich intelligent und logisch schlüssig. Aber: sie basiert auf zwei
vorausgeschickten Annahmen, die ich eben in Frage stelle: erstens, daß ich ein
Objekt ist, eine separate Person, und zweitens, daß Welt ein konkretes
Ding-an-sich, ein objektive Realität ist. Verstehst du? Dadurch, daß du die Welt
bereits als objektives Ding-an-sich bzw. Dinge-an-sich annimmst, geh deine Logik
letztlich ins Leere, da ich eben nicht von dieser Welt-an-sich ausgehe. Eine
Welt-an-sich ist ja ebenso wie ein Ding-an-sich reiner Glaube.
Die
Deutsche Sprache ist einfach wunderbar, aber ist sie auch ein brauchbares Mittel
zur Verständigung? Ich stehe momentan auf der Leitung!
Ich gebe zu, daß ich
das ICH als Subjekt nicht weggelassen habe.
Aber bezüglich der Objektivität
der Dinge, so schreibst Du doch, daß Du S1 und S2 akzeptierst. Damit hätte ich
gedacht, daß in diesen beiden Sätzen eben noch vollständig offen ist, ob es
Dinge-an-sich gibt, oder nicht. Wir trennen uns doch erst darin, daß Du für S3
votierst, und ich für S4.
Ich möchte Dich wirklich gerne verstehen, aber ich
kann momentan keine Vorannahmen in meinen Sätzen finden.
Du kannst
allerdings auch noch das ICH streichen. Dann nimm bitte:
S1: Wahrnehmung ®
Welt
S2: ØWelt ® ØWahrnehmung
und
S3: ØWahrnehmung ® ØWelt
S4:
ØWahrnehmung ® Welt
Sollte also nichts daran ändern, daß wenn wir NUR von
S1 und S2 ausgehen, S3 und S4 einfach zwei verschiedene Glaubensweisen
darstellen.
Grüße,
hel
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von Eberhard am
06. Feb. 2006, 13:00 Uhr
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Hallo Joy,
Ich will es genau wissen. Meines Erachtens gilt
unwiderlegt Folgendes:
1. Meine Mutter existierte schon, bevor ich
existierte.
2. Wenn ein Mensch nicht existiert, existiert auch sein
Bewusstsein nicht.
3. Die Existenz von etwas kann nicht von etwas anderem
abhängen, das selber nicht existiert.
4. Die Existenz meiner Mutter hängt
nicht von meinem Bewusstsein ab.
Anders ausgedrückt:
Es gibt
meine Mutter unabhängig davon, ob ich ein Bewusstsein von ihr habe oder nicht.
Kannst Du diese Argumentation nachvollziehen und akzeptieren?
Wenn ‚nein’’, dann hätte ich gern gewusst, welche der 3 Prämissen Du weshalb
nicht akzeptieren kannst.
Wenn Du keine Gegenargumente zu den einzelnen
Sätzen bringst, ist die Sache wohl klar.
Ebenso klar ist für mich die
Sache, wenn Du den Fragen übergehst mit Bemerkungen wie:
- Das sind
nicht meine Fragen!
- Das ist Kindergartenlogik!
- Das sind alles
Glaubensannahmen!
- Das meinst Du doch wohl nicht ernst!
- Du hast so gut
wie gar nichts verstanden!
oder ähnlichem.
Der Hinweis, dass diese
Argumentation als Gedankenfolge mir bewusst ist, ist richtig, widerspricht
jedoch keiner der 3 Prämissen und kann folglich auch kein Argument gegen meinen
Beweisgang sein.
Ich nehme an, dass Du gegen die in der 2. Prämisse
getroffene Zuordnung des Bewusstseins zu bestimmten Personen Einwände hast. Du
hast Dich verschiedentlich dagegen gewandt, wenn jemand von „seinem Bewusstsein“
gesprochen hat.
Für mich ist „Bewusstsein“ die spezifisch menschliche
Fähigkeit, sich selbst zu beobachten, über sich selbst nachzudenken, zu
registrieren, was man selber tut und erlebt und somit von der eigenen Existenz
zu wissen.
Diese Fähigkeit ist immer an eine bestimmte Person gebunden,
so wie die Fähigkeit zum Behalten und Erinnern von Texten an eine bestimmte
Person gebunden ist.
Im Schlaf oder unter Vollnarkose ist das
Bewusstsein eines Menschen weitgehend ausgeschaltet.
Für die Annahme
eines personengebundenen Bewusstseins sprechen viele Gründe. So gäbe es z.B.
sonst keine Grundlage für die Anästhesie als medizinischer Disziplin.
Wenn ich Deine Äußerungen zur Personengebundenheit des Bewusstseins durchsehe,
so habe ich Probleme, Dich zu verstehen. So schreibst Du z.B.: „Kennen tue ‚ich’
zweifelsfrei nur mein ‚Welterleben’ als Bewusstsein, mit dem ‚Ich bin’ selbst
ident ist. Das heißt: ‚Ich’ erlebt nicht eine von ihm getrennt existierende
raumzeitliche Welt, sondern ‚Ich’ IST das bewusste geistige ganzheitliche
Welterleben selbst.“
Vielleicht kannst Du meine Sicht erweitern und
verständlich darlegen, warum die Annahme eines nicht personengebundenen
Bewusstseins sinnvoll ist.
Es grüßt Dich und alle, die es genau wissen
wollen, Eberhard.
p.s.: Willst Du nicht wenigstens aus Antwort #136
entfernen, ich hätte behauptet, dass es für die Wahrheit einer Aussage keiner
stichhaltigen Begründung bedürfe? Ich habe in #131 genau das Gegenteil
geschrieben, wie jeder nachlesen kann.
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von hel am 06.
Feb. 2006, 13:12 Uhr
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Hallo Eberhard,
on 02/06/06 um 12:22:22, Eberhard wrote:Hier geht es aber
um mehr. Hier sollen ausdrücklich „Weltbilder“ vernichtet werden:
„Erkenntnis ist hier ein ganzheitliches nonverbales lebendiges Erkennen der
Wirklichkeit des eigenen Geistes, nicht aber das verbal gedankliche Erfassen von
konzeptuellen Gedankenkonstruktionen (= Weltbildern). Die lebendige Erkenntnis
der eigenen geistigen Wirklichkeit vernichtet jedes denkbare Weltbild.“
Ich sehe bei dieser Ausgangslage keine Diskussionsbasis:
a) Die wahre
Erkenntnis ist nonverbal.
b) Alle möglichen gedanklichen Konzeptionen mit
Ihren Plausibilitäten sind irrelevant.
Damit ist ja schon im Vorhinein
festgelegt: es gibt keine rationale Basis, auf der man den entsprechenden
nondualen Glauben kritisieren kann. Popper s.A. würde wahrscheinlich von einer
Immunisierungsstrategie sprechen. Wie gesagt, Dein Versuch, hier mit
common-sense oder Logik zu punkten ist aus meiner Sicht aussichtslos - kann aber
trotzdem Spaß machen.
Grüße,
hel
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von WuWei am
06. Feb. 2006, 13:14 Uhr
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Hallo Eberhard,
[/i]
Wenn ich Deine Frage einmal so interpretiere,
dass du nach der notwendigen Bedingung dafür fragst, überhaupt
Bewusstseinsinhalte zu haben, dann ist das Vorhandensein der Fähigkeit des
Bewusstseins eine solche notwendige Bedingung. Wenn ich bewusstlos bin, kann ich
weder bestimmte Inhalte wahrnehmen noch denken.
Das ist vielleicht nicht
das, was Du meinst, wenn Du schreibst, dass für Dich die Basis für alle
Bewusstseinsinhalte nur die Tatsache sein kann, dass du bewusst bist.
[i]
Grundsätzlich stimme ich zu. Wenn du bewußtlos bist, kannst du weder
bestimmte Inhalte wahrnehmen noch denken. Das können wir auf jeden Fall als
Basis für die weitere Diskussion nehmen.
[/i]
Nachdem ich Deine
Fragen beantwortet habe, bitte ich Dich das gleiche mit meiner Fragen zu tun.
Zwar ist alles, was ich denke, mein Bewusstseinsinhalt, aber ich kann auch
denken, dass ich in bestimmten Situationen kein Bewusstsein besitze, z.B. in der
Vollnarkose bei meiner Nasenoperation oder nach einem schweren Schlag gegen den
Kopf, der mich bewusstlos werden lässt.
[i]
Ja, das kannst du
natürlich denken. Dasselbe gilt für den Tiefschlaf. Das ist der Knackpunkt: du
kannst über Bewußtlosigkeit oder Tiefschlaf nur nachdenken, wenn du bewußt, also
wach bist. Im Tiefschlaf gibt es für dich keinen Tiefschlaf, erst wenn du wieder
wach bist.
[/i]
Diese Aussagen können wahr sein. Ich kann also die
richtige Annahme machen, dass es Situationen gibt, in denen ich existiere und in
denen ich über kein Bewusstsein verfüge. Zum Zeitpunkt meiner Bewusstlosigkeit
existiere ich und die ganze Welt weiter – unabhängig davon, ob ich Bewusstsein
habe oder nicht. Auch dieser Satz kann wahr sein. Kannst Du dem zustimmen und
wenn nicht, welche Annahme ist falsch?
[i]
Wie du richtig sagst, ist
es eine Annahme, daß die Welt und du selbst weiterexistieren, wenn du nicht
bewußt bist. Ob die Annahme nun richtig oder falsch ist: Tatsache ist, daß du
niemals dafür eine Bestätigung bekommen wirst. Natürlich gibt es gute Gründe für
diese Annahme. Auch mein Videorekorder scheint in der Nacht einen Film
aufzuzeichnen, während ich schlafe. Also muß ich doch annehmen, daß er existiert
hat, während ich schlief, nicht wahr? Nur, auch das kann ich nur annehmen, wenn
ich wieder wach bin. Der aufgezeichnete Film erscheint nur, wenn ich bewußt bin.
[/i]
Wenn Du entgegnest, das sei dualistisches Denken, so mag das
sein. Aber das ist kein Argument, solange nicht gezeigt wird, inwiefern
dualistisches Denken – was immer das auch sei - bei der Suche nach richtigen
Antworten ungeeignet ist.
[i]
Damit hast du natürlich recht. Aber ich
bitte um Verständnis, daß ich jetzt keine Muße habe, eine Abhandlung über das
dualistische Denken zu schreiben. Ich habe es oft in meine Beiträge einfließen
lassen, ein Beispiel ist mein Beitrag an Hel heute morgen, wo ich über die
Dichotomie zwischen subjektiven Wahrnehmungen und objektiven Dingen schreibe.
[/i]
Was allein zählt sind starke Argumente zur diskutierten Frage oder
These, denen sich niemand, dem es um Erkenntnis geht, verschließen kann,
[i]
Stimmt. Die Frage ist aber, inwieweit derjenige offen ist für starke
Argumente. Wenn du dich einem starken Argument von mir nicht verschließen
könntest, müßtest du möglicherweise deine bisherige Position aufgeben, was du
möglicherweise als persönliche "Niederlage" empfinden würdest. Je aggressiver
eine Diskussion geführt wird, desto unwahrscheinlicher ist, daß einer seine
Position aufgibt (insofern gibt es bei uns also noch Hoffnung ;-)). Hinzu kommt,
daß unsere Positionen uns scheinbare Sicherheit verleihen. Wenn sie in Frage
gestellt werden, kommen möglicherweise alle möglichen persönlichen Ängste hoch,
die das stärkste Argument hinfällig werden lassen, da es einfach abgeblockt
wird. Davon würde ich keinen ausnehmen. Meine Erfahrung ist, daß ich mich nur
von etwas überzeugen lasse, von dem ich bereits eine latente Ahnung in mir
trage.
viele Grüße,
WuWei
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von WuWei am
06. Feb. 2006, 14:26 Uhr
--------------------------------------------------------------------------------
Hallo Eberhard,
[/i]
Unstrittig ist, dass alles, was immer ich auch
wahrnehme, vorstelle, erinnere oder denke, einen Bewusstseinsinhalt darstellt.
[i]
Eben. Das ist das A und O.
[/i]
Unstrittig ist jedoch auch,
dass ich mir bewusst einen Zustand der Welt vorstellen kann, in dem ich kein
Bewusstsein habe oder in dem es mein Bewusstsein nicht gibt.
[i]
Richtig. Aber ist es eben nur Vorstellung. Du erlebst nur diese Vorstellung,
aber einen unbewußten Zustand wirst du nie erleben.
[/i]
So kann ich
bewusst denken, dass es mich und damit auch mein Bewusstsein erst seit x Jahren
gibt und dass es vor meiner Geburt bereits eine Welt, z.B. meine Mutter, gegeben
hat.
[i]
Klar.
[/i]
Gegen die Aussage: "Unabhängig von mir
und meinem Bewusstsein existierte vor meiner Geburt bereits eine Welt, u.a. in
Gestalt meiner Mutter" könnte jemand einwenden: "Wenn Du ehrlich bist, musst Du
doch zumindest zugeben und Dir selbst eingestehen, dass deine Aussage zunächst
einmal nichts anderes als eine reine 'Glaubensaussage' ist, die durch absolut
gar nichts außer durch Annahmen belegt ist."
[i]
Genau.
[/i]
Meine Entgegnung darauf lautet: "Diese Aussage halte ich für wahr, weil sie
durch die übereinstimmende Erinnerung aller Verwandten und Bekannten, die älter
sind als ich, bestätigt wurde und weil sie zusätzlich durch zahllose Indizien
wie alte Fotos, Briefe etc. bestätigt wird."
Dagegen könnte jemand
einwenden: "Deiner Aussage liegt keine authentische bewusst erlebte Wahrnehmung
zugrunde, sondern nur gläubige Annahmen, die miteinander nach einer bestimmten
Matrix (z.B. raumzeitlicher Logik) verknüpft werden und auf keine authentisch
erlebte Wirklichkeit mehr verweisen."
[i]
Eben. Die Verwandten und
ihre Fotos sind dir ja auch nur hier und jetzt als Wahrnehmung gegeben. Sie sind
ebenso Bewußtseinsinhalt.
Ich will aber nicht darauf hinaus, die
Existenz deiner Mutter vor deiner Geburt zu leugnen. Z.B. glaube ich nicht, daß
meine Mutter vor meiner Geburt existiert hat [amazed]. Ich glaube aber auch
nicht, daß sie nicht existiert hat. Weil ich gar nicht in den Kategorien von
Existenz und Nicht-Existenz denke, eben weil ich gar nicht an objektive Existenz
glaube.
Mir ist schon klar, wie kompliziert und absurd das klingt. Das
ist aber nur so, solange man an objektive Dinge-an-sich, an objektive Existenz
glaubt. Wenn man versucht, Geschehen als objektives Geschehen-an-sich zu
verstehen. Geschehen ist aber immer nur wahrgenommenes Geschehen, ist immer nur
Bewußtseinsinhalt. Und da ich nicht von einem persönlichen Bewußtsein ausgehe,
leugne ich auch nichts.
[/i]
Fazit: Ich sehe weiterhin kein
stichhaltiges Argument gegen den von mir vorgetragenen Beweis einer von meinem
Bewusstsein unabhängigen Außenwelt.
[i]
Also, einen Beweis hast du
mitnichten erbracht, da du ja selbst einräumst, daß du nur Bewußtseinsinhalte
zur Verfügung hast und eine vom Bewußtsein unabhängige Außenwelt zunächst nur
Annahme ist.
Was die stichhaltigen Argumente angeht: du glaubst ja z.B.,
daß wenn du schläfst, dein Körper da ruhig im Bett liegt. Schließlich siehst du
es ja bei anderen auch so. Nur: welche Farbe hat z.B. dein nicht-wahrgenommener
Körper? Farbe ist auch nach wissenschaftlicher Lehrmeinung kein Ding-an-sich,
sondern eine Wahrnehmung, entsteht erst bei der Wahrnehmung. Also müßtest du ja,
während du schläfst, völlig farblos im Bett liegen, nicht mal dunkle Umrisse
deines Körpers wären da. Wenn nicht mal dunkle Umrisse da wären, dann wäre da ja
auch keine Form mehr. Also was bleibt da noch, um im Bett zu liegen, während du
schläfst? Und welches Bett? Ich meine die Frage ganz ernst. Es liegt an dir, ob
du das als stichhaltiges Argument anerkennst oder nicht.
formlose Grüße,
WuWei
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von WuWei am
06. Feb. 2006, 14:48 Uhr
--------------------------------------------------------------------------------
Hallo hhmoeller,
[/i]
Zum Einen ist es eine spekulative Annahme, daß
Erleben Auskunft über die Wirklichkeit gibt.
[i]
Was heißt Auskunft?
Erleben IST Wirklichkeit, es gibt keine Auskunft darüber.
[/i]
Zum
Anderen erlebe ich keine geistige Welt. Ich habe noch nie die Einheit des
Bewußtseins erlebt. (Wenn es das gäbe wären Scheidungsrichter arbeitslos.) Wenn
ich einen Stein in die Hand nehme, erlebe ich einen Festkörper und kein
geisterhaftes nebulöses Etwas. Wenn man das Erleben als unfehlbare
Erkenntnisquelle ansieht, kommt man sehr leicht zu anderen als zur Esoterischen
Weltanschauung.
[i]
Schau, genau das zeigt diese Verwirrung, von der
ich im Beitrag an Hel geschrieben habe. Es gibt keinen Festkörper und zusätzlich
dein Erleben dessen. Der Festkörper IST das Erleben. Einerseits räumt ihr ein,
daß alle Wahrnehmungen Bewußtseinsinhalte sind, und was sollen
Bewußtseinsinhalte anderes sein als geistiger Natur? Und dann behauptet ihr
wieder, ihr würdet einen Festkörper, also ein Ding-an-sich, wahrnehmen? Was denn
nun? Der Festkörper IST deine Wahrnehmung, und die kommt als Festkörper daher.
So einfach, das hat überhaupt nichts mit "geisterhaft-nebulös" zu tun. Wenn dir
der Festkörper auf den Fuß fällt, tut dir dann der Fuß weh oder der Festkörper?
Dir tut der Fuß weh, aber der Schmerz findet im Bewußtsein statt, wo sonst? Also
ist er ebenso geistiger Natur, wie eben jede Wahrnehmung, egal ob taktil,
visuell oder akustisch.
Grüße,
WuWei
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von WuWei am
06. Feb. 2006, 14:55 Uhr
--------------------------------------------------------------------------------
Hallo Hel,
[/i]
Das einzige, was Joy und Wuwei noch weiter treiben,
ist, daß Sie uns jetzt auch noch das Hirn wegnehmen und nur mehr die Wahrnehmung
zulassen. :-)
[i]
grins, so ist es [grin]
--------------------------------------------------------------------------------
Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von WuWei am
06. Feb. 2006, 15:12 Uhr
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Hallo louis,
[/i]
Meine Rede...das Sein geht dem Bewußtsein voran!
[i]
was ist Sein?
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von philoschall
am 06. Feb. 2006, 15:30 Uhr
--------------------------------------------------------------------------------
Hallo WuWei,
"Dagegen gibt es aber kein Bewußtsein ohne Inhalte, und
keine Inhalte ohne Bewußtsein, nicht wahr?" WuWei
Genau, Bewusstsein
vollzieht sich in und mit Vorgestellten. Dualisten sind jene die substanziell
trennen: Denken (Geist) sowie Dinge (Materie).
"Hmm, machst du jetzt
nicht selbst einen Dualismus zwischen Bewußtsein und Bewußtseinsinhalten auf?"
WuWei
Nein. Denken findet die Manifestationen der abergläubigen
Denkweise, etwa wissenschaftstheoretischen Dualismus von Geist und Materie, vor.
Wird die Verkehrung der DenkINHALTE nicht entsprechend gewürdigt und
systematisch berücksichtigt -dass diese Inhalte relative sind und verabsolutiert
wurden und werden-, kommt, beispielsweise dieser Dualismus, gar nicht ins
Denken. Damit fehlt das kritische Denken des Wahrgenommenen der Ausdehnung. Wird
die Sphäre der Logik sozusagen übersprungen, fehlt das kritische Denken der
Inhalte die mit und in der Sinnenerfahrung gefunden wurden und werden. Wird mit
dieser Überspringung Geist ausgegeben, wird in Symbolen gesprochen. Diese
Sprache wird für die, die in der Sphäre der Logik -ob nun mit dem
logisch-richtigen und/oder den logisch-falschen Denken der BewusstseinsINHALTE-,
verbleiben, keine andere als die der Bewusstlosigkeit sein. Wunder ist, dass
auch die Menschen, die ihre BewusstseinsINHALTE sozusagen der Logik bewusstlos
leben in der Lebenspraxis nicht mehr oder weniger fehlgehen wie die meisten
ihrer Mitmenschen. Dieses Wunder ist das Wunder des Denkens. Denken kann nicht
fehlgehen, die begriffliche Verbindung und Verknüpfung der DenkINHALTE sehr
wohl.
Gruss
philoschall
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von WuWei am
06. Feb. 2006, 16:08 Uhr
--------------------------------------------------------------------------------
Hallo Hel,
[/i]
Die Deutsche Sprache ist einfach wunderbar, aber ist
sie auch ein brauchbares Mittel zur Verständigung? Ich stehe momentan auf der
Leitung!
[i]
Das Problem ist, daß ich auf etwas hinweisen will, das
jenseits von Logik und Sprache ist, aber dafür Logik und Sprache verwenden muß.
Ich codiere also mein Erleben in Sprache und hoffe darauf, daß du es wieder
decodieren und mit deinem Erleben in Beziehung setzen kannst.
[/i]
Aber bezüglich der Objektivität der Dinge, so schreibst Du doch, daß Du S1 und
S2 akzeptierst. Damit hätte ich gedacht, daß in diesen beiden Sätzen eben noch
vollständig offen ist, ob es Dinge-an-sich gibt, oder nicht.
[i]
Grundsätzlich hast du recht.
[/i]
Wir trennen uns doch erst darin,
daß Du für S3 votierst, und ich für S4.
[i]
Ich plädiere vielleicht
für S3, aber nicht so, wie du wahrscheinlich S3 verstehst.
[/i]
Ich
möchte Dich wirklich gerne verstehen, aber ich kann momentan keine Vorannahmen
in meinen Sätzen finden.
[i]
Vielleicht die, daß du unter Welt ein
konkretes objektives Ding verstehst, während ich unter Welt Bewußtseinsinhalte
verstehe. Wir dürften uns aber einig sein, daß Welt uns nur als
Bewußtseinsinhalt gegeben ist. Alles darüber hinaus ist Annahme.
[/i]
Du kannst allerdings auch noch das ICH streichen. Dann nimm bitte:
S1:
Wahrnehmung ® Welt
S2: ØWelt ® ØWahrnehmung
und
S3: ØWahrnehmung ®
ØWelt
S4: ØWahrnehmung ® Welt
Sollte also nichts daran ändern, daß
wenn wir NUR von S1 und S2 ausgehen, S3 und S4 einfach zwei verschiedene
Glaubensweisen darstellen.
[i]
S4 ist definitiv eine Glaubensweise. S3
ist dagegen auch dein unmittelbares Erleben, oder nicht? Was würde denn
passieren, wenn du auch an S3 "glauben" würdest? Würde irgendetwas aus deinem
Leben verschwinden?
viele Grüße,
WuWei
--------------------------------------------------------------------------------
Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von louisquinze
am 06. Feb. 2006, 16:14 Uhr
--------------------------------------------------------------------------------
Allô WuWei!
Ist ja schon lange her, daß wir mal miteinander gesprochen
haben.
Nun, - Was ist Sein?
Wir haben dazu schon manches in dem Thread
"Was ist Metaphysik" gesagt.
Das ist natürlich keine Frage wie:
Was ist
ein Smiley? :-)
Eine klassische Definition ist ja ipse facto ausgeschlossen.
Statt meiner gescheiten Reden nun Literaturhinweise:
Handwörterbuch der
phil. Grundbegriffe Baumgartner, Krings, Wild: "Frage" von E. Coreth/ ebenfalls
in diesem Werk: Keller: "Sein"/Artikel "Sein" Ph.Wörterbuch von W.Brugger/recht
ausführlich de Vries, Grundbegriffe der Scholastik. Auch nicht schlecht im ganz
neuen LThK.
Ich kann dies hier wirklich nicht alle wiedergeben.
Philosophie ist ja auch m.E. ein Studium (das hat ja mit "Mühe"
zu tun! ;-)
salut
Lq
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von delfi am
06. Feb. 2006, 16:26 Uhr
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on 02/06/06 um 15:30:39, philoschall wrote:..... Wunder ist, dass auch die
Menschen, die ihre BewusstseinsINHALTE sozusagen der Logik bewusstlos leben in
der Lebenspraxis nicht mehr oder weniger fehlgehen wie die meisten ihrer
Mitmenschen.
Ja, das ist in der Tat ein Wunder. Ich frage mich
auch, wie es die abergläubig Bewustlosen schaffen, vor einer roten Ampel
rechtzeitig anzuhalten, denn sie sind ja bewustlos und die Apel gibt es ja
nicht.[nixweiss]
Gegenfrage:
die nicht bewustlos Wissenden "denken" sich
die Ampel einfach grün und fahren durch oder?[ruffle]
Salve
[skater]
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von Eberhard am
06. Feb. 2006, 16:52 Uhr
--------------------------------------------------------------------------------
Hallo allerseits, hallo WuWei,
nach Deinem Beitrag #159 weiß ich nicht
mehr recht, was ich von der Diskussion mit Dir halten soll.
Du
schreibst: „Z.B. glaube ich nicht, daß meine Mutter vor meiner Geburt existiert
hat. Ich glaube aber auch nicht, daß sie nicht existiert hat. Weil ich gar nicht
in den Kategorien von Existenz und Nicht-Existenz denke, eben weil ich gar nicht
an objektive Existenz glaube.“
Wenn das so ist, frage ich mich jedoch,
warum Du überhaupt über die Frage mitdiskutiert hast, ob eine vom menschlichen
Bewusstsein unabhängige Welt existiert.
Hättest Du nicht von Anfang an
sagen sollen, dass Du nicht in den Kategorien von Existenz und Nicht-Existenz
denkst und dass Du weder glaubst, dass eine Welt unabhängig vom menschlichen
Bewusstsein existiert noch dass sie nicht existiert und dass die Frage für Dich
sinnlos ist?
Oder ist das alles nur ein Missverständnis?
fragt
Dich ein etwas erstaunter Eberhard.
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von hel am 06.
Feb. 2006, 17:30 Uhr
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on 02/06/06 um 15:12:57, WuWei wrote:was ist Sein?
entschuldige, wenn ich auch darauf antworte. Und sag es ja nicht Louisquinze
weiter.
Aber "Sein" ist eines von drei Hilfszeitwörtern neben "Haben" und
"Werden". Es ist ausgesprochen nützlich im Zusammenhang mit Adjektiva und zum
Bilden der Vergangenheitsform. Der Infinitiv wird im Wiener Dialekt manchmal
auch statt "sind" verwendet. Im allgemeinen ist es ein sehr harmloses Wort. Nur
bei Philosophen und in der substantivierten Form absolut kontraindiziert. Es
führt sofort zu geistigen Blähungen und Verwirrungszuständen unterschiedlichster
Ausprägungen, im schlimmsten Fall zu literarischen Ausscheidungen, die sich über
hunderte von Seiten erstrecken können. Prominentestes Opfer Heidegger, der
seinerseits wieder eine Unzahl von bemitleidenswerten Studenten angesteckt haben
soll. Also in diesem Forum bitte sehr sparsam damit umgehen.
Grüße,
hel
--------------------------------------------------------------------------------
Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von
henrywilhelm am 06. Feb. 2006, 18:28 Uhr
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Guten Abend!
Zu Joys Darlegungen # 132 von gestern, 18.14 Uhr
Dass die von uns erlebte Wirklichkeit eine Konstruktion unseres Geistes ist, ist
anerkannte Position der Wissenschaft.
Sie bedeutet: Die Struktur unseres
Geistes gibt uns beschränkte Möglichkeiten, mit Hilfe von in beschränktem
Umfange Gegebenem die erlebte Welt zu konstruieren.
Es bedeutet nicht, die
Welt sei eine b l o ß e Konstruktion, es gebe gar nichts Gegebenes, alles sei
Geist.
Die Ansicht „Es gibt nichts als Geist“ kann – soweit sie keine
Widersprüche enthält – wahr sein.
Die Gegenposition „Es gibt keinen Geist“
(gibt es auch, siehe: Ryle, Der Begriff des Geistes) kann es gleichermaßen.
Allerdings entspricht keine dieser extremen Positionen unserem „aufmerksam
beobachteten faktischen Erleben“. Wir erleben faktisch, auch Joy, den
Unterschied von bloß Vorgestelltem und Wahrgenommenem. Der Kaffee in seiner
Kaffeemaschine ist nicht identisch mit der Vorstellung von Kaffee, die er hat,
wenn er sein Arbeitszimmer verlässt und in die Küche geht. Sonst könnte er sich
ja den Weg sparen und mit der bloßen Vorstellung von Kaffee im Arbeitszimmer
bleiben. Nun wird Joy sagen: Auch der Kaffee in der Kaffeemaschine kann
nirgendswoanders wahrgenommen werden als in meinem Bewusstsein.
Hier
erleben wir mantra-artig das Faszinosum des Satzes:
„Alles, was wir
wahrnehmen, erinnern, uns vorstellen, ist in unserem Bewusstsein/Geist.“
Der Satz hat diese faszinierende Wirkung, weil in ihm Vorstellung einerseits und
Gegenstand der Vorstellung andererseits gleichgesetzt werden. („Gegenstand“ in
allgemeinem Sinne, wie man auch vom „Gegenstand“ unserer Diskussion spricht.)
Gewiss kann man die unterschiedlichen (!) Vorstellungsarten: Wahrnehmung,
Erinnerung, Phantasterei zusammenfassend „Vorstellung“ nennen. Sie sind allesamt
im Geist, natürlich.
Aber jede Vorstellung ist die Vorstellung von etwas. Das
ist ihr Gegenstand. Nun kann (vielleicht) alles zum Gegenstand einer Vorstellung
werden. Daraus folgt keineswegs, dass alles n u r in der Vorstellung existiert.
Ein Autoschlosser sagt zum anderen: Dieses Auto muss ich probefahren. Sie
sprechen hier über ein Auto, nicht über die Vorstellung eines Autos. Sie fahren
nicht eine Vorstellung probe – auch wenn sie natürlich dabei Wahrnehmungen
haben.
Ein VW-Manager betrachtet technische Zeichnungen und sagt zu den
Entwicklern: Ihre Vorstellungen gefallen mir nicht. Sie sprechen über
Vorstellungen von Autos.
Dann kann ich mir dieses Gespräch anhören oder es
mir vorstellen. So habe ich Vorstellungen der Vorstellungen dieser Leute.
(Man kann wie bei einer Matroschka-Puppe Vorstellung um Vorstellung um
Vorstellung stülpen, aber irgendwann kommt kein Verstand mehr mit.)
Es
gibt natürlich Vorstellungen, deren Gegenstand nicht existiert. Z.B. die
Vorstellung eines Einhornes. Dann ist es aber eine unsaubere Redeweise zu sagen:
„Das Einhorn ist (nur) in deinem Kopf.“ Richtig ist: „Die Vorstellung des
Einhornes ist in deinem Kopf.“ Auch hier ist zu beachten, dass diese Vorstellung
einen Gegenstand „hat“, eben in dem Sinn, dass derjenige sich unter dem Begriff
„Einhorn“ e t w a s vorstellt.
Die Vorstellung und ihr Gegenstand sind nicht
dasselbe. Die Vorstellung ist im Geist. Ihr Gegenstand nur dann, wenn die
Vorstellung eine Vorstellung zum Gegenstand hat. D a s ist „aufmerksam
beobachtetes Erleben“!
Natürlich ist es möglich, dass all das – Ich, Du,
die Vorstellungen, die Materie – als Ganzes wiederum nur Vorstellungen eines
umfassenden Geistes sind, vielleicht ein Traum Gottes oder eine Phantasie des
Teufels. Aber wir hätten nicht die geringste Möglichkeit, das zu erkennen. Und
deshalb wäre das e i n e s i n n l o s e p h i l o s o p h i s c h i s c h e
Frage.
Gute Nacht!
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von Berny am
06. Feb. 2006, 20:10 Uhr
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on 02/06/06 um 18:28:22, henrywilhelm wrote:Guten Abend!
...........[........].....
Natürlich ist es möglich, dass all das – Ich, Du,
die Vorstellungen, die Materie – als Ganzes wiederum nur Vorstellungen eines
umfassenden Geistes sind, vielleicht ein Traum Gottes oder eine Phantasie des
Teufels. Aber wir hätten nicht die geringste Möglichkeit, das zu erkennen. Und
deshalb wäre das e i n e s i n n l o s e p h i l o s o p h i s c h e Frage.
Gute Nacht!
Na hoffentlich wird es auch wieder Tag!
Dass
die Nichterkenntnis in einer Unmöglichkeit liegt, ist bereits eine mögliche
Erkenntnis.
Und würde nicht schon die ‚allergeringste’ Möglichkeit
ausreichen, um den Unterschied zwischen einem Ding (=Gegenstand), einem Wesen
(=Selbstgestalter) und einer Wesenheit (=Vorstellung) zu erkennen?
[poke]
Mit freundlichen Grüßen
Berny (BernhardLayer)
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von Eberhard am
06. Feb. 2006, 21:28 Uhr
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Hallo allerseits,
WuWei kritisierte an Hels Position: „Fällt dir wirklich
gar nicht auf, wie ihr alle, hhmoeller, Eberhard und auch du, dies ständig
durcheinanderbringt? Einmal räumt ihr ein, daß das was ihr seht, kein
Ding-an-sich sein kann, sondern ein Bewußtseinsinhalt, und dann behauptet ihr
wieder, ihr würdet doch das "reale" objektive Ding sehen.“
Lässt sich das
Problem klären?
Man sagt gewöhnlich; „Da ist ja Peter! Siehst Du ihn dort
auf der andern Straßenseite?“
Man sagt nicht: „Siehst Du den
Bewusstseinsinhalt ‚Peter’?’
Wenn ich die Augen öffne, wird ein visueller
Bewusstseinsinhalt gebildet. Ich sehe, ich mache visuelle (optische)
Wahrnehmungen, nehme etwas mit Hilfe der Augen wahr.
Wenn ein visueller
Bewusstseinsinhalt gebildet wird, der dem entspricht, was ich als visuelle
Erscheinung von Peter in meinem Gedächtnis gespeichert habe (mittelgroß, breite
Nase, dunkelhaarig etc.), so sage ich: „Ja, ich sehe dort Peter.“
Man
nennt das, was man als etwas identifiziert, das einer bestimmten, in meinem
Gedächtnis gespeicherten und mit einem Namen gekennzeichneten visuellen
Erscheinung entspricht, den Gegenstand der Wahrnehmung oder den wahrgenommenen
Gegenstand.
Bei der aktuellen visuellen Wahrnehmung und bei der im
Gedächtnis gespeicherten visuellen Erscheinung handelt es sich um Inhalte des
Bewusstseins. Bei dem identifizierten Gegenstand der visuellen Wahrnehmung
handelt es sich nicht um einen Bewusstseinsinhalt.
Die aktuelle visuelle
Wahrnehmung kann auch einen Bewusstseinsinhalt erzeugen, der keinem
gespeicherten visuellen Eindruck entspricht. Man sagt dann z.B. „Es ist so
dunkel, dass ich nichts erkennen kann.“
Die aktuelle visuelle
Wahrnehmung kann auch einen Bewusstseinsinhalt erzeugen, der mehreren der
gespeicherten visuellen Erscheinungen entsprechen könnte. Man sagt dann: „Ich
vermute, dass das, was ich da sehe, eine Fichte ist. Es könnte aber auch eine
Tanne sein.“
Die aktuelle visuelle Wahrnehmung kann auch so identifiziert
werden, dass es zum Widerspruch mit der Identifizierung einer weiteren visuellen
Wahrnehmung kommt. Man sagt dann: „Eben dachte ich noch, er sei Peter, aber wenn
ich ihn jetzt aus der Nähe sehe, weiß ich sicher, dass er es nicht ist, allein
schon die Nase ist ganz anders als bei Peter.“
Da die Identifizierung der
aktuellen Wahrnehmung mit Unsicherheiten belastet ist und korrekturbedürftig
sein kann, kann man nicht einfach „einen Gegenstand wahrnehmen“, sondern man
kann nur meinen, dass man einen bestimmten Gegenstand wahrnimmt.“
Vielleicht ist damit ein wenig der vermeintliche Widerspruch gemildert, dass
einmal gesagt wird: „Man sieht den Gegenstand (und nicht den
Bewusstseinsinhalt)“ und das andere Mal: „Man sieht nicht den bestimmten
Gegenstand (sondern etwas anderes, das man für den Gegenstand hält,)“
Es
grüßt alle Schreiber und Leser Eberhard.
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von Xenon am
06. Feb. 2006, 22:21 Uhr
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Hi Hel,
on 02/06/06 um 17:30:32, hel wrote:entschuldige, wenn ich
auch darauf antworte. Und sag es ja nicht Louisquinze weiter.
Aber "Sein"
ist eines von drei Hilfszeitwörtern neben "Haben" und "Werden". Es ist
ausgesprochen nützlich im Zusammenhang mit Adjektiva und zum Bilden der
Vergangenheitsform. Der Infinitiv wird im Wiener Dialekt manchmal auch statt
"sind" verwendet. Im allgemeinen ist es ein sehr harmloses Wort. Nur bei
Philosophen und in der substantivierten Form absolut kontraindiziert. Es führt
sofort zu geistigen Blähungen und Verwirrungszuständen unterschiedlichster
Ausprägungen, im schlimmsten Fall zu literarischen Ausscheidungen, die sich über
hunderte von Seiten erstrecken können. Prominentestes Opfer Heidegger, der
seinerseits wieder eine Unzahl von bemitleidenswerten Studenten angesteckt haben
soll. Also in diesem Forum bitte sehr sparsam damit umgehen.
Grüße,
hel
LOL - ein echter Schenkelklopfer! Dieses Posting ist echt
was zum Einrahmen und an die Wand hängen. Respekt! Ist das Deinem Geist
entsprungen?
Xenon
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von Joy am 06.
Feb. 2006, 22:26 Uhr
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on 02/06/06 um 18:28:22, henrywilhelm wrote:Wir erleben faktisch, auch Joy,
den Unterschied von bloß Vorgestelltem und Wahrgenommenem. Der Kaffee in seiner
Kaffeemaschine ist nicht identisch mit der Vorstellung von Kaffee, die er hat,
wenn er sein Arbeitszimmer verlässt und in die Küche geht. Sonst könnte er sich
ja den Weg sparen und mit der bloßen Vorstellung von Kaffee im Arbeitszimmer
bleiben. Nun wird Joy sagen: Auch der Kaffee in der Kaffeemaschine kann
nirgendswoanders wahrgenommen werden als in meinem Bewusstsein.
Hier
erleben wir mantra-artig das Faszinosum des Satzes:
„Alles, was wir
wahrnehmen, erinnern, uns vorstellen, ist in unserem Bewusstsein/Geist.“
Der Satz hat diese faszinierende Wirkung, weil in ihm Vorstellung einerseits und
Gegenstand der Vorstellung andererseits gleichgesetzt werden. („Gegenstand“ in
allgemeinem Sinne, wie man auch vom „Gegenstand“ unserer Diskussion spricht.)
Gewiss kann man die unterschiedlichen (!) Vorstellungsarten: Wahrnehmung,
Erinnerung, Phantasterei zusammenfassend „Vorstellung“ nennen. Sie sind allesamt
im Geist, natürlich.
Aber jede Vorstellung ist die Vorstellung von etwas. Das
ist ihr Gegenstand. Nun kann (vielleicht) alles zum Gegenstand einer Vorstellung
werden. Daraus folgt keineswegs, dass alles n u r in der Vorstellung existiert.
Anmerkung: Da nicht in jedem Beitrag immer wieder alles
bisher Geschriebene steht, er also immer nur fragmentarisch ein paar Punkte
behandelt, möchte ich doch darauf verweisen, was ich schon oft genug
ausdrücklich geschrieben habe: Nur das, was "ich" hier und jetzt bewusst
materiell wahrnimmt, ist auch materiell wirklich. (Hier wird nichts über das
gedankliche Konzept, die gedankliche Idee, die gedankliche Vorstellung von
"Existenz/Nicht-Existenz" ausgesagt, sondern nur über das
was-hier-und-jetzt-wirklich-ist.)
Aber, und das ist das Entscheidende,
bewusste Wahrnehmung selbst, findet nirgendwo und als nichts anderes statt, als
Bewusstsein. Bewusstsein existiert aber nicht in Raum und Zeit, sondern ist
selbst raumzeitlos, also ein raumzeitloses-hier-und-jetzt-sein. Und niemand wird
ernsthaft bestreiten wollen, dass er selbst und die gesamte bewusste Wahrnehmung
ausschließlich immer hier und jetzt sind.
Die ganze Problematik, die
dieser Thread insgesamt behandelt, findet ihre Ursache doch nur einzig in der
Glaubensannahme, dass -völlig entgegen jedem realen bewussten Erleben hier und
jetzt- die Annahme verbal-dualistisch formuliert wird, dass neben dem bewussten
Erleben hier und jetzt selbst es
a) einen unabhängig vom Erleben selbst
getrennten "Erlebenden" (= Ich, Subjekt) gibt bzw. dieses "separierte Phantom"
real existiert
b) ein unabhängig vom Erleben selbst getrenntes "Ding an
sich" (= Welt, Objekt) gibt bzw. dieses "separierte Phantom" materiell existiert
Niemals hat aber irgendwer, und das ist ein unumstössliches Faktum, jemals das
unter a) und b) genannte erlebt und könnte es vorzeigen.
Daher sage ich,
dass die Aussagen unter a) und b) nur verbal formulierte Glaubensannahmen- bzw.
Aussagen sind und die Verwirrung hautsächlich durch das objektivierende
dualistische verbale Denken erst erzeugt und konditioniert werden. "Materielle
Existenz" über das hier und jetzt bewusst geistig wahrgenomme hinaus ist selbst
nichts anderes als eine Idee, ein hier und jetzt für wahr geglaubtes
gedankliches Konzept, für dessen Gültigkeit über das Konzepthafte hinaus, noch
niemals ein Beleg erbracht wurde und auch niemals ein Beleg erbracht werden
kann, denn "Ich" ist bzw. bin schließlich immer nur
raumzeitloses-hier-und-jetzt-sein. Alle Vergangenheit sowie alle Zukunft
erscheint in diesem raumzeitlosen-hier-und-jetzt-sein ausnahmslos immer nur als
ein gedachter bzw. bewusst wahrgenommener Gedanke. Wer das ernsthaft bestreiten
will, ohne hierfür auch nur einen einzigen Beleg zu erbringen, der nicht nur aus
einer verbal definierten Annahme (= Glaube) stammt, kann nur -sorry-
phantasieren.
Wird das selbst klar und zweifelsfrei erkannt, dass dem
ganz real so ist, dass dies eben nur Glaubensaussagen sind, erübrigt sich jede
weitere Diskussion darüber von ganz allein. Denn die Diskussion wird
ausschließlich über eine gedankliche Vorstellung geführt. Ist das einmal klar,
dann können wir endlich einmal beginnen zu philosophieren über das
was-wirklich-ist.
Gruß
Joy
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von Joy am 06.
Feb. 2006, 22:47 Uhr
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on 02/06/06 um 13:00:52, Eberhard wrote:Hallo Joy,
p.s.: Willst Du
nicht wenigstens aus Antwort #136 entfernen, ich hätte behauptet, dass es für
die Wahrheit einer Aussage keiner stichhaltigen Begründung bedürfe? Ich habe in
#131 genau das Gegenteil geschrieben, wie jeder nachlesen kann.
Sorry, Eberhard. Du hast hier natürlich recht, ich hatte hier tatsächlich
versehentlich falsch gelesen (keiner statt einer) und habe diesen Absatz im
Beitrag #136 entsprechend korrigiert. Er lautet jetzt:
"Wobei er
zweifelsfrei mit diesem entgegneten Einwand recht hat. Wenn Du vor Dir einen
Monitor siehst (diesen also materiell wahrnimmst), dann ist die Aussage wahr.
Wenn Du sagst "Meine Mutter gab es schon, als es mich noch nicht gab.", dann ist
dies ganz klar eine Glaubensaussage, der ein bestimmtes ganz konkretes
materialistisches Weltbild bereits zugrunde liegt, welches Dich glauben läßt,
dass eine materielle Welt unabhängig und jenseits ihres bewussten
Wahrgenommenwerdens existiert. Du setzt, philosophisch betrachtet, bereits etwas
als real gegeben voraus, was Du, philosophisch betrachtet, erst zu erkennen
trachtest."
Gruß
Joy
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von Joy am 06.
Feb. 2006, 22:59 Uhr
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on 02/06/06 um 11:56:22, louisquinze wrote:"...Bewußt- und Bewahrsein ist
selbst Transzendenz..."
enthält bereits 4 (!) Seinaussagen!
Meine
Rede...das Sein geht dem Bewußtsein voran!
Welches "Sein"
konkret geht denn dem Bewusst- und Gewahrsein voran?
Gruß
Joy
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von hel am 06.
Feb. 2006, 23:19 Uhr
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on 02/06/06 um 22:21:53, Xenon wrote:LOL - ein echter Schenkelklopfer!
Dieses Posting ist echt was zum Einrahmen und an die Wand hängen. Respekt! Ist
das Deinem Geist entsprungen?
Danke für die Blumen. Wir sein hier ja
in einem fast ernsthaften Philosophieforum und würden natürlich Zitate
entsprechend ausweisen.
Grüße,
hel
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von Joy am 07.
Feb. 2006, 04:00 Uhr
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on 02/06/06 um 13:00:52, Eberhard wrote:Hallo Joy,
Ich will es
genau wissen. Meines Erachtens gilt unwiderlegt Folgendes:
1. Meine
Mutter existierte schon, bevor ich existierte.
Also zunächst
einmal, lieber Eberhard, gilt hier gar nichts als widerlegt oder unwiderlegt.
Deine Glaubens-Ansicht, dass das, was Du hier ausführst unwiderlegt gültig sei,
erschwert nur das eigene Erkennen dessen,
was-hier-und-jetzt-einzig-wirklich-ist. Deine Vorannahme, die in ihrer Funktion
einer "(Da-)Vor-Stellung" gleicht, steht quasi als einziges Hindernis vor der
Erkenntnis, welches Du sozusagen selbst überwinden mußt, willst Du selbst zur
geistigen Klarheit im eigenen Erkennen gelangen.
Du (= Eberhard) bist
nichts anderes als Bewusstsein selbst, was Du z.B. mit der verbalen Aussage
ausdrückst, wenn Du sagst "Ich bin mir bewusst bzw. gewahr, selbst zu sein."
Dein eigentlicher "Irrtum" ist im Grunde nur ein einziger, nämlich der, dass Du
glaubst, dass "Ich" etwas anderes sei oder bezeichnet, als Bewusst- bzw
Gewahrsein selbst.
Denn niemand und nichts existiert da materiell
(weswegen ich "ihn", diesen "niemand", auch gern als "Phantom" oder auch als
"Illusion" bezeichne), der bewusst sein könnte oder nicht bewusst sein könnte.
Dein Bewusstsein von Dir selbst ist nichts anderes als eben das Bewusstsein
selbst, das Du = selbst bist. Bewusstsein und Ich sind quasi ident. (Auch wenn
ich "Bewusstsein" verbal hier substantivistisch gebrauche, vergesse nie den
Hinweis dabei, dass "Bewusstsein" kein wirkliches "Ding" ist.)
Deswegen
frage ich gelegentlich auch immer wieder einmal: Kannst Du mir jenen (jene
vermeintlich ontologische Entität, das "Phantom", die "Illusion") zeigen,
welcher Bewusstsein haben oder nicht haben könnte? Was also bist Du selbst
anderes als Bewusstsein? (Kannst Du mir diese beiden letzten Frage bitte einmal
konkret beantworten? Das wäre vielleicht für eine mögliche weitere Erörterung
und Darlegung ganz hilfreich.)
Das, was Du nun also als Deine Mutter
bezeichnest (und im weiteren Sinne auch als die phänomenale [dingliche] Welt),
als was existiert sie für Dich anderes, ausser als Deine bewusste Wahrnehmung
von ihr? Du kannst Deine Mutter als einen phänomenalen materiellen Körper
wahrnehmen und Du kannst, wenn Du sie nicht körperlich wahrnimmst, sie als
erinnertes Vorstellungsbild bewusst wahrnehmen, wenn Du an sie denkst.
Was läßt Dich aber nun so scheinbar sicher annehmen -und es ist nur eine
Glaubensannahme- dass Deine Mutter als was anderes "existiert", außer als
Wahrnehmung, mal als vorgestelltes Gedankenbild, mal als körperliche
Erscheinung, aber stets als bewusste Wahrnehmung? Deine Mutter ist, genau wie
auch Du selbst, nichts anderes als Bewusstsein selbst. Und was für Deine von Dir
wahrgenommenen Mutter zutrifft, trifft für die gesamte von Dir immer nur hier
und jetzt wahrgenommene phänomenale Welt zu (Phänomen = griechisch
"Erscheinung").
Es gibt real keine "materielle Existenz" von was auch
immer, jenseits und getrennt dessen, was Du (= Bewusstsein selbst) hier und
jetzt materiell wahrnimmst. Das entspricht auch Deinem faktischen Erleben, denn
Du nimmst schließlich immer nur hier und jetzt materiell wahr. Oder kennst Du
vielleicht irgendein eigenes Erleben, wo Du als "Ich" (= der Eberhard) anwesend
bist, ohne dass dabei auch immer gleichzeitig eine von Dir wahrgenomme
materielle räumliche Welt anwesend ist? Oder hast Du jemals zur gleichen Zeit
Deine Berliner Wohnung und die Hannoveraner Wohnung Deiner Mutter materiell
räumlich wahrgenommen, so dass Du wirklich sicher sagen könntest, dass beide
Wohnungen gleichzeitig real materiell existieren? Denn Du behauptest dieses doch
als eine vermeintliche Faktizität und noch dazu, dass dieser Aussage eine
unwiderlegte Gültigkeit zukomme. Dabei basiert diese Aussage doch ganz
offensichtlich und zweifelsfrei nur auf einer Glaubensannahme.
Natürlich
kennst Du ein solches real getrenntes Erleben nicht und auch nicht ein solches
Erleben, gleichzeitig an zwei verschiedenen Orten real anwesend zu sein! Was
läßt Dich dann also ernsthaft annehmen und auch noch glauben, dass eine solche
Trennung real wäre? Und was läßt Dich dann so sicher glauben, dass verschiedene
Räumlichkeiten gleichzeitig materiell existieren?
Du selbst und die von
Dir hier und jetzt materiell wahrgenommen Welt sind doch immer miteinander
verbunden, niemals erlebst Du eines davon getrennt vom anderen, immer erscheinen
sie zusammen als eins. Niemals erscheint auch nur eines von den beiden(?) ohne
das andere! Niemals erscheinen Dir real zwei verschiedene Räumlichkeiten
gleichzeitig.
Was dem eigenen tieferen Verstehen der Wirklichkeit im Wege
steht, ist freilich auch die irrtümliche konditionierte Annahme, Du selbst seist
"nur" Dein von Dir phänomenal wahrgenommener Körper und hättest eine separate
Existenz neben der sonstigen von Dir wahrgenommenen phänomenalen Welt (mit der
dieser Körper aber immer gemeinsam erscheint). Denn Dein wahrgenommener
phänomenaler Körper erscheint schließlich niemals für sich selbst allein und
damit getrennt von einer phänomenalen (Um-)Welt, von der Du annimmst und
glaubst, sie sei bereits vor Dir bzw. jenseits und unabhängig von Dir materiell
existent.
on 02/06/06 um 13:00:52, Eberhard wrote:2. Wenn ein Mensch
nicht existiert, existiert auch sein Bewusstsein nicht.
Dem
stimme ich nur sehr eingeschränkt zu. Deswegen nur sehr eingeschränkt, weil
Deine Aussage nämlich bereits wieder die Annahme unterstellt, dass ein Mensch
getrennt von Bewusstsein überhaupt "existiert". Verstehe ich "Existenz" im Sinne
von "Sein", dann ist jede "Existenz", von was auch immer, eine "Existenz als
Bewusstsein".
on 02/06/06 um 13:00:52, Eberhard wrote:3. Die
Existenz von etwas kann nicht von etwas anderem abhängen, das selber nicht
existiert.
Wenn wir uns einigen, "Existenz", wie eben
vorgeschlagen, immer als "Existenz" im Sinne von "Sein" zu verstehen, dann ist
jede "Existenz", von was auch immer, eine "Existenz als Bewusstsein". Deine
Aussage unter Ziffer 3 hieße dann, nur den Begriff "Existenz" gegen den Begriff
"Bewusstsein" ausgetauscht: "Das Bewusstsein von etwas kann nicht von etwas
anderem abhängen, das selber nicht Bewusstsein ist." Diese letzte nur
"begrifflich modifizierte" Aussage entspricht im Grunde dem, was ich oder auch
WuWei hier schreibt und dem Du aber vehement widersprichst.
on
02/06/06 um 13:00:52, Eberhard wrote:4. Die Existenz meiner Mutter hängt nicht
von meinem Bewusstsein ab.
In dieser Aussage unter Ziffer 4
trennst Du wieder -nur aus der immer gleichen Gewohnheit (= Konditionierung)
heraus- "Bewusstsein" und "Existenz" in zwei verschiedenes. Hier kannst Du nun
wieder nachlesen, was ich Dir über diese Trennung auf Deine Aussage unter den
Ziffern 1-3 in diesem Beitrag bereits geantwortet habe.
In genau dieser
"Endlos-Denkschleife" kreist quasi Dein unklares Denken und die Diskussion in
diesem Thread. Ursache dafür ist einzig die immer wieder gleiche irrtümliche
Glaubensannahme, in der Du nur "gedanklich begrifflich vor-gestellt" das in zwei
vermeintlich real Verschiedenes und real voneinander Getrenntes (ur-)teilst,
dass Du real aber niemals als "zwei" voneinander real Getrenntes erfährst und
erlebst, nämlich Dich (= Subjekt) und die phänomenale [dingliche] Welt (=
Objekt).
Übrigens: Nur aus dieser gedanklich-begrifflichen vorgestellten
Trennung (= Ur-Teilung!), wo Du ein Ganzes in scheinbar zwei real voneinander
Getrenntes selbst "ur-teilst", entstehen ursächlich alle anderen und weiteren
scheinbaren Paradoxien und Widersprüche in Deiner von Dir wahrgenommenen und von
Deinem Erleben vermeintlich separierten phänomenalen Welt.
on
02/06/06 um 13:00:52, Eberhard wrote:Kannst Du diese Argumentation
nachvollziehen und akzeptieren?
Selbstverständlich kann ich
Deine Argumentation nachvollziehen. Aber ich kann sie nicht akzeptieren, weil
ich den ihr zugrunde liegenden "Irrtum" ganz klar und deutlich sehe, der Dir als
solcher ganz offenbar nur noch nicht selbst bewusst geworden und aufgefallen
ist. Erkennst Du diesen Irrtum selbst, wirst Du sofort selbst -ohne dabei auch
nur mit einer Wimper zu zucken- meine Aussagen hier im Forum nicht nur sofort
verstehen, sondern sie auch alle sofort unterschreiben. Und Du wirst Dich dann
vor allem darüber ganz gehörig wundern, weshalb Du es so lange nicht selbst
erkannt hast, wo es doch quasi völlig offenbart und nicht verborgen vor Dir
liegt. (Das ist dieses entscheidende selbst erkennen, welches immer in einen
ganz deutlichen und alles verändernden AHA-Effekt mündet! Es ist dann Deine
Wiedergeburt im Geiste! Erst dann und nur dann beginnst Du überhaupt "Dein
Dasein" wirklich selbst zu verstehen. Denn bevor etwas selbst verstanden werden
kann, muß es erst einmal selbst erkannt werden. :-))
on 02/06/06 um
13:00:52, Eberhard wrote:Wenn ‚nein’’, dann hätte ich gern gewusst, welche der 3
Prämissen Du weshalb nicht akzeptieren kannst.
Wenn Du keine
Gegenargumente zu den einzelnen Sätzen bringst, ist die Sache wohl klar.
Ebenso klar ist für mich die Sache, wenn Du den Fragen übergehst mit Bemerkungen
wie:
- Das sind nicht meine Fragen!
- Das ist Kindergartenlogik!
- Das sind alles Glaubensannahmen!
- Das meinst Du doch wohl nicht ernst!
- Du hast so gut wie gar nichts verstanden!
oder ähnlichem.
Der
Hinweis, dass diese Argumentation als Gedankenfolge mir bewusst ist, ist
richtig, widerspricht jedoch keiner der 3 Prämissen und kann folglich auch kein
Argument gegen meinen Beweisgang sein.
Also, mein lieber
Eberhard, einen "Beweisgang" hast Du hier ganz gewiss nicht vorgelegt, sondern
lediglich Deine Glaubensannahmen verbal dargelegt. :-)
Ich antworte, wie
ich meine, auf Deine 4 gestellten Fragen sehr sachlich, anschaulich und
verständlich und auch durchaus logisch nachvollziehbar. Und ich kann Dir
versichern, dass ich dabei sehr klar, sehr nüchtern und hellwach bin und auch
Deine Argumentation vollumfänglich und uneingeschränkt verstehe. Dein eigener
Irrtum, dem Du erliegst und den Du als einen solchen noch nicht erkannt hast,
läßt Dich meine Aussagen (noch) als scheinbaren Unsinn empfinden. Diesen Irrtum
erkenne ich aber zweifelsfrei in allen Deinen Aussagen. Erkennst Du ihn auch
selbst -und ich weise Dich doch die ganze Zeit über auf nichts anderes hin-
wird's auch für Dich um ein Vielfaches klarer als es jetzt noch der Fall ist und
als Du Dir jetzt vorzustellen vermagst.
Weder beabsichtige ich hier Dich
(oder irgenwem anderes) zu belehren noch in irgendeiner Weise zu manipulieren
oder zu missionieren. Solltest Du diesen Eindruck dennoch gewinnen, dann sei
herzlichst und aufrichtig versichert, dass Du völlig irrst. Auch fordere ich
Dich nicht auf, mir bzw. meinen Aussagen blinden Glauben zu schenken, denn damit
wäre nichts, absolut gar nichts für Dich gewonnen, denn Du hättest bestenfalls
dabei Deinen Glauben ausgewechselt. Ich sage hier lediglich zu Dir, dass auch Du
vorurteilsfrei (frei von allen "davor-gestellten" Glaubensannahmen) auch selbst
lebendig erkennen kannst, was-hier-und-jetzt-wirklich-ist und worauf meine
verbalen Aussagen immer nur andeutend hinweisen können.
on 02/06/06
um 13:00:52, Eberhard wrote:Für mich ist „Bewusstsein“ die spezifisch
menschliche Fähigkeit, sich selbst zu beobachten, über sich selbst nachzudenken,
zu registrieren, was man selber tut und erlebt und somit von der eigenen
Existenz zu wissen.
Ganz genau! Tue es aber bitte mit Bedacht
und mit Weisheit. Das heißt, frei von irgendwelchen vorurteiligen
Glaubensannahmen.
on 02/06/06 um 13:00:52, Eberhard wrote:Diese
Fähigkeit ist immer an eine bestimmte Person gebunden, so wie die Fähigkeit zum
Behalten und Erinnern von Texten an eine bestimmte Person gebunden ist.
Schon wieder vermischst und trennst Du in zwei was eines ist. Die
"Person", was könnte sie je anderes sein als Bewusstsein selbst? Es existiert
gar keine "Person", die nicht selbst Bewusstsein ist. Bewusstsein ist nicht an
eine "Person" gebunden, sondern die "Person" ist quasi nur ein existent
geglaubtes Bewusstseinsphänomen. Mit anderen Worten: Die "Person" existiert nur
als eine gedankliche Verknüpfung (eine Konstruktion) und ist als solche wiederum
selbst nur eine Bewusstseinsvorstellung. Denn Bewusstsein ist immer nur hier und
jetzt! Bewusstsein ist mit hier und jetzt untrennbar verbunden und somit im
Grunde mit hier und jetzt ident.
on 02/06/06 um 13:00:52, Eberhard
wrote:Im Schlaf oder unter Vollnarkose ist das Bewusstsein eines Menschen
weitgehend ausgeschaltet.
Für die Annahme eines personengebundenen
Bewusstseins sprechen viele Gründe. So gäbe es z.B. sonst keine Grundlage für
die Anästhesie als medizinischer Disziplin.
Wenn ich Deine Äußerungen zur
Personengebundenheit des Bewusstseins durchsehe, so habe ich Probleme, Dich zu
verstehen. So schreibst Du z.B.: „Kennen tue ‚ich’ zweifelsfrei nur mein
‚Welterleben’ als Bewusstsein, mit dem ‚Ich bin’ selbst ident ist. Das heißt:
‚Ich’ erlebt nicht eine von ihm getrennt existierende raumzeitliche Welt,
sondern ‚Ich’ IST das bewusste geistige ganzheitliche Welterleben selbst.“
Vielleicht kannst Du meine Sicht erweitern und verständlich darlegen, warum
die Annahme eines nicht personengebundenen Bewusstseins sinnvoll ist.
Dass Bewusstsein sich als "Person" erlebt, wird von mir gar nicht
bestritten. Ich sage lediglich, dass die "Person" nichts anderes als Bewusstsein
selbst ist.
Es macht, Eberhard, wenig bis gar keinen Sinn, Schritt B vor
Schritt A zu gehen. Alle Aussagen von Standpunkt B aus scheinen in gewisser
Weise aus Standpunk A betrachtet irgendwie unsinnig und verwirrt oder nur schwer
bis überhaupt nicht verständlich. Da "Ich selbst" Jahrzehnte lang auf dem
konditionierten Standpunkt A war, verstehe ich Deine Argumentation nicht nur,
sondern kann sie auch ohne Probleme nachvollziehen. Glaube also nicht, ich würde
Dich bzw. Deine Aussagen nicht verstehen.
Auf dem konditionierten
Standpunkt A hält Dich die begriffliche Unterscheidung gefangen und Du glaubst
immer, Dich zwischen real voneinander verschieden Alternativen entscheiden zu
müssen und suchst somit zwischen richtig und falsch zu unterscheiden. Auf dem
nicht mehr konditionierten Standpunkt B erkennst Du selbst und bist Dir selbst
bewusst und gewahr, dass die voneinander verschiedenen Alternativen von
Standpunkt A immer nur scheinbar voneinander verschieden sind, dass aber alle
diese Alternativen miteinander nichts anderes als unterscheidende begriffliche
Vorstellungen sind, mit welchen Du die eigene geistige ganzheitliche
Wirklichkeit nur selbst "ur-teilst". Was in Standpunkt A noch "geur-teilt" ist,
wird in Standpunkt B wieder zur Ganzheitlichkeit und als "Ganzes" (= Einheit)
nicht nur selbst bewusst erkannt, sondern auch gewusst erlebt, dass Du (=
Bewusstsein) selbst immer dieses "Ganze" auch "all-ein" selbst bist.
Im
über 2.500 Jahre alten chinesischen Tao Te King
(http://home.pages.at/onkellotus/) heißt es gleich zu Beginn in der 1. von 81
Strophen in brillanter Kürze dazu (Version nach R.L. Wing):
Das
sagbare Tao
Ist nicht das Tao des Absoluten.
Der nennbare Name
Ist
nicht der Name des Absoluten.
Das Namenlose rief Himmel und Erde ins
Leben.
Das Nennbare ist die Mutter aller Dinge.
Demnach enthüllt sich
dem erwartungslosen Blick
Stets der Beweg-Grund;
Dem erwartungsvollen
Blick aber enthüllt sich
Stets die Begrenzung.
Der Ursprung der beiden
ist der gleiche.
Nur dem Namen nach sind sie verschieden.
Zusammen nennt
man sie tief,
Tief und geheimnisvoll.
Das Tor zum kollektiven Beweg-Grund.
Du kennst offensichtlich bisher nur den einseitigen erwartungsvollen
oder auch absichtlichen Blick, welcher, wie hier in den Versen 9 und 10
beschrieben, Dir nur die Begrenzungen enthüllt. Wenn Du aus diesem einseitigen
Schauen ein ganzheitliches Schauen werden läßt, offenbart sich Dir ganz von
allein, wie hier in den Versen 7 und 8 der 1. Strophe angedeutet, die Einheit
von allem Seienden.
Gelangst Du aus dem einseitigen Schauen zu einem
ganzheitlichen Schauen, gelangst Du auch zur Schwelle der lebendigen
Selbsterkenntnis, die Du dann sozusagen -jetzt bildhaft gesprochen- nur noch "in
Dir selbst" zu überschreiten brauchst. Diese "Schwelle zur Selbsterkenntnis"
existiert aber nicht real, sondern sie ist quasi nur die Summe Deiner für wahr
geglaubten Annahmen und Dein Festhalten an diesen Glaubensannahmen. Die Stärke
des Festhalten wiederum verhält sich proportional zu Deiner Angst vor dem Tod,
der für Dich bis zur eigenen Selbsterkenntnis der große Unbekannte ist.
Konfuzius sagt über das Tao und ich kann ihm da ohne jedes Wenn und Aber nur
zustimmen: "Ein Mensch, der am Morgen das Tao versteht, kann am Abend zufrieden
sterben."
Das Verständnisproblem, Eberhard, wenn Du es so willst, liegt,
wie jedes Verstehen (auch das des Kleinen Einmaleins), quasi einzig und allein
"in Dir selbst". Alles was Du selbst einmal erkannt hast, wird für Dich mehr und
mehr klarer. Aber wie sollte etwas klar werden können, das selbst (noch) nicht
erkannt ist?
Was Dich eigentlich am eigenen Erkennen hindert, ist nur das
Festhalten an für wahr geglaubten Annahmen, die Du nur für wirklich glaubst, die
aber reine Illusionen sind. Das auch zu erkennen, ist aber nur Dir selbst
möglich.
Gruß
Joy
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von yoko am 07.
Feb. 2006, 04:25 Uhr
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hi joy, bin relativ neu hier. hab mich kurz eingelesen in deine sichtweise über
das sein, klingt irgendwie interessant, aber in einem punkt bin ich noch nicht
soweit:
du sagst vereinfacht u.a., es gäbe nichts materielles, sondern
nur wahrnehmung. kannst du mir dann bitte nochmals einfach ausgedrückt erklären,
wie ich mir sicher sein kann, dass nicht nur ich existiere?
danke,
yoko
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von Joy am 07.
Feb. 2006, 07:55 Uhr
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on 02/07/06 um 04:25:55, yoko wrote:hi joy, bin relativ neu hier. hab mich
kurz eingelesen in deine sichtweise über das sein, klingt irgendwie interessant,
aber in einem punkt bin ich noch nicht soweit:
du sagst vereinfacht u.a.,
es gäbe nichts materielles, sondern nur wahrnehmung. kannst du mir dann bitte
nochmals einfach ausgedrückt erklären, wie ich mir sicher sein kann, dass nicht
nur ich existiere?
Hallo yoko,
nur Du existierst,
nichts anderes ausser Dir ist!
Das "Verständnisproblem" dieser Aussage,
die für jeden einseitig immer nur "konditioniert" Schauenden geradezu als völlig
verrückt klingen muß, liegt einzig darin begründet, dass Du Dich für etwas
anderes, sozusagen für ein "phantomhaftes Ich" hältst und glaubst, welches
angeblich bewusst wäre aber auch unbewusst sein könnte (z.B. durch Tod).
"Du" bist aber nicht ein jemand, der existiert und bewusst ist, sondern Deine
"Existenz" ist gar nichts anderes als "Bewusstsein" selbst.
Erst wenn Du
das einmal selbst "raffst", also auch "selbst lebendig erkennst", erst dann
werden meine Aussagen für Dich nicht nur interessant klingen, sondern Du wirst
deren tieferen Sinn auch selbst gewahr. Bis dahin befindest Du Dich quasi in
einem "rein geistigen Geburtskanal", in dem Du die Wehen mit all ihrerem
verbundenen Schmerz und Leid selbst durchlebst, um dann aus der Asche wie Phönix
empor zu steigen. Das ist wie die Entpuppung der Raupe, die sterben muß, um dann
in Freiheit als Schmetterling davonzuflattern.
Dein nur vorgestelltes
"Phantom-Ich" muß sozusagen restlos sterben, damit Du wirklich leben kannst. Das
alles geschieht, wo sonst, nur in dem ewigen Geist, der Du selbst bist.
Gruß
Joy
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von WuWei am
07. Feb. 2006, 09:56 Uhr
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Hallo philoschall,
[/i]
Wunder ist, dass auch die Menschen, die ihre
BewusstseinsINHALTE sozusagen der Logik bewusstlos leben in der Lebenspraxis
nicht mehr oder weniger fehlgehen wie die meisten ihrer Mitmenschen. Dieses
Wunder ist das Wunder des Denkens. Denken kann nicht fehlgehen, die begriffliche
Verbindung und Verknüpfung der DenkINHALTE sehr wohl.
[i]
ja richtig,
aber vergiß nicht, daß jene Menschen wiederum DEIN Bewußtseinsinhalt sind.
Bewußtsein ist nicht du, er, sie, es, wir, ihr oder sie, sondern immer nur ich.
Grüße,
WuWei
--------------------------------------------------------------------------------
Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von delfi am
07. Feb. 2006, 10:34 Uhr
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on 02/07/06 um 09:56:06, WuWei wrote:....ja richtig, aber vergiß nicht, daß
jene Menschen wiederum DEIN Bewußtseinsinhalt sind. Bewußtsein ist nicht du, er,
sie, es, wir, ihr oder sie, sondern immer nur ich.
Grüße,
WuWei
du hälts also wie Joy und Wolfgang K nur Selbstgespräche.
Sag mir
warum?
Das ist in der Tat völlig sinnlos, vielleicht der Geisteszustand eines
neugeborenen Säuglings, in der Tat frei von Dogmen.
Salve
[skater]
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von WuWei am
07. Feb. 2006, 10:45 Uhr
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Hallo Hel,
on 02/06/06 um 17:30:32, hel wrote:entschuldige, wenn ich
auch darauf antworte. Und sag es ja nicht Louisquinze weiter.
Aber "Sein"
ist eines von drei Hilfszeitwörtern neben "Haben" und "Werden". Es ist
ausgesprochen nützlich im Zusammenhang mit Adjektiva und zum Bilden der
Vergangenheitsform. Der Infinitiv wird im Wiener Dialekt manchmal auch statt
"sind" verwendet. Im allgemeinen ist es ein sehr harmloses Wort. Nur bei
Philosophen und in der substantivierten Form absolut kontraindiziert. Es führt
sofort zu geistigen Blähungen und Verwirrungszuständen unterschiedlichster
Ausprägungen, im schlimmsten Fall zu literarischen Ausscheidungen, die sich über
hunderte von Seiten erstrecken können. Prominentestes Opfer Heidegger, der
seinerseits wieder eine Unzahl von bemitleidenswerten Studenten angesteckt haben
soll. Also in diesem Forum bitte sehr sparsam damit umgehen.
Grüße,
hel
ich schwöre, das war dein bester Beitrag bisher [cheesy]. Du
hast recht: Sein ist ein derart abstrakter Begriff, daß Mißverständnisse und ein
aneinandervorbeireden vorprogrammiert sind.
Grüße,
WuWei
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von Joy am 07.
Feb. 2006, 11:14 Uhr
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on 02/07/06 um 10:34:29, delfi wrote:(an WuWei adressiert)
du hälts also
wie Joy und Wolfgang K nur Selbstgespräche.
Sag mir warum?
Das ist in der
Tat völlig sinnlos, vielleicht der Geisteszustand eines neugeborenen Säuglings,
in der Tat frei von Dogmen.
Salve
[skater]
Du,
Delfi, reagierst hier zweifelsfrei nur auf wahrgenommene Punkte und Striche =
Buchstaben, welche auf einem Monitor vor Dir erscheinen. Der geistige Sinn
dieser Striche und Punkte = Buchstaben ergibt Worte mit sinnhaften Bedeutungen,
diese Worte werden zu sinnhaften Sätzen, die Sätze werden zu sinnhaften
Aussagen...
Wo ist oder entsteht nun aber der geistige Sinn dieser
Aussagen? Im wahrgenommenen Monitor oder in Dir, dem Geist, der Du selbst bist
und der die Striche und Punkte auf dem Monitor nur wahrnimmt? [???]
Obwohl Du doch zweifelsfrei nur einen materiellen Monitor mit Strichen und
Punkten = Buchstaben wahrnimmst, glaubst Du dennoch, dass Du mit real "anderen"
Dich austauschst, die angeblich jenseits des Bewusstseins existieren, dass Du
selbst bist? [ruffle]
Die WuWei-Aussage ist schon zutreffend (auch wenn
sie vielleicht (noch) verkehrt verstanden wird): "Bewußtsein ist nicht du, er,
sie, es, wir, ihr oder sie, sondern immer nur ich." [hairstand]
Wo könnte
denn bitte der gesamte "Dialog" (der auch gleichzeitig ein "Monolog" ist) sonst
noch stattfinden, wenn nicht "in Dir", dem Geist der Du hier und jetzt selbst
bist? Die entscheidende Frage dabei ist doch nur: Wer oder was bist "Du selbst"?
Dein Signatur-Text "Gnothi seauton" ist doch die Aufforderung dazu, genau
das auch selbst zu erkennen. ;-)
Gruß
Joy
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von delfi am
07. Feb. 2006, 11:25 Uhr
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on 02/07/06 um 11:14:14, Joy wrote:"Bewußtsein ist nicht du, er, sie, es,
wir, ihr oder sie, sondern immer nur ich." [hairstand]
Dein Signatur-Text
"Gnothi seauton" ist doch die Aufforderung dazu, genau das auch selbst zu
erkennen. ;-)
joy, du sagst nichts neues ich kann es schon
auswendig,
für dich sind es also Selbstgespräche, wie schön und wie sinnlos.
für mich nicht, vielleicht merkst du dir das mal.
Ja natürlich gilt meine
Signatur auch für dich!
Salve
[skater]
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von Joy am 07.
Feb. 2006, 11:49 Uhr
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on 02/07/06 um 11:25:33, delfi wrote:joy, du sagst nichts neues ich kann es
schon auswendig,
für dich sind es also Selbstgespräche, wie schön und wie
sinnlos.
für mich nicht, vielleicht merkst du dir das mal.
Ja natürlich
gilt meine Signatur auch für dich!
Salve
[skater]
Antwortest Du eigentlich immer nur mit Behauptungen, ohne auch nur wenigstens zu
versuchen, sie zu begründen???
Achso, war wieder einer Deiner Einlagen?
Wenngleich ich schon geistreichere und vor allem hintergründigere Witze und
Zwischenrufe erlebt habe (aber das kann ja noch w-erden), dennoch einen
kräftigen:
[smiley=applaus.gif] [smiley=applaus.gif]
[smiley=applaus.gif]
;-)-Gruß
Joy
--------------------------------------------------------------------------------
Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von WuWei am
07. Feb. 2006, 11:56 Uhr
--------------------------------------------------------------------------------
Hallo henrywilhelm,
[/i]
Die Ansicht „Es gibt nichts als Geist“ kann –
soweit sie keine Widersprüche enthält – wahr sein.
Die Gegenposition „Es gibt
keinen Geist“ (gibt es auch, siehe: Ryle, Der Begriff des Geistes) kann es
gleichermaßen.
[i]
wenn du Geist und Materie nicht für zweierlei
hältst, dann ist die zweite Aussage gar keine Gegenposition mehr. Es gibt ja
auch keinen Geist als solchen, keiner hat jemals solch ein Ding irgendwo
gefunden.
[/i]
Hier erleben wir mantra-artig das Faszinosum des
Satzes:
„Alles, was wir wahrnehmen, erinnern, uns vorstellen, ist in unserem
Bewusstsein/Geist.“
Der Satz hat diese faszinierende Wirkung, weil in ihm
Vorstellung einerseits und Gegenstand der Vorstellung andererseits gleichgesetzt
werden. („Gegenstand“ in allgemeinem Sinne, wie man auch vom „Gegenstand“
unserer Diskussion spricht.)
[i]
So, wie der Begriff Vorstellung im
allgemeinen gebraucht wird, dürften wir uns alle einig sein, daß die Vorstellung
mit dem Gegenstand der Vorstellung identisch ist. Zur Diskussion steht hier, ob
Wahrnehmung und Gegenstand der Wahrnehmung identisch sind.
[/i]
Gewiss kann man die unterschiedlichen (!) Vorstellungsarten: Wahrnehmung,
Erinnerung, Phantasterei zusammenfassend „Vorstellung“ nennen. Sie sind allesamt
im Geist, natürlich.
[i]
Natürlich kannst du sie zusammenfassend
Vorstellung nennen, ich fürchte aber, das verwirrt noch mehr. Auch für mich
besteht ein Unterschied zwischen einer Wahrnehmung und einer Vorstellung.
Zusätzlich gibt es noch abstrakte Vorstellungen, die rein sprachlicher Natur
sind. Ich kann einen Menschen wahrnehmen, ich kann ihn mir vorstellen, und ich
kann mir eine abstrakte Idee vom Menschen allgemein bilden, obwohl ich mir den
Mensch als solchen nicht einmal vorstellen kann. Ich kann mir immer nur einen
konkreten Menschen vorstellen.
Davon unbenommen ist all dies
ausschließlich im Geist vorhanden.
[/i]
Aber jede Vorstellung ist die
Vorstellung von etwas. Das ist ihr Gegenstand. Nun kann (vielleicht) alles zum
Gegenstand einer Vorstellung werden. Daraus folgt keineswegs, dass alles n u r
in der Vorstellung existiert.
[i]
Jede Vorstellung ist die
Vorstellung von etwas, richtig. Aber dieses Etwas IST ja die Vorstellung. Eine
Vorstellung ist ebenso wie ein Gedanke oder eine Erinnerung mit seinem "Inhalt"
identisch. Das dürfte unstrittig sein. Strittig ist, ob der Inhalt einer
Wahrnehmung unabhängig von ihr objektiv existiert.
Ich würde es auch
nicht so ausdrücken, daß alles nur in der Vorstellung existiert. Meine
Vorstellungen können sich auf etwas Wahrgenommenes (meinen Chef), etwas
Phantasiertes (ein Wildschwein mit Flügeln) oder auf etwas abstraktes (der
Mensch im allgemeinen) beziehen. Diese drei Vorstellungen sind nicht identisch,
obwohl sie alle allein im Geist existieren.
Auch Eberhard wird mir
zustimmen, wenn ich sage, daß die Vorstellung von seiner Mutter allein im Geist
existiert. Strittig ist, ob diese Vorstellung auf eine objektiv existierende
Mutter (unabhängig vom Geist) oder auf eine wahrgenommene Mutter (die allein im
Geist erscheint) zurückgeht.
[/i]
Ein Autoschlosser sagt zum anderen:
Dieses Auto muss ich probefahren. Sie sprechen hier über ein Auto, nicht über
die Vorstellung eines Autos. Sie fahren nicht eine Vorstellung probe – auch wenn
sie natürlich dabei Wahrnehmungen haben.
[i]
Siehst du, genau deshalb
finde ich den Überbegriff "Vorstellungen" ungeeignet. Die beiden Autoschlosser
sind in diesem Moment deine bzw. meine Vorstellung. Wenn du aber einer der
Autoschlosser wärest, dann wären das Auto, dein Kollege und auch du selbst eine
Wahrnehmung, oder nicht? Du fährst dann nicht eine Vorstellung probe, sondern
eine Wahrnehmung, und du selbst bist dabei deine Wahrnehmung.
[/i]
Es
gibt natürlich Vorstellungen, deren Gegenstand nicht existiert. Z.B. die
Vorstellung eines Einhornes. Dann ist es aber eine unsaubere Redeweise zu sagen:
„Das Einhorn ist (nur) in deinem Kopf.“ Richtig ist: „Die Vorstellung des
Einhornes ist in deinem Kopf.“
[i]
Deine Argumentation wird hier
etwas verschwommen. Was ist ein Gegenstand der Vorstellung? Damit kann ich doch
nur seinen "Inhalt" meinen. Besser wäre es meiner Meinung nach zu sagen, es gibt
Vorstellungen, die sich auf etwas beziehen, das nicht wahrgenommen wird/wurde.
[/i]
Natürlich ist es möglich, dass all das – Ich, Du, die
Vorstellungen, die Materie – als Ganzes wiederum nur Vorstellungen eines
umfassenden Geistes sind, vielleicht ein Traum Gottes oder eine Phantasie des
Teufels. Aber wir hätten nicht die geringste Möglichkeit, das zu erkennen. Und
deshalb wäre das e i n e s i n n l o s e p h i l o s o p h i s c h i s c h e
Frage.
[i]
Mein Lieber, wenn die Welt ein Traum Gottes wäre oder eine
Phantasie des Teufels, dann wärest du selbst Gott bzw. der Teufel. Wer sollte
sie denn sonst wahrnehmen? ;-) Aber Gott und Teufel sind allein deine
Vorstellungen.....
Grüße,
WuWei
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von WuWei am
07. Feb. 2006, 13:19 Uhr
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Hallo delfi,
on 02/07/06 um 10:34:29, delfi wrote:du hälts also wie
Joy und Wolfgang K nur Selbstgespräche.
Sag mir warum?
Das ist in der Tat
völlig sinnlos, vielleicht der Geisteszustand eines neugeborenen Säuglings, in
der Tat frei von Dogmen.
[skater]
Du sagst doch auch "ich",
oder nicht? Also gilt für dich das gleiche.
Ich bin vordergründig
betrachtet eine Person. Tiefer betrachtet aber bin ich Bewußtsein. Als Person
halte ich kein Selbstgespräch (höchstens manchmal ;-)), als Bewußtsein in
gewisser Weise schon.
Wenn die ganze Welt einfach Natur ist, und jeder
Mensch und jedes Ding darin Natur ist, und wir zwei unterhalten uns, bist dann
du nicht Natur und bin ich nicht Natur, und führt Natur dann nicht in gewisser
Weise ein Selbstgespräch (egal ob aus delfis oder WuWeis Perspektive
betrachtet)? Ich sage "in gewisser Weise", weil man das nicht wörtlich, sondern
als Metapher verstehen sollte....
Grüße,
WuWei
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von Joy am 07.
Feb. 2006, 14:15 Uhr
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Lieber Henrywilhelm,
Du schriebst gestern in einem Beitrag als letzten
Absatz:
on 02/06/06 um 18:28:22, henrywilhelm wrote:Natürlich ist es
möglich, dass all das – Ich, Du, die Vorstellungen, die Materie – als Ganzes
wiederum nur Vorstellungen eines umfassenden Geistes sind, vielleicht ein Traum
Gottes oder eine Phantasie des Teufels. Aber wir hätten nicht die geringste
Möglichkeit, das zu erkennen. Und deshalb wäre das e i n e s i n n l o s e p h i
l o s o p h i s c h i s c h e Frage.
Auf diesen Absatz
antwortete Dir bereits WuWei:
on 02/07/06 um 11:56:17, WuWei
wrote:Mein Lieber, wenn die Welt ein Traum Gottes wäre oder eine Phantasie des
Teufels, dann wärest du selbst Gott bzw. der Teufel. Wer sollte sie denn sonst
wahrnehmen? ;-) Aber Gott und Teufel sind allein deine Vorstellungen.....
Die Antwort von WuWei ist genial, oder willst Du das bestreiten?
Aber weshalb ich den Absatz von Dir noch einmal vorkrame ist, weil Du hier
behauptest "Aber wir hätten nicht die geringste Möglichkeit, das zu erkennen."
Wie sicher kannst Du Dir dieser Aussage denn sein? Wenn ich etwas noch nicht
selbst erkannt habe, werde ich mich hüten zu behaupten, dass das, was ich zu
erkennen trachte, sich nicht erkennen ließe, nur weil ich es noch nicht erkannt
habe. Der geistige Glaube, die innerste Überzeugung quasi (also nicht die
Hoffnung, nicht der Wunsch, nicht der Wille, nicht die Tat) ist seinem Wesen
nach eine sich selbst erfüllende Prophezeiung. Ich wäre also mit solchen
"Prophezeiungen", wie Du sie hier in Bezug auf die Möglichkeit der Erkenntnis
äußerst, sehr vorsichtig und lieber zurückhaltend.
In mir war seit
frühester Kindheit schon immer die innerste Überzeugung gewesen, eine Art
inneres nichtempirisches Wissen darum, dass das was ich kenne, sich auch seinem
Wesen nach erkennen lassen muß. Ich war mir dessen grundsätzlich betrachtet
sicher, nur wußte ich nicht richtig, wie dieses Erkennen anzustellen sei. In
wahrgenommener Zeit gesprochen, dauerte es über 40 Lebensjahre, dass dieser mein
Glaube sich ganz plötzlich, ohne in diesem konkreten Moment direkt danach
gefragt zu haben, ganz von selbst erfüllte.
Dieses Erkennen ist ein
Geschehen, dass "zu seiner Zeit" von ganz allein geschieht und keine Ursache "in
der Zeit" oder in irgendeinem vermeintlichen Tun hat. Dieses lebendige sich
selbst Erkennen ist auch nicht identisch mit dem, was wir als ein Erkennen
verstehen, im Sinne logisch konsequenter Schlussfolgerungen. Dieses sich selbst
erkennen ist -ein anders passender Begriff fällt mir dazu beim besten Willen
nicht ein- eine "geistige Offenbarung", die ihrem Wesen nach eigentlich
schockierend und völlig umwerfend ist, denn es ist die höchst lebendige
Erkenntnis davon, nicht der oder das zu sein, was ich bis dahin ggf. gar unter
Eid beschworen hätte selbst zu sein. Hätte ich einen solchen Schwur geleistet,
er wäre ein aalglatter Meineid gewesen, denn ich hätte ohne dabei mit einer
Wimper zu zucken, die Existenz eines "Phantoms" beschworen! [grin]
Nur
das wollte ich Dir noch mitteilen zu Deiner Aussage: "Aber wir hätten nicht die
geringste Möglichkeit, das zu erkennen." Wärst Du bereit beim grausamsten Tod
Deines Kindes und Deiner Mutter, diese Aussage als definitiv zu beschwören, dass
Du Dir ihrer so sicher bist? Was läßt Dich das annehmen? Etwa der Glaube an eine
Theorie (die doch immer nur Vermutung sein kann), etwa der Glaube an die
sogenannte "Wissenschaftliche Erkenntnistheorie"?
Theoretisch dürften
Bienen gar nicht fliegen können. Sie kümmern sich aber um diese Logik-Theorie
einen feuchten Dreck und fliegen munter in der Welt herum... ;-)
Gruß
Joy
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von yoko am 07.
Feb. 2006, 14:21 Uhr
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hi joy
danke für die darstellung deiner sichtweise zum "sein". ich habe
dich deshalb um erläuterung gebeten, weil ich mich selbst oft frage, ob die
"volkstümliche" realität (geist und materie getrennt) wirklich stimmt. ich
spiele dann jeweils die "alternative" variante im geiste durch (es gibt nur
bewusstsein und auch das ist eine illusion) und komme stets zur folgerung, dass
es schlicht unbedeutend ist - ob existenz materiell oder gedacht ist: ich bin
darin gefangen. (ein "wozu?" wäre hier auch interessant..)
was meinst du
dazu?
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von WuWei am
07. Feb. 2006, 14:48 Uhr
--------------------------------------------------------------------------------
Hallo Eberhard,
[/i]
hallo WuWei,
nach Deinem Beitrag #159 weiß
ich nicht mehr recht, was ich von der Diskussion mit Dir halten soll.
[i]
das tut mir leid. Es ist nicht meine Absicht, dich zu verwirren.
[/i]
Du schreibst: „Z.B. glaube ich nicht, daß meine Mutter vor meiner Geburt
existiert hat. Ich glaube aber auch nicht, daß sie nicht existiert hat. Weil ich
gar nicht in den Kategorien von Existenz und Nicht-Existenz denke, eben weil ich
gar nicht an objektive Existenz glaube.“
Wenn das so ist, frage ich mich
jedoch, warum Du überhaupt über die Frage mitdiskutiert hast, ob eine vom
menschlichen Bewusstsein unabhängige Welt existiert.
[i]
Um zu
zeigen, daß die Frage so gestellt letztlich keinen Sinn ergibt, da ein
"menschliches Bewußtsein" wie auch eine "Existenz-an-sich" reine Annahmen sind.
[/i]
Hättest Du nicht von Anfang an sagen sollen, dass Du nicht in
den Kategorien von Existenz und Nicht-Existenz denkst und dass Du weder glaubst,
dass eine Welt unabhängig vom menschlichen Bewusstsein existiert noch dass sie
nicht existiert und dass die Frage für Dich sinnlos ist?
[i]
lieber
Eberhard, das habe ich immer wieder. Vielleicht hast du es überlesen oder nicht
erkannt. Ich habe z.B. geschrieben, am Anfang der Diskussion, daß für mich
Existenz und Nicht-Existenz nicht zweierlei sind. So wie für mich alle
Gegensätze (die meist nur begrifflicher Natur sind) nur zwei Aspekte einer
Wirklichkeit sind.
Und ich habe gesagt, daß ich zwar objektive
Existenz-an-sich bestreite, aber nicht ausschließe, daß es ein anderes Erleben
als mein persönliches gibt (weshalb ich kein Solipsist bin).
Aber dieses
"andere" Erleben findet nirgendwo anders als im Bewußtsein statt, auch wenn es
meiner Person nicht bewußt wird.
[/i]
Oder ist das alles nur ein
Missverständnis?
fragt Dich ein etwas erstaunter Eberhard.
[i]
Natürlich ist alles ein Mißverständnis. Der Knackpunkt ist, daß ich (du magst
das natürlich bezweifeln) Bewußtsein als eine Art transzendetes Prinzip erkannt
habe. Das heißt, ich habe mich selbst als transzendentes Prinzip erkannt. Aus
dieser Perspektive gesehen, beinhalte ich die Welt und auch meine Person, besser
gesagt: ich BIN sie. Und natürlich bin ich auch meine Person, das sind keine
zwei. Also bin ich die Welt und erlebe und empfinde sie mittels dieses Körpers,
dieser Person. Und das verleiht dieser Person keinerlei Macht oder sonstige
Fähigkeiten, ich habe Bauchschmerzen, Liebeskummer, muß Rechnungen bezahlen,
gehe gern wandern, und freu mich auf die Fußball-WM ;-). Aber ich sehe all das
mit anderen Augen, die oben erwähnte Erkenntnis ist nichts, was ich als Person
ereicht hätte, sie hat sich quasi in dieser Person ausgebreitet und
möglicherweise ist ihr die Gnade einer größeren Gelassenheit und eines inneren
Friedens zuteil geworden.
Du hattest gefragt, welche Bedeutung für mich
Irrtum, wahr und falsch haben. Im Grunde wahrscheinlich ganz genau die gleiche
wie für dich.
Wenn du sagst, du siehst keinen Grund, ein
personenbezogenes Bewußtsein anzuzweifeln, dann verwechselst du meiner Meinung
nach etwas. Und zwar verwechselst du Bewußtsein mit Bewußtseinsinhalten.
Deine Bewußtseinsinhalte sind natürlich persönlicher Natur und andere als meine.
Aber das Wesen dieser Inhalte ist unpersönlicher, transzendenter, absoluter
Natur.
Zwar ist Bewußtsein in gewisser Weise nicht vom Körper zu
trennen, aber nur insoweit, als daß es kein Ding ist, das irgendwo frei
herumschweben könnte. Aber genausowenig ist es vom Gehirn erzeugt oder irgendwo
im Kopf zu lokalisieren.
Diese von mir beschriebene Dichotomie und die
darausfolgende Verwirrung entsteht vor allem wegen der Annahme, daß Bewußtsein
auf das Gehirn bzw. auf den Kopf beschränkt ist. Nur daher kommt die
Vorstellung, daß Wahrnehmungen etwas subjektiv-geistiges im Kopf sind, und Dinge
etwas objektiv-materielles außerhalb des Kopfes.
Wenn das wirklich so wäre,
dann müßte ich mich entweder in einer rein geistigen Welt meines Gehirns bewegen
oder mein
Kopf müßte so groß wie die Welt sein. Beides ist unsinnig.
Das ganze ergibt erst Sinn, wenn man erkennt, daß Bewußtsein nicht im Kopf
oder sonstwo in der Welt ist, sondern, daß die Welt im Bewußtsein ist, bzw. daß
sie Bewußtsein ist.
Und das ist im Grunde leicht zu erkennen. Ich muß
nur z.B. die Augen schließen und einem Geräusch lauschen. Da ist das Hupen eines
Autos, schätzungsweise 50 Meter entfernt. Die 50 Meter sind insofern real, weil
mein Körper sie auf jeden Fall zurücklegen müßte. Aber: WO höre ich eigentlich
tatsächlich dieses Hupen? Höre ich es dort, wo das Auto ist, oder höre ich es
hier, in meinem Kopf? Höre ich das objektive Geräusch-an-sich (dort in 50
Metern) oder höre ich die subjektive Wahrnehmung hier (in meinem Kopf)? Aber mal
völlig abgesehen von der Theorie: wie höre ich es denn? Wenn ich
unvoreingenommen lausche, muß ich feststellen, daß ich das Geräusch weder dort
in 50 Metern noch hier im Kopf höre. Ich höre es hier, aber dort und hier fallen
irgendwie zusammen.
Das Geräusch ist einfach hier im Bewußtsein, und
Bewußtsein ist offenbar überall. Die ganzen 50 Meter sind nichts als Bewußtsein.
Auch wenn mein Körper wie gesagt sie zurücklegen muß. Klar, er ist ja auch im
Bewußtsein, in mir.
Verrückt? Probiert es aus! Ohne Vorurteil....
[/i]
Man sagt gewöhnlich; „Da ist ja Peter! Siehst Du ihn dort auf der
andern Straßenseite?“
Man sagt nicht: „Siehst Du den Bewusstseinsinhalt
‚Peter’?’
[i]
Warum auch? Wenn eh klar ist, daß alles wahrgenommene
Bewußtseinsinhalt ist, muß ich das doch nicht jedesmal dazusagen.
[/i]
Wenn ich die Augen öffne, wird ein visueller Bewusstseinsinhalt gebildet.
Ich sehe, ich mache visuelle (optische) Wahrnehmungen, nehme etwas mit Hilfe der
Augen wahr.
Wenn ein visueller Bewusstseinsinhalt gebildet wird, der dem
entspricht, was ich als visuelle Erscheinung von Peter in meinem Gedächtnis
gespeichert habe (mittelgroß, breite Nase, dunkelhaarig etc.), so sage ich: „Ja,
ich sehe dort Peter.“
Man nennt das, was man als etwas identifiziert,
das einer bestimmten, in meinem Gedächtnis gespeicherten und mit einem Namen
gekennzeichneten visuellen Erscheinung entspricht, den Gegenstand der
Wahrnehmung oder den wahrgenommenen Gegenstand.
[i]
Alles richtig.
Nur daß es eben allein im Bewußtsein geschieht.
[/i]
Bei der aktuellen
visuellen Wahrnehmung und bei der im Gedächtnis gespeicherten visuellen
Erscheinung handelt es sich um Inhalte des Bewusstseins.
[i]
Richtig.
[/i]
Bei dem identifizierten Gegenstand der visuellen Wahrnehmung handelt
es sich nicht um einen Bewusstseinsinhalt.
[i]
Was dann? Wenn es kein
Bewußseinsinhalt ist, siehst du es auch nicht. Also nimmst du nur an, daß es
existiert. Also ist dies eine Vorstellung, und damit doch wieder ein
Bewußtseinsinhalt.
[/i]
Die aktuelle visuelle Wahrnehmung kann auch
einen Bewusstseinsinhalt erzeugen, der keinem gespeicherten visuellen Eindruck
entspricht. Man sagt dann z.B. „Es ist so dunkel, dass ich nichts erkennen
kann.“
[i]
Ich weiß nicht, ob man das dann noch eine visuelle
Wahrnehmung nennen kann. Ein Nichts ist weder zu hören noch zu sehen. Wenn ich
sage, ich sehe nichts, heißt das ja nicht, daß ich dieses nichts sehe, sondern
einfach, daß ich nicht sehe. Und wenn mir bewußt wird, daß ich nicht sehe, ist
dies keine Wahrnehmung, sondern ein Gedanke. Aber gut, das sind
Spitzfindigkeiten, das ist in diesem Zusammenhang nicht so wichtig ;-).
[/i]
Die aktuelle visuelle Wahrnehmung kann auch einen Bewusstseinsinhalt
erzeugen, der mehreren der gespeicherten visuellen Erscheinungen entsprechen
könnte. Man sagt dann: „Ich vermute, dass das, was ich da sehe, eine Fichte ist.
Es könnte aber auch eine Tanne sein.“
Die aktuelle visuelle Wahrnehmung
kann auch so identifiziert werden, dass es zum Widerspruch mit der
Identifizierung einer weiteren visuellen Wahrnehmung kommt. Man sagt dann: „Eben
dachte ich noch, er sei Peter, aber wenn ich ihn jetzt aus der Nähe sehe, weiß
ich sicher, dass er es nicht ist, allein schon die Nase ist ganz anders als bei
Peter.“
[i]
Richtig.
[/i]
Da die Identifizierung der
aktuellen Wahrnehmung mit Unsicherheiten belastet ist und korrekturbedürftig
sein kann, kann man nicht einfach „einen Gegenstand wahrnehmen“, sondern man
kann nur meinen, dass man einen bestimmten Gegenstand wahrnimmt.“
[i]
Richtig. Obwohl das genauso gelten darf, wenn Gegenstände grundsätzlich nur
Wahrnehmung sind.
[/i]
Vielleicht ist damit ein wenig der
vermeintliche Widerspruch gemildert, dass einmal gesagt wird: „Man sieht den
Gegenstand (und nicht den Bewusstseinsinhalt)“ und das andere Mal: „Man sieht
nicht den bestimmten Gegenstand (sondern etwas anderes, das man für den
Gegenstand hält,)“
[i]
Nein, leider nicht. Was du hier ansprichst,
sind einfach Interpretationen der Wahrnehmung, hat aber kaum etwas mit der von
mir gemeinten Dichotomie zu tun. Weil egal, ob du Peter als Peter
identifizierst, oder ihn zunächst für einen anderen hältst, das was du siehst
ist immer eine Wahrnehmung, auch wenn du sie zunächst falsch interpretiert hast.
Das Ding-an-sich aber ist keine Wahrnehmung und darf auch keine werden, denn
sonst wäre es kein solches mehr.
Aber ich hoffe, ich habe meine Position
ein wenig deutlicher rüberbringen können.
viele Grüße,
WuWei
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von WuWei am
07. Feb. 2006, 15:01 Uhr
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Hallo Joy,
[/i]
Theoretisch dürften Bienen gar nicht fliegen können.
Sie kümmern sich aber um diese Logik-Theorie einen feuchten Dreck und fliegen
munter in der Welt herum... ;-)
[i]
Ich glaub, es sind nicht die
Bienen, sondern die Hummeln, die eigentlich nicht fliegen können dürften
[cheesy]
WuWei
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II Hal
Beitrag von
philoschall am 07. Feb. 2006, 15:58 Uhr
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Hallo WuWei
"ja richtig, aber vergiß nicht, daß jene Menschen wiederum
DEIN Bewußtseinsinhalt sind. Bewußtsein ist nicht du, er, sie, es, wir, ihr oder
sie, sondern immer nur ich." WuWei
Denken vollzieht sich u.a. mit
(relativen) Dingen des -entsprechend der menschlichen Körperkonstitution-
gegebenen Vorgestellten, und zwar verbunden mit anderen Wahrnehmungen und
Begriffen vorheriger Dinge-Erfahrungen. Mit Erfahrung jeweils konkreter Dinge
vollzieht sich sozusagen Erweckung der bisher mit Dingen gegebenen
BewusstseinsINHALTE. Dieser erinnerte Anschauungsgehalt des Erlebten somit der
DenkINHALTE konkretisiert sich auch im Denken abstrakter Begriffe. (Mit der
Erfahrung von Ausdehnung sind auch Empfindungen, Gefühle, Willen gegeben, welche
Angelegenheit der Sprache werden, wenn diese in Begriffe gefasst worden).
Begriffe sind abstrakt weil diese die Form der Bewusstseinsinhalte abgeben. Dass
Denken der Ausdehnung und damit auch die Lebenspraxis vollzieht sich
beispielsweise umso adäquater, je mehr berücksichtigt wird, dass Dinge NICHT
Dinge-an-sich sind. Diese sind anderes: Dinge sind mit Sinneseindrücken gegebene
anschauliche Vorstellungen, die in Begriffe gedacht werden.
Dass
Dinge-an-sich nicht sind, da sind wir uns wohl einig. Jedoch auch, dass der
DenkINHALT nicht in allen Menschen derselbe ist?
Denken vollzieht sich
u.a. in Begriffen, deren Inhalt stets mit Sinneseindrücken gegeben ist. Damit
ist auch gesagt, dass der BewusstseinsINHALT ein anschaulicher ist. Begriffe
sind anschauliche, sind keine unanschaulichen. Dinge-an-sich sind nicht, ihnen
kann BewusstseinsINHALT nicht zukommen, Begriffe passen hier nicht. Werden
jedoch Dinge-an-sich angenommen, wird also das angenommen, dass in der
Ausdehnung nicht existiert, muss sich dann nicht eine Verkehrung nicht nur der
BewusstseinsINHALTE sondern auch der Begriffe, d.h. des Denkens der Ausdehnung
vollziehen? Mit der Annahme der Dinge-an-sich ergibt sich: Begriffe sollen nicht
mehr mit anschaulich Vorgestellten verbundene sein, sollen nicht mehr von der
Dinge-Erfahrung somit mit der damit erweckten Belebung erfüllte sein, sondern
von diesem Inhalt entleerte.
Somit ist zweierlei gegeben. Mit und durch
Sinnenerfahrung gefundene BewusstseinsINHALTE die in Begriffen zwecks
Lebenspraxis gedacht werden UND Begriffe, denen keinerlei Erfahrung somit auch
keinerlei Erfahrungsgehalt zu kommen soll. Wird nicht dann, wenn unanschauliche
Begriffe nicht nur behauptet werden, wenn diese sogar als die Bedingung von
Erfahrung, als die Voraussetzung um zu wahren Aussagen zu kommen, behauptet
werden, eine Konfusion des adäquaten Denkens der Ausdehnung sich vollziehen?
Wird dann nicht adäquates Denken der Begriffe mit inadäquaten Denken der
Begriffe vermischt? Da nun begriffliches Denken stets mit Inhalten sich
vollzieht, Ding-an-sich in der Ausdehnung nicht existiert, davon Inhalte sowie
Begriffe nicht gegeben sind, muss sich ein Denken vollziehen, dass inadäquat
ist. (1) Dieses inadäquate Denken, mit dem Mensch sozusagen aus der ausgedehnten
Welt sich herausstellt, erweisst sich als Denken des Dualismus von Denken und
Materie mit dem das Objektivismus/Subjektismus-Schemata als Masstab des Denkens
ausgegeben wird - mit dem die Einheit ausgedehnter Ausdehnung
auseinandergerissen wird. (2) Mit diesem Denken vollzieht sich das inadäquate
Denken der Ausdehnung, dass sich grundsätzlich vom adäquaten Denken
unterscheidet, dass sich systematisch vom adäquaten Denken unterscheiden lässt.
Zweierlei ist nicht Eines. Meinst Du nicht, wenn das Denken der Ausdehnung
sich adäquat UND indäquat vollzieht, dass damit nicht nur EIN BewusstseinsINHALT
ist, der mit der antimetaphysischen, non-dualen Denkweise gegeben ist, dass dazu
ein weiter BewusstseinsINHALT ist, der mit der dualen, metaphysischen Denkweise
gegeben ist? Meinst du, dass an der Stelle, wo das adäquate Denken der
Ausdehnung ist, dass andere, dass inadäquate Denken der Ausdehung ebenfalls ist?
Oder muss das inadäquate nicht an anderer Stelle sein, so dass sich hier nicht
nur unterscheiden lässt, dass hier sogar Unterscheidung möglich und zwar zwecks
Lebenspraxis, d.h. zwecks der Vermeidung von Dualismen, notwendig ist? Dass
Denken der Inhalte sich vollzieht, dass umso adäquater ist, je mehr die
verkehrte Denkweise sowie deren Manifestationen, etwa Dualismus von Denken und
Materie, als diese ins Denken gekommen? Dass neuzeitliche "Ich"
mitteleuropäischen Denkens ... wird entlarvt.
Gruss
philoschall
(1) Beispielsweise geht logischer Empirismus/Positivismus vom "an sich" aus,
und zwar um OBJEKTIVITÄT DER AUSDEHNUNG festzulegen, mit welcher Aussenwelt
(Materie) sowie Innenwelt (Denken) dualistisch erscheint. Kostproben dieser Art
werden hier am laufenden Band aufgetischt.
(2) Kant favorierte seine
Herauszauberung aus der Welt der Dinge, eben mit seinem "Ding an sich", um das
adäquate Denken der Ausdehnung aufzuheben, und zwar um des Glauben willen. Wenn
im Zeitalter der Erfahrungswissenschaft Wert auf Philosophie gelegt wird kann
auf derlei Konstruierung "an sich" rekuriert werden. Im Zeitalter der
Erfahrungswissenschaft wird, im von Kant (erkenntniskritisch) gesetzen Rahmen,
anderer, Theorie-Glauben favorisiert: von BewusstseinsINHALTEN unabhängige
objektive Aussenwelt, welche Aussenwelt objektive Logik, objektive Erkenntnis
abgeben soll, von der das von dieser Luftnummer-T h e o r i e ausgegebene
Subjektive sich nicht graduell sondern prinzipiell unterscheiden soll. Dass
dieser erfahrungswissenschaftliche Bezug jedoch gar keiner ist, da dieser gar
nicht von Erfahrungswissenschaft ausgeht (denn diese kennt die a priori ... und
die Aufhebung der ausgedehnten Welt zwecks den unterschiedlichen
Glaubensmanifestationen nicht), dass dieser im Aberglauben/Dogma gegründete
Ausgang sich ebensowenig auf Philosophie bezieht, sondern auf die der
Philosophie entgegenstehende Metaphysik (Kant der grösste Metaphysiker) sagt
nicht mehr und nicht weniger als alles über die Auffassung der Philosophie und
Erfahrungswissenschaft des logischen Empirismus/Positivismus.
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von Joy am 07.
Feb. 2006, 16:13 Uhr
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on 02/07/06 um 14:21:15, yoko wrote:hi joy
danke für die darstellung
deiner sichtweise zum "sein". ich habe dich deshalb um erläuterung gebeten, weil
ich mich selbst oft frage, ob die "volkstümliche" realität (geist und materie
getrennt) wirklich stimmt. ich spiele dann jeweils die "alternative" variante im
geiste durch
Tja, yoko, verschiedene Möglichkeiten im Geiste
durchzuspielen, zeugt doch immerhin schon von einer geistigen Offenheit und
Flexibilität. Zudem gelangt das logische Denken, wenn nur mal allein die
willkürlich gesetzten Prämissen ausgetauscht werden, zu völlig verschiedenen
Ergebnissen. Und, für mich das wesentliche, der Geist der Du selbst bist,
erkennt die Grenzen, die ihm durch das lineare Denken selbst gesetzt sind und
ihn geradezu eine geglaubte Kausalität, ein unweigerliches Nacheinander
aufzwingt. Eine Gleichzeitigkeit von z.B. nur Vergangenheit und Zukunft kann mit
dem flexibelsten Denken noch nicht einmal gedacht werden, obwohl doch beides,
Vergangenheit und Zukunft, immer nur hier und jetzt im Geist als Gedanken
erscheint. Der Verstand, also die Summe aller Denkmöglichkeiten, ist dennoch ein
sehr brauchbares und nützliches "Tool", aber zur lebendigen Selbsterkenntnis
letztlich untauglich. Aber er führt Dich, wenn der Geist wach und flexibel ist,
bis an die Grenze heran.
Der Verstand muß quasi an jenen "Punkt"
gelangen, wo der Geist erkennt, dass der Verstand nur eine wirkliche Wahrheit
über das Sein kennt und die lautet: Ich weiß nichts! (Sokrates' Satz: Ich weiß,
dass ich nichts weiß.) Ab diesem Moment, wenn der Verstand sich vollends
erschöpft hat, gebe ich quasi der Erkenntnis Raum, da der Verstand diesbezüglich
mit seinen Vermutungen und Annahmen "endlich" schweigt...
on
02/07/06 um 14:21:15, yoko wrote:es gibt nur bewusstsein und auch das ist eine
illusion
Ich würde Bewusstsein nicht unbedingt als Illusion
bezeichnen. Illusionär in Bezug auf das Bewusstsein ist der Glaube, Bewusstsein
würde raumzeitlich "existieren". Bewusstsein ist ein raumzeitloser Aspekt des
Geistes, der Geistiges anschaulich bewusst und somit selbst erkennbar macht.
Eine Art Interface, wenn Du so willst. Der Geist selbst wiederum ist
raumzeitlose Potenzialität, welche fragmentarisch als Bewusstsein erscheint bzw.
sich als Bewusstsein manifestiert. Das Gewahrsein ist die individuelle Identität
und einzig unveränderliche Realität. (Ich bin immer der gleiche, ob als Kind,
als Teenager, als Erwachsener, als Greis...) Es ist quasi das Ureigenste und, da
wie Geist und Bewusstsein raumzeitlos, auch unzerstörbar.
Hier findet
sich bzw. spiegelt sich in der Beschreibung auch die "Christliche Trinität" von
Ich, Vater und Heiliger Geist wider.
on 02/07/06 um 14:21:15, yoko
wrote:und komme stets zur folgerung, dass es schlicht unbedeutend ist - ob
existenz materiell oder gedacht ist: ich bin darin gefangen.
Deine "Folgerung" ist noch immer eine logisch gedachte, keine lebendige
Selbsterkenntnis. Die lebendige Selbsterkenntnis läßt Dich nämlich auch den
logischen Irrtum höchst lebendig erkennen, Du seist angeblich in der
(materiellen) Existenz, wie Du schreibst, auch real gefangen. Im Grunde ist es
nur Dein eigenes Interesse an physischer Erfahrung, dass Dich in den Bann zieht
und auf diese Weise dann doch "ge-fangen" hält.
Insofern bist Du (= der
normale Mensch) in einer prekären Situation. Du suchst in der für Dich
leidvollen Lebens-Situation, in der jede Freude in Leid verpackt ist (denn der
eine Pol ist ohne sein polares Gegenteil niemals zu haben), und die Du daher
auch als eine beschwerliche Gefangenschaft oder Last empfindest ("Der Mensch ist
verdammt zum Sein." wie Friedrich Nietzsche glaubte) nach einen (Her-)Ausweg,
suchst das, was als "Befreiung" Dich innerlich lockt, suchst die Tür aus der
Zeit. Aber gleichzeitig verspürst Du auch Angst, den vermeintlich sicheren Käfig
einfach zu verlassen, dessen Tore immer sperrangelweit offen stehen. Die Angst
wiederum gründet in der momentanen Unkenntnis dessen, was-du-wirklich-bist,
weshalb Du ja nach der Erkenntnis dessen suchst. Je nach Mentalität führt diese
Suche bis in tiefste Verzeiflung hinein und Du erlebst die Dunkle Nacht der
Seele.
Diese Suche führt Dich einerseits tiefer in das Labyrinth des
menschlichen Daseins hinein, anderseits aber, der Gegenpol wächst immer
proportional mit, auch aus ihm heraus, indem Du Dich letztlich dabei selbst
erkennst und Dir der Unwirklichkeit Deines nur geglaubten Käfigs selbst bewusst
wirst.
on 02/07/06 um 14:21:15, yoko wrote:
(ein "wozu?" wäre
hier auch interessant..)
was meinst du dazu?
Es dient
ganz einfach Deinem eigenen geistigen Wachstum. Wenn Du von Dir selbst glaubst,
bereit zu sein, was immer das jetzt auch heißen mag, lasse es mich bitte, wenn
Du denn magst, per privater Nachricht über dieses Board wissen. (Einfach auf
"Kurznachricht" unter meinem Nick klicken.) Ich werde mich dann gern mit Dir
privat in Verbindung setzen und Dir einige Gratis-Tips geben, die Deinen Geist
revolutionieren und Dir in der Erkenntnis des eigenen Geistes völlig neue
Meta-Ebenen erschliessen werden.
Gruß
Joy
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von hhmoeller
am 07. Feb. 2006, 16:39 Uhr
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on 02/07/06 um 16:13:03, Joy wrote:Ich werde mich dann gern mit Dir privat
in Verbindung setzen und Dir einige Gratis-Tips geben, die Deinen Geist
revolutionieren und Dir in der Erkenntnis des eigenen Geistes völlig neue
Meta-Ebenen erschliessen werden.
@Yoko:
Kritisch bleiben, und
diese Checkliste (http://www.ebi-sachsen.de/sekten/checkliste.html) im Auge
behalten.
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von Joy am 07.
Feb. 2006, 17:23 Uhr
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on 02/07/06 um 16:39:27, hhmoeller wrote:Heute, 16:13 Uhr, schrieb Joy:
Ich werde mich dann gern mit Dir privat in Verbindung setzen und Dir einige
Gratis-Tips geben, die Deinen Geist revolutionieren und Dir in der Erkenntnis
des eigenen Geistes völlig neue Meta-Ebenen erschliessen werden
@Yoko:
Kritisch bleiben, und diese Checkliste
(http://www.ebi-sachsen.de/sekten/checkliste.html) im Auge behalten.
Welch lobenswerte Besorgtheit! :-)
Aber keine Sorge. Weder
will ich auch nur einen Cent noch irgendwas -und sei es nur ein Buch- verkaufen.
Auch habe ich keine Adresse von einer möglichen Sekte, noch ein Sektenkonto. Ich
fordere gar nichts, weswegen ich ja auch von "Gratis-Tips" schrieb, ich will
noch nicht einmal eine Unterschrift, noch nicht einmal eine private E-Mail für
einen Newsletter-Versand oder eine Telefonnummer für irgendwelche Anrufe. Ich
will einfach gar nichts, außer einfach so einem Forenmitglied, von dem ich
aufgrund seiner Beiträge annehme, er könne damit jetzt was anfangen, eine Hilfe
anzubieten, sofern er denn diese auch annehmen möchte.
Ungewöhnlich so
was selbstloses für Dich, hhmoeller, dass Du gleich meinst warnen zu müssen? Für
mich gar nicht! Ich tue es von Herzen gern, es ist mir geradezu ein Bedürfnis,
umsonst zu geben. Passt vielleicht nicht so ganz in das Zeitgeist-Raster, aber
was interessiert mich schon der sich wandelnde, sein Fähnchen nach dem Wind
hängende Zeitgeist...?
Gruß
Joy
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von Joy am 07.
Feb. 2006, 17:24 Uhr
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Manches finde ich, wird hier richtig lustig. Zum Beispiel:
on
02/06/06 um 21:28:12, Eberhard wrote:Hallo allerseits,
Man sagt gewöhnlich;
„Da ist ja Peter! Siehst Du ihn dort auf der andern Straßenseite?“
Man sagt
nicht: „Siehst Du den Bewusstseinsinhalt ‚Peter’?’
Ein recht
verbissenes, aber kein plausibles Argument, oder? Da könnte ich ja
entgegenhalten, als ebenso vermeintlich plausibles Argument:
Man sagt
gewöhnlich; „Da ist ja Peter! Siehst Du ihn dort auf der andern Straßenseite?“
Man sagt nicht: „Siehst Du den materiell existierenden Körper ‚Peter’?’ ;-)
Oder auch die Aussagen von Eberhard:
on 02/06/06 um 21:28:12,
Eberhard wrote:Bei der aktuellen visuellen Wahrnehmung und bei der im Gedächtnis
gespeicherten visuellen Erscheinung handelt es sich um Inhalte des Bewusstseins.
Bei dem identifizierten Gegenstand der visuellen Wahrnehmung handelt es sich
nicht um einen Bewusstseinsinhalt.
Wie kannst Du Dir dann je
dessen bewusst sein was Du wahrnimmst, wenn es für Dich kein Bewusstseinsinhalt
ist?
on 02/06/06 um 21:28:12, Eberhard wrote:Die aktuelle visuelle
Wahrnehmung kann auch einen Bewusstseinsinhalt erzeugen, der keinem
gespeicherten visuellen Eindruck entspricht. Man sagt dann z.B. „Es ist so
dunkel, dass ich nichts erkennen kann.“
Nun ja, immerhin bist Du
Dir dann der Dunkelheit bewusst, welche Du wahrnimmst... Und was wahrgenommene
Dunkelheit ist, ist sehr wohl ein gespeicherter Bewusstseinsinhalt, denn sonst
würdest Du die wahrgenommene Dunkelheit ja nicht selbst Dunkelheit nennen...
on 02/06/06 um 21:28:12, Eberhard wrote:Die aktuelle visuelle
Wahrnehmung kann auch einen Bewusstseinsinhalt erzeugen, der mehreren der
gespeicherten visuellen Erscheinungen entsprechen könnte. Man sagt dann: „Ich
vermute, dass das, was ich da sehe, eine Fichte ist. Es könnte aber auch eine
Tanne sein.“
Aber auch hier bist Du Dir bewusst, dass Deine
bewusste Wahrnehmung eben eine Fichte oder Tanne ist...
on 02/06/06
um 21:28:12, Eberhard wrote:Die aktuelle visuelle Wahrnehmung kann auch so
identifiziert werden, dass es zum Widerspruch mit der Identifizierung einer
weiteren visuellen Wahrnehmung kommt. Man sagt dann: „Eben dachte ich noch, er
sei Peter, aber wenn ich ihn jetzt aus der Nähe sehe, weiß ich sicher, dass er
es nicht ist, allein schon die Nase ist ganz anders als bei Peter.“
Auch hier wieder dasselbe: Alles das läuft nur als Bewusstsein ab, auch der
vermeintliche Irrtum, dass dies womöglich doch nicht der Peter sei. Wäre es kein
Bewusstseinsinhalt, wärst Du Dir auch des möglichen Irrtums nicht bewusst...
on 02/06/06 um 21:28:12, Eberhard wrote:Da die Identifizierung der
aktuellen Wahrnehmung mit Unsicherheiten belastet ist und korrekturbedürftig
sein kann, kann man nicht einfach „einen Gegenstand wahrnehmen“, sondern man
kann nur meinen, dass man einen bestimmten Gegenstand wahrnimmt.“
Auch hier wieder: Die Identifizierung, auch mit der möglichen Unsicherheit:
Wäre es kein Bewusstseinsinhalt, wüßtest Du doch gar nichts von der möglichen
Unsicherheit Deiner Identifizierung des Objektes...
on 02/06/06 um
21:28:12, Eberhard wrote:Vielleicht ist damit ein wenig der vermeintliche
Widerspruch gemildert, dass einmal gesagt wird: „Man sieht den Gegenstand (und
nicht den Bewusstseinsinhalt)“ und das andere Mal: „Man sieht nicht den
bestimmten Gegenstand (sondern etwas anderes, das man für den Gegenstand hält,)“
Ja, es ist nur ein vermeintlicher Widerspruch, der durch absolut
gar nichts belegt oder gehalten werden kann, das schreibe ich die ganze Zeit
lang schon... :-).
Aber durch was, lieber Eberhard, sollte er denn jetzt
gemildert sein? Er ist eher entlarvt! :-) Im Grunde, mein Lieber, hast Du doch
nur Deinen eigenen Standpunkt Dir hier selbst widerlegt! Nichts ist für Dich,
ohne dass Du Dir dessen hier und jetzt bewusst bist. Das kannst Du wenden wie
immer Du es wenden magst, da beißt die Maus keinen Faden ab... [spin] [spin]
[spin]
Hast Du noch weitere von diesen kritischen Fragen? Immer her
damit! Zieh die Hose runter und leg' alles auf den Tisch... ;-) Und bitte nicht
persönlich nehmen. Habe extra überall lächelnde und zwinkernde Smilies
gesetzt...
Freundlichen ;-)-Gruß
Joy
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von yoko am 07.
Feb. 2006, 17:50 Uhr
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hi joy
vielen dank für deine meinung zu meiner sichtweise. in einem punkt
jedoch vermute ich, dass ich von dir falsch verstanden wurde, was natürlich an
mir liegt: meine folgerung, dass ich und überhaupt alles existierende
"gefangene" des seins sind, empfinde ich absolut nicht als negativ. im
gegenteil: die tatsache, dass ich "gefangener" bestandteil des ganzen seins sein
darf oder sogar muss, löst bei mir tiefste dankbarkeit aus. so seltsam das
klingen mag: ich möchte nichts anderes sein als ein mensch, der sich täglich
entscheiden kann, das schlechte zu lassen und das richtige zu tun, ein mensch,
der aus seiner gefangenschaft in der gegenwart heraus die zukunft nicht kennt
und sich deshalb überhaupt auf etwas freuen kann, ein mensch, der, unweigerlich
an kausalität gefesselt, fehler machen muss, um zu lernen, ein mensch, der
andere menschen aufrichtig lieben kann. was, wenn vor unserer nase im
unvollkommen-sein das vollkommene liegt?
in diesem sinne,
danke und
gruss
yoko
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von delfi am
07. Feb. 2006, 18:20 Uhr
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on 02/07/06 um 13:19:04, WuWei wrote:Hallo delfi,
Du sagst doch
auch "ich", oder nicht? Also gilt für dich das gleiche.
na klar
sag ich "ich", daraus kann man noch nicht viel machen.
Quote:Ich bin
vordergründig betrachtet eine Person.
richtig, vordergründig und
hintergründig
Quote:Tiefer betrachtet aber bin ich Bewußtsein. Als Person
halte ich kein Selbstgespräch (höchstens manchmal ;-)), als Bewußtsein in
gewisser Weise schon.
Du machst jetzt leider einige gramatische
Fehler, das führt zu Verwirrung, ich bin ist nicht identisch mit ich bin
Bewustsein, denn ohne Bewustsein bist du immer noch.
Und dass du tatsächlich
Gespräche mit mir führst, rechne ich dir hoch an, du brauchst keine
Haloperidoltropfen wie Joy.
Quote:Wenn die ganze Welt einfach Natur
ist, und jeder Mensch und jedes Ding darin Natur ist, und wir zwei unterhalten
uns, bist dann du nicht Natur und bin ich nicht Natur, und führt Natur dann
nicht in gewisser Weise ein Selbstgespräch (egal ob aus delfis oder WuWeis
Perspektive betrachtet)? Ich sage "in gewisser Weise", weil man das nicht
wörtlich, sondern als Metapher verstehen sollte....
großartig,
[applause] die Metapher gefällt mir, oder so:
"im Menschen betrachtet sich
die Natur selbst"
Leben als emergente "Erfindung" der Natur ist zeitlich
und örtlich und vor allem individuell konstituiert und Leben ist zu gleicher
Zeit durch seine Individualität isoliert und offen, aber nicht ganz offen, ein
"dissipatives System".
Ich kann mit dem Du reden weil es ein ich gibt.
Salve
[skater]
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von Eberhard am
07. Feb. 2006, 19:19 Uhr
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Hallo allerseits,
ich hatte behauptet: „Meine Mutter existierte schon,
bevor ich existierte.“ Bisher hatte diese Behauptung noch niemand in dieser
Runde widerlegt.
Nun ist Joy gekommen. Man kann nicht sagen „er hat meine
Behauptung widerlegt“, aber jedenfalls hat er ihr irgendwie die Geltung
abgesprochen.
Wie hat er das gemacht? Er hat es gemacht, indem er
bestritten hat, dass ich überhaupt existiere. "Du (= Eberhard) bist nichts
anderes als Bewusstsein selbst. …. Bewusstsein und Ich sind quasi ident."
Ich sehe keinen Sinn darin, mit jemandem zu diskutieren, der mir
gleichzeitig die Existenz abspricht. Hier einfach wie gehabt weiter zu
diskutieren wäre absurdes Theater, aber keine Diskussion, die auf die richtige
Beantwortung von Fragen ausgerichtet ist. Ich ziehe deshalb die Konsequenzen aus
seiner Ansicht, dass ich nicht existiere, und diskutiere die von Joy
vorgebrachten Argumente nicht mehr mit ihm.
Nun könnte jemand dagegen
einwenden, dass Joy nicht gesagt habe, dass es mich als Person nicht gibt,
sondern dass er auch gesagt habe: „Die ‚Person’ ist quasi nur ein existent
geglaubtes Bewusstseinsphänomen. Mit anderen Worten: Die ‚Person’ existiert nur
als eine gedankliche Verknüpfung (eine Konstruktion) und ist als solche wiederum
selbst nur eine Bewusstseinsvorstellung.“
Dazu ist zu sagen: Ich muss
aus seinem Vorgehen schließen, dass er den Satz „Eberhard existiert“ für den
Ausdruck eines Glaubens hält, der nicht wahr ist. Hätte er den Satz „Eberhard
existiert“ für wahr gehalten, dann hätte er auch die Frage stellen können, wann
ich existiert habe, und er hätte so auf meine Behauptung, dass meine Mutter vor
mir existierte, inhaltlich eingehen müssen. Da er dies nicht getan hat, muss er
bereits den Satz „Eberhard existiert“ verworfen haben.
Diese
Interpretation deckt sich auch mit seinem Schlusssatz: „Was Dich eigentlich am
eigenen Erkennen hindert, ist nur das Festhalten an für wahr geglaubten
Annahmen, die Du nur für wirklich glaubst, die aber reine Illusionen sind.“
Ich muss sagen: Mein Bedarf an Auseinandersetzung mit dieser Position ist
damit ziemlich gedeckt. Es grüßt Euch Eberhard.
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von louisquinze
am 07. Feb. 2006, 19:39 Uhr
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@eberhard
Ich will einmal folgenden Vorschlag machen. Da mich langsam
Ihre Frau Mutter interessiert, so oft wird hier über sie gesprochen, könnte ich
ja mal nach Hannover kommen; und Sie kämen aus Berlin. Dann würden wir den
Morgen einen Einkaufsbummel durch Hannover gemeinsam mit Ihrer Mutter machen und
zum Abschluß schön Mittagessen. Nachmittags gehen wir dann im großen Garten von
Herrenhausen spazieren und philosophieren angesichts der großen Fontäne....? Na?
das Ganze könnte noch abgerundet werden mit einer abschließenden Reise bei der
Sie mir noch Berlin etwas zeigen.
Also jedenfalls hätten wir dann die
Zeit sinnvoll genutzt anstatt hier Ihre kostbare Zeit mit Joys Albernheiten zu
füllen, meine ich.
salut ;-)
Lq
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von hel am 07.
Feb. 2006, 20:25 Uhr
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@Wuwei, Joy und Co
Noch ein paar Verständnisfragen:
Ich gehe jetzt von
Euren Annahmen aus, soweit ich diese eben verstehen konnte (Wahrscheinlich nicht
richtig, denn ich stoße, wenn ich diese Ideen weiterverfolge auf Widersprüche):
Es gilt ja: "Ich" als vereinzeltes Ego ist eine Illusion. Man hat nicht,
sondern ist Bewußtsein, oder eine Manifestation des Geistes. Alle
Manifestationen, Eberhard, WuWei, etc. sind ein und dasselbe Bewußtsein.
Der
Begriff der Identität verlangt aber auch, daß, wenn A=B, was an Aussagen über A
wahr ist, auch für B wahr sein muß, und umgekehrt. Das bedeutet in unserem Fall,
daß alles, was unterschiedlich an uns ist, nicht Bestandteil des wahren -
identischen Bewußtseins sein kann und somit reine Illusion sein muß. Z.B. ich
bin am Schreibtisch in Frankfurt, ihr woanders. Aber auch, Ich hab jetzt
Riesenappetit auf ein Schnitzel, ihr seid satt. Joy fröhlich, Eberhard von Joys
Antworten etwas verdrießlich, WuWei hat die wahre Erleuchtung empfangen, ich
stecke noch voll im Käfig der Illusionen etc. ad infinitum.
Das würde doch
auch bedeuten, daß so ziemlich alles, nicht nur an äußeren Erlebnissen, sondern
auch an Innerem Illusion ist? Damit wäre auch das, was ihr bis jetzt als
Realität gelten ließt, nämlich das unmittelbare Erleben, eine solche Illusion.
Frage: Haben wir hier nicht einen Widerspruch?
Weiters: Es gibt nur
Bewußtsein - EIN Bewußtsein. Alles was dieses Bewußtsein wahrnimmt sind also
Aspekte seiner selbst.
Dieses Bewußtsein ist ewig und mainfestiert sich
lediglich in wandelnden Formen. Wenn das Bewußtsein in meiner Manifestation
jetzt etwas wahrnimmt, dann kann dies also nur eine weitere Manifestation des
Bewußtseins sein. Also nichts anderes als Ich (bitte hier "Ich" nur als modus
parlandi betrachten) selbst. Was dieses Ich jetzt wahrnehmen kann ist also
nichts anderes als es selbst. Was immer ich wahrnehme, bin ich also selbst,
interpretiere dies nur als Schreibtisch, Orange, Coca-Cola-Flasche etc.
Interessant ist nur, wenn ich mich aus dem Umkreis von Schreibtisch Orange und
Coca-Cola-Flasche entferne, mein Sein als Aspekt des Gesamtbewußtseins davon
unverändert bleibt. Oder - auf Deutsch - mich gibts trotzdem noch immer. Aus
Gründen der Identität muß aber das gleiche vom Schreibisch etc. gelten. Also
führt der Nondualismus doch geradewegs zur Folgerung, daß alles, was ich
wahrnehme, auch unabhängig von mir selbst existieren muß.
Und selbst wenn man
die absolute Identität nicht so "eng" auffaßt, bleibt doch die Tatsache, daß man
selbst nur eine Manifestation des Bewußtseins darstellt, die anderen
Manifestationen begegnet - sie wahrnimmt. Warum sollten diese Manifestation
eines ewigen Ur-Elements des Bewußtseins voneinander abhängen?
Haben wir
hier also nicht noch einen Widerspruch ?
Grüße,
hel
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von
henrywilhelm am 07. Feb. 2006, 20:29 Uhr
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Guten Abend!
Da ich leider zur arbeitenden Bevölkerung gehöre und
nicht die ganze Nacht am PC sitzen kann, muss ich mich schon deshalb darauf
beschränken, nur sehr Weniges aufzugreifen.
Insbesondere entschuldige ich
mich dafür, dass in der Zeit, in der ich meinen Beitrag verfasse, bereits wieder
andere erschienen sind, auf die ich keinen Bezug nehmen kann.
Bezüglich
WuWeis Beitrag # von heute 11.56 Uhr.
Hallo WuWei, manches ist mir
verständlich, manches nicht, und mir ist klar, dass auch ich irren kann und
besonders, dass man sich immer bemühen muss, sich noch klarer auszudrücken.
Du sagtest: „Ich kann einen Menschen wahrnehmen, ich kann ihn mir
vorstellen, und ich kann mir eine abstrakte Idee vom Menschen allgemein bilden
...“
Davon unbenommen ist all dies ausschließlich im Geist vorhanden.“
Dem ersten Satz stimmt jeder zu. Der zweite ist eben problematisch.
Das
Wahrnehmen eines Menschen ist zweifellos ausschließlich im Geist vorhanden. Dass
der Mensch, der da wahrgenommen wird, ebenfalls ausschließlich im Geist
vorhanden ist – ist eben die umstrittene Joy-WuWei-Position. Sie wäre nur dann
unzweifelhaft richtig, wenn das, was wahrgenommen wird, nichts anderes sein kann
als das Wahrnehmen selbst. Und das halte ich für eine dogmatische Behauptung.
Ich sagte: „Ein Autoschlosser sagt zum anderen: Dieses Auto muss ich
probefahren. Sie sprechen hier über ein Auto, nicht über die Vorstellung eines
Autos. Sie fahren nicht eine Vorstellung probe – auch wenn sie natürlich dabei
Wahrnehmungen haben.“
Du hast geantwortet: „... Wenn du aber einer der
Autoschlosser wärest, dann wären das Auto, dein Kollege und auch du selbst eine
Wahrnehmung, oder nicht? Du fährst dann nicht eine Vorstellung probe, sondern
eine Wahrnehmung, und du selbst bist dabei deine Wahrnehmung.“ Ich hebe aus
deinen Sätzen folgendes heraus:
„Du fährst eine Wahrnehmung probe.“ [!!!]
Es ist eben doch wichtig, zwischen Inhalt und Gegenstand zu unterscheiden.
Wenn jemand sagt: Dass die Sonne jetzt scheint, ist Tatsache meines
Bewusstseins, so meint er damit nicht, dass der Sonnenschein ein Vorgang in
seinem Bewusstsein sei.
Sondern er will damit sagen, dass er einen Gegenstand
(den Sonnenschein) auf eine bestimmte Weise erkennt, nämlich so, dass ihm dessen
Vorhandensein unmittelbar g e w i s s ist – jedenfalls viel gewisser, als wenn
er nur an Sonnenschein d e n k e n würde.
Will man hier das Wort „in“
verwenden und von einem „Inhalt“ des Bewusstseins sprechen, so kann man, wenn
man sich klar ausdrücken will, nur das Wahrnehmen des Sonnenscheins, nicht aber
den Sonnenschein selbst, einen „Inhalt“ des Bewusstseins nennen.
Und wenn
jemand sagt: Dass ich jetzt ein Auto fahre, ist Tatsache meiner Wahrnehmung, so
meint er damit nicht, dass „er eine Wahrnehmung probe fährt“. Er könnte sich
auch so ausdrücken: „Ich erlebe, dass ich ein Auto fahre.“ Er meint damit gewiss
nicht: „Ich fahre ein Erlebnis.“
Der Einwand, es sei ein unbegründeter
„Glaube“, dass es neben meiner Bewusstseinstatsache „Autofahren“ ein davon
unabhängiges, wirkliches „Autofahren“ gebe, ist insofern unberechtigt, als eben
genau dies letztere der G e g e n s t a n d meiner Wahrnehmung/meines Erlebens i
s t . Ich erkenne (Irrtum grundsätzlich vorbehalten), dass ich Auto fahre.
Natürlich, ich e r k e n n e es im Bewusstsein, dass ich fahre. Aber das ist
nicht die Erkenntnis, dass ich i m B e w u s s t s e i n fahre. (Die adverbiale
Bestimmung „im Bewusstsein“ gehört zu „erkennen“, nicht zu „fahren“.)
Die Begründung für die Position „Es gibt nicht nur Geist/Bewusstsein, sondern
daneben auch etwas, das mit Bewusstsein erkannt werden kann.“ besteht darin,
dass uns eben dies beim Wahrnehmen gewiss ist. Das ist kein „Beweis“. Aber wenn
jeder wahre Satz bewiesen werden müsste, könnte keiner bewiesen werden, weil die
benutzten Prämissen wiederum bewiesen werden müssten – ad infinitum. Es ist eine
Begründung durch Zurückführung auf eine anschauliche Gewissheit. Diese ist
natürlich irrtumsfähig und gilt immer nur „bis auf Weiteres“. Aber etwas
Besseres haben wir nicht.
Wie begründet Joy?
(Hallo Joy!)
Du sagtest
[heute # um 04.00 Uhr]:
„ ... kennst Du vielleicht
irgendein eigenes Erleben, wo Du ... anwesend bist, ohne dass dabei auch immer
gleichzeitig eine von Dir wahrgenomme materielle räumliche Welt anwesend ist?
... Du selbst und die von Dir hier und jetzt materiell wahrgenommen Welt sind
doch immer miteinander verbunden, niemals erlebst Du eines davon getrennt vom
anderen, immer erscheinen sie zusammen als eins. Niemals erscheint auch nur
eines von den beiden(?) ohne das andere!“
Es handelt sich hier also um
folgende Argumentation:
1) Immer wenn ich mich selbst erlebe, erlebe ich auch
eine materielle räumliche Welt.
2) Immer wenn ich eine materielle räumliche
Welt erlebe, erlebe ich auch mich selbst.
3) Schluss: Ich selbst und die
materielle räumliche Welt sind identisch mit meinem Erleben.
Die
Argumentation ist fehlerhaft, weil im Schlusssatz ein Begriff erscheint
(„identisch“), der in den Prämissen nicht vorkommt!
Die zweite
Begründung, die vorgebracht wird, lautet:
„Wenn Du aus diesem einseitigen
Schauen ein ganzheitliches Schauen werden läßt, offenbart sich Dir ganz von
allein, wie hier in den Versen 7 und 8 der 1. Strophe angedeutet, die Einheit
von allem Seienden.“
Es handelt sich also um Begründung durch Hinweis
auf eine „O f f e n b a r u n g“!
Jeder kann nun sich selbst prüfen:
Erlebe ich bei jeder Wahrnehmung, dass es etwas außerhalb meines Bewusstseins
gibt?
Oder wird mir jene Offenbarung zuteil?
Gute Nacht!
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von Joy am 08.
Feb. 2006, 00:01 Uhr
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on 02/07/06 um 18:20:02, delfi wrote:Du [gemeint ist WuWei] machst jetzt
leider einige gramatische Fehler, das führt zu Verwirrung, ich bin ist nicht
identisch mit ich bin Bewustsein, denn ohne Bewustsein bist du immer noch.
Dass ein Sprachbegriff wie "Ich bin" nicht ident mit Bewusstsein
ist, bedarf wohl keiner Erklärung und auch keiner grammatikalischen Aufklärung.
Mit dem Begriff "Waschmaschine" ließe sich wohl auch nur sehr schwerlich Wäsche
waschen... :-)
Na und, was bist Du dann ohne Bewusstsein? Etwa ein
atmender Fleischklops, bestehend aus dem Futter, von dem er sich ernährt, damit
die "Natur" sich in Dir betrachten kann? Meinst Du das eigentlich wortwörtlich,
dieses "sich im Menschen betrachten"? Du meinst vielleicht, weil wir die Natur
ja futtern, und sich dann die von innen in uns betrachten kann, weil sie ja dann
"im Menschen" drinnen ist? Raffiniert, die Natur! Muß man schon sagen...
Vielleicht fotografiert die Natur sich dort sogar selbst? So als Erinnerung,
wenn sie dann wieder draussen ist? Vielleicht organisiert die Natur da ja sogar
so richtige "Reiseveranstaltungen" in uns, um sich dann eben "überall in uns"
selbst zu betrachten. Mein Gott, und ich habe heute Mittag auch noch grüne
Bohnen gegessen, hoffentlich kommen mir die da jetzt nicht aus meinen Ohren
raus... Daher(!!!) also auch der Spruch mit der codierten Botschaft! Jetzt (!!!)
geht mir ein Licht auf! Mensch, delfi, da wäre ich echt nicht drauf gekommen.
Mein Dank, er wird Dir ewig folgen! Das nenne ich echte Weisheit und Einsicht in
die Natur und den Menschen! [grin] ;-)
Na ja, das passt ja auch so gut zu
Deiner von Dir selbst überprüften Aussage wunderbar, die Affinität ist gar nicht
zu übersehen (hast'e bestimmt auch in 2 oder gar 5 verschiedenen Büchern
abgeglichen, um auch ja auf Nummer sicher zu gehen, dass die wissenschaftlichen
Theorien, na ja, Du weißt schon, dass auch alles streng logisch bewiesen ist? Du
bist schon so'n richtig altes Cleverle, ein alter Wissenschaftshase, der sich
kein X für'n O vormachen läßt, nicht wahr? Raffiniertes Schlitzohr! Deswegen
auch das pfiffige strahlende und freudige Rollschuhsmilie in Deinem Gruß.
Mensch, delfi, mir rieselts wie Schuppen von den Augen. Ich war blind, Du hast
mich sehend gemacht! :-)):
on 02/02/06 um 00:59:40, delfi wrote:Am
01. Feb. 2006, 23:53 Uhr, schrieb tingeltangelbob:
Zu behaupten .., eine
"Welt" ausserhalb eines "erkennenden Mediums" sei existent.., ist absurd..
LG , tingeltangelbob
warum absurd? Soll dass jetzt ein Dogma
sein, oder eine neue Bibel?
Die Erde war ja mal ohne Lebewesen, wer hat
sie dann erkennen können?
Genau, die Erde (damals noch Scheiben-
oder schon Kugelform? Ich frag nur, Du wirst es ja bestimmt sicher wissen ;-))
war ja mal logischerweise ohne Lebewesen, ist ja schon, wie Du letztens selbst
geschrieben hast, paar Milliarden Jahre alt das "Ding" und vor 50 oder 100
Tausend Jahren kam dann erst der erste Mensch, geboren aus einem stattlichen
Affen (hat ja der Darwin mit seiner Evolutionstheorie längst bewiesen!)... :-)
Davor hat sich die Natur leider nur in Affen und Sauriern oder gar Einzellern
betrachten können... :-)
Wozu kam der Mensch überhaupt? Na ganz einfach,
klar und logisch, die Erde, also die ganze Natur (das gesamte Universum?), hat
ihn sich "erfunden", natürlich "emergent", weil zu einem ordentlichen
grammatikalischen Objekt schließlich auch ein ordentliches grammatikalisches
Subjekt dazu gehört, in welchem sich das Objekt dann betrachten kann... Wäre ja
sonst die reinste grammatikalische Verwirrung geworden, ohne diese "emergente
Erfindung"! Wofür hat sie ihn sich emergent "erfunden"? Was für eine dumme
Frage, ist doch ganz logisch: Hab' ich doch schon vorgetragen: Um sich, ist doch
ganz logisch, in ihm zu betrachten! Das ist alles natürlich und
selbstverständlich streng logisch mit wissenschaftlichen Theorien bewiesen! Das
sind schließlich wissenschaftliche Fakten!
Seit dem die Erde, sorry,
natürlich nicht nur die Erde, sondern die ganze Natur, das ganze Universum(!),
sich nun in emergenter Weise den streng logisch denkenden Menschen erfunden hat,
den sich die Natur natürlich logischerweise gleich so erfunden hat, dass der
Mensch sich die Natur untertan machen kann (Erfindung kämpft und bezwingt jetzt
den Erfinder!)...
Was?
Wie sie das gemacht hat die Natur?
Na, ist doch ganz logisch, die ist doch nicht dumm, sie hat den atmenden
Fleischklops natürlich mit einem Gehirn ausgestattet, das denken kann!
Jedenfalls, seit dem sich die Natur den logisch denkenden Menschen erfunden hat,
kann sie sich jetzt endlich so richtig fein in ihm betrachten. Der Pluto, hat
bissel 'nen schlechten Platz für diese Betrachtung gewählt, der guckt da
bestimmt mit 'nem riesigen Superteleskop, weil der will ja schließlich auch noch
was sehen und sich in den erfundenen Menschen betrachten! [grin] [grin] [grin]
Was?
Wie das die Plejaden machen?
Das ist doch logisch, die gucken
durch ein noch viel stärkeres und riesigeres Superteleskop, die wollen sich ja
auch im Menschen betrachten. Den ihr Superhoroskop -sorry- ich meinte natürlich
Superteleskop -kann ja mal passieren, dass man sich verspricht-, also den
Plejaden ihr Superteleskop mit denen die nach dem Menschen schauen, um sich in
ihm zu betrachten, das hat so 'ne gigantische Auflösung, da macht sich der
emergent erfundene Mensch gar keine Vorstellung von. Die Pljaden erkennen nicht
nur die Uhrzeit auf den Armbanduhren der Menschen, die sehen sogar ob einer 'nen
Leberfleck auf der Arschbacke hat. Das können die natürlich nur sehen, wenn so
einer mit 'nem Leberfleck zum Beispiel grad mal duscht oder sich bei seinem
Urologen grad frei macht... ;-)
Und alles logisch bewiesen, mit
wissenschaftlich fundierten Theorien. Da staunt Ihr ganz schön, he, was die
Wissenschaft heute alles kann und weiß. Ja, ja, unglaublich, aber wahr! Kann
jeder logisch nachprüfen... ;-)
Die aufgeklärten Menschen von heute, also
die an das bewiesene theoretische Wissen der Wissenschaft glauben, die sind
nicht mehr so vertrottelt, wie die ersten Menschen, die noch direkt vom Affen
geboren wurden und noch an einen Gott und Engel und so'n abergläubischen Kram
glaubten, den nie einer gesehen hat. Die modernen Menschen, also die an das
bewiesene Wissen der Wissenschaft glauben, die glauben heute an die Teilchen,
die auch noch nie einer wirklich gesehen hat, wie Atome, an Elektronen, Photonen
und alles so ne wissenschaftlich bewiesenen Sachen.
Die Affenmenschen,
also die, die noch in den ersten paar Tausend Jahren sozusagen zum Teil direkt
von richtigen Affen geboren wurden, weil die richtigen Affenmenschen ja nicht
gleich, das ist doch ganz logisch, einen richtigen Affen von einem richtigen
Affenmenschen unterscheiden konnten und so natürlich manch ein richtiger
Affenmenschenmann, natürlich ohne es zu wissen, mit einer noch richtigen
Affenfrau verheiratet war, diese sozusagen Halb Affe Halb Mensch Affenmenschen,
diese trottligen Zottels glaubten noch an Götter und an Wiedergeburt! [grin]
[grin] [grin]
Ja, Ja, so dumm waren die am Anfang noch. Und jetzt guck
Dich mal heute hier um, zum Beispiel nur in diesem Forum, wie gescheit die doch
alle sind, kennen Atome, Elektronen, Strings, Quarks... Hat zwar noch nie einer
wirklich gesehen, aber es ist dafür wissenschaftlich bewiesene Theorie! Wer
glaubt denn heute, im Zeitalter der Aufklärung noch wirklich an Wiedergeburt?
Die meisten haben davon noch nie was gehört, denn in Wissenschaftsbüchern steht
von solchem Hokuspokus gar nichts mehr drin! Da gibt's nur noch knallharte
wissenschaftliche Fakten! Oder schon mal was von "Karma" gehört?
Das ist
so nen buddhistischer Religions-Quatsch. Diese Religionisten, diese
verschlafenen Hinterwäldler, glauben auch noch an die Wiedergeburt. [grin] Ja,
ja, so dumm sind die noch! Für den religionistischen Buddhisten ist der
Aberglaube an das Karma, da gehts um das Böse und die Schuld und die
Wiedergeburt, für die ist dieser Aberglaube noch ganz real, für meine
aufgeklärte Nachbarin Lieselotte dagegen (ist zwar nur 'ne Hausfrau, aber dafür
mit 'nem Doktor verheiratet, und der muß es ja schließlich wissen, so 'nen
Doktor, denn der hat ja sogar die Wissenschaften selbst stuuuudiert!), also für
meine aufgeklärte Nachbarin Lieselotte gibt's das Karma und die Wiedergeburt
natürlich nicht mehr: Sie hat das Wort noch nie gehört, die einzige rätselhafte
Wiedergeburt, die sie kennt, ist die der Staubflocken, die je und je auf dem
Boden zu beseitigen sind. [grin] ;-)
Ich könnt natürlich jetzt noch viel
mehr über die wissenschaftlichen Beweise schreiben, aber ich will meine verehrte
Leserschaft hier mit doch ohnehin allseits bekannten Tatsachen und Fakten nicht
weiter langweilen... Steht ja auch alles in den "richtigen", den
wissenschaftlichen Büchern drinnen. Nicht in die "falschen" Bücher gucken, wie
Esoterik und so'n Zeugs, da steht nur drinnen, was man glauben soll, aber eben
ohne wissenschaftliche Beweise! Ja, ja, also gut bei der Bücherauswahl acht
geben. Ein "falsches" Buch, und ruckzuck, kaum hast Du Dich versehen, glaubst Du
auch schon das "Falsche" statt das "Richtige". Ich habe Leut kennengelernt, soll
man gar nicht glauben, die sagten, sie wüßten gar nicht mehr was sie denn nun
glauben sollten, die brauchten zum Teil sogar 'ne Therapie, natürlich nur eine
wissenschaftlich bewiesene, also eine "richtige" Therapie, damit das Hamsterrad
des Lebens, aus dem sie rausgefallen waren, wieder Schwung bekam und sie sich
endlich wieder "richtig" drehen konnten, in einem Fort, Hauptsache das Rad dreht
sich und wird am Drehen gehalten, weil sonst kommt der Sensenmann [grin] ;-)
Einer, der mir mal begegnete, den mußte ich später sogar im
Landeskrankenhaus besuchen, zu deutsch: In der Klappse! Der war früher selbst
zweifach promovierter Psychiater! Der hatte hatte das Lesen ganz gelassen und
sich nur noch selbst beobachtet... Der erste Therapeut, nannt sich Guru oder so
ähnlich, empfahl im dann doch noch mal was zum Lesen, und was war es, es war
auch noch ein "falsches" Therapieratgeber-Buch, Bhagvadgita oder so ähnlich. Als
ich ihn dort besuchte, in der Klappse, da strahlte er mich nur gütig an, und
sagte nur eines zu mir: "Schweig einfach. Ich bin Gott und Du bist es auch".
Da hab ich dann zuhause in nem "richtigen" Therapieratgeber-Buch
nachgeschlagen und fand hier bei dieser Symptomatik als sozusagen klinische
Diagnose (das heißt, das ist wissenschaftlich bewiesene Diagnose), dass er
verrückt sei. Im "falschen" Buch das er gelesen hatte (5.000 Jahre alte
Heilkust(!), wurde nur von Liebe gefaselt, und er sagte zu mir, das Buch
bestätigt ihm nur seine eigene Erkenntnis von höchster Klarheit im Sehen... Na,
mal ehrlich, wer glaubt denn an so 'nen Schmarrn heute noch, stammt
wahrscheinlich noch von den "Affenmenschen". Dass so'n alter Kram überhaupt noch
gedruckt wird... Als ich da später selbst mal nachgeschlagen hatte, in dem
"falschen" Buch, da hieß es -bei den selben Symptomen(!!!)-, es sei die höchste
Selbsterkenntnis... Ja, vielleicht für den bekloppten Affenmenschen von damals,
der kannte ja noch gar keine Wissenschaft, verstand nichts von Theorie und wußte
noch nicht mal, dass es sowas wie "Beweise" überhaupt gibt! Ja, so dumm war der
noch! Der sagte und glaubte es auch noch, dass nur sein Erleben wirklich sei.
Ja, für uns, die modern aufgeklärten Menschen von heute, klingt das alles wie
aus fernen finsteren Zeiten.
Aber vergessen wir nicht, wir sind
natürlich auch verdammt gut dran, denn wir brauchen doch z.B. nur mal delfi zu
fragen, der weiß echt gut Bescheid, der kennt sich aus! Und wer delfi nicht
kennt oder dieses Forum, der kann auch ein Buch lesen, und weiß dann auch
Bescheid, sofern er denn kein "falsches" Buch liest.... Ja, ja, Herrjeh, so
kann's einem ergehen, wenn man nur mal ein oder zwei "falsche" Bücher
liest.......
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Sag mal, delfi, kennst Du, den "Comedy-Quatsch-Club"? Schau ich mir immer
gern an. Aber mit diesem Deinen streng logisch aufgebauten
Evolutions-Begründungs-Philosophie-Wissenschafts-BEWEIS-Programm würdest Du die
dort emergent erfunden Menschen brüllend und sich auf die Schenkel klopfend ganz
sicher vom Hocker reissen, denn die hören ihre eigene wissenschaftliche
Geschichte über ihre Herkunft und Abstammung alle sehr gern und die würden, so
wie die nun mal erfunden wurden sind, nur noch im ganzen Saal laut schreien:
Zuuugaaabe! Zuuugaaabe! Zuuugaaabe! Zuuugaaa... [grin] ;-)
Und ich bin
sicher, delfi, dass hast Du nicht unter Haloperidol verfasst! Ich tippe eher auf
einen Cocktail von erleuchtenden Amphetaminenderivaten mit ordentlicher
Koksbeimischung. Aber Vorsicht, mein Lieber, übertreibe es nicht, denn das führt
rasch neben solch lauen Begleiterscheinungen wie Bluthochdruck und Herzrasen mit
Kammerflimmern in handfeste Psychosen. Oder versucht Du gar, Dich mit
Haloperidoltropfen von diesem Tripp, sozusagen als Antiserum, dann immer wieder
mal selbst runter zu holen? Passe bloß auf, dass das mal nicht irgendwann
daneben geht. Ich hab in den letzten 10 Jahren grad mal wenn's denn hochkommt 3
bis 5 Aspirin geschluckt und leider nie eine Arztpraxis von Innen gesehen...
[grin] ;-)
on 02/07/06 um 18:20:02, delfi wrote:"im Menschen
betrachtet sich die Natur selbst"
Leben als emergente "Erfindung" der
Natur ist zeitlich und örtlich und vor allem individuell konstituiert und Leben
ist zu gleicher Zeit durch seine Individualität isoliert und offen, aber nicht
ganz offen, ein "dissipatives System".
Ich kann mit dem Du reden weil es ein
ich gibt.
Was würde wohl das "Du" sonst machen, wenn's das "Ich"
nicht gäbe...? Ist natürlich keine wirklich spannende Frage, weil es gibt ja das
"Ich"! Aber nur mal so hypothetisch, als Theorie...? Na eigentlich ganz logisch:
Es würde sich natürlich langweilen ohne Ende und in seinem Schweigen vermutlich
noch immer voller Sehnsucht nach einem "Ich" Ausschau halten, von dem es endlich
einmal angesprochen werden würde, werden könnte... Naja, alles verkorkster
Konjunktiv, ist ja nicht grad wissenschaftlich, oder? Da fällt mir ein, wie
sieht ein "Ich" eigentlich aus, woran ist es eigentlich zu erkennen? Sieht es
anders aus, als ein "Du"?
Alles das hier ist natürlich logischerweise
alles ganz streng logisch erwiesen und läßt sich auch, ganz im Gegenteil zu dem
geistigen Dünnschiss, den Joy hier überall absondert und die Threads nur
vollstinkt, auch mit wissenschaftlichen Theorien logisch beweisen und jeder kann
diese logischen Beweis-Theorien logischerweise auch selbst in zahlreichen
internationalen wissenschaftlichen Fachpublikationen selbst nachlesen, ist
schließlich alles veröffentlicht, um sich das dann auch auf logischem Wege
selbst logisch beweisen zu können. Das ist kein Glaube! Das ist Wissen!
Wissenschaftlich bewiesenes Wissen! Die Beweise dafür sind die wissenschaftlich
publizierten neuesten Theorien, alle selbstverständlich wissenschaftlich logisch
geprüft! [grin] ;-)
Fragt sich nun nur noch, aus welchen Büchern Du
solche logisch bewiesenen Schlaumeier-Weisheiten nun her hast, delfi? Kannst
sicherlich paar heiße Buch-Tips geben, wo man das alles als ordentlich logischen
Beweis auch zur eigenen Überzeugung schön selbst nachlesen kann? Wäre auf jeden
Fall doch wünschenswert, hier mal paar Amazon-Links von Dir zu finden, damit man
auch sicher dann selbst bescheid weiß... ;-) [grin] ;-)
[smiley=applaus.gif] [smiley=applaus.gif] [smiley=applaus.gif]
[smiley=applaus.gif]
Ich hoffe doch, delfi, Du bleibst uns hier noch ne
Weile treu, damit's hier zwischendurch auch immer mal wieder mit etwas derben
Humor richtig aufgelockert wird, unter diesem staubtrockenen Philistertum und es
auch zukünftig immer mal wieder echt was zum Lachen gibt, Lachen soll ja, die
Wissenschaft hat's bewiesen, gesund sein... ;-)
Gruß
Joy
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von Joy am 08.
Feb. 2006, 01:53 Uhr
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Eigentlich gehts hier mit der nächsten Comedy weiter. ;-)
on 02/07/06
um 19:19:23, Eberhard wrote:Hallo allerseits,
ich hatte behauptet: „Meine
Mutter existierte schon, bevor ich existierte.“ Bisher hatte diese Behauptung
noch niemand in dieser Runde widerlegt.
Völlig korrekt was Du,
Eberhard, da schreibst. Deine Behauptung wurde von niemanden widerlegt. Ich habe
auch nie behauptet, dass ich sie widerlegen könnte. Fakt ist aber ebenso, dass
Du diese Behauptung auch in keinster Weise, außer durch weitere Behauptungen
belegt hast.
Deine Behauptung baut zweifelsfrei auf Annahmen auf. Für
meine Aussage benötige ich aber gar keine Annahmen, denn ich beschreibe nur das
reale Erleben, welches Du nur bestätigen kannst. Punkt aus basta!
Ich
betone auch immer wieder, Du kannst es nur selbst erkennen. Belege gibt es
keine. Nur, für meine Aussage benötige ich gar keine. Denn ich behaupte nichts,
was eines weiteren Beleges außer dem eigenen Erleben bedarf.
Mehr gibt es
dazu grundsätzlich nicht zu sagen! Der Rest ist nur es selbst zu erkennen.
on 02/07/06 um 19:19:23, Eberhard wrote:Nun ist Joy gekommen. Man kann
nicht sagen „er hat meine Behauptung widerlegt“, aber jedenfalls hat er ihr
irgendwie die Geltung abgesprochen.
Wie hat er das gemacht? Er hat es
gemacht, indem er bestritten hat, dass ich überhaupt existiere. "Du (= Eberhard)
bist nichts anderes als Bewusstsein selbst. …. Bewusstsein und Ich sind quasi
ident."
Was bitte konkret, außer der Entrüstung, kannst Du gegen
meine Aussage einwenden? Ich spreche Dir nicht die Existenz ab, wie Du hier
unredlich behauptest, sondern ich setzte lediglich Existenz und Sein (Bewusst-
und Gewahrsein) als ident.
Du kannst hier gern sachliche Einwendungen
bringen. Aber ausser aufgeregter Entrüstung bringst Du gar keine. Ich hatte Dich
doch ausdrücklich in diesem Antwortbeitrag darum gebeten, mir genau
diesbezüglich auf zwei Fragen konkret zu antworten. Du antwortest aber nicht
sachlich, sondern nur mit Entrüstung.
Du darfst das sehr gern tun, ich
will Dir das in keinster Weise absprechen. Aber in einer Kommunikation
beantwortet man die an einen gestellten Fragen so gut wie es einem möglich ist.
Tust Du das nicht und reagierst nur mit Entrüstung, entziehst "Du" der
Gesprächsfortführung den Boden, nicht ich. Du brichst ab, nicht ich. Aber, mein
Lieber, ich akzeptiere ohne Problem Deinen Abbruch, denn ich habe keinerlei
Veranlassung ihn nicht zu akzeptieren. Nur zur Erinnerung werde ich diese 3
Absätze mit den beiden konkreten Fragen und der konkreten Bitte an Dich, diese
konkret zu beantworten aus #177 noch einmal hier her reinkopieren:
on
02/07/06 um 04:00:14, Joy wrote:Du (= Eberhard) bist nichts anderes als
Bewusstsein selbst, was Du z.B. mit der verbalen Aussage ausdrückst, wenn Du
sagst "Ich bin mir bewusst bzw. gewahr, selbst zu sein." Dein eigentlicher
"Irrtum" ist im Grunde nur ein einziger, nämlich der, dass Du glaubst, dass
"Ich" etwas anderes sei oder bezeichnet, als Bewusst- bzw Gewahrsein selbst.
Denn niemand und nichts existiert da materiell (weswegen ich "ihn", diesen
"niemand", auch gern als "Phantom" oder auch als "Illusion" bezeichne), der
bewusst sein könnte oder nicht bewusst sein könnte. Dein Bewusstsein von Dir
selbst ist nichts anderes als eben das Bewusstsein selbst, das Du = selbst bist.
Bewusstsein und Ich sind quasi ident. (Auch wenn ich "Bewusstsein" verbal hier
substantivistisch gebrauche, vergesse nie den Hinweis dabei, dass "Bewusstsein"
kein wirkliches "Ding" ist.)
Deswegen frage ich gelegentlich auch immer
wieder einmal: Kannst Du mir jenen (jene vermeintlich ontologische Entität, das
"Phantom", die "Illusion") zeigen, welcher Bewusstsein haben oder nicht haben
könnte? Was also bist Du selbst anderes als Bewusstsein? (Kannst Du mir diese
beiden letzten Frage bitte einmal konkret beantworten? Das wäre vielleicht für
eine mögliche weitere Erörterung und Darlegung ganz hilfreich.)
Gib Dir doch wenigstens selbst die Chance, vielleicht erkennst Du ja doch den
Irrtum. Ich weiß ohne jede Frage, dass es kein absichtlicher Irrtum von Dir ist
und auch keine bewußte Bösartigkeit oder Arroganz. Aber ich sehe ebenso klar,
Deinen Irrtum, den Du ganz offensichtlich als solchen nicht selbst erkennst und
versuche lediglich Dich selbst sozusagen mit Deiner eigenen Nase darauf zu
stoßen, damit Du ihn selbst erkennst.
Für mich ist es aber ebenso okay,
wenn Du hier abbrechen willst. Den Versuch war's allemal wert. Solltest Du
später doch noch einmal darauf zurückkommen wollen und ich hier noch lesen und
schreiben, dann steht mein Angebot der Fortführung uneingeschränkt genauso wie
jetzt.
Und den Vorschlag, den Dir unser louisquinze hier unterbreitet,
der ist doch gar nicht schlecht, vielleicht schlägst Du bei ihm mit einem
Handschlag darauf ein?
on 02/07/06 um 19:39:34, louisquinze
wrote:@eberhard
Ich will einmal folgenden Vorschlag machen. Da mich
langsam Ihre Frau Mutter interessiert, so oft wird hier über sie gesprochen,
könnte ich ja mal nach Hannover kommen; und Sie kämen aus Berlin. Dann würden
wir den Morgen einen Einkaufsbummel durch Hannover gemeinsam mit Ihrer Mutter
machen und zum Abschluß schön Mittagessen. Nachmittags gehen wir dann im großen
Garten von Herrenhausen spazieren und philosophieren angesichts der großen
Fontäne....? Na? das Ganze könnte noch abgerundet werden mit einer
abschließenden Reise bei der Sie mir noch Berlin etwas zeigen.
Also
jedenfalls hätten wir dann die Zeit sinnvoll genutzt anstatt hier Ihre kostbare
Zeit mit Joys Albernheiten zu füllen, meine ich.
Ich wünsch Dir
was, und Du ahnst zumindest was es ist.
;-)-Gruß
Joy
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von Joy am 08.
Feb. 2006, 06:12 Uhr
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on 02/07/06 um 20:29:56, henrywilhelm wrote:Wie begründet Joy?
(Hallo
Joy!)
Du sagtest
[heute # um 04.00 Uhr]:
„ ... kennst Du
vielleicht irgendein eigenes Erleben, wo Du ... anwesend bist, ohne dass dabei
auch immer gleichzeitig eine von Dir wahrgenomme materielle räumliche Welt
anwesend ist? ... Du selbst und die von Dir hier und jetzt materiell
wahrgenommen Welt sind doch immer miteinander verbunden, niemals erlebst Du
eines davon getrennt vom anderen, immer erscheinen sie zusammen als eins.
Niemals erscheint auch nur eines von den beiden(?) ohne das andere!“
Es
handelt sich hier also um folgende Argumentation:
1) Immer wenn ich mich
selbst erlebe, erlebe ich auch eine materielle räumliche Welt.
2) Immer wenn
ich eine materielle räumliche Welt erlebe, erlebe ich auch mich selbst.
3)
Schluss: Ich selbst und die materielle räumliche Welt sind identisch mit meinem
Erleben.
Die Argumentation ist fehlerhaft, weil im Schlusssatz ein
Begriff erscheint („identisch“), der in den Prämissen nicht vorkommt!
Hallo henrywilhelm,
Dein Irrtum im Verständnis meiner Aussage
und auch die von Dir gebrauchte Veränderung meiner Formulierung, springt mir
schon in Deiner "Argumenten-Ziffer" 1) sofort entgegen. Denn Du erlebst Dich
nicht selbst, sondern Du bist Du selbst, also das Erleben selbst. Wie oft
schrieb ich das schon? Ich mag's manchmal schon gar nicht mehr zählen... Es gibt
niemanden, der Dich erlebt, auch nicht Dich, sondern Du bist Du selbst! Wie ist
hier eigentlich solch ein Mißverstehen überhaupt möglich???
Dein
Verständnisproblem liegt völlig identisch an jenem Punkt wo auch Eberhard quasi
nur "Bahnhof" versteht (der glaubt jetzt sogar auch noch, ich hätte ihm die
Existenz abgesprochen und ihn jetzt nur noch zum sich selbst sein degradiert
:-)). Nur scheinst Du mir etwas, nun, ich nenne es mal "flexibler" im Denken zu
sein. Nicht mein Schlussatz ist fehlerhaft, sondern Deine Interpretation und
Widergabe meiner Worte. 2 wesensidente einfache Beispiele hierzu (bitte niemals
kompliziert um 3 oder 5 Ecken denken, sondern bitte immer nur einfach und vor
allem klar!)
1. Beispiele:
Immer wenn Erleben vom Anfang der Wurst
ist, ist auch immer gleichzeitiges Erleben vom Ende der Wurst und umgekehrt.
Niemals ist ein Erleben des Anfangs der Wurst ohne das nicht gleichzeitig
auch Erleben des Ende der Wurst ist oder umgekehrt
Schlussatz: Anfang und
Ende der Wurst sind nicht ident, aber beide sind untrennbar die eine Wurst
selbst.
Setze als Analogie:
Anfang der Wurst = Erlebender (= Subjekt)
Ende der Wurst = Erlebtes (= Objekt)
Wurst = Erleben (= Ich =
Bewusstsein)
2. Beispiel::
Immer wenn Erleben von der Vorderseite der
Münze ist, ist auch immer gleichzeitiges Erleben von der Rückseite der Münze und
umgekehrt.
Niemals ist ein Erleben der Vorderseite der Münze ohne das
nicht gleichzeitig auch Erleben der Rückseite der Münze ist oder umgekehrt
Schlussatz: Beide Seiten sind nicht ident, aber beide Seiten sind untrennbar
die eine Münze selbst.
Setze als Analogie:
Vorderseite der Münze =
Erlebender (= Subjekt)
Rückseite der Münze = Erlebtes (= Objekt)
Münze = Erleben (= Ich = Bewusstsein)
Wo bitte liegt hier ein echtes
Verständnisproblem?
Die Schwierigkeit im Verstehen liegt hauptsächlich im
objektivierenden, also verdinglichende Denken, daher auch die stets im
Widerspruch angeführten Einzelbeispiele. Du mußt quasi das Prinzip der
Wirklichkeit erkennen und nicht ein einzelnes selektiertes Beispiel mit
Cola-Flasche, Mutter in Hannover, KfZ-Schlosser usw. Wenn Du das Prinzip
Addition verstanden hast, spielts überhaupt gar keine Rolle, welche Zahlen du
addierst. Das "Prinzip" ist immer dasselbe.
Für den klaren Physiker (wie
beispielsweise Erwin Schrödinger: "Alles Bewusstsein ist eins.") "existiert" die
materielle Wurst/Münze gar nicht. Für ihn ist sie ein "Nicht-Ding" (= nothing =
no-thing), eine Bewusstseins-Manifestation, nur ein raumzeitloses bewusstes
Wahrgenommen-Sein hier und jetzt. Raum und Zeit werden nur als
Bewustseinsaspekte vom wahrnehmenden Bewusstsein selbst aufgespannt, sie sind
selbst nur raumzeitloses Bewusstsein. Alle wahrgenommenen "Objekte" sind immer
nur Bewusstseinsobjekte, sind nichts anderes als Bewusstsein hier und jetzt
selbst. Bewusstsein ist Erleben.
Eigentlich gibt es im Erkennen und
Verstehen nur eine einzige wirklich kritische Frage. Eberhard hatte zwar
angekündigt, kritische Fragen zu stellen, hat diese aber noch nicht einmal mit
einem Ahnungshauch auch nur gestriffen. Der einzige, der bisher diese wirklich
kritische Frage erahnt und andeutet, wenngleich auch noch sehr unausgegoren,
aber auch sein Nicht-Verstehen an diesem Punkt verbal vorträgt, ist Hel. Aber
auch auf diese wirklich kritische Frage gibt es eine ganz simple sofort
nachvollziehbare Antwort. Hel fragt nämlich, was bisher hier noch keinem sonst
aufgefallen ist (das Entscheidende hebe ich hier jetzt fett hervor):
on 02/07/06 um 20:25:09, hel wrote:Weiters: Es gibt nur Bewußtsein - EIN
Bewußtsein. Alles was dieses Bewußtsein wahrnimmt sind also Aspekte seiner
selbst.
Dieses Bewußtsein ist ewig und mainfestiert sich lediglich in
wandelnden Formen. Wenn das Bewußtsein in meiner Manifestation jetzt etwas
wahrnimmt, dann kann dies also nur eine weitere Manifestation des Bewußtseins
sein. Also nichts anderes als Ich (bitte hier "Ich" nur als modus parlandi
betrachten) selbst. Was dieses Ich jetzt wahrnehmen kann ist also nichts anderes
als es selbst. Was immer ich wahrnehme, bin ich also selbst, interpretiere dies
nur als Schreibtisch, Orange, Coca-Cola-Flasche etc. Interessant ist nur, wenn
ich mich aus dem Umkreis von Schreibtisch Orange und Coca-Cola-Flasche entferne,
mein Sein als Aspekt des Gesamtbewußtseins davon unverändert bleibt. Oder - auf
Deutsch - mich gibts trotzdem noch immer. Aus Gründen der Identität muß aber das
gleiche vom Schreibisch etc. gelten.
Exakt hier berührt er den
vermeintlich "wunden Punkt", bei dem das Erkennen und Verstehen anlangt, um auf
den nächste scheinbaren Widerspruch zu stossen. Das ist freilich nur das "alte
klassisch konditionierte Denken", das hier einen Widerspruch sieht und anmeldet,
der freilich in Wirklichkeit gar keiner ist. Aber wenigstens mal EINER in diesem
Forum, der wirklich mitdenkt und nicht nur wie die klassischen Logiker hier ewig
nur blind dazwischen rufen und ihre eigene Blindheit im Denken noch nicht einmal
selbst bemerken und mir genau deswegen Denkunfähigkeit vorwerfen, nur weil sie
selbst in ihren Denkschienen festsitzen und nicht mehr folgen können oder
wollen. Es ist natürlich nur unbewusste Angst, die am Loslassen hindert und am
Einseitigen festhalten läßt, das vermeintlich Sicherheit bietet. Aber weit
gefehlt, im Denken gibt es keine Sicherheit, sondern nur im eigenen lebendigen
Erkennen der wirklichen Wirklichkeit und nicht der gedachten begrifflichen
Wirklichkeit.
Hel's letzte schlussfolgernde Ausage "Aus Gründen der
Identität muß aber das gleiche vom Schreibisch etc. gelten." trifft, aber leider
nur auf der verkehrten Seite, genau den entscheidenden Punkt im weiteren
Verstehen, vor dem ich bis jetzt in meinem "Vorwort" sozusagen immer gestoppt
habe, denn hier im Forum (aber auch anderswo) geht's ja, wenn überhaupt, nur
kleiner Schritt für kleiner Schritt vorwärts im Erkennen und Verstehen. Aber hel
hat diesen scheinbaren Widerspruch wenigstens selbst erkannt. Und das allein ist
schon eine riesige Freude für mich. Der Junge ist eigentlich verdammt gut, liegt
super im Rennen und in der Zeit!
(Aber ich "erwische" immer irgendwo
einen! Bedarf nur der Geduld und eigenen Aufmerksamkeit. "Yoko" war ein
Fehlsch(l)uß meinerseits, der ist nicht dort, wo ich aus seinen Beiträgen
annahm, dass er sei, siehe #197. Der richtet sich grad seinen Käfig gemütlich
her, statt zu erkennen, dass dessen Gitterstäbe nur seine eigenen Gedanken und
der Glaube an diese ist. Als "Hebamme", als Geburtshelfer, würde ich jetzt
sagen, er ist im 3. Monat, das dauert noch.... ;-))
Seine, Hel's
Fortführung geht aber schon wieder Richtung "Sackgasse", wenn er jetzt weiter
fortfährt in seiner Annahme:
on 02/07/06 um 20:25:09, hel wrote:Also
führt der Nondualismus doch geradewegs zur Folgerung, daß alles, was ich
wahrnehme, auch unabhängig von mir selbst existieren muß.
Und selbst wenn man
die absolute Identität nicht so "eng" auffaßt, bleibt doch die Tatsache, daß man
selbst nur eine Manifestation des Bewußtseins darstellt, die anderen
Manifestationen begegnet - sie wahrnimmt. Warum sollten diese Manifestation
eines ewigen Ur-Elements des Bewußtseins voneinander abhängen?
Haben wir
hier also nicht noch einen Widerspruch ?
Hel, ich löse Dir
diesen scheinbaren Widerspruch mit einem "kleinen Fingerschnippsen" auf. Bevor
ich das aber hier tue, warte ich jetzt mal noch ein klein wenig ab, denn
vielleicht kommst Du ja, was für das eigene Erkennen und Gesamtverstehen sehr
förderlich ist, selbst darauf. Ich gebe Dir aber einen Hinweis, in welcher
Richtung Du weiter erkennen und denken mußt, um zur Auflösung dieses scheinbaren
Widerspruchs selbst zu gelangen: Bewusstsein selbst, quasi als "Ding an sich"
betrachtet, ist raumzeitlos. Was selbst aber als Bewusstsein erscheint
unterliegt nicht nur selbst dem Raum sondern, und das ist jetzt der "Wink mit
der Zaunslatte", auch immer der Zeit. Du mußt hier quasi immer "gedoppelt
denken", solange, bis Du selbst be- bzw. dann zutreffender "gewusst denkst" und
immer die Einheit erkennst, die nur als Vielheit erscheint. Und Achtung: Jedes
Wort ist ambivalent, hat + und - Pol.
"Na, jetzt schaumer ma", ob der Hel
von selbst dahinterkommt. Und Hel denk bitte daran, es ist nur zu Beginn
ungewohnt, diese Denk-Art, mir ist sie längst "in Fleisch und Blut"
übergegangen.
Das "alte" konditionierte Denken ist nicht falsch. Es ist
nur einseitig, sozusagen nur die Vorderseite der Münze (ähnlich wie zur obigen
Analogie an henrywilhelm zu sehen), also fehlerhaft, es feht noch etwas, um zum
"ganzheitlichen Denken" zu gelangen und dann darüber hinaus. Das was da fehlt,
da bist Du, Hel, grad dabei es selbst zu erkennen. Und das freut mich riesig!
:-) :-) :-) Denn dann haben sich all die Nächte des Schreibens hier bereits mehr
als nur ausgezahlt!
Hel, Dein Blick schaut schon ahnend durch den sich
öffnenden "geistigen Geburtskanal" hindurch ins Licht! Kriech jetzt ja nicht
wieder zurück in die "Dunkle Höhle scheinbarer Sicherheiten", denn die wirkliche
und echte Sicherheit, liegt nicht in, sondern jenseits dieser Höhle und dieses
Jenseits ruft nach Dir. Folge diesem Ruf, wenn Du das unweigerliche Gefühl hast,
dass es der Ruf der Ewigkeit und der Liebe selbst ist.
Das momentane
Denken, also auch das zur Ganzheitlichkeit hinführende Denken, ist noch nicht
die Wirklichkeit selbst, sondern nur eine Krücke, die Dir diese Geburt im Geiste
erleichtern soll. Krabble nur immmer weiter und lasse Dich nicht von der
Dunkelheit wieder beirren und zurückziehen. Bist Du einmal Draussen, ist
zunächst noch immer viel Verwirrung, aber Du kommst niemals wieder zurück! Frag
WuWei, ich bin sicher er bestätigt Dir, dass es ein Zurück, wenn Du einmal
Draussen bist, niemals mehr geben kann. Und Draussen als "lebendiger Säugling"
ist hundertmal besser als Drinnen als "Phantom-Greis". (Und bevor jetzt ein
Schlaumeier hier ankommt, ich weiß sehr wohl, dass es eine wirklich objektive
Grenze zwischen Drinnen und Draussen real nicht gibt. Aber zu dieser Grenze habe
ich ja schon einiges hier geschrieben und bedanke mich für die Aufmerksamkeit
dafür... ;-)
Ich fühl mich grad wie eine superglückliche Hebamme, die
erkennt, dass da sich der "Geistige Geburtskanal" am öffnen ist! Und wenn ich
mir die Gesicher anschaue, welche ihr macht, wenn ihr diese Worte lest, Ihr
praktisch schon mit dem Einweisungsschein locker winkt, kann ich doch nur
herzlich lachen und Euch versichern, ein jeder von Euch wird einmal klar
erkennen und verstehen, selbst dann, wenn er jetzt noch in der Höhle am Krabbeln
ist. Niemand kann das Aufhalten oder Verhindern. [grin] [grin] [grin]
So,
und jetzt wieder sachlich nüchtern zu henrywilhelm:
on 02/07/06 um
20:29:56, henrywilhelm wrote:Die zweite Begründung, die vorgebracht wird,
lautet:
„Wenn Du aus diesem einseitigen Schauen ein ganzheitliches
Schauen werden läßt, offenbart sich Dir ganz von allein, wie hier in den Versen
7 und 8 der 1. Strophe angedeutet, die Einheit von allem Seienden.“
Es
handelt sich also um Begründung durch Hinweis auf eine „O f f e n b a r u n g“!
Jeder kann nun sich selbst prüfen:
Erlebe ich bei jeder Wahrnehmung,
dass es etwas außerhalb meines Bewusstseins gibt?
Oder wird mir jene
Offenbarung zuteil?
Gute Nacht!
Es handelt sich hier bei
meinen Worten und den Bezug auf das Chinesische TTK um keine Begründung, sondern
einen Verweis zur Veranschaulichung dessen, dass es zwei voneinander
verschiedene Erlebensformen gibt und dies schon ewiglich bekannt ist, auch wenn
Du bis jetzt davon noch nichts mitbekommen haben magst, die beide in einem Grund
gründen, der Du "all-ein" selbst bist. Hier "Tao" genannt.
Bei mir
folgende Termini:
Tao = Geist
Schauen = Bewusstsein (= Erleben)
Urgrund = Gewahrsein (= Identität)
Aber auch ich gehe jetzt mal
schlafen und antworte daher nur in dieser "gebotenen Kürze" ;-) und grüße alle
Phil-Talker, auch die nur passiven... [nospeak] [nohear] [nosee]
Good
night
Joy
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von wosi am 08.
Feb. 2006, 06:49 Uhr
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Hallo !
Zu Joy :
Joy : < Eine Gleichzeitigkeit von z.B. nur
Vergangenheit und Zukunft kann mit dem flexibelsten Denken noch nicht einmal
gedacht werden, obwohl doch beides, Vergangenheit und Zukunft, immer nur hier
und jetzt im Geist als Gedanken erscheint. >
Denkend vergegenwärtigt
sich die Person,wo sie jetzt steht,denn sie stand nicht immer hier und wird den
bezogenen Standort wieder verlassen.Es ist nicht erforderlich,zugleich den
vorherigen und den zukünftigen Standort zu denken,denn mit den Begriff der
Bewegung ist das bereits erfasst.Ansonsten erinnere man sich des
Vergangenen,denke darüber nach und stelle sich Möglichkeiten des Zukünftigen
vor,damit man einen Standpunkt gewinnen und vertreten kann.
Joy : < Der
Verstand, also die Summe aller Denkmöglichkeiten, ist dennoch ein sehr
brauchbares und nützliches "Tool", aber zur lebendigen Selbsterkenntnis
letztlich untauglich. Aber er führt Dich, wenn der Geist wach und flexibel ist,
bis an die Grenze heran. >
Haben Sie denn dieses Tool versehentlich
gelöscht und konnten darum keine Antwort geben auf die Frage,ob nun die Sinne
oder die Wahrnehmungen täuschen ?
Joy : < Der Verstand muß quasi an jenen
"Punkt" gelangen, wo der Geist erkennt, dass der Verstand nur eine wirkliche
Wahrheit über das Sein kennt und die lautet: Ich weiß nichts! (Sokrates' Satz:
Ich weiß, dass ich nichts weiß.) Ab diesem Moment, wenn der Verstand sich
vollends erschöpft hat, gebe ich quasi der Erkenntnis Raum, da der Verstand
diesbezüglich mit seinen Vermutungen und Annahmen "endlich" schweigt... >
Wenn der Verstand schweigt,sollte auch die Person schweigen.
Eine
Person besitzt Verstand,wenn sie verständig denken kann.
Den alten Griechen
wäre die Entdeckung des Geistes ohne Verstand wohl nicht möglich gewesen.
Zu den vielfältigen Bedeungen von < Geist > kommt die frühdeutsche hinzu :
Der Geist als sich in religiöser Extase auslebenden göttlichen Kraft.
Damit sich solch göttliche Kraft in rechter Weise entfalten kann,bedarf es
des weisen und erfahrenen Magiers,der dem willigen Adepten,dessen ohrenbarig
gekneteter Geist bar jeglichen Verstandes der raumerfüllenden Erkenntnis
harrt,nunmehr recht verständig jene Grundlage alles Geistigen einführt,so daß
bei entsprechender Veranlagung in der Tat Extase aufkommt.Im Grunde genommen
eine uralte Geschichte.
Joy : < ....und Dir in der Erkenntnis des eigenen
Geistes völlig neue Meta-Ebenen erschliessen werden.>
Spezielle
Meta-Ebenen des Geistes sind Halluzinationen und Einbildungen.
Hhmoellers
Empfehlung,die Checkliste , sollte man gelesen und verstanden haben.Darauf
beruht der Erfolg: Erst zielgerecht investieren,dann zielstrebig kassieren.In
Cleverness zeigt sich zumindest eine Variante der Liebe zur Weisheit.
Schon
den antiken Freunden zur Weisheit war sie ein Greuel.
Wer seine
Erkenntnisse nicht zur Sprache bringen kann,besitzt auch keine.Mancherlei
Einbildungen gedeihen nur im Verborgenen und dafür gibt es handfeste Gründe.
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von Eberhard am
08. Feb. 2006, 08:22 Uhr
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Hallo Joy,
Du sagst, Du hättest mir nicht die Existenz abgesprochen. Ich
hätte Dich falsch verstanden. Gut, dann können wir ja wieder miteinander reden.
Wenn Du mir nicht die Existenz abgesprichen hast, dann gilt auch für Dich
der Satz: „Eberhard existiert.“ Richtig?
Ich nehme an, Du hast dann auch
meiner Mutter nicht die Existenz abgesprochen. Es gilt also für Dich auch der
Satz: „Eberhards Mutter existiert.“
Dann ist meine Frage an Dich: Warum
akzeptierst Du nicht den Satz:
“Eberhards Mutter hat bereits existiert,
als Eberhard noch nicht existiert hat“?
Es grüßt Dich Eberhard.
p.s.: Da dieser Thread bereits Überlänge hat mit mehr als 200 Beiträgen, habe
ich „Gibt es sinnlose philosophische Fragen? III“ aufgemacht.
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von mbl am 08.
Feb. 2006, 08:32 Uhr
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on 02/08/06 um 06:49:12, wosi wrote:Hallo !
Wer seine Erkenntnisse
nicht zur Sprache bringen kann,besitzt auch keine.Mancherlei Einbildungen
gedeihen nur im Verborgenen und dafür gibt es handfeste Gründe.
Ich fand die Diskussion sehr amüsant und typisch. Joy und WuWei haben quasi mit
Engelszungen versucht, ihre Einsichten darzulegen, aber (helas, n'est-ce-pas
Louis XV) "Viele haben Ohren, doch sie hören nicht". Initiation ist
Selbsterkenntnis. Deshalb, initiiert Euch mal. :-)
BTW: Es ist durchaus
legitim, auf seinen eigenen Ansichten zu beharren. Nur kann man das mangelnde
Verstehen nicht den Anderen vorwerfen. s.o.
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von Eberhard am
08. Feb. 2006, 08:50 Uhr
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Hallo mbl,
Du meinst, wir hätten Joy nicht zugehört? Wir hätten Joy nicht
verstanden?
Wie heißt es so schön: Die Botschaft hör ich wohl, allein mir
fehlt der Glaube.
Wenn jemand noch nicht einmal einen Satz wie: „Meine
Mutter hat bereits existiert, als ich noch nicht existiert habe“ akzeptiert und
wenn er die Grenzen des menschlichen Verstandes an sinnlosen Fragen demonstriert
wie „Warum existiert nicht nichts?“, um dann nach Ruhigstellung des kritischen
Denkens und Vernichtung aller Weltbilder mit der Philosophie und der Erkenntnis
anzufangen, dann habe ich das alles sehr gut verstanden.
Wenn mir Deiner
Meinung nach zum Verständnis dessen, was Joy gesagt hat, die Initiation fehlt,
welchen Initiationsritus schlägst Du vor?
fragt Dich Eberhard.
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von WuWei am
08. Feb. 2006, 09:26 Uhr
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Hallo delfi,
[/i]
Zitat WuWei:
"Tiefer betrachtet aber bin ich
Bewußtsein. Als Person halte ich kein Selbstgespräch (höchstens manchmal ), als
Bewußtsein in gewisser Weise schon."
Du machst jetzt leider einige
gramatische Fehler, das führt zu Verwirrung, ich bin ist nicht identisch mit ich
bin Bewustsein, denn ohne Bewustsein bist du immer noch.
[i]
Wenn ich
hier einen Fehler gemacht habe, dann keinen grammatikalischen, mein Lieber!
Außerdem schreibt man Grammatik mit zwei m [cheesy]
Hast du dich schonmal
ohne Bewußtsein erlebt? Warst du ganz bewußt bewußtlos? Daß du auch ohne
Bewußtsein existierst, ist nur eine Annahme, dafür wirst du nie eine Bestätigung
finden. Auch wenn du scheinbar andere bewußtlose bzw. schlafende Menschen
siehst. Aber die sind auch wiederum dein Bewußtseinsinhalt, nicht wahr?
Niemand, auch kein Hirnforscher, wird irgendwo ein Bewußtsein finden, weder in
einem "bewußtlosen" noch in einem "bewußten" Menschen. Das meinte ich mit
"Bewußtsein ist immer ich, nie du, er, sie, es, wir, ihr oder sie". Bewußtsein
ist nie dort, sondern immer hier, wo ich bin. Ich kann es nie als ein Objekt
erfassen, sondern nur erkennen, daß ich selbst es bin.
[/i]
Und dass
du tatsächlich Gespräche mit mir führst, rechne ich dir hoch an, du brauchst
keine Haloperidoltropfen wie Joy.
[i]
Leider kenne ich diese Tropfen
nicht. Natürlich führe ich als Person ein Gespräch mit dir als Person. Aber
dieses Gespräch erlebe ich allein im Bewußtsein, wo sonst? Und aus deiner Sicht
gilt doch das gleiche.
[/i]
großartig, [applause] die Metapher
gefällt mir, oder so:
"im Menschen betrachtet sich die Natur selbst"
Leben als emergente "Erfindung" der Natur ist zeitlich und örtlich und vor allem
individuell konstituiert und Leben ist zu gleicher Zeit durch seine
Individualität isoliert und offen, aber nicht ganz offen, ein "dissipatives
System".
Ich kann mit dem Du reden weil es ein ich gibt.
[i]
Klar,
damit ein Gespräch stattfinden kann, muß das Bewußtsein ein ich und ein du
"schaffen".
Das mit dem Selbstgespräch ist halt eine Metapher und als
solche durchaus mißverständlich. Es ist sicher kein Selbstgespräch, so wie du
als Person ein Selbstgespräch führst und wo du quasi "beide Seiten" kennst.
Grüße,
WuWei
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II Hal
Beitrag von WuWei
am 08. Feb. 2006, 10:42 Uhr
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Hallo philoschall,
[/i]
Dass Dinge-an-sich nicht sind, da sind wir
uns wohl einig. Jedoch auch, dass der DenkINHALT nicht in allen Menschen
derselbe ist?
[i]
Auch darin sind wir uns einig. Allerdings: wenn es
keine Dinge-an-sich gibt, WO findet dann dein Denken tatsächlich statt? Im
Gehirn, das aber kein Gehirn-an-sich, sondern selbst Denk-inhalt ist?
[/i]
Denken vollzieht sich u.a. in Begriffen, deren Inhalt stets mit
Sinneseindrücken gegeben ist. Damit ist auch gesagt, dass der BewusstseinsINHALT
ein anschaulicher ist. Begriffe sind anschauliche, sind keine unanschaulichen.
Dinge-an-sich sind nicht, ihnen kann BewusstseinsINHALT nicht zukommen, Begriffe
passen hier nicht.
[i]
Sehe ich auch so.
[/i]
Werden jedoch
Dinge-an-sich angenommen, wird also das angenommen, dass in der Ausdehnung nicht
existiert, muss sich dann nicht eine Verkehrung nicht nur der
BewusstseinsINHALTE sondern auch der Begriffe, d.h. des Denkens der Ausdehnung
vollziehen? Mit der Annahme der Dinge-an-sich ergibt sich: Begriffe sollen nicht
mehr mit anschaulich Vorgestellten verbundene sein, sollen nicht mehr von der
Dinge-Erfahrung somit mit der damit erweckten Belebung erfüllte sein, sondern
von diesem Inhalt entleerte.
[i]
Genau. Es sind abstrakte Begriffe,
denen kein Bewußtseinsinhalt zukommt. Allein Farbe ist schon so ein abstrakter
Begriff, weil niemand je Farbe-an-sich wahrgenommen hat noch sich vorstellen
kann. Damit ist immer auch Form verbunden.
[/i]
Somit ist zweierlei
gegeben. Mit und durch Sinnenerfahrung gefundene BewusstseinsINHALTE die in
Begriffen zwecks Lebenspraxis gedacht werden UND Begriffe, denen keinerlei
Erfahrung somit auch keinerlei Erfahrungsgehalt zu kommen soll. Wird nicht dann,
wenn unanschauliche Begriffe nicht nur behauptet werden, wenn diese sogar als
die Bedingung von Erfahrung, als die Voraussetzung um zu wahren Aussagen zu
kommen, behauptet werden, eine Konfusion des adäquaten Denkens der Ausdehnung
sich vollziehen? Wird dann nicht adäquates Denken der Begriffe mit inadäquaten
Denken der Begriffe vermischt? Da nun begriffliches Denken stets mit Inhalten
sich vollzieht, Ding-an-sich in der Ausdehnung nicht existiert, davon Inhalte
sowie Begriffe nicht gegeben sind, muss sich ein Denken vollziehen, dass
inadäquat ist. (1)
[i]
Ich denke, das kann man so sagen.
[/i]
Dieses inadäquate Denken, mit dem Mensch sozusagen aus der ausgedehnten Welt
sich herausstellt, erweisst sich als Denken des Dualismus von Denken und Materie
mit dem das Objektivismus/Subjektismus-Schemata als Masstab des Denkens
ausgegeben wird - mit dem die Einheit ausgedehnter Ausdehnung
auseinandergerissen wird. (2) Mit diesem Denken vollzieht sich das inadäquate
Denken der Ausdehnung, dass sich grundsätzlich vom adäquaten Denken
unterscheidet, dass sich systematisch vom adäquaten Denken unterscheiden lässt.
[i]
Auch Zustimmung.
[/i]
Zweierlei ist nicht Eines. Meinst Du
nicht, wenn das Denken der Ausdehnung sich adäquat UND indäquat vollzieht, dass
damit nicht nur EIN BewusstseinsINHALT ist, der mit der antimetaphysischen,
non-dualen Denkweise gegeben ist, dass dazu ein weiter BewusstseinsINHALT ist,
der mit der dualen, metaphysischen Denkweise gegeben ist? Meinst du, dass an der
Stelle, wo das adäquate Denken der Ausdehnung ist, dass andere, dass inadäquate
Denken der Ausdehung ebenfalls ist? Oder muss das inadäquate nicht an anderer
Stelle sein, so dass sich hier nicht nur unterscheiden lässt, dass hier sogar
Unterscheidung möglich und zwar zwecks Lebenspraxis, d.h. zwecks der Vermeidung
von Dualismen, notwendig ist?
[i]
Das Problem ist, daß du Denken gar
nicht lokalisieren kannst, weil ein Gedanke gar nicht in Raum und Zeit
existiert, sondern diese in sich trägt. Du kannst unmöglich sagen, wo genau sich
ein Gedanke befindet und welche Ausdehnung er hat. Insofern ist es auch müßig zu
überlegen, in welchem Verhältnis abstraktes und nicht-abstraktes Denken stehen,
ob sie nebeneinander existieren oder sich überlagern. All dies sind räumliche
Begriffe, mit denen Denken nicht zu erfassen ist. Wie also lässt sich abstraktes
vom nicht-abstraktem Denken trennen? Vielleicht durch abstraktes Denken?
[cheesy]
Ich würde abstraktes Denken aber auch nicht ablehnen. Die ganze
Mathematik ist Abstraktion. Jede Verallgemeinerung (die Menschen, die Deutschen)
ist Abstraktion. Aber ich kann durchaus über Farbe-an-sich reden, als
Abstraktion, zum Zwecke der Kommunikation, ohne daß ich glaube, daß es Farbe
getrennt von Form gibt. Genauso rede ich abstrakterweise über Raum und Zeit,
ohne daß ich glaube, daß sie jenseits des Bewußtseins existieren.
viele
Grüße,
WuWei
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von WuWei am
08. Feb. 2006, 11:02 Uhr
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Hallo Eberhard,
was würdest du zu der Aussage sagen:
Deine Mutter
hat natürlich vor dir existiert, aber nicht als objektive Existenz, sondern
allein als Bewußtseinshalt, ganz egal wessen.
Wenn du Bewußtsein als
Wesen der Wirklichkeit verstehst, von der deine persönlichen Bewußtseinsinhalte
nur ein Teil sind, macht dann die Aussage mehr Sinn?
Grüße,
WuWei
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von WuWei am
08. Feb. 2006, 13:44 Uhr
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Hallo hel,
[/i]
Ich gehe jetzt von Euren Annahmen aus, soweit ich
diese eben verstehen konnte (Wahrscheinlich nicht richtig, denn ich stoße, wenn
ich diese Ideen weiterverfolge auf Widersprüche):
[i]
Ok.
[/i]
Es gilt ja: "Ich" als vereinzeltes Ego ist eine Illusion. Man hat nicht, sondern
ist Bewußtsein, oder eine Manifestation des Geistes. Alle Manifestationen,
Eberhard, WuWei, etc. sind ein und dasselbe Bewußtsein.
[i]
So
ungefähr. Wobei der Ausdruck "ein-und dasselbe Bewußtsein" auch schon wieder
problematisch ist. Denn Bewußtsein ist kein Ding, das räumlich, zeitlich oder
mengenmäßig zu erfassen wäre. Das heißt, du bist kein anderes Bewußtsein als
ich, aber auch nicht dasselbe. Weil es als absolutes Prinzip, nicht als
relatives Ding verstanden werden muß.
Aber egal, wie ich es ausdrücke:
es ist nie wirklich richtig. Wenn ich z.B. von Bewußtsein spreche, kannst du
wahrscheinlich gar nicht anders, als dir darunter eine Art Objekt, wenn auch
noch so subtil, vorzustellen. Wenn ich sage, du bist es, dann beziehst du dieses
"du" wahrscheinlich auf deine Person. Gemeint ist aber keines von beiden.
Aber gut, zunächst kann man von ein-und demselben Bewußtsein ausgehen, um
sich da heranzutasten.
[/i]
Der Begriff der Identität verlangt aber
auch, daß, wenn A=B, was an Aussagen über A wahr ist, auch für B wahr sein muß,
und umgekehrt.
[i]
Aber nur, wenn A und B gleicher Kategorie sind.
Wenn ich nun sage, Bewußtsein und Dinge/Materie sind identisch, dann heißt das
nicht, daß ich zwei Objekte miteinander in Bezug setze. Es ist eine Identität,
ungefähr so, wie sie zwischen (mein beliebtes Beispiel) Zinn und Zinnfigur
herrscht. Ich setze hier also Substanz und Form in Bezug. Die sind insofern
eins, als daß sie nicht getrennt voneinander existieren (nur als begriffliche
Abstraktion). Aber während die Figur nichts anderes als Zinn ist, ist Zinn als
Substanz nicht auf die eine Figur beschränkt. Auch dieses Beispiel hinkt
natürlich....
[/i]
Das bedeutet in unserem Fall, daß alles, was
unterschiedlich an uns ist, nicht Bestandteil des wahren - identischen
Bewußtseins sein kann und somit reine Illusion sein muß.
[i]
Warum?
Warum sollte dies Illusion sein? Trennung mag Illusion sein, Unterschiede nicht.
Ohne Unterschiede könnte ja auch keine Wahrnehmung sein. Aber auch Illusionen
sind Bewußtsein.
[/i]
Z.B. ich bin am Schreibtisch in Frankfurt, ihr
woanders. Aber auch, Ich hab jetzt Riesenappetit auf ein Schnitzel, ihr seid
satt. Joy fröhlich, Eberhard von Joys Antworten etwas verdrießlich, WuWei hat
die wahre Erleuchtung empfangen, ich stecke noch voll im Käfig der Illusionen
etc. ad infinitum.
[i]
Ich verstehe nicht ganz. Wo ist jetzt das
Problem? Vielleicht kannst du mir das bitte nochmal erläutern, bevor ich ins
Blaue drauflos schreibe.
[/i]
Das würde doch auch bedeuten, daß so
ziemlich alles, nicht nur an äußeren Erlebnissen, sondern auch an Innerem
Illusion ist? Damit wäre auch das, was ihr bis jetzt als Realität gelten ließt,
nämlich das unmittelbare Erleben, eine solche Illusion.
[i]
Weißt du,
es geht nicht darum, zwischen Illusion und Realität abzugrenzen. Jedes Erleben
ist Bewußtsein, ob Glück oder Unglück, ob Erkenntnis oder Verwirrung, Illusion
oder Klarheit.
Letztlich ist keines davon wahrer oder falscher. Genau das
gilt es zu erkennen. Aber im Grunde nur, wenn du in dir ein solches Bedürfnis
hast.
Also, was genau meinst du mit Widerspruch?
[/i]
Weiters:
Es gibt nur Bewußtsein - EIN Bewußtsein. Alles was dieses Bewußtsein wahrnimmt
sind also Aspekte seiner selbst.
Dieses Bewußtsein ist ewig und mainfestiert
sich lediglich in wandelnden Formen. Wenn das Bewußtsein in meiner Manifestation
jetzt etwas wahrnimmt, dann kann dies also nur eine weitere Manifestation des
Bewußtseins sein. Also nichts anderes als Ich (bitte hier "Ich" nur als modus
parlandi betrachten) selbst. Was dieses Ich jetzt wahrnehmen kann ist also
nichts anderes als es selbst. Was immer ich wahrnehme, bin ich also selbst,
interpretiere dies nur als Schreibtisch, Orange, Coca-Cola-Flasche etc.
[i]
Ja. Solange du Ich nicht auf deine Person beschränkst.
Man kann das
nur mit einem Paradoxon andeuten. Die Aussage: "ich bin alles, was ich
wahrnehme" bedeutet letztlich nichts anderes als: "ich bin nichts, was ich
wahrnehme bzw. wahrnehmen kann". Is nur eine Frage der Perspektive.
Letztere Aussage wird z.B. im Advaita-Vedanta bevorzugt.
Aber es ist, als ob
du einen Kreis rechts- oder linksherum zeichnest, am Schluß kommt dasselbe dabei
raus.
Die beste Analogie, um das zu verstehen, ist immer noch der Traum
(bei allen Einwänden, die der Verstand dagegen erhebt)
Wenn du träumst, bist
du auch mit einer Traumfigur identifiziert und hältst dich für sie (egal, wie
deutlich die erscheint). Dadurch glaubst du, daß die anderen Traumfiguren von
dir getrennt sind. Und scheinbar nimmst du sie ja auch als Person wahr,
letztlich aber bist du als träumendes Bewußtsein "deine" Traumfigur genauso wie
die anderen, du träumst sie schließlich. Genauso könnte man aber sagen, daß du
als Bewußtsein nichts von alledem bist. Du erscheinst nicht in dem Traum,
sondern dieser in dir. Und wer nimmt den Traum wahr? Der Traum, das träumende
Bewußtsein, nimmt sich selbst wahr, scheinbar durch die Perspektive einer
Traumfigur.
Der Traumvergleich hat nichts mit Abwertung oder Illusion zu
tun, da ja kein Gegensatz zur Realität aufgemacht wird. Der Traum IST die
Realität.
[/i]
Interessant ist nur, wenn ich mich aus dem Umkreis von
Schreibtisch Orange und Coca-Cola-Flasche entferne, mein Sein als Aspekt des
Gesamtbewußtseins davon unverändert bleibt. Oder - auf Deutsch - mich gibts
trotzdem noch immer.
Aus Gründen der Identität muß aber das gleiche vom
Schreibisch etc. gelten. Also führt der Nondualismus doch geradewegs zur
Folgerung, daß alles, was ich wahrnehme, auch unabhängig von mir selbst
existieren muß.
[i]
Nimm wieder den Traum und stell dir vor, du
würdest Orange und Flasche träumen. DU als Bewußtsein entfernst dich gar nicht
von diesen Dingen, da du überhaupt nicht IN dem Traum vorkommst. Verstehst du?
In deinem Beispiel oben setzt du Ich doch wieder mit der Person gleich, die sich
von Orange und Flasche entfernt. Beide Dinge erscheinen in dir und verschwinden
wieder in dir. Allerdings bist du als Bewußtsein an den Körper "gekoppelt", weil
du ihn als Instrument der Wahrnehmung, als Perspektive, brauchst.
Und daher
erscheint der irrtümliche Eindruck, der Körper würde das Bewußtsein besitzen,
statt umgekehrt.
Oder anders angedeutet: du hast viele Erinnerungen,
aber nur wenige sind dir jeweils bewußt. Was ist mit denen, die dir gerade nicht
bewußt sind, existieren sie unabhängig von dir?
[/i]
Und selbst wenn
man die absolute Identität nicht so "eng" auffaßt, bleibt doch die Tatsache, daß
man selbst nur eine Manifestation des Bewußtseins darstellt, die anderen
Manifestationen begegnet - sie wahrnimmt. Warum sollten diese Manifestation
eines ewigen Ur-Elements des Bewußtseins voneinander abhängen?
Haben wir hier
also nicht noch einen Widerspruch ?
[i]
Nein, weil nicht die
Manifestationen voneinander abhängen, sondern die Manifestationen vom
Bewußtsein. Und Bewußtsein bist du selbst. Das ist die
Subjekt-Objekt-Verwechslung. Es nimmt nicht eine Manifestation eine andere wahr,
kein Objekt ein anderes Objekt. Denk an den Traum, da nimmt nur scheinbar deine
Traumfigur die anderen wahr.
Man muß das wirklich konsequent zu Ende
denken, wenn man irgendwo zaudert, bleibt es unsinnig.
viele Grüße,
WuWei
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von hhmoeller
am 08. Feb. 2006, 14:23 Uhr
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on 02/07/06 um 20:29:56, henrywilhelm wrote:Es handelt sich hier also um
folgende Argumentation:
1) Immer wenn ich mich selbst erlebe, erlebe ich auch
eine materielle räumliche Welt.
2) Immer wenn ich eine materielle räumliche
Welt erlebe, erlebe ich auch mich selbst.
3) Schluss: Ich selbst und die
materielle räumliche Welt sind identisch mit meinem Erleben.
Die
Argumentation ist fehlerhaft, weil im Schlusssatz ein Begriff erscheint
(„identisch“), der in den Prämissen nicht vorkommt!
Vollkommen
richtig!
on 02/08/06 um 06:12:16, Joy wrote:2 wesensidente
einfache Beispiele hierzu (bitte niemals kompliziert um 3 oder 5 Ecken denken,
sondern bitte immer nur einfach und vor allem klar!)
1. Beispiele:
Immer wenn Erleben vom Anfang der Wurst ist, ist auch immer gleichzeitiges
Erleben vom Ende der Wurst und umgekehrt.
Niemals ist ein Erleben des
Anfangs der Wurst ohne das nicht gleichzeitig auch Erleben des Ende der Wurst
ist oder umgekehrt
Schlussatz: Anfang und Ende der Wurst sind nicht
ident, aber beide sind untrennbar die eine Wurst selbst.
Setze als
Analogie:
Anfang der Wurst = Erlebender (= Subjekt)
Ende der Wurst =
Erlebtes (= Objekt)
Wurst = Erleben (= Ich = Bewusstsein)
2.
Beispiel::
Immer wenn Erleben von der Vorderseite der Münze ist, ist auch
immer gleichzeitiges Erleben von der Rückseite der Münze und umgekehrt.
Niemals ist ein Erleben der Vorderseite der Münze ohne das nicht gleichzeitig
auch Erleben der Rückseite der Münze ist oder umgekehrt
Schlussatz: Beide
Seiten sind nicht ident, aber beide Seiten sind untrennbar die eine Münze
selbst.
Setze als Analogie:
Vorderseite der Münze = Erlebender (= Subjekt)
Rückseite der Münze = Erlebtes (= Objekt)
Münze = Erleben (= Ich =
Bewusstsein)
Wo bitte liegt hier ein echtes Verständnisproblem?
Gut geschummelt!
Du bist schon in den Prämissen von zwei untrennbar
zusammengehörenden Dingen, nämlich den beiden Wurstenden bzw. den beiden Seiten
der Münze ausgegangen. Wenn Du daraus nun die Schlußfolgerung ziehst, daß die
beiden Wurstenden untrennbar zusammengehören, so handelt es sich um einen
Zirkelschluß - logisch ungültig.
Du hast die gewünschte Schlußfolgerung
in die Prämissen eingebaut.
Sehr trickreich - denksportlich eher ein
Standardtrick, etwa wie die Textilbremse beim Fußball.
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von Joy am 08.
Feb. 2006, 23:50 Uhr
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Hallo hhmoeller,
henrywilhelm fasste eine Aussage von mir, nicht exakt in
der Weise wie von mir geschrieben, sondern lediglich so, wie er sie für sich
selbst verstanden bzw. interpretiert hatte zusammen und schrieb in #202:
on 02/07/06 um 20:29:56, henrywilhelm wrote:Wie begründet Joy?
Es
handelt sich hier also um folgende Argumentation:
1) Immer wenn ich mich
selbst erlebe, erlebe ich auch eine materielle räumliche Welt.
2) Immer wenn
ich eine materielle räumliche Welt erlebe, erlebe ich auch mich selbst.
3)
Schluss: Ich selbst und die materielle räumliche Welt sind identisch mit meinem
Erleben.
Die Argumentation ist fehlerhaft, weil im Schlusssatz ein
Begriff erscheint („identisch“), der in den Prämissen nicht vorkommt!
Du, hhmoeller, kommentierst diese Aussage jetzt mit
on
02/08/06 um 14:23:56, hhmoeller wrote:Vollkommen richtig!
Das
mag, einseitig logisch betrachtet, schon richtig sein, entspricht aber leider
nur nicht dem, was ich zuvor selbst geschrieben hatte und hier meiner Aussage
nur wieder irrtümlich unterstellt wird. Denn wie auch schon von mir an
henrywilhelm im Anschluß in Beitrag #205 geantwortet, schrieb ich nichts davon,
dass "ich sich selbst erlebt" (wie hier von henrywilhelm bereits irrtümlich
verstanden unter Ziffer 1 geschrieben), was nämlich bereits wieder ein nicht
zutreffender Fakt ist, sondern ich schrieb "dass <Ich> das Erleben selbst ist
bzw. selbst bin". Das heißt nichts anderes, als dass ein "separates Ding" wie
ein immer nur gedanklich objektiviertes (= konstruiertes), also verdinglichtes
"Ich", zusätzlich oder neben dem Erleben faktisch gar nicht "existiert" und
daher auch gar nicht gefunden werden kann. Dieses zusätzliche "Ich" ist ein
pures gedanklich abstrahiertes "Phantom", existent nur als gedanklich empfundene
"Vorstellung" und "Annahme". Wenn Du oder wer auch immer dass zweifelsfrei und
klar für Dich selbst erkennst, dann, und nur dann, mein Lieber, gelangst Du zu
klarem Verstehen. Bis dahin phantasierst Du eben nur einfach weiter und glaubst
Dich auch noch selbst für dieses "Phantom" und meinst, es würde auch real und
nicht nur als gedachte Vorstellungsabstraktion existieren.
Dieses
Selbsterkennen, dass eine solches objektiviertes "Phantom-Ich" noch niemals real
existierte, sondern nichts anderes als eine "gedanklich empfundene Vorstellung"
hier und jetzt ist, lässt Dich dann auch sofort schlagartig erkennen, dass dies
ebenso auch für jedes vermeintlich existente "Du" zutrifft, von welchem Du
selbst bis dahin glaubtest, diese ganzen "Du's" würden real ausserhalb Deines
eigenen Erlebens (= Bewusstsein) "existieren", denn für alle immer nur
gedanklich objektivierten, also verdinglichten "Du's", trifft selbstverständlich
das exakt gleiche zu, wie für Dein vermeintlich eigenes, ebenso immer nur
gedanklich objektiviertes, also verdinglichtes "Phantom-Ich".
Wenn "Du"
nun nur allein das selbst erkennst, was "ich" jetzt nur in den letzten beiden
Absätzen recht klar und deutlich formuliert habe, erwachst "Du" urplötzlich aus
einem "Fiebertraum", in welchem Du blind Dich für sehend glaubtest, und wirst
Dir des eigenen konditionierten Denk-Irrtums schlagartig bewusst und erkennst
sofort selbst, dass für die gesamte Welt immer auch das gleiche gilt wie für
Dein bisher für existent geglaubtes "Phantom-Ich". Dass nämlich die gesamte
wahrgenommene Welt, die Du bis dahin als für separat existent von Deinem eigenen
Erleben (welches Du wirklich selbst bist = Bewusstsein / Geist) glaubtest, noch
niemals wirklich als eine solche separat existiert hat.
Nach diesem
separierten und vermeintlich zusätzlichen "Phantom-Ich" fragte ich auch Eberhard
schon ganz konkret in #177 und wiederholte diese Fragen, da er sie schlicht und
einfach mit etwas künstlich aufgeregter Entrüstung ignorierte und überging, im
Beitrag #204 noch einmal an ihn. Du kannst nun gern selbst ab #205 Eberhards
Beiträge -auch im Anschlussthread III- nachlesen und wirst selbst feststellen
können, dass er diese konkrete Frage an ihn nicht beantwortet und weiterhin
ignoriert. Weshalb er dieser Antwort nicht nachkommt, mußt Du ihn selbst fragen.
Aber im Grunde muß er sie auch ignorieren, denn diese Antwort darauf, sofern er
denn die wahre Antwort selbst erkennt, bringt nicht nur sein materielles
Weltbild sofort zum Totaleinsturz, sondern ist auch -bildhaft gesprochen- sofort
sein eigener Tod (des "Phantom-Ich's" für dass er sich selbst noch glaubt und
welches er die ganze Zeit als angeblich existent verteidigt). Er verteidigt
natürlich nur mit haarsträubenden unbelegten Behauptungen, die jeder erlebten
realen Faktizität durchgehend und ausnahmslos widersprechen!
Warum ich
Dir das jetzt hier in meiner Antwort so ausführlich schreibe? Nun, ganz einfach,
weil Dein gesamtes Denken ebenso einseitig und somit fehlerhaft ist und Du es
noch nicht einmal selbst bemerkst. Weil Du es nicht selbst bemerkst, glaubst Du
nun, dass ich in meiner Argumentation "tricksen" tät. Zu dieser Annahme gelangst
Du aber nur durch Deine eigene -sorry- Blindheit, Du siehst sozusagen nur
einseitig und bist auf dem zweiten Auge total blind. (Muss Dich aber nicht
weiter stören, denn alle "normalen Menschen" sind solche Blinden! Das "Problem"
dabei ist einzig, dass sich diese "Blinden" selbst für sehend glauben. ;-))
Um auf diesen immer wiederholten "Irrtum" hinzuweisen, schrieb ich in #205
zur "Veranschaulichung" zwei im Grunde identische Beispiele (Wurst und Münze)
mit jeweilig zugehöriger Analogie, die den "Irrtum" eigentlich ganz simpel
aufklären, sofern der Leser denn klar denken und erkennen kann und endlich
aufhört von einem "Phantom" zu phantasieren, für welches er sich selbst auch
noch in seinem "Fieberwahn" hält und glaubt, obwohl es doch nirgends aufgefunden
oder angetroffen werden kann (weswegen Eberhard der Frage nach diesem "Phantom"
ja auch so behaarlich ausweicht).
Ich schrieb also als ergänzendes
Veranschaulichungsbeispiel zu meiner Argumentation in #205:
on
02/08/06 um 06:12:16, Joy wrote:1. Beispiele:
Immer wenn Erleben vom Anfang
der Wurst ist, ist auch immer gleichzeitiges Erleben vom Ende der Wurst und
umgekehrt.
Niemals ist ein Erleben des Anfangs der Wurst ohne das nicht
gleichzeitig auch Erleben des Ende der Wurst ist oder umgekehrt
Schlussatz: Anfang und Ende der Wurst sind nicht ident, aber beide sind
untrennbar die eine Wurst selbst.
Setze als Analogie:
Anfang der Wurst
= Erlebender (= Subjekt)
Ende der Wurst = Erlebtes (= Objekt)
Wurst = Erleben (= Ich = Bewusstsein)
Und jeder "Blinde"
antwortet nun mehr oder weniger ähnlich formuliert, wie auch Du es reflexartig
tust, weil Dir die wirkliche Klarheit im Denken fehlt. Du antwortest:
on 02/08/06 um 14:23:56, hhmoeller wrote:Gut geschummelt!
Du bist
schon in den Prämissen von zwei untrennbar zusammengehörenden Dingen, nämlich
den beiden Wurstenden bzw. den beiden Seiten der Münze ausgegangen. Wenn Du
daraus nun die Schlußfolgerung ziehst, daß die beiden Wurstenden untrennbar
zusammengehören, so handelt es sich um einen Zirkelschluß - logisch ungültig.
Du hast die gewünschte Schlußfolgerung in die Prämissen eingebaut.
Sehr trickreich - denksportlich eher ein Standardtrick, etwa wie die
Textilbremse beim Fußball.
Ich vermag mich nur darüber zu
wundern, dass Dir wirklich nicht selbst auffält, was für einen "totalen Nonsens"
Du hier antwortest!
In dem genannten Beispiel verweise ich auf die
begriffliche Analogie (Subjekt, Objekt, Erleben). Jetzt kommst Du doch
tatsächlich mit der völlig deplazierten Behauptung: "Du bist schon in den
Prämissen von zwei untrennbar zusammengehörenden Dingen, nämlich den beiden
Wurstenden bzw. den beiden Seiten der Münze ausgegangen.". Die beiden
"Wurstenden" stehen analog für "erlebendes Subjekt" und "erlebtes Objekt"!
Klingelts bei Dir noch immer nicht???
Wenn Du mir jetzt ganz plausibel
und ganz einfach einen einzigen faktischen Beleg oder ein faktisches Beispiel
verbal hier nennst, in dem irgendwo und irgendwann jemals
ein real separates
Subjekt ohne Objekt oder
ein real separates Objekt ohne Subjekt
eine
reale und faktisch erlebte Wirklichkeit ist, dann widerrufe ich sozusagen, um
mich vor dem Scheiterhaufen zu retten.
Nur wenn gedanklich-begrifflich
die immer Ganzheitliche geistige Wirklichkeit Hier und Jetzt (und nur diese
Wirklichkeit IST wirklich) gesplittet wird, entstehen -aber immer und
ausnahmslos nur auf der gedanklich-begrifflichen Ebene(!!!)- ein erlebendes
Subjekt (= objektiviertes gedachtes "Phantom-Ich") und erlebtes Objekt (=
objektiviert gedachte Welt).
Da Du Dich in Deiner gesamten Argumentation
ausschließlich in der dualistischen "Gedanken-Begriffs-Ebene" sozusagen bewegst
und aus dieser heraus argumentierst, die aber nur eine "verbal bezeichnende
Begriffs-Ebene" (= Landkarte) ist und nicht die nonduale "wirkliche
Erlebnisebene" (= Land), wirst Du Dir des eigenen Irrtums nicht gewahr und
schreibst daher solchen "totalen Nonsens"! Ganz simpel formuliert: Du
verwechselst permanent die beiden genannten Ebenen und hältst somit die
dualistische "Gedanken-Begriffs-Ebene" für die nondualistische erlebte
Wirklichkeit selbst bzw. hältst diese beiden Ebenen
erlebte Wirklichkeit
verbale Bezeichnung der erlebten Wirklichkeit
irrtümlich für ident. Aber
Du kannst mit dem "Begriff" Waschmaschine real keine Wäsche waschen! Denn der
"Sprach-Begriff" ist nicht selbst die "Wirklichkeit", welche er immer nur
gedanklich benennt!
Daher forderst Du (und die anderen "Schläfer") auch
immer nur verbale Argumente als Beleg und jedesmal antworte ich dann sinngemäß:
Schaue und erkenne selbst!
Und ich kann nicht sehen, was daran so
schwierig sein sollte! Es ist ja nicht so herum, dass ich Deine Argumentation
und Deine Denk-Art nicht verstehe. Ich verstehe sie sehr wohl ohne das geringste
Problem dabei zu haben. Nur sehe ich auch, dass Du völlig blind argumentierst
und (noch) unfähig bist zu erkennen, dass die Dualität sich nur auf der
"Gedanken-Begriffs-Ebene", der Bezeichnungsebene sozusagen befindet, aber nicht
real in der einzigen nondualen Wirklichkeit selbst, die immer eine
ganzheitliche, also nicht real gespaltene Wirklichkeit hier und jetzt ist.
Die Wirklichkeit selbst stiftet keinerlei Verwirrung! Verwirrung stiftet
ganz allein das dualistische einseitige Denken, welches diese ganzheitlich
nonduale Wirklichkeit, die faktisch immer nur ein Ganzheitliches
Bewusstseins-Erleben IST, immer nur gedanklich-begrifflich "ur-teilt". Diese
dann ausschließlich in der gedanklichen Vorstellung entstehenden "Teile" (z.B.
Subjekt/Objekt) sind aber nicht reale "Teile" der realen ganzheitlich geistigen
Wirklichkeit, sondern immer nur allein "Teile" im Vorstellungs-Denken, welches
dann, entsprechend nachhaltig konditioniert, auf die reale ganzheitlich geistige
Wirklichkeit dauerhaft projiziert werden und diese Projektion dann auch noch für
real geglaubt wird.
Alles was es selbst zu erkennen gilt, steht allein in
diesem einen Beitrag hier! Wenn das selbst erkannt ist, dann können "wir"
endlich beginnen, wirklich über die Wirklichkeit zu philosophieren, anstatt
"uns" nur über gedanklich vorgestellte und für real geglaubte
"Vorstellungs-Weltbilder", also Einbildungen, zu unterhalten.
Gruß
Joy
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von Joy am 08.
Feb. 2006, 23:56 Uhr
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Ich werde den letzten Beitrag #215 noch in den Fortsetzungsthread III kopieren
und in diesem Thread II nicht weiter schreiben, um seinen Umfang nicht weiter zu
vergrössern.
Wer also darauf Bezug nehmen möchte, kann dies ebenso im
Thred III tun.
Gruß
Joy
E D I T:
Eberhard hat für dieses
Thema jetzt einen neuen anderen Thread gestartet, wo das Thema fortgeführt
werden kann und sollte, auch damit nicht ewig zwischen verschiedenen Threads
hin- und hergesprungen werden braucht: Ist alles nur Bewusstsein hier und jetzt?
(http://www.philtalk.de/msg/1139431463.htm). Aus bereits genannten Grund habe
ich den obigen letzten Beitrag von mir ebenfalls dort hineinkopiert und gehe
jetzt von einer Fortsetzung der Diskussion zu diesem Thema in dem "neuen" Thread
aus...
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von philoschall
am 09. Feb. 2006, 01:03 Uhr
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Hallo WuWei,
du schreibst: "Auch darin sind wir uns einig. Allerdings:
wenn es keine Dinge-an-sich gibt, WO findet dann dein Denken tatsächlich statt?
Im Gehirn, das aber kein Gehirn-an-sich, sondern selbst Denk-inhalt ist? ...
(Dinge-an-sich sind nicht, ihnen kann BewusstseinsINHALT nicht zukommen,
Begriffe passen hier nicht" philoschall) ... Sehe ich auch so."
Der
menschliche Verstand entfaltet sich mit der Sinnenerfahrung, mit der DenkINHALTE
(Fühlen, Wollen, Wissen) gegeben sind, welche in und mit Begriffen ins Denken
gekommen. Wenn wir uns einig sind, dass es Dinge-an-sich nicht gibt, dass es
daher auch keinen BewusstseinseinsINHALT an-sich gibt, Begriffe die formale
Struktur sind, mit der das anschaulich gegebene ins Denken gekommen ist, ist
hier ausschliesslich Relativität gegeben.
Die ausgedehnte Welt, die
Wirklichkeit der Dinge als an-sich zu behaupten, die DenkINHALTE von der als
Objektivität ausgegebenen Ausdehnung als SUBSTANZIELL getrennte (subjektive)
auszugeben, diese Annahme ist Manifestation des Fiktiven. (1) Mit diesem
fiktiven Denken der Ausdehnung wurde und wird nicht nur das adäquate Denken der
Ausdehnung behindert.
Da den Dingen kein an-sich zukommt, kann dem
menschlichen Verstand sein, mit und in der Sinnenerfahrung gegebener, mit und in
Begriffen gedachter anschaulicher INHALT ebenfalls kein an-sich zukommen. DENKEN
erschöpft sich jedoch NICHT in der Sphäre der Relativität in der das ADÄQUATE
Denken der Ausdehnung, der "praktische Verstand", sich vollzieht. DASS ADÄQUATE
DENKEN DER AUSDEHNUNG IST DAS NICHT-DUALE DENKEN DASS SICH IN ALLEN MENSCHEN
VOLLZIEHT.
Da weder Ding-an-sich, noch BewusstseinsINHALT an-sich somit
auch begriffliches Denken an-sich sich nicht vollzieht, kann dieses das Absolute
nicht sein. Dass relative Denken ist die adäquate, d.h. die nicht-duale
Manifestation der Ausdehnung, der Wirklichkeit der Dinge, die ENTWEDER im
Absoluten (Geist) ODER im Fiktiven gründet. Den eigentlichen Inhalt bekommt das
relative Denken, der "praktische Verstand", nicht mit den Ausgedehnten, dass mit
den BewusstseinsINHALTEN sich vollzieht. Allen Menschen ist das relative Denken
der Ausdehnung gemeinsam, nicht jedoch deren Gründung. Die fiktive Gründung (um
zunächst bei dieser zu bleiben) des nicht-dualen Denkens der Ausdehnung ist
keine des Irrtums. Logisch-korrigiert wurden und werden die, mit den
BewusstseinsINHALT sich vollziehende Verbindung der Einzelgedanken des
"praktischen Verstandes", mit deren Wandlung das fiktive Prinzip nicht
aufgehoben ist. Auch der Aberglauben zeugt für das Absolute, da die nicht-duale
menschliche Manifestation, d.h. dass allen Menschen gemeinsame relative Denken
der Ausdehnung, kein an sich ist.
Gruss
philoschall
(1)
Soweit ich sehe, beruhen Eberhards Fragen auf dieser (dualistischen) Annahme. Er
kann hier Fragen am laufenden Band stellen: jede dieser Fragen werden stets auf
denselben Annahmen beruhen. Die Fragen in I beruhen darauf, dass Objektivität,
dass an-sich der Ausdehnung beigelegt wird, mit welcher Behauptung die
Subjektivität behauptet wird, die sich davon substanziell unterscheiden soll.
Die von Eberhard in III gestellte Frage beruht auf der Annahme, dass nicht der
Ausdehnung, sondern dem Denken Objektivität zu kommen soll, welches Denken sich
substanziell von der Ausdehnung unterscheiden soll. Beide Argumentationen,
entweder die mit der Verabsolutierung der Ausdehnung oder die mit der
Verabsolutierung des Denkens sind abergläubige Manifestationen (Dualismus von
Materie und Denken/Geist) der fiktiven Gründung.
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von WuWei am
09. Feb. 2006, 08:54 Uhr
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Hallo philoschall,
[/i]
Dass relative Denken ist die adäquate, d.h.
die nicht-duale Manifestation der Ausdehnung, der Wirklichkeit der Dinge, die
ENTWEDER im Absoluten (Geist) ODER im Fiktiven gründet.
[i]
ich gebe
dir im Großen und Ganzen recht. Nur eine Frage: Kann es neben dem Absoluten noch
ein Fiktives geben? Dann wäre doch das Absolute nicht mehr absolut, oder?
Grüße,
WuWei
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Titel: DassRe: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von
jonny_W. am 09. Feb. 2006, 09:52 Uhr
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Ich darf mich als philosophisch naiv (und blöd) outen? Ich verstehe leider
keinen von Philoschalls Sätzen. Ganz ehrlich.
z.B: "Dass relative Denken
ist die adäquate, d.h. die nicht-duale Manifestation der Ausdehnung, der
Wirklichkeit der Dinge, die ENTWEDER im Absoluten (Geist) ODER im Fiktiven
gründet. "
Stark verkürzt : Denken ist Manifestation der Ausdehnung.
Ich muss gestehen, ich verstehe Aussagen, in denen Verben als Substantive
auftreten, grundsätzlich nicht. Ich weigere mich sie auch nur verstehen zu
wollen.
Das Denken, das Leben......das Sein,...
Diese organische Masse
lebt, dieses System lebt, Nr.5 lebt..damit kann ich was anfangen, aber das
Leben??? wo soll es sein, was soll es sein??? Das Denken??
Oder gar <Das
Sein> selbst.
Ich bin nicht der Einzige, der so denkt. Schon Erich Fromm
hat auf die Unsitte Verben zu substantivieren hingewiesen. Genau wie er sehe ich
darin eine lebensfeindliche Tendenz. Ich empfinde es darüber hinaus als
verletzend, als unhöflich derart angesprochen zu werden.
jonny, ein
kleines Sensibelchen
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Titel: Re: DassRe: Gibt es sinnlose philosophische Fragen
Beitrag von Joy am
09. Feb. 2006, 10:14 Uhr
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on 02/09/06 um 09:52:28, jonny_W. wrote:Ich darf mich als philosophisch naiv
(und blöd) outen? Ich verstehe leider keinen von Philoschalls Sätzen. Ganz
ehrlich.
z.B: "Dass relative Denken ist die adäquate, d.h. die
nicht-duale Manifestation der Ausdehnung, der Wirklichkeit der Dinge, die
ENTWEDER im Absoluten (Geist) ODER im Fiktiven gründet. "
Stark verkürzt
: Denken ist Manifestation der Ausdehnung.
Ich hatte auf den
letzten Beitrag von philoschall schon eine Antwort begonnen und es dann doch
gelassen und alles wieder gelöscht und mir gedacht, lass das mal den WuWei
machen, der scheint mit der philoschall-Sprache besser klar zu kommen. :-)
Ja, und die "Unsitte" Verben zu substantivieren, führt maßgeblich ins
Unverstehen mitten hinein. Beispiel: "Er hat sich das Leben genommen." Wie kann
sich wer was nehmen, dass er selbst ist?
Ich bin kein Sinologe und habe
auch keine Kenntnis über die chinesische Sprache. Aber soviel ich weiß, kam
diese, zumindest in ihren Ursprüngen, komplett ohne Substantive aus, kannte gar
keine "Ding-Wörter".
Die Art der Sprache ist ja auch maßgeblich, wie wir
uns unser eigenes "Welterleben" (das kein "Ding" ist) erschliessen und
strukturieren.
Kann Dich daher gut verstehen, jonny...
Gruß
Joy
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Titel: Re: DassRe: Gibt es sinnlose philosophische Fragen
Beitrag von Joy am
09. Feb. 2006, 10:21 Uhr
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on 02/09/06 um 09:52:28, jonny_W. wrote:Oder gar <Das Sein> selbst.
Mit der Frage nach "dem Sein" plagt man sich grade im Thread
"Metaphysik" ab. Nichts Neues! Das machen sogenannte Philosophen schon Tausende
von Jahren, sich mehr oder weniger gescheit zu fragen was das "Sein" wohl "sein"
könnte... [grin]
Gruß
Joy
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von philoschall
am 09. Feb. 2006, 18:02 Uhr
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Hallo WuWei,
"ich gebe dir im Großen und Ganzen recht. Nur eine Frage:
Kann es neben dem Absoluten noch ein Fiktives geben? Dann wäre doch das Absolute
nicht mehr absolut, oder?" WuWei
Zwei Prinzipien sind, auf denen das
relative Denken gründet, von denen dieses Denken erst seinen eigentlichen Inhalt
bekommt. Wahrheit und Aberglauben/Fiktives sind die zwei Prinzipien, auf denen
das relative Denken gründet. Dass relative Denken, Logik und die Verbindung der
Einzelgedanken sind mit EINEN dieser beiden Prinzipien verbunden. Irrtum ist
logisch-formaler Art, ist gültig mit den DenkINHALTEN, wie diese, in Verbindung
der Einzelgedanken, sich vollziehen.
Nicht nur auf die logischen
Prozesse, auch auf die beiden Prinzipien kommt es an. Ist logisches Denken mit
den Verkehrtheiten des Aberglaubens vermischt, vollzieht sich das Denken des
Unwirklichen, als wäre dieses wirklich. Der Aberglauben zeugt für den Geist, da
die Unwirklichkeit für die Wahrheit gehalten wird.
Veränderbar ist der
Irrtum, da dieser logisch-formaler Art ist. Dass Unwandelbare des Wandelbaren
ist nicht lehrbar.
Gruss
philoschall
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von Joy am 09.
Feb. 2006, 19:59 Uhr
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on 02/09/06 um 18:02:10, philoschall wrote:Zwei Prinzipien sind, auf denen
das relative Denken gründet, von denen dieses Denken erst seinen eigentlichen
Inhalt bekommt. Wahrheit und Aberglauben/Fiktives sind die zwei Prinzipien, auf
denen das relative Denken gründet. Dass relative Denken, Logik und die
Verbindung der Einzelgedanken sind mit EINEN dieser beiden Prinzipien verbunden.
Irrtum ist logisch-formaler Art, ist gültig mit den DenkINHALTEN, wie diese, in
Verbindung der Einzelgedanken, sich vollziehen.
Nicht nur auf die
logischen Prozesse, auch auf die beiden Prinzipien kommt es an. Ist logisches
Denken mit den Verkehrtheiten des Aberglaubens vermischt, vollzieht sich das
Denken des Unwirklichen, als wäre dieses wirklich. Der Aberglauben zeugt für den
Geist, da die Unwirklichkeit für die Wahrheit gehalten wird.
Veränderbar
ist der Irrtum, da dieser logisch-formaler Art ist. Dass Unwandelbare des
Wandelbaren ist nicht lehrbar.
Gruss
philoschall
Das unterschreibe ich jetzt vollumfänglich!
Es wird nicht direkt und
bewusst bemerkt, wenn das Fiktive (ich nenne es zumeist Illusion oder auch
Glaube) für die Wirklichkeit gehalten und geglaubt wird. Es lässt sich sogar
wunderbar logisch damit rechnen. Aber das Labyrinth vergrössert sich mehr und
mehr und es scheint dabei so, als würde "die Welt" immer komplizierter werden.
Trotz aller gefundener Antworten, die Fragen nehmen nicht ab, ganz im Gegenteil,
es werden derer immer schneller immer mehr und immer kompliziertere! Aber in
Wirklichkeit wird "die Welt" gar nicht komplizierter, sondern das Denken der
Welt wird immer verwirren(d)er und immer komplizierter, denn "die Welt"
existiert gar nicht als das, ist gar nicht das, was der Verstand denn glaubt,
was sie sei! [grin]
Die Aussage "Das Unwandelbare des Wandelbaren ist
nicht lehrbar." ist eine sehr wesentliche! Das Unwandelbare kann nur erkannt
werden, es selbst zu erkennen, das ist die Selbsterkenntnis. Das Unwandelbare,
das Wahrhaftige kann nicht "erfahren" werden, es liegt jenseits aller
Erfahrungen. Das Unwandelbare, das Wahrhaftige zu kennen, heißt immer, es selbst
zu sein.
Das Unwahrhaftige (von philoschall hier als das Fiktive
bezeichnet) wird allein vom Verstand im Bewusstsein erschafft und es ist auch
der Verstand, der es wieder selbst zerstören muß, wenn es als Fiktion selbst
erkannt wurde. Das Wahrhaftige, das Unwandelbare "sieht und erkennt" aber auch
im Unwahrhaftigen das Wahrhaftige.
Wer "im Fiebertraum des Unwahrhaftigen
phantasiert" bemerkt das nicht selbst. Er hält und glaubt bis zur
Selbsterkenntnis den Fiebertraum und sein Phantasieren in diesem für die
wahrhaftige Realität. Der "Fiebertraum" kann auch als "Normalität" bezeichnet
werden. Eben deswegen wird er auch lange Zeit gar nicht als solcher bemerkt und
erkannt.
Die Suche nach der Wahrheit, nach dem Echten, dem Wahrhaftigen,
beginnt immer im "Fiebertraum", weil die Illusionen des "Fiebertraums" keinen
inneren Frieden zu stiften vermögen. Die Wahrhaftigkeit hingegen, das Echte, IST
der Frieden selbst. Das Wahrhaftige zu erkennen, heißt seine eigene
Unsterblichkeit zu erkennen, sozusagen sein Sein im Nichtsein zu finden...
Gruß
Joy
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von delfi am
11. Feb. 2006, 02:27 Uhr
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on 02/09/06 um 19:59:21, Joy wrote:Das Wahrhaftige zu erkennen, heißt seine
eigene Unsterblichkeit zu erkennen, sozusagen sein Sein im Nichtsein zu
finden...
Gruß
Joy
das sind nicht nur sinnlose
"philosophische" Fragen, sondern sinnlose Antworten (Hypothesen) mit der
gleichen Aussagekraft wie der Satz:
das schwarze ist weiß = contradictio in
adjecto
Salve
[skater]
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von Joy am 11.
Feb. 2006, 02:48 Uhr
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on 02/11/06 um 02:27:04, delfi wrote:das sind nicht nur sinnlose
"philosophische" Fragen, sondern sinnlose Antworten (Hypothesen) mit der
gleichen Aussagekraft wie der Satz:
das schwarze ist weiß = contradictio in
adjecto
Salve
[skater]
Sorry, delfi, Deine Aussagen
gleichen denen eines Blinden, der über Farben spricht.
Gruß
Joy
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Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von delfi am
11. Feb. 2006, 03:13 Uhr
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on 02/08/06 um 09:26:30, WuWei wrote:Hallo delfi,
Hast du dich
schonmal ohne Bewußtsein erlebt? Warst du ganz bewußt bewußtlos?
na
klar, du weist, ich bin schon etwas älter, hab schon vieles erlebt, nicht nur
mich, ich hasse es, wenn ich das Bewußtsein bei Narkose verliere. Wenn ich z.B.
Alkohol trinke und eine gewisse Wirkung auf das Bewußtsein eintritt, beginne ich
(das Bewußtsein) mich dagegen zu wehren und höre auf zu trinken, bis ich wieder
klar bin.
Ich weiss, das ist bei manchen umgekehrt.
Den Schlaf hasse ich
nicht, im Gegenteil. Und ich habe vor allem viele anderen ohne Bewußtsein
erlebt, sozusagen beruflich.
Natürlich darfst du nicht sagen bewußt
bewußtlos, das ist eine contradictio in adjecto, aber keine Beweis gegen
Bewußtlosigkeit.
Quote:Daß du auch ohne Bewußtsein existierst, ist
nur eine Annahme, dafür wirst du nie eine Bestätigung finden. Auch wenn du
scheinbar andere bewußtlose bzw. schlafende Menschen siehst.
Doch
doch, der Anästhesist sitzt doch dabei!!! Und beim Schlafen hat mich auch schon
meine Partnerin beobachtet. Sag mir doch bitte, warum das nur eine Annahme sein
soll, weil du es so möchtest?
Quote:Aber die sind auch wiederum dein
Bewußtseinsinhalt, nicht wahr?
Nee die sind auch ohne mein
Bewußtsein da, also ich denke, da überschätzt du mein Bewußtsein aber ganz
gewaltig, dann müßte ich ja letztlich das Bewußtsein von 5 Milliarden Menschen
denken können, ist das nicht etwas zu ehrgeizig? Und denk mal an die Geschichte,
Einstein, die Künstler, also da wäre ich doch wirklich etwas überfordert!
Quote:Niemand, auch kein Hirnforscher, wird irgendwo ein Bewußtsein
finden, weder in einem "bewußtlosen" noch in einem "bewußten" Menschen. Das
meinte ich mit "Bewußtsein ist immer ich, nie du, er, sie, es, wir, ihr oder
sie". Bewußtsein ist nie dort, sondern immer hier, wo ich bin. Ich kann es nie
als ein Objekt erfassen, sondern nur erkennen, daß ich selbst es bin.
Da gebe ich dir vollkommen recht, es ist eine einmalige individuelle
"Funktion" unseres Systems, aber leider, leider irgendwie unverzichtbar an
Materie (Gehirn) gebunden und hier können natürlich die Hirnforscher etwas
messen (z.B. EEG) und sicher wird auch schonmal Ursache und Wirkung verwechselt.
Quote:Natürlich führe ich als Person ein Gespräch mit dir als Person.
Aber dieses Gespräch erlebe ich allein im Bewußtsein, wo sonst?
richtig, wo sonst.
Quote:Und aus deiner Sicht gilt doch das gleiche.
richtig
Quote:Klar, damit (du) ein Gespräch
stattfinden kann, muß das Bewußtsein ein ich und ein du "schaffen".
Das
mit dem Selbstgespräch ist halt eine Metapher und als solche durchaus
mißverständlich. Es ist sicher kein Selbstgespräch, so wie du als Person ein
Selbstgespräch führst und wo du quasi "beide Seiten" kennst.
Grüße,
WuWei
Also das mit dem "du schaffen" ist aber schon wieder ein
halber Rückzieher, also, das kannst du mir einfach nicht zumuten.
Wenn du
jetzt meinst, das "du" wäre nicht real vorhanden, also von mir "erfunden" und
alle anderen Milliarden "du"s u.s.w., dann geb ichs lieber auf - du magst das ja
glauben - ich tus nicht und würde dann lieber die Disskussion abbrechen.
Mekwürdig, warum so viele Menschen gerade von dem widersprüchlichsten Dingen so
angezogen werden.
Salve
[skater]
--------------------------------------------------------------------------------
Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von WuWei am
11. Feb. 2006, 08:52 Uhr
--------------------------------------------------------------------------------
Hallo delfi,
[/i]
Natürlich darfst du nicht sagen bewußt bewußtlos,
das ist eine contradictio in adjecto, aber keine Beweis gegen Bewußtlosigkeit.
[i]
Nein, ein Beweis ist das noch nicht. Aber du hast ebenso keinen
Beweis.
[/i]
Doch doch, der Anästhesist sitzt doch dabei!!! Und beim
Schlafen hat mich auch schon meine Partnerin beobachtet. Sag mir doch bitte,
warum das nur eine Annahme sein soll, weil du es so möchtest?
[i]
Auch
deine Partnerin erscheint dir nur, wenn du bewußt bist. Daß sie dir erzählt, wie
du geschlafen hast, kannst du nur hören, wenn du bewußt bist. Das kannst du
nicht ernsthaft leugnen, auch wenn es zunächst gar nichts weiter beweist.
Ich kann dir nicht helfen, wenn du nicht selbst erkennst, daß das nur eine
Annahme ist. Auch wenn du noch so fest daran glaubst. Aber alles was du tust,
ist einfach trotzig zu behaupten: "und sie sind doch da, wenn ich bewußtlos bin"
Du kannst an diesem Punkt deiner philosophischen Betrachtungen natürlich
stehenbleiben, weil dir der Boden zu unsicher wird.
[/i]
Nee die sind
auch ohne mein Bewußtsein da, also ich denke, da überschätzt du mein Bewußtsein
aber ganz gewaltig, dann müßte ich ja letztlich das Bewußtsein von 5 Milliarden
Menschen denken können, ist das nicht etwas zu ehrgeizig? Und denk mal an die
Geschichte, Einstein, die Künstler, also da wäre ich doch wirklich etwas
überfordert!
[i]
Das Problem ist, daß du aus meinen "ungeheuerlichen"
Behauptungen Schlüsse ziehst, die auf einer Logik basieren, die ich ebenfalls in
Frage stelle. Solange du von "mein" Bewußtsein ausgehst, muß es dir absurd
erscheinen, daß du als Person die gesamte Weltgeschichte in dir bergen sollst.
Das tust du aber auch nicht. Dieser Schluss von dir ist falsch, deine Besorgnis
unbegründet.
Das, was du wirklich bist, ist auch das, was ich bin, und
was alles ist: Bewußtsein. Davon bist du nicht getrennt, und könntest auch nie
getrennt sein. Als solches trägst du tatsächlich die ganze Weltgeschichte, die
vergangene und die zukünftige, in dir. Dir als Person wird aber, ebenso wie mir
als Person, nur ein winzig kleiner Teil davon vor Augen geführt. Zum Glück, mehr
könnten wir auch nicht verkraften
;-)
[/i]
Wenn du jetzt meinst,
das "du" wäre nicht real vorhanden, also von mir "erfunden" und alle anderen
Milliarden "du"s u.s.w., dann geb ichs lieber auf - du magst das ja glauben -
ich tus nicht und würde dann lieber die Disskussion abbrechen.
Mekwürdig,
warum so viele Menschen gerade von dem widersprüchlichsten Dingen so angezogen
werden.
[i]
Das "du" ist von dir erfunden/geschaffen/geträumt/kreiert
(letztlich alles unzulängliche Begriffe), aber nicht von dir als Person, sondern
von dir als Bewußtsein! Du mußt es aus einer "tieferen" Perspektive betrachten,
auch wenn du jetzt vielleicht nicht weißt, wie das gehen sollte.
Banal
ausgedrückt: das Ich muß seine eigene Tiefe erkennen. Es muß erkennen, daß es
nicht nur ein Eisberg ist, getrennt von all den anderen Eisbergen, sondern daß
tief unter der Oberfläche nur ein einziger Eisberg ist.
Soll nur ne
Metapher sein ;-)
viele Grüße,
WuWei
--------------------------------------------------------------------------------
Titel: Re: Gibt es sinnlose philosophische Fragen? II
Beitrag von philoschall
am 11. Feb. 2006, 11:42 Uhr
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Hallo Joy,
du schreibst: "Das Unwahrhaftige (von philoschall hier als das
Fiktive bezeichnet) wird allein vom Verstand im Bewusstsein erschafft und es ist
auch der Verstand, der es wieder selbst zerstören muß, wenn es als Fiktion
selbst erkannt wurde. Das Wahrhaftige, das Unwandelbare "sieht und erkennt" aber
auch im Unwahrhaftigen das Wahrhaftige."
Ich schrieb von zwei Prinzipien,
von zwei Inhalten die sich prinzipiell unterscheiden, auf denen das relative
Denken, der Verstand, gründet. Entweder gründet das relative Denken -dass alle
Menschen denken-, in der Wahrheit oder im Aberglauben. Damit ist gesagt, dass
Begriffe, dass Logik sowie BewusstseinsINHALTE sich entweder Fiktiv äussern,
oder mit der Wahrheit sich manifestieren. Von EINEN dieser Prinzipien bekommt
die Lebenspraxis den Inhalt.
Du meinst nun, der Verstand selbst muss die
von ihm selbst geschaffene "Illusion", die nicht selten für die Wirklichkeit
gehalten wird, zerstören. Jedenfalls lese ich dieses aus Deiner ersten Zeile.
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